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Vor- und Nachteile einer Ölheizung

André Ryf
Von André Ryf
Architekt und technischer Kundenbetreuer der Gebäudeversicherung Bern
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Noch immer werden sehr viele Häuser in der Schweiz mit Öl beheizt. Zum Zeitpunkt des Einbaus waren Ölheizungen möglicherweise die beste Option – heute sind sie aus ökologischer und aus ökonomischer Sicht nicht mehr zeitgemäss.

Wie jede Heizung hat auch eine Ölheizung Vor- und Nachteile. Klar ist, dass die Nachteile heute überwiegen: Sogar bei den Kosten, wo Ölheizungen lange gut abschnitten, wendet sich das Blatt allmählich. Am stärksten fällt aber ins Gewicht, dass es sich bei Heizöl nicht um eine erneuerbare Energiequelle handelt und, dass der Staat bis ins Jahr 2050 alle Ölheizungen aus Schweizer Haushalten entfernen will.

Hoher CO2-Ausstoss

Ölheizungen verursachen einen unangenehmen Geruch und der Öltank nimmt viel Platz ein. Sie stossen zudem viel umweltschädliches CO2 aus. Pro kWh werden 265 Gramm CO2 und pro Liter Heizöl 2,65 kg CO2 ausgestossen. Damit gehören Ölheizungen bezüglich der CO2-Emissionen neben Kohleöfen zu den grössten Umweltsündern unter den Heizsystemen. Öl ist zudem teuer, und bei den Preisen ist man abhängig vom internationalen Ölmarkt, der vielen Turbulenzen unterworfen ist. 

Die Anschaffungskosten täuschen

Der Einbau einer neuen Ölheizungsanlage mit Tank beläuft sich im Normalfall auf CHF 10‘000.–  bis CHF 17’000.– (Leistungsbedarf für ein Einfamilienhaus). In der Anschaffung mag eine Ölheizung auf den ersten Blick vergleichsweise günstig wirken, auf eine Betriebsdauer von 20 Jahren relativiert sich dieser Vorteil jedoch durch die hohen Heizkosten. Die Betriebs- und Verbrauchskosten von erneuerbaren Energieträgern sind in der Regel tiefer. Es gibt also heute kaum mehr Gründe, die für den Kauf einer Ölheizung sprechen.

Es trifft äusserst selten zu, dass mangels Alternativen nur eine Ölheizung eingebaut werden kann. In den meisten Regionen ist die Nutzung erneuerbarer Energien möglich. In der Regel ist insbesondere der Einbau einer Wärmepumpe zu empfehlen. Sollte das – aus welchen Gründen auch immer – nicht möglich sein, ist der Einbau einer Pelletheizung eine Alternative.

Wer fördert eine «energetische Sanierung»?

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Vor- und Nachteile von Ölheizungen

Ölheizungen haben bei der Anschaffung und beim Betrieb verschiedene Vor- und Nachteile. Hier ein kleiner Überblick:

Vorteile

  • bewährte Technik
  • Heizen mit den eigenen Vorräten
  • Kombination mit Solaranlage oder Wärmepumpe möglich
  • Flexibilität beim Heizölkauf (je nach Ölpreis)
  • relativ tiefe Anschaffungskosten

Nachteile

  • Abhängigkeit vom Ausland und stark steigenden Rohstoffpreisen
  • Öl muss vorfinanziert und in einem Tank im Haus gelagert werden
  • hoher CO2-Ausstoss, unökologisch
  • Die Schweiz will Ölheizungen bis 2050 abschaffen.
  • hohe Betriebskosten

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Themen in diesem Artikel
  • Energie
  • Ölheizung ersetzen
  • Sanierung

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André Ryf
André Ryf ist im Rahmen der obligatorischen Grunddeckung für Feuer- und Elementarschäden zuständig für die Einschätzung von Gebäuden und für die Schadenbearbeitung. Im Rahmen der freiwilligen Zusatzprodukte der GVB Privatversicherungen AG kümmert er sich um die versicherten Risiken. Sein Tätigkeitsbereich umfasst die Regionen Oberaargau, Burgdorf, Fraubrunnen sowie das Seeland.