Wird es in Zukunft eine Rückkehr zu traditionellen Baumaterialien wie Lehm oder Holz geben – oder setzen sich Hightech-Materialien durch?
Holz hat sich als Nischenprodukt mit einem Marktanteil von etwa 5 Prozent etabliert, während andere Baustoffe wie Lehm voraussichtlich nur sehr geringe Marktanteile erreichen werden. Entscheidend bleibt der Bedarf an sehr grossen Mengen an Baumaterial. Der wesentliche Vorteil von Zement und Beton liegt in ihrer breiten Verfügbarkeit und der Möglichkeit, diese enormen Mengen schnell bereitzustellen.
Dank intensiver Forschung kann der Anteil an Recyclingmaterial im Beton stetig erhöht werden, ohne dabei die hohen Anforderungen an Stabilität, Langlebigkeit und weitere bauphysikalische Eigenschaften zu gefährden. Gleichzeitig ermöglicht die Weiterentwicklung der Rezepturen eine Reduktion des Klinkeranteils im Zement, was zu einer deutlichen Senkung der CO₂-Emissionen beiträgt.
Ob man angesichts dieser Fortschritte bereits von einem «Hightech-Material» sprechen möchte, bleibt Ihnen überlassen. Fest steht jedoch: Alternative Materialien stehen in diesen Grössenordnungen bislang nicht zur Verfügung. Das könnte sich jedoch bald ändern, denn in diesem Bereich wird intensiv geforscht. Ein weiteres Indiz dafür, dass die Baubranche offen für innovative Lösungen ist – und dass Forschung ein Teil der Problemlösung sein kann.