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Bodenbeläge im Haus: Materialien, Kosten und Vergleich

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Beratung zu Bodenbelägen in einem Fachgeschäft mit Musterflächen aus Parkett, Vinyl, Laminat und Fliesen.

Für eine Auswahl des Bodenbelags sind funktionale und ästhetische Ansprüche zu beachten. Zwar sind die Kosten vor allem abhängig vom Material. Doch der Aufwand für Pflege und Unterhalt ist ebenfalls zu berücksichtigen. Preisgünstige Varianten sind nämlich oft weniger langlebig.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bodenbeläge unterscheiden sich nicht nur im Preis, sondern auch hinsichtlich Langlebigkeit, Pflegeaufwand und Einsatzbereich. Eine sorgfältige Auswahl spart langfristig Kosten.
  • Die Materialwahl sollte sich an den Anforderungen des Raums orientieren. Parkett, Linoleum, Naturstein, Kork oder Keramik bieten je nach Nutzung unterschiedliche Vor und Nachteile.
  • Eine fachgerechte Verlegung lohnt sich besonders bei anspruchsvollen Materialien wie Parkett oder Naturstein. Eine hochwertige Ausführung reduziert den späteren Unterhalts und Reparaturaufwand.
  • Das Raumklima wird durch den Bodenbelag mitgeprägt. Atmungsaktive Naturmaterialien und emissionsarme Klebstoffe fördern ein gesundes Wohnklima.
  • Allergikerfreundliche Böden wie versiegelter Parkett, Kork oder Linoleum sowie die richtige Reinigung tragen zu einer besseren Luftqualität in Innenräumen bei.

So findest du den passenden Bodenbelag

Zur Erneuerung einer Innenausstattung oder zur Neuplanung des Eigenheims vereinfachen Checklisten die Qual der Wahl. Nur schon bei den Bodenbelägen ist das Angebot an Materialien riesig. Folgende Kriterien vereinfachen die bedarfsgerechte Auswahl:

  • Was muss der Boden leisten?
  • Wie robust und dauerhaft muss der Belag sein?
  • Welches Oberflächenmaterial gefällt ästhetisch?
  • Lässt sich der Einbau im «Do-it-Yourself» ausführen oder ist er einer Handwerkerin oder einem Handwerker zu übertragen?
  • Wie gross ist das Budget für die Anschaffung und wieviel darf der Unterhalt kosten? 

Was kosten Bodenbeläge?

Jedes Belagsmaterial erfüllt unterschiedliche funktionale und ästhetische Ansprüche, was sich im Preis wiederspiegelt. Zwei Faustregeln vereinfachen das Erstellen des Budgets: Mit dem Preis nehmen in der Regel die Qualität und die Dauerhaftigkeit des Materials zu. Und in der Anschaffung teurere Angebote sind im Unterhalt oft sparsamer. Nicht zu vergessen ist der Aufwand für den Unterlagsboden, der abhängig von der Belagsvariante einzubauen ist. Generell lässt sich die Vielfalt an Belagsvarianten für Fussböden im Wohnbereich in folgende Preiskategorien einteilen:

Günstiges Segment: bis 20 Franken pro m2

Am wenigsten kosten synthetische Teppiche, beispielsweise aus Vinyl, und PVC-Beläge. Preisgünstig sind auch Laminatplatten oder Fliesen aus Keramik. Baumärkte bieten diese Produkte unter 10 Franken bis 25 Franken pro m2 an. Der Preis kann für hochwertigere Varianten allerdings über 50 Franken pro m2 steigen.  

Mittleres Segment: bis 50 Franken pro m2

Laminatplatten von besserer Qualität und Teppiche aus natürlicher Textilfaser sind im mittleren Preissegment zu finden. Holzparkett zum Verkleben ist ab 50 Franken pro m2 erhältlich. Hierbei bestimmen nicht nur die Art und Herkunft des Belagsmaterials den Wert. Auch das Format der Dielen, ihre Homogenität oder die Veredelung der Oberfläche sind preisrelevant.

Im selben Preissegment sind Fliesen, Kork- oder Naturstein-Beläge sowie hochwertige Kunststoff-Beläge erhältlich. Bei Letzteren ist das Reinigen besonders zu beachten, um die Oberflächen nicht zu schädigen. Erwartet werden darf eine Lebensdauer für Bodenbeläge im mittleren Preis- und Qualitätssegment von 25 Jahren.

Oberes Segment: ab 60 Franken pro m2

Parkettböden aus Eiche, Nuss- oder Kirschbaum sind in der Anschaffung vergleichsweise teuer; dasselbe gilt für einen Teppich aus Naturfaser und für Natursteinbeläge. Mindestens 60 Franken pro m2 kosten fugenlose Bodenbeläge, weil sie aufwändig zu versiegeln sind. Deshalb ist ein Einbau nur für grosse Flächen zu empfehlen. Synthetische Belagsgemische sind zwar billiger, besitzen aber eine kürzere Lebensdauer als Böden auf Zementbasis.

Im hohen Anschaffungspreis ist die lange Lebensdauer derart robuster Belagsvarianten inbegriffen. Qualitativ hochwertige Materialien halten bis zu 40 Jahren und amortisieren sich im Vergleich zu preisgünstigeren Alternativen nach einem Nutzungszyklus. 

Fussboden verlegen: Was kosten Fachleute?

Je anspruchsvoller das Verlegen eines Bodenbelags, umso mehr lohnt sich der Beizug von Fachpersonen. Ein Parkettboden aus Massivholz oder Steinplatten benötigt auf jeden Fall handwerkliches Knowhow und professionelle Geräte. Dafür sind 35 bis 70 Franken pro m2 zu veranschlagen, abhängig von der gewählten Belagsvariante. Doch diese Anfangsinvestitionen können sich schnell lohnen. Eine einwandfreie Ausführung spart künftig Geld für Reparatur oder Unterhalt. 

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Bodenmaterialien im Vergleich

Belag für Fussboden Material  Vorteil Nachteil Rohstoff
Teppich Textil Wohnliche, warme Atmosphäre; guter Trittschallschutz Vergleichsweise kurze Lebensdauer   
  Kunstfaser Antistatisch, schmutzabweisend    Erdöl 
  Natürliches Gewebe reguliert Raumluftfeuchte leichtes Material, strapazierfähig  Fleckenentfernung Allergierisiko  Schafwolle, Ziegenhaar, Kokos, Sisal, Seegras 
Holz   Auf kratzfeste Harthölzer achten    Versiegelung notwendig, Behandlungsaufwand, wenig Trittschalldämmend  natürlicher Baustoff, FSC-Zertifikat empfohlen 
  Parkett  Vielfältiger Ausdruck, Pflegeleicht, lange Lebensdauer, antistatische Wirkung (bei Behandlung mit Öl oder Wachs)     
  Laminat  Kratzfest, Vielfältig bedruckbar  Abschirmen von Wärmeabgabe (bei Bodenheizung)  Kunststoff, Holzfaser 
  Kork Vielfältiges Farbangebot, allergiehemmend Versiegelung  Rinde von Korkeichen 
  Linoleum  Strapazierfähig, Antibakteriell, allergiehemmend  Für Nasszellen bedingt geeignet  Leinöl 
Naturstein Granit, Marmor, Schiefer, Travertin etc.  beliebige Formate  Kühles Empfinden, Fleckenempfindlich  Steinbruch 
Kunststein  Keramik  Dauerhaft Wärmespeichernd  Nicht unbedingt frostsicher  Ton 
Kunststoff    Strapazierfähig, allergiehemmend  Fachgerechte Entsorgung  PVC 
Mineralisch  Zementestrich, Gussbeton  Fugenlos, beständig, rutschfest pflegeleicht     
  Terrazzoböden  Fugenlos, unbeschränkte Lebensdauer  Ungeeignet bei Fussbodenheizung Steine, Zement, Kunstharz 

Textile Bodenbeläge: aus Natur- oder Kunststofffaser

Textile Teppiche sind aus synthetischen, tierischen oder pflanzlichen Fasern hergestellt. Zu ihren Vorzügen gehören: Sie dämpfen Trittgeräusche. Das natürliche Gewebe reguliert die Raumluftfeuchte besser als ein Kunststofftextil. Die Lebensdauer eines Teppichs ist im Vergleich zu anderen Fussbodenbelägen eher kurz.

Ein Nachteil der textilen Materialien ist der Aufwand zur Fleckenentfernung. Die ungenügende Pflege erhöht das gesundheitliches Risiko. Und im Weiteren mindern Teppiche die Abgabe von Heizwärme über die Fussbodenheizung.  

Holzböden: natürliche Herkunft

Beliebt sind Parkettböden aus Eiche, besonders ihrer Härte wegen. Ebenso geeignet sind Buche, Esche, Ahorn, Nussbaum oder Kirschbaum. Nadelhölzer wie Lärche, Kiefer und Fichte sind dagegen weicher und deshalb anfällig auf Kratzspuren. Beim Kauf von ausländischen Holzprodukten wird das FSC-Zertifikat empfohlen, das eine nachhaltige Produktion garantiert.

Holz ist ein natürlicher Baustoff, der auf Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit reagiert. Beim Verlegen eines Holzbodens ist ein Freiraum zum Schwinden und Quellen zu berücksichtigen. Ansonsten sind vielfältige Varianten möglich wie Würfelmosaik, Riemen, Fischgrat, Tafeln mit Fries oder Bordüren. Einem Trend entsprechen Landhausdielen aus fortlaufenden, unregelmässigen Stössen. Der sogenannte Schiffboden besteht derweil aus schmalen und kurzen Elementen.

Parkettboden: veredelt und versiegelt

Parkettböden kommen vielfältig veredelt werden. Die gängigste Methode ist Schleifen und Bürsten. Letzteres hebt die Maserung der Holzoberfläche hervor. Wird der Parkett mit einem Spezialhobeleisen geschroppt, entsteht eine Struktur mit sicht- und spürbaren Unebenheiten. Beim Flammen wird das Holz bei sehr hohen Temperaturen behandelt und gebürstet, was einen rustikalen Effekt erzeugt. Ein ähnlicher Ausdruck kann mit der Auswahl von Hölzern erzielt werden, die mit Ästen und einem hohen Splintanteil versetzt sind.

In der Regel werden Parkettböden ab Werk versiegelt, mit einem formaldehyd- und lösemittelfreien Lack (Wasserlack). Mattlackiertes Holz vermittelt den Ausdruck eines geölten Bodens, ohne den für versiegelte Oberflächen typischen Glanz. Baubiologisch ist eine Behandlung mit Öl oder Wachs zu empfehlen, aufgrund der Feuchtigkeitsaufnahme und der antistatischen Wirkung.  

Parkett-, Riemen- oder Dielenboden aus Holz sind regelmässig zu pflegen, um die Oberflächen vor mechanischen Einwirkungen zu schützen. Ein Holzparkett kann bei starker Beschädigung sogar abgeschliffen und neuerlich versiegelt werden.  

Laminat: kratzfest

Laminat ist ein Gemisch aus Kunststoff und Holzfaser. Unter- und Oberfläche sind kratzfest. Die Deckfolie ist oft mit einem Fotodruck versehen. Laminatböden schirmen die Wärmeabgabe von Bodenheizungen relativ stark ab. Einem Holzparkett vergleichbar ist die qualitativ minderwertige Trittschalldämmung, was in der Nachbarschaft durchaus störend empfunden werden kann.  

Linoleum: gesundheitsfördernd

Der Hauptrohstoff von Linoleum ist Leinöl, das aus Samen der Flachspflanze gewonnen wird. Die Grundmasse wird mit Naturharzen und Holzmehl gemischt und auf Jute aufgetragen. Die Herstellung ist im Vergleich zu anderen Bodenbelägen klimafreundlich. Linoleum wirkt sich positiv auf die Gesundheit der Bewohner aus, weil das Naturprodukt eine antibakterielle und allergiehemmende Wirkung besitzt.

Linoleum ist sehr strapazierfähig und wird für Wohn- und Schlafzimmer bevorzugt. Für Nasszellen ist das Material nur bedingt geeignet. Die Angebotspalette ist reich an Farben, maseriert oder uni. Die Montage eines Linoleumbodens lässt sich mit einem Click-System vereinfachen: Das Material wird in der Fabrikation auf hölzerne Trägerplatten aufgezogen, um diese vor Ort wie ein Parkettsystem zu verlegen.

Korkboden: vielfältige Farben

Korkboden wird aus der Rinde von Korkeichen gewonnen. Kork kann eingefärbt, aber ist zu versiegeln, insbesondere in Nasszellen. Im Handel sind unzählige Farben und Strukturen erhältlich.

Natursteinböden: langlebig, aber empfindlich

Als Natursteinboden werden Granit, Marmor, Schiefer, Travertin, Solhofer und Basalt verwendet, die jeweils aus einem Steinbruch stammen. Der Stein wird aus dem Fels gebrochen, in beliebigen Formaten zugeschnitten und fein geschliffen. Bei einer Bestellung sind jeweils Reserveplatten zu einzuplanen, weil sich jede Lieferung in Farbe und Struktur stark unterscheiden kann. Ohne Bodenheizung fühlt sich ein Natursteinboden eher kühl an. Zudem sind einige Natursteinarten fleckenempfindlich respektive weder säurebeständig noch frostsicher.  

Keramikfliesen: dauerhaftes Tonprodukt

Bodenbeläge aus Keramik überdauern die Zeit: Seit Jahrtausenden wird das gebrannte Tonprodukt zum Innenausbau von Wohnräumen verwendet. Keramikfliesen stammt hauptsächlich aus Italien, Spanien, Portugal und Deutschland. Die Angebotspalette ist in Format, Grösse und Farbe fast grenzenlos. Unter anderem kann ein Mosaik aus 2 x 2 cm bis 10 x 10 cm grossen Plättchen bestellt werden, die auf ein Netz geklebt sind. 

Kunststoffböden: strapazierfähig und belastbar

Ein Kunststoffboden besteht aus einer Mischung aus PVC, Weichmacher, Stabilisatoren sowie Farb- und Füllstoffen. Der Werkstoff ist strapazierfähig, weshalb er hauptsächlich in Nasszonen eingesetzt wird. Homogene Beläge (einschichtig) sind besonders belastbar und im gewerblich-industriellen Bereich beliebt. Heterogene Beläge (mehrschichtig) werden im Wohnbereich, in Spitälern und öffentlichen Bauten verwendet. PVC-Beläge sind auf einem festen, geglätteten, trockenen, öl-, fett- und rissfreien Unterboden zu verlegen.

Synthetische Böden sind wenig dauerhaft und vor allem zur Ausstattung von spärlich benutzten Zimmern oder Abstellräumen geeignet. Die Lebensdauer beträgt 10 bis 20 Jahre. Ein PVC-Belag ist sachgerecht zu entsorgen. Er darf nicht als Sperrgut an eine Kehrichtverbrennungsanlage abgegeben werden. Da beim Rückbau Schadstoffe freigesetzt werden, sind die Arbeiten an Fachleute zu delegieren.  

Fugenlose Böden: hygienisch und einfach zu reinigen

Fugenlose Böden werden meistens vor Ort gegossen und verbreiten sich im Wohnungsbau immer stärker. Sie sind hygienisch und einfach zu reinigen; zu weiteren Vorzügen gehören die Beständigkeit und die Rutschfestigkeit.  

Am bekanntesten sind Terrazzoböden, wofür fein gebrochene Steine mit Zement oder Kunstharz und weiteren Zuschlagstoffen gemischt werden. Terrazzoböden können regelmässig nachgeschliffen werden, so dass sie eine lange Lebensdauer besitzen. Als Oberfläche für Fussbodenheizungen sind sie jedoch ungeeignet.

Zementestriche und Gussbeton sind ebenfalls fugenlose Bodenbeläge, die ursprünglich nur für den «Unterbau» verwendet wurden. Sie können selbst veredelt und vielfältig eingefärbt werden. Einige geben Tonanteile dazu respektive mischen Holzfasern mit Zement. Verfügbar sind ebenso fugenlose Kunstharz- oder Epoxid-Varianten.  

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So beeinflussen Fussböden die Raumluft

Wegen ihrer grossen Fläche beeinflussen Fussbodenbeläge die Luftqualität und das Klima im Innenraum. Die Schweizerische Interessengemeinschaft für Baubiologie (SIB) empfiehlt deshalb diffusionsoffene, atmungsaktive Oberflächen, die die Luftfeuchtigkeit regulieren. Dazu gehören geölte Holzböden, Linoleum, Kork oder Naturstein. Unversiegelte Böden sind im Vergleich dazu absorptionsfähig. Beim Kleben von textilen Bodenbelägen und Linoleumböden sind jeweils lösungsmittelfreie Klebestoffe oder Naturharzkleber zu verwenden. Produkte mit dem europäischen Qualitätszeichen «natureplus» sind gesundheitsverträglich. Der schweizerische Verein Ecobau bewertet seinerseits Bauprodukte ökologisch. Auf der Webseite ist eine Abfrage von bewerteten EcoProdukten möglich.

Was machen bei Milben-Allergie

Ideale Bodenbeläge für Allergiker sind gemäss Allergiezentrum Schweiz versiegelter Holzparkett, Korkplatten oder Kunststoffe wie PVC. Das Baubiologieinstitut SIB hält auch Böden aus Linoleum, geöltem (unversiegeltem) Parkett oder Kork für allergieverträglich.  

Um die Qualität der Raumluft durch Teppiche nicht zu sehr zu belasten, ist auf kurzflorige Veloursbeläge zu achten und diese mindestens zwei Mal wöchentlich mit Staubsauger mit Spezialfilter zu reinigen (siehe auch Dampfreinigen). Bei den übrigen Belagsvarianten ist eine regelmässige feuchte Reinigung ebenfalls zu empfehlen. 

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