Shabby Chic mit Charme und Patina
Sanfte Farben, charmante Gebrauchsspuren und liebevolle Details – der Einrichtungsstil Shabby Chic erinnert an vergangene Zeiten und schafft ein wohnliches Ambiente, das gleichzeitig nostalgisch und zeitgemäss wirkt.
Shabby Chic kombiniert Altes, Neues und Patina
Der Begriff stammt aus dem Englischen und bedeutet wörtlich «schäbiger Schick». Gemeint ist damit ein bewusst auf alt getrimmter Einrichtungsstil, der Erbstücke, Funde vom Flohmarkt und andere gebrauchte Möbel mit neuen Möbeln kombiniert. Diese erhalten durch Techniken wie das Abschleifen von Farbe oder das Auftragen von Patina – einer künstlich erzeugten Alterungsschicht – einen nostalgischen Charakter.
Der Stil kommt aus englischen Landhäusern
Seine Wurzeln hat der Einrichtungsstil Shabby Chic in englischen Landhäusern des 18. und 19. Jahrhunderts. Dort wurden Möbel über Generationen weiterverwendet, wodurch sie Gebrauchsspuren entwickelten, ohne an Charme zu verlieren. In den 1980er-Jahren machte die britische Designerin Rachel Ashwell den Look populär – und formte aus der natürlichen Abnutzung einen bewussten Gestaltungstrend.
Shabby Chic wirkt wohnlich, kreativ und nachhaltig
Der Einrichtungsstil Shabby Chic bleibt aktuell – nicht nur wegen seiner Ästhetik, sondern auch wegen seiner Zugänglichkeit und Nachhaltigkeit. In einer hektischen Welt schafft dieser Stil einen Gegenpol: Er vermittelt Ruhe, Romantik und das Gefühl von Geborgenheit. Zudem ermöglicht er kreative, individuelle Einrichtungslösungen mit persönlichem Charakter. Das macht ihn besonders attraktiv für alle, die mit Herz und Hand gestalten möchten.
Helle Farben und Gebrauchsspuren prägen den Look
Wenn du dein Zuhause im Einrichtungsstil Shabby Chic gestalten möchtest, achte auf folgende Stilmittel:
- Mix aus Alt und Neu: Der Stil erlaubt es, Antiquitäten und Möbel mit bewusster Alterung mit modernen Möbeln zu kombinieren – etwa ein alter Beistelltisch neben einem neuen Sofa.
- Bewusste Gebrauchsspuren: Immer im Möbel-Mix enthalten sind neuere Stücke mit abgeblätterter Farbe, abgeschliffenen Kanten und matten Oberflächen – durch die bewusste Alterung wirken sie, als hätten sie eine Geschichte.
- Helle Farben und Pastelltöne: Weiss, Himmelblau, Mint oder Rosé dominieren das Farbspektrum und schaffen Leichtigkeit.
- Dekoration mit nostalgischer Note: Florale Muster, Vasen, Vintage-Kerzenhalter, alte Bilderrahmen oder Accessoires aus Spitze verleihen dem Raum Romantik.
- Naturmaterialien: Holz – oft lackiert oder so bearbeitet, dass die Maserung sichtbar bleibt – sowie Stoffe wie Leinen oder Baumwolle sind typisch für den Stil.
Eigenkreationen geben dem Shabby Chic Persönlichkeit
Für die Küche etwa lassen sich alte Ladentheken zu Arbeitsflächen umfunktionieren, Töpfe und Pfannen in einem Rollwagen verstauen, und ein alter Holzblock dient Gästen als Hocker.
Im Wohnbereich machen sich alte Clubsessel und neu bezogene Sofas gut. Am besten geeignet sind neutrale Töne, weil der Vintage-Stil vorwiegend mit kontrastreichen Strukturen Spannung schafft und eine allzu grosse Vielfalt an Farben leicht unruhig wirken kann. Als Beistelltisch zu empfehlen sind beispielsweise alte Metallkisten oder Tische, deren Beine man einfach etwas verkürzt. Für Stauraum sorgen Obstkisten, Metall-Archivbogen oder – im Falle der Bibliothek – ein Industrie-Rollwagen.
Im Arbeitszimmer kann ein Bürotisch zum Einsatz kommen, für den eine Tür auf zwei Handwerkerböcke montiert wurde. Voraussetzung für die Herstellung von Eigenkreationen dieser Art sind handwerkliche Fähigkeiten – mit diesen können Do-it-yourself-Liebhaberinnen und -Liebhaber beim Vintage-Stil ihre Passion voll ausleben.