Rasenpflege nach Jahreszeiten
Rasenpflege im Frühling
Nach dem Winter zeigt sich der Rasen oft geschwächt: braune Flecken, kahle Stellen und schütterer Wuchs sind typisch. Im Frühling beginnt deshalb die wichtigste Aufbauphase für einen dichten, grünen Rasen.
- Richtiger Zeitpunkt: Starte mit der Frühjahrspflege gegen Ende März, sobald die Sonne den Boden erwärmt und das Gras wieder zu wachsen beginnt. Der Boden sollte gut abgetrocknet sein. Nach längerer Trockenheit ist es besser, mit intensiven Pflegeschritten noch zu warten.
- Erster Schnitt und Reinigung: Beginne mit einem ersten Rückschnitt. Schneide die Gräser nicht zu kurz; rund 4 cm sind sinnvoll. Entferne danach Äste, Laub und andere Winterrückstände gründlich mit dem Rechen, damit Licht, Luft und Wärme wieder an die Grasnarbe gelangen.
- Vertikutieren bei Moos und Rasenfilz: Wenn viel Moos, Flechten oder verfilzte Rasenreste vorhanden sind, kann der Rasen vertikutiert werden. Dabei wird der Boden mit einer Vertikutiermaschine oder einem Vertikutierrechen leicht angeritzt, damit Rasenfilz herausgearbeitet wird.
- Düngen im Frühling: Nach dem Winter braucht der Rasen Nährstoffe. Im Frühling und vor den Sommermonaten eignet sich ein Langzeitdünger mit höherem Anteil an lang wirkendem Stickstoff. Verteile den Dünger gleichmässig auf der gesamten Fläche.
- Kahle Stellen nachsäen: Durch den Winter oder nach dem Vertikutieren können Lücken entstehen. Lockere kahle Stellen mit einer Hacke leicht auf, säe Rasensamen nach, drücke die Fläche an und halte sie feucht.
- Erste Mahd nach der Nachsaat: Neu angesäte Stellen sollten beim nächsten Mähen ausgespart werden. Erst wenn die jungen Gräser etwa 8 cm hoch sind, werden sie auf rund 4 cm zurückgeschnitten.
- Wasser bei warmen Temperaturen: Ab etwa 25 °C braucht der Rasen ausreichend Wasser. Entscheidend ist, dass er nicht oberflächlich, sondern gleichmässig und durchdringend versorgt wird.
Rasenpflege im Sommer
Im Sommer setzen Sonne, Hitze und Trockenheit dem Rasen besonders zu. Gleichzeitig wächst er bei warmem Wetter stark und braucht eine Pflege, die ihn schützt, statt zusätzlich zu belasten.
- Nicht zu kurz mähen: Im Sommer wird der Rasen etwa einmal pro Woche gemäht. Bei Temperaturen ab rund 26 °C verlangsamt sich das Pflanzenwachstum, ab etwa 30 °C kommt es fast zum Stillstand. Bei grosser Hitze und Trockenheit sollte der Rasen deshalb nie kurz gemäht werden.
- Optimale Schnitthöhe: Eine Schnitthöhe von 5 bis 6 cm schützt den Boden besser vor Austrocknung. Wird der Rasen zu kurz geschnitten, verdunstet mehr Wasser, die Grasnarbe trocknet schneller aus und der Rasen kann verbrennen.
- Nach den Ferien in Etappen mähen: Ist der Rasen während einer Abwesenheit stark gewachsen, sollte er nicht auf einmal stark gekürzt werden. Schneide nie mehr als ein Drittel der Halmlänge zurück. Ein zu radikaler Schnitt verzögert die Erholung der Gräser.
- Düngen nur bei passender Witterung: Düngergaben erfolgen üblicherweise ab April/Mai oder im Spätsommer. Bei Hitze und starker Sonneneinstrahlung ist Düngen nicht empfehlenswert. Wenn eine Düngung nötig ist, sollte sie nur bei feuchter Witterung erfolgen.
- Kahle und gelbe Stellen nachsäen: Entstehen durch Hitze, Trockenheit oder Haustiere Lücken, können diese nachgesät werden. Lockere die betroffenen Stellen leicht auf, säe Rasensamen aus, drücke die Fläche an und halte sie gut feucht.
- Richtig bewässern: Bei Trockenperioden ist Bewässern wichtig. Am besten geschieht dies in den frühen Morgenstunden. Bei starker Sonneneinstrahlung verdunstet Wasser zu schnell und erreicht die Wurzeln nur unzureichend.
- Selten, aber ausgiebig giessen: Auch im Sommer reicht es meist, den Rasen ein- bis zweimal pro Woche zu bewässern. Dafür sollte die Wassergabe ausgiebig und durchdringend sein, bis zu 45 Minuten lang. Tägliche kurze Wassergaben und Giessen am Abend sind weniger sinnvoll und können Pilzbefall fördern.
- Bewässerungssysteme nutzen: Rasensprenger oder Schwenkregner bewässern gleichmässig und sind einfach zu installieren. Automatische Bewässerungsanlagen sind komfortabler, wassersparender und besonders praktisch bei Abwesenheit, benötigen aber eine aufwändigere Installation.
Rasenpflege im Herbst
Im Herbst wird der Rasen auf die kalte Jahreszeit vorbereitet. Nach sommerlicher Hitze und Trockenheit braucht er Pflege, damit er Frost, Staunässe und Winterbelastung besser übersteht.
- Weiter regelmässig mähen: Auch im Herbst sollte der Rasen weiterhin gemäht werden. Die Mäheinstellung bleibt bei etwa 4 cm, also bei jener Schnitthöhe, die während des Jahres verwendet wurde.
- Schnittgut vollständig entfernen: Das Schnittgut sollte im Herbst komplett aufgenommen werden. Bei kühleren Temperaturen verrottet es schlechter und kann die Rasenfläche zusätzlich belasten.
- Laub und Fallobst beseitigen: Herbstlaub und Fallobst sollten regelmässig vom Rasen entfernt werden. So wird verhindert, dass sich Pilzkrankheiten entwickeln oder Moos ausbreitet. Zudem bekommt die Grünfläche wieder mehr Tageslicht.
- Unkraut ausstechen: Tiefwurzelnde Unkräuter wie Löwenzahn werden am besten mit einem Messer oder einem Rasenunkrautstecher entfernt. Wichtig ist, die lange Pfahlwurzel möglichst vollständig zu lösen.
- Kahle Stellen nachsäen: Lücken im Rasen sollten bis Ende September nachgesät werden. Eine dichte Grasnarbe verhindert, dass sich Rasenunkräuter weiter ausbreiten.
- Vertikutieren bis Ende Oktober: Durch Vertikutieren werden Moos und verfilzte Rasenreste entfernt. Die Rasenfläche wird belüftet, Wasser und Nährstoffe können wieder besser aufgenommen werden.
- Herbstdüngung mit Kalium: Ein spezieller Herbstdünger mit hohem Kaliumanteil stärkt die Gräser für den Winter. Kalium wirkt wie ein natürlicher Frostschutz, weil es den Gefrierpunkt der Zellflüssigkeit erhöht.
- Natürlich düngen: Als naturnahe Alternative eignet sich eine kaliumbetonte Beinwelljauche. Die Herbstdüngung sollte bis Ende Oktober und bei Temperaturen von mindestens 10 °C erfolgen. Danach wird die Rasenfläche gut gewässert.