Hast du weitere konkrete Tipps für Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer, die ressourcenschonend bauen, renovieren oder zurückbauen möchten?
Ein ganz einfacher Tipp ist: Wenn möglich, sollte man nicht neu bauen, sondern den bestehenden Bestand erhalten und erweitern. So spart man sich den ganzen Rückbau und die damit verbundenen Probleme. Generell gilt: Wenn man viel unterkellern muss und grosse Betonmengen verbaut, ist das aus Ressourcensicht das Ungünstigste, was man tun kann. Wenn sich das vermeiden lässt, sollte man zumindest den Betonanteil möglichst gering halten und bei anderen Bauteilen auf alternative Materialien setzen. Ausserdem ist es immer empfehlenswert, das Haus von Anfang an so zu planen, dass die Grundrisse möglichst flexibel sind und eine langfristige Nutzung möglich ist. So baut man nicht nur für die nächsten Jahrzehnte, sondern vielleicht für mehr als hundert Jahre. Damit muss die Nachfolgerin oder der Nachfolger das Haus nicht gleich wieder abreissen, nur weil die Grundrisse nicht mehr passen.
Wenn du sagst, die Grundrisse sollen möglichst flexibel sein – wie kann man sich das in der Praxis vorstellen?
Was man vor allem bei grösseren Häusern tun kann, ist, möglichst wenige tragende Wände einzubauen oder diese so zu planen, dass viele unterschiedliche Raumaufteilungen möglich sind. So können Zwischenwände flexibel gesetzt und verändert werden. Auch die Erschliessung des Gebäudes sollte so gestaltet sein, dass sie später umgebaut werden kann. Zum Beispiel kann man das Obergeschoss getrennt vermieten oder unterschiedliche Zugänge schaffen, sodass man nicht an einen starren Grundriss gebunden ist, der nur so funktioniert, wie er ursprünglich gebaut wurde.