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Rasenpflege: Der komplette Ratgeber für einen gesunden Rasen

Im Überblick
Mann mäht seinen Rasen

Ein dichter, sattgrüner Rasen braucht das ganze Jahr hindurch die passende Pflege. Mähen, Bewässern, Düngen, Nachsäen und der richtige Umgang mit Hitze, Moos, Unkraut oder Schädlingen entscheiden darüber, ob die Grünfläche belastbar bleibt und sich nach Trockenheit, Winter oder starker Nutzung wieder erholt. Diese Pillarpage fasst die wichtigsten Rasenpflege-Themen zusammen und zeigt, welche Arbeiten im Frühling, Sommer und Herbst sinnvoll sind.

Grundlagen der Rasenpflege

Rasenflächen schaffen Freiräume im Garten und setzen Rabatten, Gehölze oder Steinbeläge in Szene. Damit der grüne Teppich dicht bleibt, braucht er regelmässige Pflege.

  • Stressfaktoren erkennen: Nässe, Trockenheit, starke Beanspruchung und Pflegefehler setzen dem Rasen zu. Moos und Unkräuter breiten sich besonders dann aus, wenn zu wenig gedüngt, zu tief gemäht, der Boden verdichtet oder die Rasenmischung nicht passend gewählt wurde.
  • Richtig mähen: Beim Hausrasen sollte die Schnitthöhe von 4 bis 6 cm nicht unterschritten werden. Im Frühling kann etwas tiefer, im Sommer und im Schatten höher gemäht werden. Es sollte immer nur ein Drittel der Gesamtlänge abgeschnitten werden.
  • Scharfe Messer nutzen: Nur Rasenmäher mit scharfen Messern liefern einen sauberen Schnitt. Abgeschlagene oder gerissene Blattspitzen werden gelb und sind anfälliger für Krankheiten.
  • Schnittgut beurteilen: Schnittgut darf nur auf biologisch aktivem Boden liegen bleiben. Rasenfilz entsteht, wenn Rasenschnitt von den Bodenlebewesen nicht abgebaut wird. Das ist vor allem bei Böden mit geringer mikrobieller Aktivität und kleinem Humusanteil ein Problem.
  • Vertikutieren: Ein verfilzter Rasen bekommt zu wenig Luft und Wasser. Im Frühling oder Herbst wird die Grasnarbe ein bis zwei Millimeter tief angeritzt, Rasenfilz entfernt und das Material quer zur Vertikutierrichtung weggerecht.
  • Aerifizieren und Sanden: Vor allem bei lehmigen oder verdichteten Böden muss Luft in den Boden gelangen. Beim Aerifizieren werden pro Quadratmeter zahlreiche Erdzapfen entnommen. Die Löcher werden anschliessend mit gewaschenem Sand gefüllt, damit der Boden besser atmen und Wasser aufnehmen kann.
  • Nachsäen: Kahle Stellen und schütterer Wuchs werden mit einer passenden Rasenmischung nachgesät. Die Samen werden locker gestreut, oberflächlich eingerecht, festgetreten und rund zwei Wochen feucht gehalten.
  • Düngen: Langzeitdünger wird locker ausgestreut. Lieber zweimal wenig als einmal zu viel. Als Faustregel gilt im Frühling und im August eine Handvoll beziehungsweise 40 g pro Quadratmeter. Stark begangener oder häufig gemähter Rasen braucht zusätzlich im Juni Dünger.

Rasen richtig bewässern

Ein gut bewässerter Rasen trotzt Hitze und Trockenheit besser. Entscheidend ist nicht häufiges kurzes Giessen, sondern eine durchdringende Wasserversorgung, die bis in die Wurzelzone reicht.

  • Wassermangel erkennen: Wenn die oberste Bodenschicht ausgetrocknet ist, der Rasen schlaff wirkt und einen leichten Graustich zeigt, sollte gewässert werden. Wartet man zu lange, entstehen Trockenschäden, bei denen Halme und Blätter nicht mehr zu retten sind.
  • Bester Zeitpunkt: Der frühe Morgen ist ideal. Dann sind die Temperaturen noch niedrig, das Wasser verdunstet weniger schnell und der Rasen kann im Laufe des Tages abtrocknen. Das reduziert im Vergleich zum abendlichen Giessen das Risiko von Pilzbefall.
  • Wassermenge: Als Faustregel gelten 10 bis 20 Liter Wasser pro Quadratmeter. Damit wird der Boden ungefähr 15 cm tief durchfeuchtet, was für ein gesundes Wurzelwachstum wichtig ist.
  • Bodenart beachten: Sandböden werden schneller durchfeuchtet, trocknen aber rascher aus. Dort reichen oft 10 bis 15 Liter pro Quadratmeter, dafür können an warmen Sommertagen bis zu drei Wassergaben pro Woche nötig sein. Ton- und Lehmböden brauchen eher 20 Liter pro Quadratmeter, speichern Wasser aber länger.
  • Lieber selten und ausgiebig: Bewässere den Rasen besser an wenigen Tagen gründlich als täglich nur kurz. So dringt das Wasser tief in den Boden ein und die Wurzeln wachsen tiefer. Oberflächliches Giessen verlagert die Wurzelzone nach oben und macht den Rasen anfälliger für Trockenheit.
  • Bewässerung prüfen: Mit einer Spatenprobe lässt sich kontrollieren, wie tief der Boden durchfeuchtet ist. Steche eine Grassode aus und prüfe mit einem Zollstock, wie weit die dunkle, feuchte Zone reicht. Danach wird die Sode wieder eingesetzt und vorsichtig angetreten.
  • Hilfsmittel nutzen: Ein Regenmesser zeigt, ob die empfohlene Wassermenge erreicht wurde. Bei Regnern hilft ein Durchflussmengenzähler: Bei 50 m² Rasen und 20 Litern pro Quadratmeter wären insgesamt 1’000 Liter nötig.

Rasen richtig düngen

Regelmässiges Düngen versorgt den Rasen mit den wichtigsten Nährstoffen und hilft ihm, dicht zu wachsen. Ein gut ernährter Rasen kann sich zudem besser gegen Moos und Unkraut behaupten.

  • Warum Düngen wichtig ist: Rasendünger versorgt die Grünfläche mit Stickstoff, Phosphor und Kalium. Diese Hauptnährstoffe unterstützen Wachstum, Dichte und Widerstandskraft. Besonders Stickstoff fördert einen sattgrünen, dichten Rasenteppich.
  • Düngezeitpunkte: Eine erste Düngung empfiehlt sich im März mit einem Langzeit-Rasendünger. Dieser wirkt meist rund drei Monate. Die zweite Düngung folgt im Juni, wenn die Gräser ihre Hauptwachstumsphase haben. Stark beanspruchte Flächen können im August eine dritte Gabe erhalten.
  • Herbstdüngung: Im Oktober ist ein Herbstdünger sinnvoll. Er erhöht die Frosthärte der Gräser und bereitet den Rasen auf die kalte Jahreszeit vor.
  • Witterung beachten: Dünge an einem leicht bedeckten Tag. Bei starker Sonne oder Hitze kann der Rasen durch die Düngergabe verbrennen.
  • Passenden Rasendünger wählen: Organische oder mineralische Rasendünger sind auf die Bedürfnisse der Gräser abgestimmt. Sie enthalten Stickstoff, Phosphor und Kalium im passenden Verhältnis.
  • Vor dem Düngen vertikutieren: Vertikutieren entfernt Moos und belüftet die Rasenfläche. Dadurch können Wasser und Nährstoffe besser aufgenommen werden.
  • Dosierung einhalten: Halte dich an die Dosierangaben auf der Verpackung. Zu viel Dünger führt zu Überdüngung und braunen, verbrannt wirkenden Flecken.
  • Gleichmässig ausbringen: Ein Streuwagen hilft, den Dünger gleichmässig zu verteilen. Bei Handstreuung wird das Granulat in gleichmässigen Armschwüngen ausgestreut.
  • Nach dem Düngen wässern: Damit sich der Dünger gut auflöst, sollte der Rasen etwa 20 Minuten mit dem Regner bewässert werden.
  • Natürliche Alternativen: Komposterde, Pflanzenjauchen oder Hornmehl können ebenfalls eingesetzt werden. Für Kompostgaben wird eine Mischung aus Komposterde und Hornmehl empfohlen; im Herbst kann kaliumhaltige Beinwelljauche den Rasen zusätzlich stärken.

Rasenpflege nach Jahreszeiten

Rasenpflege im Frühling

Nach dem Winter zeigt sich der Rasen oft geschwächt: braune Flecken, kahle Stellen und schütterer Wuchs sind typisch. Im Frühling beginnt deshalb die wichtigste Aufbauphase für einen dichten, grünen Rasen.

  • Richtiger Zeitpunkt: Starte mit der Frühjahrspflege gegen Ende März, sobald die Sonne den Boden erwärmt und das Gras wieder zu wachsen beginnt. Der Boden sollte gut abgetrocknet sein. Nach längerer Trockenheit ist es besser, mit intensiven Pflegeschritten noch zu warten.
  • Erster Schnitt und Reinigung: Beginne mit einem ersten Rückschnitt. Schneide die Gräser nicht zu kurz; rund 4 cm sind sinnvoll. Entferne danach Äste, Laub und andere Winterrückstände gründlich mit dem Rechen, damit Licht, Luft und Wärme wieder an die Grasnarbe gelangen.
  • Vertikutieren bei Moos und Rasenfilz: Wenn viel Moos, Flechten oder verfilzte Rasenreste vorhanden sind, kann der Rasen vertikutiert werden. Dabei wird der Boden mit einer Vertikutiermaschine oder einem Vertikutierrechen leicht angeritzt, damit Rasenfilz herausgearbeitet wird.
  • Düngen im Frühling: Nach dem Winter braucht der Rasen Nährstoffe. Im Frühling und vor den Sommermonaten eignet sich ein Langzeitdünger mit höherem Anteil an lang wirkendem Stickstoff. Verteile den Dünger gleichmässig auf der gesamten Fläche.
  • Kahle Stellen nachsäen: Durch den Winter oder nach dem Vertikutieren können Lücken entstehen. Lockere kahle Stellen mit einer Hacke leicht auf, säe Rasensamen nach, drücke die Fläche an und halte sie feucht.
  • Erste Mahd nach der Nachsaat: Neu angesäte Stellen sollten beim nächsten Mähen ausgespart werden. Erst wenn die jungen Gräser etwa 8 cm hoch sind, werden sie auf rund 4 cm zurückgeschnitten.
  • Wasser bei warmen Temperaturen: Ab etwa 25 °C braucht der Rasen ausreichend Wasser. Entscheidend ist, dass er nicht oberflächlich, sondern gleichmässig und durchdringend versorgt wird.

Rasenpflege im Sommer

Im Sommer setzen Sonne, Hitze und Trockenheit dem Rasen besonders zu. Gleichzeitig wächst er bei warmem Wetter stark und braucht eine Pflege, die ihn schützt, statt zusätzlich zu belasten.

  • Nicht zu kurz mähen: Im Sommer wird der Rasen etwa einmal pro Woche gemäht. Bei Temperaturen ab rund 26 °C verlangsamt sich das Pflanzenwachstum, ab etwa 30 °C kommt es fast zum Stillstand. Bei grosser Hitze und Trockenheit sollte der Rasen deshalb nie kurz gemäht werden.
  • Optimale Schnitthöhe: Eine Schnitthöhe von 5 bis 6 cm schützt den Boden besser vor Austrocknung. Wird der Rasen zu kurz geschnitten, verdunstet mehr Wasser, die Grasnarbe trocknet schneller aus und der Rasen kann verbrennen.
  • Nach den Ferien in Etappen mähen: Ist der Rasen während einer Abwesenheit stark gewachsen, sollte er nicht auf einmal stark gekürzt werden. Schneide nie mehr als ein Drittel der Halmlänge zurück. Ein zu radikaler Schnitt verzögert die Erholung der Gräser.
  • Düngen nur bei passender Witterung: Düngergaben erfolgen üblicherweise ab April/Mai oder im Spätsommer. Bei Hitze und starker Sonneneinstrahlung ist Düngen nicht empfehlenswert. Wenn eine Düngung nötig ist, sollte sie nur bei feuchter Witterung erfolgen.
  • Kahle und gelbe Stellen nachsäen: Entstehen durch Hitze, Trockenheit oder Haustiere Lücken, können diese nachgesät werden. Lockere die betroffenen Stellen leicht auf, säe Rasensamen aus, drücke die Fläche an und halte sie gut feucht.
  • Richtig bewässern: Bei Trockenperioden ist Bewässern wichtig. Am besten geschieht dies in den frühen Morgenstunden. Bei starker Sonneneinstrahlung verdunstet Wasser zu schnell und erreicht die Wurzeln nur unzureichend.
  • Selten, aber ausgiebig giessen: Auch im Sommer reicht es meist, den Rasen ein- bis zweimal pro Woche zu bewässern. Dafür sollte die Wassergabe ausgiebig und durchdringend sein, bis zu 45 Minuten lang. Tägliche kurze Wassergaben und Giessen am Abend sind weniger sinnvoll und können Pilzbefall fördern.
  • Bewässerungssysteme nutzen: Rasensprenger oder Schwenkregner bewässern gleichmässig und sind einfach zu installieren. Automatische Bewässerungsanlagen sind komfortabler, wassersparender und besonders praktisch bei Abwesenheit, benötigen aber eine aufwändigere Installation.

Rasenpflege im Herbst

Im Herbst wird der Rasen auf die kalte Jahreszeit vorbereitet. Nach sommerlicher Hitze und Trockenheit braucht er Pflege, damit er Frost, Staunässe und Winterbelastung besser übersteht.

  • Weiter regelmässig mähen: Auch im Herbst sollte der Rasen weiterhin gemäht werden. Die Mäheinstellung bleibt bei etwa 4 cm, also bei jener Schnitthöhe, die während des Jahres verwendet wurde.
  • Schnittgut vollständig entfernen: Das Schnittgut sollte im Herbst komplett aufgenommen werden. Bei kühleren Temperaturen verrottet es schlechter und kann die Rasenfläche zusätzlich belasten.
  • Laub und Fallobst beseitigen: Herbstlaub und Fallobst sollten regelmässig vom Rasen entfernt werden. So wird verhindert, dass sich Pilzkrankheiten entwickeln oder Moos ausbreitet. Zudem bekommt die Grünfläche wieder mehr Tageslicht.
  • Unkraut ausstechen: Tiefwurzelnde Unkräuter wie Löwenzahn werden am besten mit einem Messer oder einem Rasenunkrautstecher entfernt. Wichtig ist, die lange Pfahlwurzel möglichst vollständig zu lösen.
  • Kahle Stellen nachsäen: Lücken im Rasen sollten bis Ende September nachgesät werden. Eine dichte Grasnarbe verhindert, dass sich Rasenunkräuter weiter ausbreiten.
  • Vertikutieren bis Ende Oktober: Durch Vertikutieren werden Moos und verfilzte Rasenreste entfernt. Die Rasenfläche wird belüftet, Wasser und Nährstoffe können wieder besser aufgenommen werden.
  • Herbstdüngung mit Kalium: Ein spezieller Herbstdünger mit hohem Kaliumanteil stärkt die Gräser für den Winter. Kalium wirkt wie ein natürlicher Frostschutz, weil es den Gefrierpunkt der Zellflüssigkeit erhöht.
  • Natürlich düngen: Als naturnahe Alternative eignet sich eine kaliumbetonte Beinwelljauche. Die Herbstdüngung sollte bis Ende Oktober und bei Temperaturen von mindestens 10 °C erfolgen. Danach wird die Rasenfläche gut gewässert.

Rasenkalender

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Rasenkalender

Ein Rasen braucht regelmässige Pflege. Unser Kalender (PDF) zeigt auf, wann welche Pflegemassnahmen ausgeführt werden sollten.

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Ein Rasen braucht regelmässige Pflege. Unser Kalender (PDF) zeigt auf, wann welche Pflegemassnahmen ausgeführt werden sollten.

Rasen anlegen

Wer einen neuen Rasen anlegt, entscheidet mit der Vorbereitung über das spätere Ergebnis. Ein ebener, gut vorbereiteter Boden und die passende Rasenmischung sind die Grundlage für dichten Wuchs.

  • Zeitpunkt: Der Grundstein für einen gesunden Rasen wird vor der Aussaat gelegt. Geeignet sind der Frühling oder der frühe Herbst, wenn die Bedingungen für Keimung und Wurzelbildung günstig sind.
  • Fläche planen: Die Rasenfläche sollte so gestaltet werden, dass später Mähen und Pflegearbeiten ohne grossen Aufwand möglich sind. Wichtig ist eine möglichst ebene und exakt vorbereitete Fläche.
  • Standort berücksichtigen: Bei der Planung spielen Sonneneinstrahlung, Lichtverhältnisse, Feuchtigkeit, Höhenlage und spätere Belastung eine Rolle. Diese Faktoren beeinflussen, welche Rasenmischung geeignet ist.
  • Rasenmischung wählen: Häufig verwendet werden Mischungen für Zierrasen, für Sport und Spiel beziehungsweise Gebrauchsrasen sowie Schattenrasen. Die Mischung sollte zur Nutzung und zum Standort passen.
  • Keimung einplanen: Je nach Rasenart und Witterung dauert die Keimung unterschiedlich lange. Erste Samen können nach zwei bis drei Wochen keimen; bei Mischungen mit verschiedenen Grasarten kann die Keimzeit bis zu vier Wochen betragen.
  • Wasser in der Keimphase: Solange die Wurzelsysteme noch nicht vollständig entwickelt sind, muss die Fläche regelmässig mit Wasser versorgt werden. Bei anhaltender Trockenheit sollte zwei- bis dreimal pro Woche ausgiebig und durchdringend bis zu 30 Minuten bewässert werden.
  • Erstes Mähen: Ab einer Höhe von etwa 10 cm kann der Rasen zum ersten Mal gemäht werden. Beim ersten Schnitt sollte er nicht kürzer als etwa 6 cm geschnitten werden. Erst danach darf der Rasen erstmals betreten werden.
  • Weitere Schnitte: Etwa zwei Wochen nach dem ersten Schnitt wird der junge Rasen auf 4 bis 5 cm zurückgeschnitten. Das fördert dichten Wuchs und kräftige Wurzelbildung. Ab dem dritten Schnitt kann normal und regelmässig gemäht werden.
  • Vorbereitung und Profi-Tipps: Material und Werkzeuge sollten vorab bereitliegen. Grosse Flächen lassen sich besser mit einer Rasensämaschine säen. Fussbretter oder Rasenschuhe verhindern Spuren in der Feinplanie. Beim Wässern darf keine Staunässe entstehen.

Rasen neu ansäen

Kahle Stellen entstehen durch starke Nutzung, nasse Wintermonate oder nach dem Roden von Buschwerk. Mit einer gezielten Nachsaat lässt sich die Rasenfläche wieder schliessen.

  • Boden vorbereiten: Lockere den Boden an den kahlen Stellen 15 bis 20 cm tief auf. Dabei werden Steine und grobe Wurzeln entfernt, damit die jungen Gräser später gut wurzeln können.
  • Düngen und ebnen: Nach dem Auflockern wird der Boden gedüngt. Anschliessend wird die Fläche mit einem Rechen geebnet. Unebenheiten sollten vor der Aussaat ausgeglichen werden.
  • Rasensamen ausbringen: Kleinere Flächen können von Hand angesät werden. Bei grösseren Flächen empfiehlt sich eine Sämaschine, damit die Samen gleichmässig verteilt werden.
  • Handaussaat in zwei Richtungen: Bei der Handsaat wird die Saatgutmenge halbiert. Die erste Hälfte wird in einer Richtung ausgestreut, die zweite Hälfte im rechten Winkel darüber. So entsteht eine gleichmässigere Verteilung.
  • Fläche andrücken: Nach der Aussaat wird die Fläche mit einer Rasenwalze angedrückt, ohne sie zu verdichten. Dadurch bekommen die Samen Bodenkontakt.
  • Feucht halten: In den ersten drei bis vier Wochen müssen die Rasensamen gleichmässig feucht gehalten werden. Sie sollten von oben fein beregnet werden, damit sie nicht durch einen starken Wasserstrahl weggeschwemmt werden.
  • Material: Für die Nachsaat werden Rasensamen, Rasendünger und Fussbretter benötigt. Fussbretter helfen, beim Betreten der Fläche keine Spuren in der frisch vorbereiteten Erde zu hinterlassen.
  • Tipp für grosse Flächen: Bei grösseren Flächen ist eine Rasensämaschine sinnvoll. Auch hier sollten Fussbretter verwendet werden, damit die ausgeebnete Fläche nicht wieder uneben wird.

Rasensamen auswählen

Nicht jede Rasenmischung passt zu jedem Garten. Standort, Nutzung und Pflegeanspruch bestimmen, welche Rasensamen sinnvoll sind.

  • Grundprinzip: Ein Rasen besteht meist aus drei bis vier Grasarten. Gute Mischungen enthalten oft mehrere Sorten derselben Art. So lassen sich Rasensamenmischungen besser an unterschiedliche Standorte und Ansprüche anpassen.
  • Hausrasen: Hausrasen soll vor allem optisch ansprechend sein und wird weniger stark belastet als Sportrasen. Der Pflegeanspruch ist nicht ausserordentlich hoch. Er eignet sich auch als Spielrasen für Kinder.
  • Sportrasen: Beim Sportrasen stehen Belastbarkeit und funktionelle Aspekte im Vordergrund. Regelmässiger Schnitt macht ihn dicht. Da er viel leisten muss, ist eine bedarfsgerechte Düngung wichtig.
  • Schattenrasen: Schattenrasen enthält weniger lichtbedürftige Grasarten. Da Schatten die Entwicklung des Rasens beeinflusst, ist die Belastbarkeit nicht sehr hoch. Wichtig ist, den Rasen ein bis zwei Stufen höher zu mähen.
  • Golfrasen und Zierrasen: Golfrasen wird regelmässig sehr kurz geschnitten und braucht intensive Pflege mit Wässern, Vertikutieren und Düngen. Zierrasenmischungen sind für hohe optische Ansprüche gedacht, aber wenig belastbar und pflegeintensiv.
  • Relaxrasen: Relaxrasen ist eine langsam wachsende Mischung für extensive Pflege. Eine hohe Belastung verträgt er nicht.
  • Rasen für trockene Standorte: Mischungen für trockene und heisse Standorte enthalten Arten mit tieferem Wurzelsystem. Sie sind belastbar, benötigen aber trotzdem die passende Pflege.
  • Schotterrasen: Schotterrasen eignet sich für Parkplätze mit Gittersteinen und Schotterflächen. Er ist gut benutzbar und hat einen eher geringen Pflegeanspruch.
  • Blumenwiese: Artenreiche Blumenwiesenmischungen entwickeln sich je nach Standort, Klima, Bodenbeschaffenheit und Nährstoffsituation unterschiedlich. Deshalb sollte die Mischung immer zu den Bedingungen vor Ort passen.

Boden verbessern und Rasen regenerieren

Ein lockerer, gut durchlüfteter Boden hilft dem Rasen, Wasser und Nährstoffe besser aufzunehmen.

Rasen sanden

Verdichtete oder lehmige Böden können das Wachstum der Rasengräser bremsen und Moos sowie Unkraut fördern. Das Sanden lockert den Boden, verbessert die Wasserdurchlässigkeit und unterstützt die Bodendurchlüftung. 
So verbesserst du den Boden durch Rasensanden.

Rasen vertikutieren

Beim Vertikutieren werden Rasenfilz und Moos entfernt, damit Wasser, Sauerstoff und Nährstoffe wieder besser zu den Wurzeln gelangen. Der Rasen wird dadurch dichter und strapazierfähiger. 
So vertikutierst du deinen Rasen richtig.

Rasenmähertypen im Überblick

Die Wahl des Rasenmähers beeinflusst, wie einfach, schnell und sauber die Rasenpflege gelingt. Gartengrösse, Gelände und Komfortwunsch sind entscheidend.

  • Wichtige Fragen vor dem Kauf: Überlege, wie oft gemäht werden soll, wie gross der Garten ist, wie das Gelände aussieht und wie wichtig Ergonomie, Bedienung, Pflege und Lautstärke sind.
  • Schnittbreite: Die Schnittbreite entscheidet wesentlich darüber, wie schnell der Rasen gemäht ist. Für grosse Flächen lohnt sich ein breiteres Gerät, während kleine Flächen auch mit schmaleren Mähern gut gepflegt werden können.
  • Fangkorb oder Mulchmäher: Ein Gerät mit Fangkorb sammelt das Schnittgut ein. Ein Mulchmäher zerkleinert das Gras so fein, dass es liegen bleiben kann. Welche Variante passt, hängt vom Boden, der Pflege und den eigenen Vorlieben ab.
  • Spindelrasenmäher: Spindelmäher liefern dank rotierender Messerwalzen ein sehr gutes Schnittbild. Sie sind heute leichter als früher, haben aber eine kleinere Schnittbreite und eignen sich vor allem für kleinere Flächen bis etwa 200 m².
  • Benzinrasenmäher: Benzinmäher sind kraftvoll und eignen sich für grosse Flächen bis etwa 1500 m² sowie für unebenes Terrain. Auch längeres Gras lässt sich damit gut kürzen.
  • Elektrorasenmäher: Elektrorasenmäher sind leiser und eignen sich für mittlere, offene Flächen bis rund 600 m². Nachteilig ist das Kabel, das bei vielen Bäumen, Sträuchern und Winkeln stören kann.
  • Akku-Rasenmäher: Akku-Mäher bieten ähnliche Eigenschaften wie Elektrorasenmäher, aber ohne Kabel. Wichtig ist eine ausreichende Akkuleistung. Hybrid-Modelle können bei leerem Akku zusätzlich an den Strom angeschlossen werden.
  • Rasentraktor und Rasenroboter: Bei Flächen über 1500 m² kann ein Rasentraktor oder Aufsitzmäher sinnvoll sein. Rasenroboter übernehmen die Arbeit selbstständig und fahren bei leerem Akku zur Ladestation zurück, sind aber vergleichsweise teuer.

Mähroboter anschaffen

Mähroboter sind praktische Helfer für alle, die ihren Rasen regelmässig und komfortabel schneiden lassen möchten. Vor Kauf und Installation sollten Fläche, Gelände und Sicherheit geprüft werden.

  • Ladestation planen: Die Docking Station lädt den Akku und dient meist auch als Unterstand. Sie sollte auf flachem Untergrund, in der Nähe einer Stromquelle und nicht zu nah bei einem Wassersprinkler stehen.
  • Führungskabel verlegen: Mit dem Führungskabel wird die zu mähende Fläche definiert. Der Draht wird von der Ladestation mit Strom versorgt und zeigt dem Roboter durch ein elektrisches Signal, bis wohin er mähen soll.
  • Vorbereitung: Vor der Installation wird der Rasen mit einem herkömmlichen Mäher geschnitten, damit hohes Gras das Verlegen des Kabels nicht erschwert. Spielzeug, Möbel, Äste und andere Hindernisse sollten entfernt werden.
  • Oberirdisch oder unterirdisch: Das Führungskabel kann oberirdisch mit Kunststoffhaken befestigt oder unterirdisch verlegt werden. Unterirdisch ist es besser vor Beschädigungen geschützt.
  • Begrenzungsinseln einplanen: Harte Hindernisse wie Bäume oder Mauern erkennt der Roboter meist selbst. Weiche Hindernisse wie Biotope oder Blumenbeete müssen mit Kabel-Begrenzungsinseln geschützt werden.
  • Inbetriebnahme: Nach dem Verlegen wird das Kabel mit der Ladestation verbunden. Danach werden Docking Station, Stromanschluss, Mähprogramme, Mähzeiten und Diebstahlschutz eingerichtet.
  • Kaufkriterium Fläche: Die zu mähende Fläche ist das wichtigste Kaufkriterium. Je grösser die Rasenfläche, desto mehr Motor- und Akkuleistung sollte das Gerät haben.
  • Akku und Gelände: Ein Lithium-Ionen-Akku ist empfehlenswert. Bei vielen schmalen Stellen, Winkeln oder Steigungen über 30 Grad eignet sich ein Mähroboter nur bedingt. Die Herstellerangaben zum maximalen Gefälle sollten beachtet werden.
  • Bedienung, Wartung und Sicherheit: Achte auf eine einfache Bedienung, verfügbare Mähprogramme, geringe Lautstärke und Sicherheitssensoren. Die Messer sollten regelmässig gereinigt und die Klingen alle paar Monate ersetzt oder nachgeschliffen werden. Kinder sollten nicht unbeaufsichtigt im Garten spielen, während der Mähroboter im Einsatz ist.

Rasenmäher warten

Ein gut gewarteter Rasenmäher arbeitet zuverlässiger, hält länger und schneidet den Rasen sauberer. Die Pflege unterscheidet sich je nach Gerätetyp.

  • Benzin-Rasenmäher: Benzinmäher sind leistungsstark und besonders bei dichtem Gras oder grossen Flächen im Vorteil. Dafür ist der Wartungsaufwand höher: Ölstand kontrollieren, Motorenöl jährlich wechseln, Zündkerzen je nach Einsatz alle zwei bis drei Jahre ersetzen und Luftfilter reinigen.
  • Gelenke und Radlager pflegen: Radlager und Gelenke sollten regelmässig mit Sprühöl gefettet werden, damit der Mäher leichtgängig bleibt.
  • Reinigung nach jedem Mähen: Nach jedem Mähgang werden Grasreste mit einem Kunststoffspachtel und einer Bürste entfernt. Der Fangkorb kann mit einem Schlauch abgespritzt werden.
  • Sicherheit bei Benzinmähern: Bei allen Arbeiten am Benzin-Rasenmäher wird die Zündkerze herausgeschraubt. So ist sichergestellt, dass der Motor nicht versehentlich startet.
  • Elektro-, Akku-Mäher und Mähroboter: Diese Geräte sind wartungsärmer als Benzinmäher. Wichtig bleibt, sie sauber zu halten und den Luftfilter regelmässig zu reinigen.
  • Rasenmäher überwintern: Nach dem letzten Schnitt im Herbst wird der Mäher gereinigt und trocken eingelagert. Metallteile werden mit einem dünnen Ölfilm geschützt, bewegliche Teile geölt und das Gerät mit einem Tuch abgedeckt.
  • Benzin und Akku im Winter: Beim Benzinmäher muss der Tank vollständig entleert werden. Akkus sollten frostfrei gelagert werden; wenn nötig wird der Akku ausgebaut und im Keller oder in der Garage aufbewahrt.
  • Messer schleifen: Stumpfe Messer schneiden das Gras nicht sauber, sondern reissen es. Die Halme werden leichter braun und trocknen aus. Scharfe Messer sind deshalb wichtig für einen gesunden Rasen.
  • Messer richtig bearbeiten: Vor dem Schleifen muss ausgeschlossen sein, dass der Motor starten kann. Danach wird der Messerbalken gelöst, eingespannt und mit Feile, Schleifstein oder Schleifmaschine gleichmässig geschliffen. Wichtig ist, dass das Messer ausgewuchtet bleibt, damit das Motorenlager nicht beschädigt wird.
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Rasen im Garten schützen

Freizeit- und Sportgeräte machen den Garten lebendig, belasten aber oft den Rasen. Trampoline, Schaukeln, Rutschen, Spieltürme, Planschbecken oder Gartenpools können die Grasnarbe beschädigen, weil sie Licht, Luft und gleichmässiges Wachstum einschränken oder den Boden stark beanspruchen.

  • Trampolin richtig platzieren: Für ein Trampolin eignet sich eine flache Wiese oder ein ebener Rasen in sicherem Abstand zu Büschen und Bäumen. Unter dem Trampolin bekommt der Rasen weniger Licht und mehr Feuchtigkeit, was ihm schaden kann.
  • Rasen unter dem Trampolin pflegen: Bei einem hoch gestellten Trampolin kann der Rasen darunter gemäht werden. Bei tiefer liegenden Geräten ist ein Mähroboter hilfreich. Schattenrasen kann trotz reduziertem Lichteinfall eine dichtere Grasnarbe bilden.
  • Standort wechseln: Wenn der Garten gross genug ist, kann der Trampolin-Standort gelegentlich gewechselt werden. Das Gerät sollte dabei angehoben und getragen werden, nicht geschoben oder gezogen.
  • Schaukeln, Rutschen und Spieltürme: An stark belasteten Stellen wie unter Schaukeln oder am Auslauf von Rutschen können Rasenschutzmatten helfen. Sie verhindern, dass Grasflächen wegrutschen oder Bodenunebenheiten matschig werden.
  • Fallschutzplatten als Alternative: Unter Schaukeln und Rutschen kann ganz auf Rasen verzichtet und stattdessen spezielle Fallschutzplatten verlegt werden. Das schützt nicht nur den Boden, sondern kann auch die Sicherheit erhöhen.
  • Planschbecken und Gartenpool: Unter Pools hat der Rasen kaum eine Chance. Weder Licht noch Luft erreichen die Gräser, sie verfärben sich und sterben ab. Das Wasser regelmässig abzulassen und den Pool zu versetzen, schont den Rasen kaum und verschwendet Wasser.
  • Pool-Standort planen: Sinnvoller ist es, den Standort des Pools bewusst festzulegen und dort Bodenplatten, Kunststoffpaneele oder einen Rasenteppich zu verlegen.
  • Realistische Erwartung: Spiel- und Freizeitgeräte hinterlassen Spuren. Da weder Düngen noch Verschieben immer perfekte Ergebnisse liefern, darf der Rasen im Familiengarten auch Nutzspuren zeigen.
  • Kinder müssen sich bewegen: Freizeitgeräte hinterlassen fast immer Spuren. Wenn Säen, Düngen, Mähen oder Verschieben keine perfekten Resultate bringen, darf der Rasen im Familiengarten auch einmal weniger makellos sein.

Schädlinge im Rasen bekämpfen

Schädlinge können Rasenwurzeln anfressen und dadurch grosse Schäden verursachen. Wichtig ist, die Anzeichen früh zu erkennen und je nach Schädling gezielt zu handeln.

  • Typische Anzeichen: Schädlinge zeigen sich unter anderem durch kleine Sandhügel, gelbe Flecken, braune oder kahle Stellen und eine lose Grasnarbe. Wenn sich der Rasen mit der Hand abziehen lässt, sind die Wurzeln häufig stark angefressen.
  • Ameisen: Ein Ameisenbefall ist an kleinen Nestern zu erkennen, die wie Sandhügel aussehen. Die Nester können mit einem Spaten ausgehoben und an eine Stelle im Garten versetzt werden, an der sie nicht stören.
  • Gartenlaubkäfer: Die Engerlinge des Gartenlaubkäfers können ganze Rasenflächen zerstören. Sie sind weiss und haben einen hellbraunen Kopf. Viele pickende Vögel auf dem Rasen sind ein deutliches Anzeichen für einen Befall.
  • Bekämpfung mit Nematoden: Gartenlaubkäfer-Engerlinge lassen sich biologisch mit HB-Nematoden bekämpfen. Diese Fadenwürmer dringen in die Engerlinge ein und töten sie innerhalb weniger Tage ab.
  • Maikäfer: Die gelblich-cremeweissen Engerlinge des Maikäfers verursachen durch Wurzelfrass grosse Schäden. Gelbe Flecken trocknen mit der Zeit ein und der Rasen lässt sich fast vollständig abziehen. Einzelne Engerlinge sollten gesucht und eingesammelt werden.
  • Junikäfer: Die Engerlinge des Junikäfers verursachen lose Grasnarben sowie braune und kahle Stellen. Auch hier können HB-Nematoden eingesetzt werden.
  • Grasflöhe: Die blass orangefarbenen Larven leben in der oberen Erdschicht und am Stängelgrund der Gräser. Sie sind für Menschen und Tiere unangenehm, weil sie sich beim Vorbeigehen abstreifen und an den Beinen hochwandern.
  • Vorbeugung gegen Grasflöhe: Mähe den Rasen mindestens einmal pro Woche. Zudem hilft regelmässiges Vertikutieren, weil sich die Tiere in einem moosfreien Rasen weniger wohlfühlen.

Pilze im Rasen bekämpfen

Im Rasen können sowohl harmlose Hutpilze als auch Pilzkrankheiten auftreten. Oft entstehen sie bei Feuchtigkeit, Rasenfilz, Nährstoffmangel oder ungünstiger Pflege.

  • Hutpilze: Hutpilze erscheinen häufig nach längerem Regen und bei hoher Luftfeuchtigkeit. Sie leben als Myzel ganzjährig im Boden und bilden nur zeitweise sichtbare Fruchtkörper. In der Regel schaden sie dem Rasen nicht und verschwinden wieder.
  • Massnahmen gegen Hutpilze: Wer optisch etwas dagegen tun möchte, sammelt die Fruchtkörper regelmässig ab oder sticht sie aus. Die Pilze sollten im Hausmüll entsorgt werden, damit sich die Sporen im Garten nicht weiter ausbreiten. Vorbeugend helfen Vertikutieren oder Aerifizieren.
  • Hexenringe: Hexenringe bilden dunkelgrüne Ringe, die mehrere Meter Durchmesser erreichen können. Das wasserabstossende Myzel kann dazu führen, dass der Rasen vertrocknet. Oft treten auf den Ringen zusätzlich Hutpilze auf.
  • Massnahmen bei Hexenringen: Der Ring sollte kräftig aerifiziert und mit viel Wasser sowie einem Netzmittel getränkt werden. Diese Behandlung wird mehrmals im Abstand von ein bis zwei Wochen wiederholt. Kahle Stellen werden anschliessend nachgesät.
  • Dollarspot: Dollarspot tritt bei warmen Temperaturen auf. Typisch sind kleine, helle, scharf abgegrenzte Flecken und morgens bei Tau ein weisses, spinnwebartiges Myzel. Filz, Nährstoffmangel und trockene Böden fördern den Befall.
  • Rotspitz: Rotspitz tritt oft im Sommer und Herbst auf. Es entstehen gelbliche Flecken, bei hoher Luftfeuchtigkeit zeigt sich rosafarbenes Myzel. Meist reicht sofortiges Düngen, zusätzlich können befallene Gräser mit dem Laubrechen entfernt werden.
  • Rost und Blattflecken: Rost zeigt sich bei warmem Wetter durch helle Flecken und gelb-braune bis fast schwarze Pusteln. Blattflecken führen zu gelblichen bis braunen, gesprenkelten Rasenflächen. Gute Pflege, bedarfsgerechte Düngung und passende Bewässerung senken die Anfälligkeit.
  • Wurzelfäule: Wurzelfäule ist typisch bei Neusaat im Hochsommer, kann aber auch bestehenden Rasen befallen. Wurzelhals und Wurzeln verfärben sich braun, die Gräser lassen sich leicht herausziehen. Die wichtigste Gegenmassnahme ist, anhaltende Feuchtigkeit zu vermeiden.

Verbrannten Rasen behandeln

Nach einem heissen, trockenen Sommer kann der Rasen gelb, braun und kahl wirken. Oft ist er aber nicht endgültig abgestorben, sondern befindet sich in einer natürlichen Ruhephase.

  • Warum Rasen braun wird: Die Verfärbung ist meist kein echtes Verbrennen, sondern ein Schutzmechanismus der Gräser. Bei Hitze-Dormanz ziehen sie Reservestoffe aus den Halmen zurück in die Wurzeln und warten auf bessere Bedingungen mit weniger Hitze und mehr Wasser.
  • Empfindliche Gräser: Grundsätzlich sind Rasengräser an sommerliche Trockenheit angepasst. Empfindliche Arten wie das Deutsche Weidelgras überstehen längere Trockenphasen jedoch schlechter.
  • Wurzeltest machen: Ob der Rasen noch zu retten ist, zeigt ein Wurzeltest. Steche mit dem Spaten ein 10 bis 15 cm tiefes Stück aus. Sind nur die Halme braun, ist eine Regeneration möglich. Sind auch die Wurzeln vertrocknet und braun, muss der Rasen neu angelegt werden.
  • Rasen wässern: Wassermangel ist die Hauptursache für verbrannte Stellen. Ein Rasensprenger verteilt das Wasser gleichmässig auf der Fläche und hilft, die Gräser wieder zu versorgen.
  • Kaliumhaltig düngen: Ein Herbstdünger versorgt die regenerierten Gräser mit Kalium. Kalium stärkt die Zellwände, verbessert die Widerstandsfähigkeit und erhöht die Effizienz der Wasseraufnahme. Nach dem Düngen sollte der Rasen gewässert werden.
  • Vertikutieren nach der Düngung: Etwa zwei Wochen nach der Düngung wird der Rasen vertikutiert. Abgestorbene Grashalme können sich sonst auf der Grasnarbe ablagern und die Bildung von Rasenfilz beschleunigen.
  • Kahle Stellen nachsäen: Nach dem Vertikutieren entstehen oft Lücken. Diese werden flächendeckend mit frischen Rasensamen nachgesät und anschliessend gleichmässig feucht gehalten.
  • Neu aussäen, wenn nötig: Wenn die Pflegemassnahmen nicht wirken, muss der Rasen neu ausgesät werden. Die meisten Gräser keimen ab etwa 8 °C Bodentemperatur, ideal sind 14 bis 25 °C und ausreichend Feuchtigkeit. Frühling und Frühherbst sind die besten Zeitpunkte.

Unkraut im Rasen bekämpfen

Löwenzahn, Ehrenpreis und Weissklee breiten sich besonders dort aus, wo der Rasen geschwächt ist. Gute Pflege ist deshalb die wichtigste Vorbeugung gegen Unkraut.

  • Ursachen: Nährstoffmangel ist eine der häufigsten Ursachen für Unkraut. Rasengräser haben im Vergleich zu Unkräutern einen hohen Nährstoffbedarf. Wenn sie schwach wachsen, entstehen Lücken, in denen sich Unkraut ausbreitet.
  • Trockenheit als Verstärker: Hitze und Trockenheit beschleunigen das Problem. Die Rasengräser wachsen schlechter, die Grasnarbe wird lückig und Unkräuter, die mit wenig Nährstoffen und trockenem Boden zurechtkommen, gewinnen den Konkurrenzkampf.
  • Klee verstehen: Weissklee nutzt solche Bedingungen besonders gut. Er kann mithilfe von Knöllchenbakterien eigenen Stickstoff bilden und ist damit weniger auf gedüngten Boden angewiesen als Rasengräser.
  • Vorbeugen mit guter Saat: Eine hochwertige Rasensamenmischung ist wichtig. Billigmischungen enthalten oft Futtergräser, die schnell wachsen, aber keine dichte Grasnarbe bilden.
  • Rasen stärken: Regelmässiges Bewässern und Düngen sorgt dafür, dass die Gräser konkurrenzfähig bleiben. Ein gesunder, dichter Rasen lässt Unkräutern weniger Platz.
  • Richtige Schnitthöhe: Eine Schnitthöhe von etwa 4 cm ist empfehlenswert. Die Gräser werfen dann noch genug Schatten, um die Keimung von Unkräutern zu erschweren.
  • Unkraut mechanisch entfernen: Pfahlwurzel-Unkräuter wie Löwenzahn oder Schafgarbe werden mit einem speziellen Unkrautstecher ausgestochen. Teppichbildende Unkräuter wie Ehrenpreis oder Weissklee lassen sich durch Vertikutieren zurückdrängen.
  • Herbizide gezielt einsetzen: Rasenunkrautvernichter wirken über die Blätter zweikeimblättriger Pflanzen. Vor der Ausbringung sollte der Rasen nicht gemäht werden. Ein warmer, feuchter Boden, milde Temperaturen und bedeckter Himmel verbessern die Wirkung. Nach der Behandlung sollte es mindestens acht Stunden nicht regnen.
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