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Ostereier färben: Ideen und Tipps mit natürlichen Farben

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Ostereier färben mit natürlichen Farben

Eier färben gehört zum Osterfest wie das «Eiertütschen» oder das Suchen nach Nestern. Besonders im Trend ist das Färben mit natürlicher Farbe – etwa mit Beeren, Gemüse oder Gewürzen. In diesem Beitrag finden du Tipps dazu und erfährst Kurioses über die Ostereier-Bräuche in anderen Ländern.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eier färben hat seinen Ursprung im Mittelalter, als gekochte Eier während der Fastenzeit haltbar gemacht und zur Unterscheidung von rohen Eiern eingefärbt wurden, heute steht vor allem die Freude an der Tradition im Vordergrund.
  • Mit natürlichen Farben wie Zwiebelschalen, Rotkohl, Kurkuma oder Beeren entstehen sanfte bis kräftige Töne, wichtig sind ein gut vorbereiteter Farbsud, etwas Essig und genügend Ziehzeit für ein schönes Ergebnis.
  • Beim kreativen Verzieren sorgen Kräuter, Blüten, Gummibänder oder Zitronensaft für individuelle Muster, etwas Speiseöl verleiht den getrockneten Eiern zum Schluss Glanz.
  • Das Rezept für süsse Osternester aus Hefeteig mit Aprikosen ist eine einfache Backidee für die Ostertafel, in die du ein gefärbtes Ei legen kannst.
  • Weltweit gibt es vielfältige Osterbräuche, vom Wassergiessen in Polen über rote Eier in Bulgarien bis zu Prozessionen in Italien oder Osterhexen in Skandinavien.

Ursprung des Eierfärbens

Der Brauch, Eier zu färben, reicht bis ins Mittelalter zurück. Während der Fastenzeit war es verboten, Fleisch und Eier zu essen – doch die Hühner legten weiter. Um die überschüssigen Eier haltbar zu machen, wurden sie gekocht. Damit man sie später nicht mit den rohen verwechselte, begann man, die Eier zu färben – mit dem, was man zur Hand hatte: Zwiebelschalen, Randen oder Kräuter. Das Eierfärben mit natürlicher Farbe hat also einen praktischen Ursprung. Heute wird diese Tradition aus anderen Gründen gepflegt: Ostereier färben macht Spass, und das Resultat sieht schön aus.

Eier kreativ verzieren

  • Kräuter, Blüten und Gräser: Beim Verzieren der Eier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Wer es klassisch mag, legt gesammelte Kräuter, Blüten oder Gräser auf das Ei, umwickelt es mit einem Stück Nylonstrumpf und fixiert alles mit Faden.
  • Helle Streifen: Sie entstehen, wenn Gummibänder straff um das Ei gezogen werden.
  • Aufhellen: Mit einem Wattestäbchen oder Zahnstocher und etwas Zitronensaft lassen sich nach dem Färben feine Muster, Zeichnungen oder Schriftzüge anbringen.
  • Glanz: Reiben Sie die getrockneten Eier zum Schluss mit etwas Speiseöl ein. Das verleiht ihnen einen schönen Glanz.
  • Geschälte, hartgekochte Eier mit Naturfarben einfärben: So entsteht eine farbenfrohe Überraschung auf dem Frühlingssalat.
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Färben mit natürlichen Farben

Die Natur hält eine ganze Farbpalette für uns bereit:

  • Beige- und Brauntöne: gelbe Zwiebelschalen, Schwarztee oder Kaffeepulver
  • Gelb- und Orangetöne: Kamillentee, Kurkuma (Pulver oder geriebene frische Wurzel) oder Currypulver (enthält Kurkuma)
  • Rottöne: rote Zwiebelschalen, Randen oder Brombeeren 
  • Blautöne: Rotkohl, Heidelbeeren, Johannisbeeren, Holundersaft oder getrocknete Holunderbeeren 
  • Grüntöne: Spinat oder Petersilie 

7 Tipps fürs Eierfärben

  1. Natürlich oder intensiv? Verwenden Sie braune Eier für ein möglichst natürliches Resultat oder weisse Eier für mehr Farbintensität. 
  2. Legedatum beachten: Rund eine Woche alte Eier lassen sich besser schälen.
  3. Aufwärmen lohnt sich: Nehmen Sie die Eier rechtzeitig aus dem Kühlschrank, damit sie Zimmertemperatur annehmen können. Dadurch verringert sich das Risiko, dass sie beim Kochen zerspringen.
  4. Kochen und vorbereiten: Kochen Sie die Eier etwa zehn Minuten lang hart. Reiben Sie sie anschliessend mit etwas Essig ab. So nehmen sie die Farbe besser an. Alternativ können Sie die Eier roh verzieren und direkt im Farbsud kochen. Wenn Kinder mithelfen, ist es allerdings sicherer, die Eier zuerst zu kochen, dann zu verzieren und anschliessend zu färben.
  5. Gut zerkleinern: Wenn Sie Gemüse wie Randen oder Rotkohl verwenden, schneiden Sie es klein. 
  6. Farbsud ansetzen: Köcheln Sie pro Liter Wasser 1–2 Handvoll bzw. rund 250 g färbende Zutaten (bei Beeren nur etwa 100 g, bei getrockneten Beeren ca. 50 g) etwa 30 Minuten in einem alten Kochtopf. Zwiebelschalen müssen über Nacht im Sud ziehen, ebenso Beeren und Beerensaft. Randen benötigen mehrere Stunden. Den Sud absieben und 2–3 Esslöffel Essig in den Sud geben. 
  7. Eier färben: Legen Sie die gekochten und nach Wunsch verzierten Eier für etwa 45 Minuten in den Farbsud – oder so lange, bis die gewünschte Farbintensität erreicht ist. Beachten Sie, dass einige natürliche Stoffe nur zarte Farbtöne ergeben. Insbesondere Grün bleibt dezent. 

Rezept für süsse Osternester

Für den süssen Hefeteig benötigen Sie:

  • 500 g Weizenmehl
  • 200 ml Milch
  • 1 Würfel Hefe oder Trockenhefe
  • 75 g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 1 Ei
  • 50 g weiche Butter
  • 150 g getrocknete Aprikosen

Ausserdem

  • 1 Eigelb und etwas Rahm zum Bepinseln
  • 2 EL gehackte Pistazien zum Bestreuen (nach Belieben)

Zubereitung

  1. Für den Teig Mehl in eine Schüssel geben, Zucker, Salz beigeben.
  2. Milch lauwarm werden lassen und die Hefe darin auflösen, mit dem Ei und der geschmolzenen Butter zum Mehl geben und zu einem glatten Teig verkneten.
  3. Den Teig zugedeckt für ca. eine Stunde gehen lassen.
  4. Aprikosen fein hacken und unten den Teig kneten.
  5. Teig zu einer Rolle formen und in 12 gleich grosse Teile schneiden.
  6. Jedes Teil in drei Stränge teilen und zu einem kleinen Zopf flechten, alternativ zwei Stränge formen und spiralförmig drehen. Die Teigenden zusammendrücken und einen Kreis formen.
  7. Teigringe noch einmal gehen lassen, dann mit dem Ei-Rahm bepinseln nach Belieben mit Pistazien bestreuen. Bei 180 Grad 20-25 Minuten backen. Für die Ostertafel ein gefärbtes Ei in jedes Nestchen legen.

(Rezept von Andrea Wittelmann für die Redaktion «Landlust»)

Süsse Osternester
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Osterbräuche in anderen Ländern

Ostern ist aus theologischer Sicht das wichtigste christliche Fest. In der Schweiz – wie auch in Deutschland – hat sich rund um dieses Fest eine Mischung aus religiöser Tradition und weltlichem Brauchtum etabliert. Zwar rückt der Ursprung des Festes zunehmend in den Hintergrund und für viele stehen heute vor allem ein paar freie Tage oder ein Kurzurlaub im Vordergrund. Doch klassische Osterbräuche gibt es weiterhin: Kinder suchen nach den vom Osterhasen versteckten Eiern oder mit Süssigkeiten gefüllten Nestern, am Gründonnerstag werden Eier gefärbt, am Karfreitag kommt Fisch auf den Tisch und in der Osternacht entzünden viele Kirchgemeinden symbolträchtige Osterfeuer. Und wer augenzwinkernd den «Stau am Gotthard» als wichtigsten Osterbrauch der Schweiz bezeichnet, liegt damit nicht einmal so falsch.

Polen: «Tag des Wassergiessens»

In Polen nimmt Ostern eine besondere Stellung ein. Dort werden am Ostersamstag Speisen in einen Korb gelegt. Dieser wird am Ostersonntag in die Kirche gebracht und gesegnet. Und wer sich am Ostermontag durch polnische Strassen bewegt, muss damit rechnen, nass zu werden. Denn am «Tag des Wassergiessens» bespritzt man sich gegenseitig mit Wasser. Wobei «bespritzen» in Anbetracht der mit Wasserpistolen, Wasserbeuteln und Wassereimern bewaffneten Jugendlichen vielleicht nicht der richtige Ausdruck ist.

Mythen und Traditionen in Bulgarien

Mythisch und traditionell geht es in Bulgarien zu und her. Hier ist der Gründonnerstag für das Eierfärben vorgesehen. Dabei färbt die Familienälteste das erste Ei immer rot, als Symbol für das Blut Christi. Nicht ganz einfach zu bewerkstelligen ist dabei, dass das Ei von einem schwarzen Huhn stammen und das Wasser, in dem es gefärbt wird, von einer Jungfrau am Vortag aus drei verschiedenen Wasserquellen geholt werden muss. Die gefärbten Eier werden dann am Ostersonntag zum «Eiertütschen» verwendet. Derjenige, dessen Ei nicht beschädigt wird, bleibt der Sage nach das ganze Jahr gesund.

«Schläge» mit der Birkenrute bringen Glück

Hoch im Norden, in Finnland, schlagen sich Freunde und Bekannte am Palmsonntag leicht mit einer Birkenrute. Dieses Brauchtum soll Glück bringen. Die Birkenrute soll an die Palmwedel erinnern, mit denen Jesus in Jerusalem empfangen wurde. Immer öfter trifft man in der Osterzeit aber auch auf merkwürdige Wesen: kleine Mädchen, und manchmal auch Jungs, ausgerüstet mit Kopftüchern, russgeschwärzten Gesichtern, Besen, Kaffeekanne und einem geschmückten Weidenstrauch. Als Osterhexen verkleidet ziehen sie von Tür zu Tür, sagen Reime auf und erbitten als Lohn Süssigkeiten und Geld.

Auch in Schweden sind Kinder als Osterhexen, oder auch als Osterweiber bezeichnet, unterwegs. Wie hierzulande suchen Kinder nach Ostereiern, wobei diese meistens aus Pappe sind und von den Eltern mit Süssigkeiten gefüllt werden. Übrigens bringt in Schweden nicht der Osterhase die Ostereier, sondern das Osterküken.

Zahlreiche Prozessionen in südlichen Ländern

Unsere südlichen Nachbarn in Italien kennen die Eiersuche nicht. Hier erhalten die Kinder meist auch nicht Ostereier, sondern grosse Schokoladeneier, die mit Überraschungen gefüllt sind. Ostern ist in Italien vor allem die Zeit unzähliger Prozessionen. Als Erinnerung an den Leidensweg Jesu tragen am Karfreitag vielerorts dunkel gekleidete Menschen Kreuze durch die Strassen.

Mit Süssigkeiten gefüllte Glocken in Frankreich

In Frankreich bleiben die Glocken von Gründonnerstag bis Karsamstag stumm, um den Tod Jesu zu betrauern. Den Kindern wird erklärt, dass die Glocken am Gründonnerstag nach Rom reisen, um sich vom Papst segnen zu lassen. Mit Süssigkeiten gefüllt, «fliegen» sie dann zurück. Dabei verlieren sie angeblich die Süssigkeiten und so suchen auch die französischen Kinder überall im Freien nach den Leckereien. Und am Sonntag läuten dann aus Freude über die Auferstehung Christi auch die Glocken wieder.

Irland: Endlich wieder Fleisch

Zu den wohl skurrilsten Osterbräuchen weltweit zählt das in vielen irischen Gemeinden zelebrierte Heringsbegräbnis. Dabei werden Heringe beerdigt, und zwar als Zeichen dafür, dass die strenge Fastenzeit – mit Heringen als einer häufigen Hauptmahlzeit - nun vorbei ist.

Fiesta in Mexiko

In Mexiko ist die Osterwoche gleichzeitig die Hauptferienzeit. Hier haben die Osterfestlichkeiten Volksfestcharakter und dauern von Palmsonntag bis zum Osterwochenende. Je nach Region und Gemeinde wird unterschiedlich gefeiert, vielerorts haben sich christliche und indigenen Bräuche vermischt. Am Karfreitag wird dem Kreuzgang Jesu gedacht, hierzu finden in vielen Gemeinden spektakuläre Passionsspiele statt. Am Ostersonntag wird die Auferstehung Jesu gefeiert. Erneut gehen viele Passionsaufführungen über die Bühne und anschliessend heisst es überall: «Fiesta!»

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