Erdwärmepumpe: Woher kommt die Energie?
Mithilfe von Erdwärmesonden entzieht die Erdwärmepumpe im Erdreich gespeicherte Wärme. Erdwärmesonden werden in Bohrlöcher dazu 150 bis 300 Meter abgeteuft. Je höher die Wärmeleitfähigkeit des Erdreichs darum herum ist, umso höher ist die Entzugsleistung. Bei sehr trockenem Boden kann nur 30 W/m2 Energie entzogen werden. Feuchtere Böden stellen 50 W/m2 bis 55 W/m2 zur Verfügung.
Eine sorgfältige Planung zeichnet sich dadurch aus, dass die Lage von Erdwärmesonden auf Nachbargrundstücken im Voraus abgeklärt wird. Dadurch wird ein gegenseitiger Wärmeentzug verhindert. Zudem soll eine Wärmepumpe nicht länger als 1’800 Stunden pro Jahr laufen, damit sich das Erdreich auf natürliche Weise thermisch erholen kann.
Für das Abteufen der Erdwärmesonden werden Unternehmen mit dem «Gütesiegel für Erdwärmesonden-Bohrfirmen» von FWS empfohlen. Dieses garantiert ein umweltschonendes Erstellen und einen qualitativ hochstehenden Betrieb der Anlage.
Zusatzoption: Gebäudekühlung
Erdwärmepumpen, die an eine Erdwärmesonde gekoppelt sind, bieten an heissen Tagen eine vorteilhafte Zusatzoption. Das Erdreich lässt sich für die Kühlung eines Gebäudes nutzen: Ohne den Kompressor in Betrieb zu setzen, zirkuliert kühles Wasser zwischen Bodenheizung und Erdreich. Nur die Pumpe, die zum Antrieb dieses Kreislaufs benötigt wird, verbraucht elektrische Energie. Das kühle Wasser in der Bodenheizung entzieht dem Raum einen Teil der Wärme und führt sie in das Erdreich ab. Dadurch regeneriert sich das Erdreich thermisch.
Die Tiefe der Erdwärmesonden ist jeweils spezifisch darauf ausgelegt, ob das Erdreich nur zum Heizen oder auch zum Kühlen genutzt werden soll: Tiefe Erdschichten sind wärmer und verbessern die Heizungsfunktion. Dagegen erhöhen bodennähere Schichten die Kühlwirkung. Auch ohne Kühl- und Regenerationsoption ist der effiziente Betrieb eines Wärmepumpen-Heizsystems in der Regel für mindestens 30 Jahre sichergestellt.
Erdwärme-Sondenfeld: für Quartiere
Um Einfamilienhaus-Quartiere oder grössere Gebäudekomplexe mit erneuerbarer Wärme zu versorgen, können Felder mit vielen Erdwärmesonden installiert werden. Ein solches Feld kann aus mehreren Dutzend Sonden bestehen, die jeweils 30 bis 300 Meter abgeteuft werden. Die Funktion und das Einsatzprinzip gleichen einer einzelnen Erdwärmesonde. Erdwärmesondenfelder werden so geplant, dass eine thermische Regeneration des Erdreichs im Sommer vorausgesetzt werden kann.
Wärmebezug mit Erdregister
Ein Erdregister stellt eine Alternative zur Erdwärmesonde dar, falls diese nicht ins Erdreich abgeteuft werden darf. Es gleicht einem dreidimensionalen Netz, das bodennah – entweder unter dem Gebäudefundament oder seitlich davon – rund 1 bis 3 Meter tief eingegraben wird.
Ein Erdregister benötigt grosse Flächen; pro kW Wärmeleistung sind etwa 45 m2 erforderlich. Die Entzugsleistung beträgt maximal 20 bis 30 W/m2. Bei ungünstigen Verhältnissen mit steinigem, trockenem und stark verschattetem Boden sinkt sie sogar unter 10 W/m2. Wie beim Energiebezug durch Erdwärmesonden gilt: Die Wärmepumpe sollte nicht länger als 1’800 Stunden pro Jahr laufen, damit sich das Erdreich über den Sommer thermisch regenerieren kann.
Ähnlich wie Erdwärmesonden funktionieren Energiepfähle, die einerseits zur Abstützung von Gebäudefundamenten ins Erdreich gerammt werden. Andererseits nehmen Leitungen in diesen Pfählen die Wärme des Erdreichs auf und führen sie einer Wärmepumpe zu.
Erdwärmepumpe: Vor- und Nachteile
Vorteile
- Eignen sich zur Wärmeversorgung unterschiedlicher Haustypen (Ein- oder Mehrfamilienhäuser, Geschäftshäuser)
- CO2-freie Wärmeversorgung
- Geringe Betriebskosten (Stromverbrauch)
- Geringer Platzbedarf
- Wärmepumpe mit Lebensdauer bei 20 Jahren; Erdwärmesonde mit Lebensdauer über 50 Jahre
- Kühlfunktion im Sommer
Nachteile
- Hohe Investitionskosten (Erdwärmesonde)
- Erdwärmesonde aus Gewässerschutzgründen nicht überall erlaubt
Fördermöglichkeiten für Erdwärmepumpe
Im Zuge des Gebäudeprogramms stehen Eigentümerschaften je nach Kanton unterschiedliche Fördermittel zur Verfügung. Einige Gemeinden unterstützen ebenfalls finanziell energetische Sanierungsmassnahmen, einschliesslich dem Einbau einer Wärmepumpe. Auf dem nationalen Informationsportal «Energiefranken» erhält man durch Eingabe der Postleitzahl detaillierte Informationen über die verfügbaren Förderungen in der Gemeinde. Ebenfalls findet man Informationen zu Anlaufstellen für Beratungsdienste.
Erdwärmenutzung teilweise eingeschränkt
Das Bundesamt für Energie stellt Informationen zur Verfügung, ob du für dein Gebäude eine Erdwärmesonde bohren darfst und welche Auflagen dabei gelten. Ausserdem ist auf den GIS-Browsern der Kantone jeweils ein parzellengenauer Atlas für die Erdwärmenutzung abrufbar.
Tipp: Auf der sicheren Seite
Schäden an einer Erdwärmesonde können schnell ins Geld gehen. Wenn zum Beispiel durch Material- oder Fabrikationsfehler oder äussere Einwirkungen deine Erdwärmesonde beschädigt wird, ist dies nicht durch deine obligatorische Gebäudeversicherung gedeckt und du musst die Reparaturkosten selbst übernehmen. Mit einer entsprechenden Versicherung kannst du dich gegen dieses Risiko absichern.
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Was kostet eine Erdwärmepumpe komplett?
Die Kosten einer Erdwärmepumpe hängen von verschiedenen Faktoren ab. Die folgenden Zahlen bieten daher lediglich eine erste Orientierung:
- Eine Erdwärmepumpe kann bis zu 50'000 Franken kosten.
- Die Installationskosten betragen mindestens 20'000 Franken.
- Zu bedenken ist auch der Unterschied, den eine Bohrung verursachen kann: Die Bohrkosten für Erdwärmesonden liegen bei etwa 70 bis 100 Franken pro Meter.
Vergleicht man die Anschaffungskosten von Wärmepumpen, so schneidet die Aussenluft-Wärmepumpe am besten ab:
- Die Anschaffungskosten einer Luft-Wasser-Wärmepumpe betragen um die 20'000 Franken.
Der Preisunterschied zwischen der Aussenluft-Wärmepumpe und der Erdwärmepumpe kann somit mehrere zehntausend Franken betragen.