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Photovoltaik: Was kostet eine Solaranlage?

André Ryf
Von André Ryf
Architekt und technischer Kundenbetreuer der Gebäudeversicherung Bern
Solar Lupe komprimiert

Die Preise für Photovoltaikanlagen sind in den letzten zehn Jahren um rund 80 Prozent zurückgegangen. Wir sagen Ihnen, wann sich eine PV-Anlage für Sie lohnt.

Die erfreuliche Preisentwicklung im Bereich Photovoltaik ist laut Expertinnen und Experten auf das rasante Marktwachstum, die Einführung von Fördersystemen, aber auch auf die kontinuierliche technologische Weiterentwicklung der Produkte zurückzuführen. Durch die Massenproduktion von Modulen und Wechselrichtern kam es zu einem Effizienzgewinn in der Fertigung, und die Wirkungsgrade konnten deutlich gesteigert werden. Trotzdem bleiben Förderbeiträge wichtig, um diese junge Energietechnologie konkurrenzfähig zu machen. Dies ist ursprünglich mit einer kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) gelungen, die inzwischen von der Einmalvergütung (EIV) abgelöst wurde. Damit kann eine grössere Anzahl an PV-Anlagen gefördert werden. Die KEV läuft Ende 2022 aus und die EIV wird noch bis 2030 ausgezahlt. 

Welche Förderbeiträge für Solaranlagen gibt es?

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Preise für PV-Anlagen können stark variieren


Die genauen Kosten für den Bau von Photovoltaikanlagen sind schwer zu berechnen. Generell sinkt der Preis pro Kilowatt Nennleistung, je grösser eine PV-Anlage wird. Die Anlagenpreise bewegen sich im Normalfall zwischen CHF 1500.– und CHF 3000.– pro Kilowatt Nennleistung (kWp).

Die Preisunterschiede sind dabei von folgenden Faktoren abhängig:

  • Technologie der PV-Module (kristallin/Dünnschicht)
  • Montage an Dach oder Fassade (angebaut/integriert/aufgeständert)
  • Herkunft der PV-Module (Europa/Asien)

Detaillierte Angaben und Preisbeispiele für verschiedene PV-Gebäudeanlagen, aufgeschlüsselt nach Material- und Arbeitskosten gibt es bei EnergieSchweiz.

Wann lohnt sich eine PV-Anlage?


Im Durchschnitt zahlt sich eine PV-Anlage aus, noch bevor sie ihre Lebensdauer von mindestens 30 Jahren erreicht hat. Die Amortisationszeiten liegen bei etwa 10 bis 15 Jahren. Das Schweizer Preisniveau sei etwas höher als jenes von Deutschland, wo zudem die Strombezugspreise vom Netz deutlich höher seien. In Deutschland ist die Amortisationszeit deshalb tiefer. Das gilt ebenfalls für südliche Länder mit höherer Sonneneinstrahlung wie Italien oder Spanien.

Eigenverbrauch als Schlüssel für die Rentabilität


Mit der Revision der Förderbedingungen haben sich die Rahmenbedingungen für einen rentablen Betrieb der PV-Anlagen verändert. Die Einspeisevergütung wurde durch eine Einmalvergütung ersetzt. Als Folge davon hängt die Wirtschaftlichkeit einer Solaranlage nun stärker vom Eigenverbrauch ab. Dies trifft insbesondere in den Versorgungsgebieten zu, wo für den ins Netz gespeisten Solarstrom nur sehr geringe Rückliefertarife gezahlt werden. Die Eigenverbrauchsquote lässt sich von 30 auf über 60 Prozent verdoppeln, wenn der selbst erzeugte Strom auch für die Wärmepumpe und das Elektroauto genutzt wird und wenn ein Batteriespeicher benutzt wird. 

Eigenverbrauchsgemeinschaften eröffnen neue Möglichkeiten


Solarenergie kann durch Eigenverbrauchsgemeinschaften oder den Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) noch attraktiver werden. Das gilt insbesondere für Eigentümerinnen und Mieter von Mehrfamilienhäusern. Gemäss der revidierten Energiegesetzgebung des Bundes dürfen neu nicht nur Wohnungen im selben Haus, sondern auch mehrere aneinandergrenzende Grundstücke zusammengeschlossen werden, um den produzierten Solarstrom selbst zu nutzen. Sie werden dann zentral an das übergeordnete Verteilnetz angeschlossen. Die interne Stromverteilung zu den einzelnen Liegenschaften erfolgt über eigene Stromleitungen. Eigenverbrauchsgemeinschaften nehmen ihre Messungen selbst vor und rechnen auch selbst ab.

Für den Aufbau eines ZEV für Hauseigentümerschaften ist kein Zusatz zum Mietvertrag erforderlich. Bestehende Mieterinnen und Mieter können selbst über einen Beitritt zum ZEV entscheiden. Neumieterinnen und Neumieter können dazu verpflichtet werden. Schutz vor Missbrauch bietet die Regelung, dass der auf dem eigenen Grundstück produzierte Solarstrom nicht teurer sein darf als der aus dem externen Netz bezogene Strom.

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Themen in diesem Artikel
  • Energie
  • Photovoltaik
  • Solaranlage

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André Ryf
André Ryf ist im Rahmen der obligatorischen Grunddeckung für Feuer- und Elementarschäden zuständig für die Einschätzung von Gebäuden und für die Schadenbearbeitung. Im Rahmen der freiwilligen Zusatzprodukte der GVB Privatversicherungen AG kümmert er sich um die versicherten Risiken. Sein Tätigkeitsbereich umfasst die Regionen Oberaargau, Burgdorf, Fraubrunnen sowie das Seeland.