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Regenwassernutzung im Haus: Das solltest du wissen

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Regenwasser fliesst über eine Dachrinne und wird für die Nutzung im Haus gesammelt.

Für Gartenfreunde ist Regen meistens willkommen. Aber auch Eigenheimbesitzerinnen und Eigenheimbesitzer können davon profitieren, dass Wasser gratis vom Himmel fällt. Der Artikel zeigt, wo Regenwasser im Haushalt sinnvoll eingesetzt werden kann, wann eine Regenwasseranlage lohnt und welche Hygiene- und Installationsregeln in der Schweiz wichtig sind.

Das Wichtigste in Kürze

  • Regenwasser kann im Haus sinnvoll für die WC-Spülung, die Waschmaschine und die Gartenbewässerung genutzt werden. Für Trinkwasser, Kochen oder die Körperpflege ist es hingegen nicht geeignet.
  • Eine Regenwasseranlage benötigt einen Speicher, Filter, Pumpen sowie ein separates Leitungsnetz. Besonders wichtig ist die strikte Trennung vom Trinkwassersystem, damit kein Regenwasser in das Trinkwassernetz zurückfliessen kann.
  • Die Nutzung von Regenwasser kann den Trinkwasserverbrauch deutlich senken und sich besonders in Regionen mit hartem Wasser lohnen. Das weiche Wasser reduziert Kalkablagerungen und kann den Waschmittelverbrauch verringern.
  • Ob sich eine Regenwassernutzung wirtschaftlich lohnt, hängt von Faktoren wie Dachfläche, Tankgrösse, Wassergebühren und Nutzungsverhalten ab. Bei Einfamilienhäusern liegen die Investitionskosten oft bei rund 10'000 Franken, die Amortisationszeit beträgt meist 10 bis 20 Jahre.
  • Bei der Planung sind Hygienevorschriften und technische Anforderungen zu beachten. Dazu gehören frostgeschützte Tanks, geeignete Dachflächen sowie Bewilligungen für Eingriffe in das Wasserleitungssystem.

Wofür kann man Regenwasser im Haus nutzen?

Zur gesunden Ernährung gehören mindestens zwei Liter Wasser am Tag. Aktuelle SVGW-Angaben nennen für den privaten Haushalt rund 142 Liter Trinkwasser pro Person und Tag; die WC-Spülung ist mit über 40 Litern pro Person und Tag der grösste Einzelposten. In der Regel werden die Haushalte dazu aus Trinkwasserquellen versorgt. Aber nicht jeder Verwendungszweck ist auf aufbereitetes Grund- oder Seewasser angewiesen. Gemäss Bundesamt für Umwelt (BAFU) kann Regenwasser für rund 69 von 162 Litern des täglichen Pro-Kopf-Verbrauchs genügen – also für einen erheblichen Teil, aber nicht für Trinkwasser, Kochen oder die Körperpflege. Letzteres würde qualitativ genügen, um damit Autos zu waschen, den Garten zu bewässern oder in der Waschküche und in Toiletten verwendet zu werden. Typische Einsatzbereiche der Regenwassernutzung im Haus sind Gartenbewässerung, WC-Spülung und Waschmaschine; Zapfstellen müssen klar als «Kein Trinkwasser» gekennzeichnet sein. Vor Ort braucht es dazu keine allzu aufwendige Sammelinfrastruktur, so etwa ein Kunststofftank, Filter, Pumpen sowie zusätzliche hausinterne Leitungsrohre.  

Bei Einfamilienhäusern nennt das BAFU zusätzliche Anschaffungs- und Einbaukosten von rund 10’000 Franken sowie eine mittlere Amortisationsdauer von 10 bis 20 Jahren. Ob sich eine Regenwasseranlage lohnt, hängt deshalb von Wasser- und Abwassertarifen, Dachfläche, Tankgrösse, Nutzung und Unterhalt ab.  

Regenwasser nutzen: Zusatzspeicher und getrennte Trinkwasserleitungen

In Kombination mit einer Altbausanierung sind jedoch folgende Faktoren zu berücksichtigen. Die separaten Leitungsrohre zu installieren, kann aufwendig sein. Demgegenüber lassen sich stillgelegte Heizöltanks als Regenwasserspeicher weiter nutzen, sofern sie fachgerecht gereinigt, geprüft und für die Nutzung als Regenwassertank geeignet umgerüstet werden. Für Einfamilienhäuser wird ein 5’000-Liter-Volumen empfohlen. Der Verband Regenwassernutzung Schweiz (VRS) rät ausserdem, folgende Versorgungs- und Hygieneaspekte zu beachten:  

  • Ein unterirdischer Wassertank muss vor Frost geschützt werden können, weshalb die Mindesttiefe bei einem Meter unter der Oberfläche liegt.  
  • Ein Tank im Keller ist keine geeignete Alternative: Der Lichteinfall kann zu Algenwachstum führen; bei innen aufgestellten Speichern sind lichtdichte, hygienisch geeignete Systeme und eine fachgerechte Planung besonders wichtig.  
  • Trotz Speicher ist bei einer Regenwassernutzung mit längeren Trockenperioden zu rechnen. Waschmaschine und WC sind deshalb mit doppelten Leitungssträngen zu erschliessen. Die Nachspeisung mit Trinkwasser muss so ausgeführt sein, dass kein Regenwasser in das Trinkwassernetz zurückfliessen kann.  
  • Dachflächen sollen keine auswaschbaren Schadstoffe oder Schwermetalle aufweisen, die sonst mit dem Regenwasser in den Tank fliessen. Besonders bei Metallflächen, alten Beschichtungen oder bituminösen Abdichtungen lohnt sich eine fachliche Beurteilung.  
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Wasserqualität: Für die Waschmaschine besser bei hartem Trinkwasser

Regenwasser lokal zu nutzen, ist qualitativ manchmal sogar besser als Grundwasser, insbesondere in Regionen mit hartem Trinkwasser. Der hohe Kalkgehalt schadet sanitären Installationen und erhöht zudem den Waschmittelverbrauch. Weiches Regenwasser schont deshalb Waschmaschinen und hilft, den Schadstoffgehalt im Abwasser zu reduzieren. Für Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer in der Schweiz ist dies vor allem dort interessant, wo das Trinkwasser sehr hart ist und die Regenwasseranlage ohnehin für Garten oder WC geplant wird.  

Eine gewisse Skepsis bleibt, für welche Verbrauchseinheiten sich die Regenwassernutzung lohnt: Das Bundesamt für Umwelt hält vor allem grössere Gebäude für geeignet; Büro- oder Schulhäuser liessen sich finanziell und ökologisch vorteilhaft mit Regenwasser versorgen. Bei Einfamilienhäusern spreche dagegen, damit die regionale Trinkwasserversorgung zu konkurrieren. Ein guter Grund für die eigene Regenwassernutzung sei jedoch, wenn das Trinkwasser ansonsten aufwendig aus Seewasser zur Verfügung gestellt werden muss. Zusätzlich kann Regenwasser im Garten helfen, Trinkwasser in trockenen Phasen gezielter für Anwendungen zu reservieren, die wirklich Trinkwasserqualität benötigen.  

Wasseraufbereitung: Kalk im Trinkwasser reduzieren

Ein hoher Kalkgehalt im Wasser verursacht Ablagerungen im Boiler, in der Waschmaschine oder in den Leitungen und kann die Apparaturen erheblich schädigen. Fachleute weisen darauf hin, nur hartes Wasser über 30 ºfH «aufzuweichen».  

Zum Beispiel mit einem Ionentauscher: Dieser reduziert den Kalkgehalt, erhöht aber die Korrosion der Wasserleitungen. Ionenaustauschanlagen erfordern daher die Zugabe von chemischen Inhaltsstoffen und sind aus hygienischen Gründen regelmässig zu warten. Umstritten ist dagegen die Wasserenthärtung mit magnetischer Strahlung. Während Anbieter solcher Magnete auf positive Resultate verweisen, empfehlen offizielle Verbände und die Empa, die Wirkung vorgängig in einem Test vor Ort aufzeigen zu lassen.  
Grundsätzlich jedoch gilt: Der Einbau von Geräten in das Rohrleitungssystem erfordert eine Bewilligung des regionalen Wasserversorgers. Das gilt umso mehr, wenn eine Regenwassernutzung mit separatem Betriebswassernetz geplant ist. 

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Für wen lohnt sich Regenwassernutzung im Haus?

Eine Regenwassernutzung lohnt sich eher, wenn genügend Dachfläche vorhanden ist, regelmässig Regenwasser für Garten, WC-Spülung oder Waschmaschine genutzt wird und die Anlage bei Neubau oder umfassender Sanierung mitgeplant werden kann. Bei bestehenden Gebäuden steigen die Kosten, wenn Leitungen nachträglich verlegt werden müssen. Deshalb sollten Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer Offerten vergleichen und die lokalen Wasser- und Abwassergebühren prüfen.  

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