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Elektroplanung im Haus: Tipps zu Steckdosen, Licht und Multimedia

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Hand bedient moderne Lichtschalterleiste bei der Elektroplanung im Wohnbereich

Digitale Kommunikation ist auch im Wohnumfeld unerlässlich. Deshalb interessieren sich Privatleute für ein leistungsfähiges Datennetzwerk im Haus. Aber was braucht es, um Unterhaltungselektronik, mobile Kommunikationsgeräte und Computer gemeinsam und flexibel zu nutzen?

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine moderne Multimedia-Installation sorgt dafür, dass Internet, TV, Telefon und weitere digitale Anwendungen im ganzen Haus flexibel genutzt werden können. Dafür werden die Anschlüsse über eine sternförmige Hausverkabelung verteilt.
  • Bei Neubauten oder Sanierungen lohnt sich eine vorausschauende Datenverkabelung mit Leerrohren. Nachträgliche Installationen sind deutlich aufwendiger, während Funklösungen oft Einschränkungen bei Reichweite, Sicherheit und Leistung haben.
  • Eine durchdachte Elektroplanung berücksichtigt nicht nur den aktuellen Bedarf, sondern auch zukünftige Nutzungen. Zusätzliche Steckdosen, Netzwerkanschlüsse und Lichtschalter erhöhen die Flexibilität im Alltag.
  • Für die Umsetzung und Sicherheit von Elektroinstallationen sollten qualifizierte Fachpersonen beigezogen werden. Fehlerhafte Installationen können hohe Sachschäden verursachen und ein Sicherheitsrisiko darstellen.
  • Mit einer guten Kabelorganisation lassen sich Kabelsalat und Stolperfallen vermeiden. Hilfsmittel wie Kabelbinder, Kabelschläuche oder Kabelkanäle sorgen für mehr Ordnung im Wohnbereich.

Multimedia-Installation im Haus

Die Kabelanschlüsse für Fernsehen, Telefon und Internet werden pro Haus respektive Wohnung in gemeinsamen Kanälen zusammengeführt. Der Glasfaseranschluss und Breitbandkabel erlauben dazu eine Datenübertragung für unterschiedliche Kommunikationsanwendungen. Für den Anschluss solcher Fiber-to-the-home-Anschlüsse sind Telekomfirmen, lokale Energieversorgungsunternehmen oder Kabelnetzbetreiber zuständig.  

Aber um alle Wohnzonen damit zu erschliessen, braucht es eine verfeinerte, hausinterne Verkabelung für Multimedia- und IT-Geräte. Die Kabel werden jeweils sternförmig in diejenigen Zimmer gezogen, in denen Internet-, Telefon-, TV- respektive Radio-Anschlüsse verfügbar sein sollen.

Koaxialkabel auf Kupferbasis reichen für interne Datenverbindungen mit Übertragungsraten bis 1Gbit/s aus. Glasfaserkabel sind noch leistungsfähiger und werden deshalb auch im Wohnbereich vermehrt nachgefragt. 

Verkabelung: die Standardausstattung

Zur Ausstattung des Eigenheims mit der digitalen Grundinfrastruktur sind folgende Komponenten erforderlich:

  • Ein zentraler Verteilerkasten im Haus (Keller) bündelt die Medienanschlüsse wie Telefon, Glasfaser- und Fernsehkabel.
  • Im Bedarfsfall empfängt eine Satellitenschüssel die Signale und verteilt sie auf die vielfältigen hausinternen Multimediaangebote.
  • Ein Steigschacht verbindet den Hausanschluss mit dem Wohnungsverteiler. Ab dem Wohnungsverteiler erschliessen Netzwerkkabel – Glasfaser oder Koaxial – die Zimmer sternförmig.
  • Je nach Bedarf an Internet, Telefon, TV und Radio werden die einzelnen Wohn- und Schlafräume mit Multimediasteckdosen ausgerüstet.
  • Die Schnittstellen zwischen Hausanschluss und interner Erschliessung sind standardisiert, um eine Doppelspurigkeit in der Netzwerkinfrastruktur zu vermeiden.  

Reserveleitungen für die nächste Generation 

Eine interne Datenverkabelung wird empfohlen, auch wenn der Nutzungsbedarf erst später absehbar ist. Denn ein Neubau oder eine Gebäudesanierung bietet eine gute Gelegenheit für bauliche Vorleistungen. Unter anderem sind dafür Leerrohre für künftige Datenkabel zu installieren. Im Gegenzug würde eine nachträgliche Multimedia-Verkabelung viel aufwendiger. Zudem bieten alternative Funksysteme nur eine geringere Qualität bei der Datenübertragung. 

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Mobilfunk als Alternative

Temporäre Netzanschlüsse lassen sich in der Schweiz heute oft auch über Mobilfunk realisieren – insbesondere über 4G- oder 5G-Router. Das ist vor allem dann praktisch, wenn noch kein Glasfaser- oder Kupferanschluss verfügbar ist. Die hausinterne Verteilung erfolgt in der Regel über WLAN; Bluetooth eignet sich dafür nicht. Zu beachten sind die Netzabdeckung am Standort, die verfügbare Bandbreite sowie die Auslastung des Mobilfunknetzes. Auch WLAN kann innerhalb eines Gebäudes durch Mauern, Decken oder andere Funknetze beeinträchtigt werden. Für eine zuverlässige und sichere Verbindung sind deshalb ein professionell eingerichtetes WLAN, aktuelle Verschlüsselungsstandards und eine sorgfältige Platzierung der Router und Access Points wichtig.

In der Schweiz gelten für Mobilfunk klare Grenzwerte. Als Hauptnachteile sind heute eher Abdeckung, Stabilität, Gebäudedämpfung und Datensicherheit bei falscher Konfiguration relevant.

Elektroinstallationen im Haus: nach Plan

Grundlage für die Elektro- und Kommunikationsplanung ist ein Grundriss des Wohnhauses oder der Eigentumswohnung. Daraus können Installationspläne abgeleitet werden; immer häufiger sind diese digital. Für Neubauten werden häufig Pläne mit Standard-Installationen entworfen. Diese lassen sich den eigenen Wünschen entsprechend einfach anpassen. Denn nur die Hauseigentümerin oder der Hauseigentümer weiss, welche Anschlüsse und Kommunikationsmittel in den verschiedenen Räumlichkeiten erforderlich sind.

Steckdosen und Lichtschalter  

Eine Grundausstattung an Elektro- und Kommunikationsanschlüssen ermöglicht folgende Anwendungen im Haus, Keller respektive der Garage:

  • Elektroanschlüsse für Beleuchtung und Haushaltsgeräte
  • Elektroanschlüsse für Unterhaltungselektronik und weitere Consumer-Geräte
  • Elektroanschlüsse für Rauchmelder, Alarmanlage und Türöffnungsfeatures
  • Elektrisch betriebener Sonnenschutz
  • Digitaler Netzwerkanschluss
  • Ladestation für das Elektroauto in der Garage 

Zu empfehlen ist, den Bedarf an Steckdosen auch auf künftige Nutzungswünsche anzupassen. Nur so können ein Wohnzimmer, ein Schlafzimmer, die Küche, das Bad und eine Werkstatt variabel mit Elektro- und anderweitigen Anschlüssen ausgestattet werden. Die Elektroplanung ist deshalb langfristig und flexibel zu konzipieren. Um Änderungen ohne grossen Aufwand bewerkstelligen zu können, sind lieber von Anfang an zu viele Steckdosen, Lichtschalter oder Netzwerkanschlüsse zu installieren als zu wenige.

Auf eigenes Nutzungsverhalten abstimmen

Mehrere Elektroanschlüsse werden auf jeden Fall in der Küche benötigt. Neben Backofen, Geschirrspüler, Kühlschrank, Kochfelder, Steamer oder Dampfabzug sind freie Steckdosen für Kaffeemaschine, Mixer, Toaster, Entsafter oder Wasserkocher zur Verfügung zu stellen.   

Die Elektroplanung muss vielfältige Nutzungsbedürfnisse auch für die Beleuchtung oder den Multimedia-Konsum berücksichtigen. Dazu sind folgende Wünsche bei einer Bestellung zu klären:

  • Soll das Licht gedimmt werden?
  • Sollen Steckdosen einzeln ausgeschaltet werden?
  • Werden Lichtschalter am Bett benötigt?
  • Wie erfolgt eine Raumausleuchtung: nur mit Deckenlampen oder auch mit Wandleuchten und Stehlampen?
  • Ist die Aussen- und Innenbeleuchtung über Bewegungsmelder zu steuern?
  • Ist eine Multiroom-Anlage erwünscht, um Musik per Handy im ganzen Haus zu konsumieren? 
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Fachpersonen für die Elektroplanung

Für die Elektroplanung und die Ausführung von Elektro-Installationen sind Fachpersonen beizuziehen. Eine Fachplanerin oder eine Fachplaner können die Entscheidungsfindung unterstützen und die Kosten im Voraus grob abschätzen. Eine Elektroplanung beginnt mit dem Konzipieren der Schaltkreise und der Verdrahtung des Wohnbereichs. Das Bestimmen von Steckdosen, Lichtschalter oder Netzwerkanschlüssen folgt als zweiter Planungsschritt. 

Fachkompetenz ist für zusätzliche Elektro-Anwendungen etwa für die Sicherheitstechnik oder ein Smart-Home-System  erwünscht. Die Elektro- Fachpersonen kümmern sich im Weiteren um den Überspannungsschutz und Fehlerstrom-Schutzschalter.  

Elektrische Installationen dürfen in der Regel nur Handwerkerinnen und Handwerker mit elektrotechnischer Ausbildung und Zertifikat ausführen. Davon ausgenommen sind einzig Arbeiten an Steckdosen und Schaltern oder die Montage von Lampen und Lichtschaltern. Zu beachten ist generell: Fehlerhafte Elektroinstallationen oder Mängel bei Elektro-Anlagen können lebensgefährlich sein oder kostspielige Schäden verursachen. Die kantonalen Gebäudeversicherungen verzeichnen jedes Jahr mehrere hundert Brandfälle, die durch mangelhafte Elektro- Installationen verursacht werden. 

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Ordnung statt Kabelsalat: im Eigenbau

Auch wenn viele Elektrogeräte im Haushalt kabellos betrieben werden, werden sie zum Aufladen oft an ein Kabel angeschlossen. Gegen den drohenden Kabelsalat im Wohnbereich lässt sich allerdings Abhilfe schaffen. 

  • Kabelbinder: sind in Haushaltsabteilungen oder Baumärkten erhältlich und bändigen lose Kabel auf einfache Art. Um verschiedene Kabel zu einem Strang zu ordnen, reicht ein Kabelbinder alle 50 cm aus
  • Kabelschlauch: sind mit einem seitlichem Klettverschluss oder einer spiralförmigen Windung versehen, um Kabel zu bündeln. Mit verschiedenen Farben lassen sich Akzente im Wohnbereich setzen.
  • Kabelhalter: sind selbstklebend und aus Kunststoff. Die losen Kabel werden in die Längsrillen gedrückt.
  • Dokumentenklammer: ist am Schreibtisch festzumachen und das Kabel durch ihre Öse zu ziehen.
  • Kabelkanal: halten Kabel fest und sicher. Einzig das Verlegen ist aufwendiger. Im Handel werden Lösungen für Böden (auch als begehbare Schwellen) oder Wände angeboten. Fussleisten verfügen oft über einen inwendigen Kanal, der mehrere Kabel aufnehmen kann. 

Häufige Fragen

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