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Interview Zimmerpflanzen: Pflege, Standort und Giessen

Interview ca. 5 Leseminuten in Zusammenarbeit mit Adrian Möhl, Botanischer Garten der Universität Bern
Mann pflegt verschiedene Zimmerpflanzen in einer hellen Wohnung.

Zimmerpflanzen sind aus vielen Wohnungen nicht wegzudenken. Wer ihnen gerecht werden will, muss sich mit Lichtverhältnissen, Wasserbedarf und Standortfragen auseinandersetzen. Botaniker Adrian Möhl zeigt im Interview auf, welche grundlegenden Pflegefehler bei Zimmerpflanzen am häufigsten passieren und warum weniger oft mehr ist.

Experte in diesem Interview

Adrian Möhl
Botanischer Garten der Universität Bern

Adrian Möhl ist wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Botanischen Garten der Universität Bern. Der Botaniker befasst sich mit Pflanzenvielfalt, Naturschutz und botanischer Wissensvermittlung und ist an verschiedenen botanischen Fachpublikationen beteiligt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zimmerpflanzen gedeihen am besten, wenn ihre individuellen Bedürfnisse bezüglich Licht, Wasser und Standort berücksichtigt werden. Wer die Pflanzenart kennt, vermeidet viele Pflegefehler.
  • Giessen ist die häufigste Fehlerquelle. Meist wird zu viel gegossen, Staunässe sollte bei vielen Zimmerpflanzen unbedingt vermieden werden.
  • Pflanzenpflege unterscheidet sich je nach Art. Während Orchideen eine hohe Luftfeuchtigkeit benötigen, bevorzugen Elefantenfuss und Drachenbaum eher trockene Bedingungen, das Einblatt hingegen kommt auch mit schattigen Standorten gut zurecht.

Adrian Möhl, was sind die wichtigsten Grundlagen bei der Pflege von Zimmerpflanzen?

Am besten ist, wenn man weiss, mit wem man es zu tun hat – sprich, wenn man die Arten kennt und sich mit ihren Bedürfnissen auseinandersetzt. Grundsätzlich ist es sehr einfach: Licht, Wasser, Nährstoffe – die Pflanzenarten sind da aber sehr unterschiedlich in den Ansprüchen. 

Welche Faktoren sollte man bei der Wahl des richtigen Standorts für Zimmerpflanzen in der Wohnung beachten?

Direktes Sonnenlicht ist für die meisten Arten nicht besonders gut, doch auch da gibt es Ausnahmen. Das gleiche gilt für Zugluft. Viele Arten schätzen es auch nicht, wenn sie direkt über der Heizung platziert sind. Hell, aber ohne direkte Sonneneinstrahlung ist für die meisten Arten ideal. Aber auch da – es sind nicht alle gleich. 

Inwiefern können Zimmerpflanzen das Raumklima und das persönliche Wohlbefinden positiv beeinflussen?

Subjektiv würden wir sicher alle bejahen, dass Zimmerpflanzen einen positiven Effekt auf das Wohlbefinden haben. Es ist wohl auch nicht ohne Grund, dass Menschen seit Jahrhunderten Zimmerpflanzen pflegen. Wenn man sich in der wissenschaftlichen Literatur umschaut, gibt es jedoch wenige Belege dafür, dass der Gewinn durch Zimmerpflanzen sehr gross ist. Das ist erstaunlich und etwas gegen unsere Intuition. Immerhin haben Studien der NASA gezeigt, dass Zimmerpflanzen einen positiven Effekt auf das Raumklima haben. Für das Wohlbefinden gibt es vielleicht zu wenige Studien, die sich wirklich vergleichen lassen. Dennoch würde ich behaupten, dass es für die meisten Menschen einen positiven Effekt auf das Wohlbefinden gibt. 

Was sind die häufigsten Fehler, die bei der Pflege von Zimmerpflanzen passieren?

Ganz klar: falsches Giessen. Meist ist es zu viel. Aber manche Leute lassen Pflanzen auch verdursten – aus Angst vor dem zu viel. 

Wie oft sollte man Zimmerpflanzen abstauben?

Dann und wann. Das kommt sehr auf die Staubmenge in der Wohnung an und um welche Pflanze es sich handelt. Man sollte vor allem vorsichtig zur Sache gehen.  

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Eine beliebte Zimmerpflanze ist der Drachenbaum. Was macht ihn so besonders, und wie pflegt man ihn richtig?

Es gibt verschiedene Drachenbaumarten, die als Zimmerpflanzen gehalten werden. Am häufigsten im Handel ist der Gerandete Drachenbaum, auch bekannt als Dracaena marginata. Auch er mag helle Standorte ohne direkte Sonneneinstrahlung. Man sollte bei dieser Pflanze Staunässe unbedingt vermeiden. Ansonsten ist die Art ziemlich unproblematisch. 

Welche typischen Pflegefehler sollte man bei Orchideen vermeiden?

Ungeduld. Oft können die Leute einfach nicht warten, bis Orchideen wieder blühen. Das Blühen braucht aber Kraft und zwischendurch ist Erholung angebracht. Lufttrockenheit ist sehr schädlich – deshalb für genügend Luftfeuchtigkeit schauen. Ein heller Platz auf der Ostseite ist am besten. 

Wann und wie sollte man einen Kaktus schneiden – und warum überhaupt?

Kakteen sollte man gar nicht schneiden – höchstens, wenn man sie vermehren möchte, aber das wäre ein anderes Thema. 

Das Einblatt braucht nicht viel Sonne und ist deshalb eine beliebte Zimmerpflanze. Worauf sollte man bei dieser Pflanze achten?

Die Familie der Aronstabgewächse, zu der das Einblatt gehört, ist allgemein ziemlich schattentolerant. Das Einblatt ist sehr anspruchslos – man kann kaum was falsch machen. Wenn man die Erde stets etwas feucht hält, sollte die Pflege problemlos klappen. Wer sein Einblatt sehr verwöhnen möchte, giesst es mit kalkarmem Wasser.  

Eine einfache Zimmerpflanze ist der Elefantenfuss. Was ist das Besondere an dieser Pflanze und wie gelingt die Pflege?

Diese spannende Art gehört wie der Drachenbaum zu den Spargelgewächsen und kommt ursprünglich aus den Trockengebieten Mexikos. Diese Herkunft muss man im Kopf behalten, wenn es um die Pflege geht – lieber zu trocken als zu nass! Auch hier gilt es Staunässe unbedingt zu vermeiden. Dann erfreut der Elefantenfuss einen mit seinem speziellen Wuchs.

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