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Wann sollte man seine Ölheizung ersetzen?

André Ryf
Von André Ryf
Architekt und technischer Kundenbetreuer der Gebäudeversicherung Bern
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In der Schweiz sind noch immer viele Ölheizungen in Betrieb. Bis ins Jahr 2050 sollten diese ersetzt werden. Vor dem Entscheid, wann und wie dies erfolgen soll, lohnt sich eine sorgfältige Bestandsaufnahme.

Auch ÖIheizungen funktionieren nicht ewig. Irgendwann nimmt die Effizienz ab und die Pannenanfälligkeit zu. Bei Ölbrennern beträgt die optimale Lebensdauer rund 15 bis 20 Jahre, bei Ölheizkesseln 25 Jahre. Ein Öltank aus Stahl kann bei gutem Unterhalt 40 Jahre sicher in Betrieb sein, einer aus Kunststoff rund 30 Jahre. Bei Ölheizungen können aber auch Behörden aufgrund zu hoher Abgaswerte eine Sanierung anordnen.

Generell sind Ölheizungen auf einen ganz bestimmten Typ von Heizöl ausgelegt und somit auch von diesem abhängig. Ab 2023 darf in der Schweiz nur noch «Öko-Heizöl» vertrieben werden, das weniger Schwefel und andere Luftschadstoffe enthält. Heizöl ist und bleibt jedoch eine fossile Energiequelle. Bei der Verbrennung entsteht viel CO2: Und weil der steigende CO2-Anteil in der Luft die Erde weiter erwärmt, will die Schweiz das Verbrennen fossiler Energieträger reduzieren.

Sind Ölheizungen in der Schweiz noch erlaubt?

Der Weiterbetrieb von bestehenden Ölheizungen – auch mit neuen Komponenten – ist in der Schweiz nicht verboten. Doch es müssen verschiedene Vorschriften von Bund und Kantonen beachtet werden. Diese beeinflussen auch die Betriebskosten.

Dürfen neue Ölheizungen eingebaut werden?

Beim Ersetzen von Ölheizungen müssen gewisse Bedingungen eingehalten werden: Gemäss den Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn) ist ein Eins-zu-Eins-Ersatz von fossilen Heizsystemen momentan nur erlaubt, wenn das betroffene Gebäude ein Mindestmass an Energieeffizienz aufweist. Wird das Gebäude bei einem GEAK-Check mit E bewertet oder schlechter eingestuft, haben Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer nur zwei Möglichkeiten: Entweder sie ersetzen die Ölheizung durch ein erneuerbares Heizsystem, oder sie sanieren das Gebäude energetisch. Falls sie das Gebäude sanieren, können sie wiederum eine Öl- oder Gasheizung installieren. Informieren Sie sich bei der kantonalen Energiefachstelle oder dem lokalen Bauamt, ob die MuKEn-Regeln in Ihrem Kanton bereits in Kraft sind.

Was ist ein GEAK?

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Ist es sinnvoll, beim Öl zu bleiben?


Die aktuelle Gesetzeslage spricht für einen Ersatz der Ölheizungen durch erneuerbare Heizsysteme: Der richtige Moment für diesen Schritt ist nicht allein vom Zustand der Ölheizung abhängig, sondern auch von den gesetzlichen Rahmenbedingungen. Trotz der Ablehnung des revidierten CO2-Gesetzes im Juni 2021 steigen die Abgaben auf fossile Brennstoffe weiter an, was die Betriebskosten von Ölheizungen erhöht. All das spricht grundsätzlich gegen weitere Investitionen in eine Ölheizung. Alle Kantone beabsichtigen die MuKEn-Vorschriften einzuführen. Diese verlangen einen Mindestanteil erneuerbarer Energieträger beim Heizen, indem fossile Heizsysteme beispielsweise mit einer solarthermischen Anlage ergänzt werden. Ein Austausch des Ölbrenners ist in den meisten Fällen nur gestattet, wenn der Wärmebedarf im Gebäude – zum Beispiel durch Dämmmassnahmen – um mindestens zehn Prozent reduziert wird.

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Themen in diesem Artikel
  • Energie
  • Ölheizung ersetzen
  • Sanierung

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André Ryf
André Ryf ist im Rahmen der obligatorischen Grunddeckung für Feuer- und Elementarschäden zuständig für die Einschätzung von Gebäuden und für die Schadenbearbeitung. Im Rahmen der freiwilligen Zusatzprodukte der GVB Privatversicherungen AG kümmert er sich um die versicherten Risiken. Sein Tätigkeitsbereich umfasst die Regionen Oberaargau, Burgdorf, Fraubrunnen sowie das Seeland.