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Interview Haustiere: Tierschutz-Tipps für die Haustierwahl und Haltung

Interview ca. 5 Leseminuten in Zusammenarbeit mit Schweizer Tierschutz STS
Glückliches Paar mit ihrem Haustier einem Hund

Die Anschaffung eines Haustiers will gut überlegt und vorbereitet sein, bringt der neue Mitbewohner doch nicht nur Freude und Gesellschaft mit sich, sondern auch Verantwortung, Verpflichtungen und mitunter ganz neue Alltagsroutinen. Der Schweizer Tierschutz STS sagt im Interview, was angehende Haustierhalterinnen und Haustierhalter wissen müssen.

Expertin in diesem Interview

Schweizer Tierschutz STS

Das Interview entstand in Zusammenarbeit mit mehreren Expertinnen und Experten vom Schweizer Tierschutz STS für die unterschiedlichen Tierarten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Anschaffung eines Haustiers bringt nicht nur Freude, sondern auch Verantwortung, langfristige Verpflichtungen und laufende Kosten mit sich. Wer sich für ein Tier entscheidet, sollte Zeit, finanzielle Mittel und eine stabile Lebensplanung mitbringen.
  • Entscheidend ist eine artgerechte Haltung, die zur Wohnsituation und zum Lebensstil passt. Nicht jedes Tier eignet sich für jede Umgebung, künftige Halterinnen und Halter sollten sich deshalb gründlich über Bedürfnisse, Verhalten und Pflegeanforderungen informieren.
  • Auch Notfälle und das Lebensende gehören zur Verantwortung dazu. Eine Betreuung bei Abwesenheit, rasches Handeln im Krankheitsfall und ein respektvoller Umgang beim Tod des Tieres sollten frühzeitig bedacht werden.

Welche grundlegenden Voraussetzungen müssen erfüllt sein, bevor man sich für ein Haustier entscheidet

Aus Sicht des Schweizer Tierschutz STS sollten sich künftige Haustierhalterinnen und Haustierhalter vor der Entscheidung für ein Haustier folgende Überlegungen gemacht haben:

  • Verantwortung und langfristige Verpflichtung: Ein Haustier ist eine langfristige Verpflichtung, die viele Jahre dauern kann. Es ist wichtig, sich bewusst zu sein, dass die Pflege eines Tieres Zeit, Geld und Energie erfordert.
  • Geeignete Wohnsituation: Die Haltung eines Haustieres sollte in einem geeigneten Umfeld erfolgen, das den Bedürfnissen des Tieres entspricht. Nicht jedes Haustier ist für jede Wohnsituation geeignet. Zum Beispiel profitieren Katzen von einer verkehrsarmen Umgebung, während Hunde durch den Zugang zu einem Garten mehr Bewegungsfreiheit und Beschäftigungsmöglichkeiten erhalten.
  • Haltungsanforderungen der Haustierart kennen: Vor der Anschaffung eines Haustiers ist es wichtig, sich gründlich über dessen spezifische Bedürfnisse, Verhaltensweisen und Pflegeanforderungen zu informieren. Nur so kann eine artgerechte Haltung gewährleistet werden.
  • Finanzielle Verantwortung: Die Kosten für die Haltung eines Haustiers gehen über die Anschaffungskosten hinaus und umfassen laufende Ausgaben wie Futter, Tierarztbesuche, Impfungen und Versicherungen.
  • Zeit und Aufmerksamkeit: Haustiere, insbesondere Hunde und Katzen, benötigen täglich Zeit und Aufmerksamkeit. Es sollte sichergestellt sein, dass man genügend Zeit für die Beschäftigung und Pflege des Tieres aufbringen kann.
  • Langfristige Lebensplanung: Die Entscheidung für ein Haustier muss zur eigenen Lebensplanung passen. Wer bereits weiss, dass in absehbarer Zeit ein Umzug, eine berufliche Neuorientierung oder längere Reisen anstehen, sollte von der Anschaffung eines Haustiers absehen. In solchen Fällen ist es besser, zu warten, bis eine stabile Lebenssituation gegeben ist. Ausserdem sollten Tierhalter frühzeitig eine Person finden, die während einer unerwarteten Abwesenheit (z.B. Krankheit, Unfall) für das Tier sorgen kann.

Wie kann ich herausfinden, welches Haustier am besten zu meinem Lebensstil und meinen täglichen Gewohnheiten passt?

Um herauszufinden, welches Haustier am besten zum eigenen Lebensstil und deinen täglichen Gewohnheiten passt, können die Beantwortung folgender Fragen bei der Entscheidung helfen.

  • Zeitaufwand: Wie viel Zeit kann man täglich für Pflege, Beschäftigung und Training aufbringen? Hunde benötigen beispielsweise viel Interaktion mit ihren Menschen und regelmässige Spaziergänge, während verschiedene kleine Kleintiere oft weniger direkte Interaktion aber mehr Zeit und Wissen beim Unterhalt der tiergerechten Gehege bedürfen.
  • Platzverhältnisse: Wohnt man in einer kleinen Wohnung oder hat man einen Garten? Manche Tiere, wie grosse Hunde, brauchen viel Platz und Bewegung.
  • Allergien und gesundheitliche Aspekte: Bestehen Allergien oder andere gesundheitliche Einschränkungen, die bestimmte Tierarten ausschliessen könnten?
  • Reise- und Berufsleben: Ist man oft unterwegs oder arbeitet lange? Ein Haustier, das viel direkte Interaktion benötigt, kommt in diesem Fall nicht in Frage, z. B. die Haltung von reinen Wohnungskatzen ist dann nicht geeignet.
  • Kosten: Neben den Anschaffungskosten muss man auch laufende Ausgaben für Futter, Tierarztbesuche und Zubehör berücksichtigen. Bei Krankheiten oder einem Unfall können die Kosten für den Tierarzt schnell sehr hoch werden.
  • Lebenserwartung: Einige Haustiere, wie Vögel oder Schildkröten, können sehr alt werden – ist man bereit, diese langfristige Verantwortung zu übernehmen?

Es kann hilfreich sein, sich mit Tierhaltern auszutauschen, Fachliteratur zu lesen oder sich bei Tierheimen und Fachleuten beraten zu lassen.

Welche Tierarten sind verfeindet und eignen sich daher nicht, sie gemeinsam als Haustiere zu halten?

Verschiedene Nagerarten sollten nicht gemeinsam in einem Gehege gehalten werden. Auch die gemeinsame Haltung von Kaninchen und Meerschweinchen ist nicht empfehlenswert. Ausserdem sollte darauf geachtet werden, dass kleine Heimtiere – Nager, Kaninchen, Vögel – sich nicht bedroht fühlen durch grosse Heimtiere wie Hunde oder Katzen.

Welche Vorbereitungen sollten Haustierhalterinnen und -halter treffen, um im Falle einer Krankheit oder Verletzung des Tiers schnell und richtig handeln zu können?

Unabhängig von der Tierart sollte man sich bereits vor der Anschaffung abklären, wer im Notfall sein Haustier versorgt. Je nach Tierart ist es sinnvoll, dass ein Tier eine weitere Bezugsperson hat, die sich bei Krankheit, Unfall oder Ferien um das Tier kümmert. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten: professionelle Petsitter, Tierheime oder eine zuverlässige Person im eigenen Bekanntenkreis.

Im Falle einer Krankheit oder Verletzung des Tieres sollte umgehend der Tierarzt oder die Tierärztin des Vertrauens kontaktiert werden. Erste Anzeichen einer Erkrankung oder Verletzung sollten ernst genommen und frühzeitig abgeklärt werden. Zudem ist es wichtig, das Tier entsprechend seiner Tierart in einem geeigneten Transportbehälter zu transportieren, um den Stress so gering wie möglich zu halten.

Wie sollte man vorgehen, wenn ein Haustier stirbt?

Nach der Euthanasie eines Haustiers ist es oft am besten, den Kadaver beim Tierarzt zu lassen. Dieser kann ihn beispielsweise einäschern, und der Halter kann die Asche einige Tage später abholen. Wenn das tote Tier mit nach Hause genommen wird, sollte beachtet werden, das Vergraben im eigenen Garten nur bis zu einer gewissen Grösse erlaubt ist. Zudem kann das Euthanasiemittel beim Vergraben des Tieres Wildtiere vergiften kann. Daher sollte das Haustier tief genug im Boden vergraben werden, um zu verhindern, dass es von Tieren wie Füchsen oder anderen Wildtieren ausgegraben und möglicherweise gefressen wird.

Häufige Fragen

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