Mit der Einspeisevergütung machst du dein Dach zur Einnahmequelle
Mit einer Photovoltaikanlage (PV-Anlage) kannst du nicht nur deinen eigenen Strom produzieren, sondern auch Geld verdienen, indem du überschüssigen Solarstrom ins öffentliche Netz einspeist. In diesem Artikel erfährst du, wie die Einspeisevergütung in der Schweiz funktioniert, an wen du den Strom verkaufen darfst und welche Schritte du unternehmen musst, um Einnahmen zu erzielen.
Das Wichtigste in Kürze:
- Einspeisevergütung: Geld, das du für überschüssigen Solarstrom erhältst, den du ins öffentliche Stromnetz einspeist.
- Höhe der Einspeisevergütung: Seit Januar 2026 gelten landesweit einheitliche Regeln.
- Verkauf an jeden Verbraucher: Du kannst deinen Solarstrom grundsätzlich an jeden Verbraucher verkaufen.
- Manche Energieversorger zahlen einen zusätzlichen Betrag für Herkunftsnachweise als Bestätigung, dass der Strom aus erneuerbaren Quellen stammt.
- Sowohl dein lokaler Stromversorger als auch die Installationsfirma deiner PV-Anlage sind wichtige Ansprechpartner, wenn du von der Einspeisevergütung Gebrauch machen möchtest.
Was ist die Einspeisevergütung?
Die Einspeisevergütung ist eine Zahlung, die du erhältst, wenn deine Photovoltaikanlage mehr Strom erzeugt, als du selbst verbrauchst. Der überschüssige Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist und an Energieversorger verkauft. So wird dein Dach zur Einnahmequelle.
Höhe der Einspeisevergütung
Seit Januar 2026 gilt in der Schweiz das neue Stromgesetz, das wichtige Änderungen für Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer mit Photovoltaikanlagen bringt. Ziel ist eine landesweit einheitliche Einspeisevergütung, mehr Transparenz beim Verkauf von Solarstrom und stabile Einnahmen für PV-Anlagenbetreiber.
Die wichtigsten Neuerungen im Überblick:
Einheitliche Mindesttarife: Unabhängig vom Kanton oder lokalen Energieversorger gelten nun standardisierte Vergütungssätze für eingespeisten Strom.
| Anlagengrösse | Vergütung pro kWh |
|---|---|
| Bis 30 kW | 6 Rp./kWh |
| Ab 30 kW, ohne Eigenverbrauch | 6,2 Rp./kWh |
| 30–150 kW mit Eigenverbrauch | Erste 30 kW: 6 Rp./kWh, ab 30 kW: 0 Rp./kWh |
Marktpreisregelung: Wenn Produzent und Energieversorger keine Einigung über den Strompreis erzielen, wird der überschüssige Strom zum vierteljährlich gemittelten Marktpreis abgenommen.
Minimaltarife für kleine Anlagen: Anlagen bis 150 kW profitieren von Garantien, dass die Einspeisevergütung niemals unter den Mindesttarif fällt – auch wenn der Marktpreis niedriger ist.
Förderung erneuerbarer Energie: Das Gesetz unterstützt zusätzlich die Nutzung von Solarstrom durch Herkunftsnachweise, die von vielen Energieversorgern zusätzlich vergütet werden.
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An wen kann ich meinen Solarstrom verkaufen?
Laut Bundesamt für Energie (BFE) kannst du deinen Strom grundsätzlich an jeden Verbraucher verkaufen, nicht nur an den lokalen Versorger. Optionen:
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Direkter Vertrag mit einem lokalen Netzbetreiber oder überregionalen Energieversorger
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ZEV (Zusammenschluss zum Eigenverbrauch): Mehrere Endverbraucher nutzen den Solarstrom direkt vor Ort
Die Abkürzung ZEV steht für Zusammenschluss zum Eigenverbrauch. Beim ZEV handelt es sich um einen vertraglichen Zusammenschluss mehrerer Endverbraucher mit dem Ziel, den selbst erzeugten Solarstrom direkt vor Ort zu nutzen. Nachfolgend finden sich weiterführende Informationen zum ZEV.
Herkunftsnachweise: Extra-Einnahmen sichern
Manche Energieversorger zahlen extra für sogenannte Herkunftsnachweise. Dabei handelt es sich um eine Bestätigung, dass dein Strom aus erneuerbaren Energien stammt. Diese Nachweise dienen als Beleg für den Energieversorger gegenüber seinen Endverbrauchern. Da Strom aus verschiedenen Quellen zu unterschiedlichen Preisen gehandelt wird, zahlen viele Energieversorger zusätzlich zum Strompreis einige Rappen pro kWh für diese Zertifikate. Der Zugang zum Online-Herkunftsnachweissystem ist für Anlagenbetreiber kostenlos. Diese Zertifikate werden von der akkreditierten Zertifizierungsstelle Pronovo ausgestellt.
Was muss ich tun, um die Einspeisevergütung zu erhalten?
Du bist bereits im Besitz einer PV-Anlage und möchtest von der Einspeisevergütung Gebrauch machen? In diesem Fall musst du im ersten Schritt mit der Installationsfirma der Anlage Kontakt aufnehmen. Diese muss im Anschluss in deinem Namen dem Energieversorger ein TAG – kurz für Technisches Anschlussgesuch – stellen. Nachdem ein positiver Bescheid erfolgt ist, wird ein Einspeisevertrag für elektrische Energie aus Energieerzeugungsanlagen, kurz EEA, abgeschlossen.
Im EEA ist unter anderem der Rücklieferungstarif festgelegt – sprich: in welcher Höhe Ihnen der eingespeiste PV-Strom vergütet wird. Im Zuge dessen muss bei bestehenden PV-Anlagen meist noch ein Austausch der Zählertechnik vorgenommen werden. Weitere Informationen zu diesem Schritt kann dir ebenfalls deine Installationsfirma erteilen.
Wie wird die Stromeinspeisung für die Einspeisevergütung gemessen?
Anlagen, die Strom für Eigenverbrauch und Netzeinspeisung erzeugen, benötigen einen der folgenden zwei Zählertypen:
| Zähler | Funktionsweise |
|---|---|
| Nettozähler | Gesamte erzeugte Energiemenge geht ins Netz, Eigenverbrauch abgezogen; separater Verbrauchszähler für Haushaltsgeräte |
| Überschusszähler |
Nur überschüssige Energie ins Netz, bidirektionaler Zähler misst sowohl Bezug als auch Einspeisung |
Einspeisevergütung bei neuer Anlage erhalten: So gehst du vor
Du befindest dich noch in der Planung für eine neue Photovoltaikanlage? Dann solltest du folgendermassen vorgehen, um die Einspeisevergütung zu erhalten:
-
Recherche im Vorfeld: Um die Einspeisevergütung zu erhalten, sollte dein erster Ansprechpartner dein örtlicher Energieversorger sein. Hole dir Informationen bei ihm ein, um herauszufinden, wie du deinen selbst erzeugten Strom vermarkten kannst. Frage nach detaillierten Informationen zu den Einspeisetarifen und Vertragsbedingungen, bevor du den Einspeisevertrag abschliesst. Vergesse nicht, mögliche Fördermöglichkeiten für die Photovoltaikanlage zu prüfen, bevor du mit der Planung beginnst.
Du weisst nicht, welches dein aktueller Energieversorger ist? Einen Überblick über die verschiedenen Energieversorger in der Schweiz bietet die folgende interaktive Karte von Swisseldex. - Genehmigungen einholen: Je nach Standort, Art und Leistung deiner geplanten Anlage musst du möglicherweise ein Baugesuch einreichen und eine Genehmigung für den Anschluss einholen. Erkundige dich bei der Bauverwaltung deines Wohnorts.
- Meldung der Installation: Die von dir beauftragte Installationsfirma muss dem ausgewählten Energieversorger eine Meldung über die Installation der Anlage zukommen lassen. Bei diesem Schritt wird auch angegeben, wie die Messung des Stroms erfolgen soll – etwa über Netz- oder Überschussmessung.
- Installation und Zählermontage: Alle Genehmigungen liegen vor? Dann kann mit dem Bau der PV-Anlage begonnen werden. Sobald die Installation abgeschlossen ist, wird der Installationsfirma die Messgeräte beim Energieversorger bestellen. In der Regel werden die Zähler dann von den Mitarbeitenden des Energieversorgers installiert.
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Wie oft und wann kann ich den Abnehmer wechseln?
Das hängt von der individuellen Vereinbarung mit dem Abnehmer ab.
Ob per E-Mail oder via separates Kündigungsformular: Wie genau die Kündigung erfolgen muss, erfährst du am besten direkt beim Energieversorger – ebenso, welches genau die nächsten Schritte sind. Es ist gut möglich, dass der neue Abnehmer den bisherigen Energieversorger kontaktieren muss, um den Wechsel zu finalisieren.
Wie und wann wird die Einspeisevergütung jeweils ausgezahlt?
Auch diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden und hängt von der jeweiligen Vereinbarung mit dem Abnehmer ab.
Checkliste für die Solaranlage
Photovoltaik oder Solarthermie? Wo installieren? Beim Bau einer Solaranlage treten viele Fragen auf. Diese Checkliste begleitet dich von der Idee bis zur Umsetzung.
Fazit: Die Einspeisung von Solarstrom kann sich auszahlen
Die Einspeisung von Solarstrom kann sich finanziell durchaus lohnen: Aktuelle Fördermöglichkeiten und eine effiziente Nutzung von Photovoltaikanlagen machen die Solarstromproduktion wirtschaftlich attraktiv. Bei der Installation einer normal dimensionierten Photovoltaikanlage solltest du eine Förderung in Anspruch nehmen, um die Anschaffungskosten zu senken.
Danach sollte der Eigenverbrauch optimiert werden – beispielsweise durch den Einsatz einer Wärmepumpe oder mit dem Laden eines Elektroautos. Überschüssigen Strom kannst du an deinen örtlichen Energieversorger verkaufen. Erkundige dich, ob dein Energieabnehmer neben dem Strom auch einen Herkunftsnachweis vergütet, und beantrage diesen bei Pronovo. So maximierst du einerseits den Nutzen deiner Solaranlage und beschleunigst andererseits die Amortisation.
Alternativ kannst du den Herkunftsnachweis an einer privaten Solarstrombörse handeln. Zurzeit sind die Preise aufgrund geringer Nachfrage niedrig. Laut dem Verband VESE gibt es viele unverkaufte Herkunftsnachweise an den Strombörsen. Oftmals ist der Verkauf an ein Elektrizitätswerk rentabler, wenn eine zusätzliche Vergütung für Herkunftsnachweise angeboten wird.
Experte zu diesem Thema: Lukas Zemp von diePROJEKTFABRIK
diePROJEKTFABRIK steht für Transformation in den Bereichen Klima, Energie und Nachhaltigkeit und sieht sich als Fabrikantinnen und Fabrikanten der Energiewende. Als Team interdisziplinär agierender Spezialisten, arbeiten sie an der Transformation unseres Energiesystems mit.
Ihre Leidenschaft ist es, Hauseigentümerinnen und -eigentümer bei Veränderungsvorhaben zu begleiten und den notwendigen Wandel als Chance zu sehen.