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Steuerwert einer Liegenschaft im Ausland berechnen

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Das Häuschen oder die Villa im Ausland beeinflusst die Steuerrechnung in der Schweiz.

Wenn du eine Immobilie im Ausland besitzt, musst du diese in der Schweiz deklarieren, aber nicht versteuern. Trotzdem können Immobilien im Ausland die Steuerrechnung in der Schweiz beeinflussen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Immobilie im Ausland musst du in der Schweiz deklarieren, auch wenn sie hier nicht direkt besteuert wird. Ihr Wert und mögliche Einkünfte wirken aber satzbestimmend und können deine Steuerrechnung erhöhen.
  • Der Steuerwert deiner ausländischen Liegenschaft beeinflusst den Steuersatz für dein Vermögen in der Schweiz. Mieteinnahmen oder Eigenmietwert können zudem den Steuersatz für dein Einkommen erhöhen.
  • Auch Schulden und Schuldzinsen werden bei Immobilien im Ausland auf die Steuerdomizile verteilt. Dadurch kannst du in der Schweiz unter Umständen weniger Hypothekarschulden und Hypothekarzinsen abziehen.

Ferienimmobilie im Ausland, was du in der Schweiz deklarieren musst

Wenn du ein Ferienhaus in der Provence oder eine Ferienwohnung in der Toskana besitzt, musst du die Immobilie und die Einkünfte daraus in Frankreich beziehungsweise in Italien versteuern. Du musst die Immobilie aber auch in der Schweiz deklarieren, obwohl sie weder vom Bund noch vom Kanton noch von der Gemeinde besteuert wird. Der Wert und die Einkünfte wirken satzbestimmend: Der Steuerwert der Immobilie beeinflusst die Höhe des Steuersatzes für die Vermögenssteuer, die Einkünfte (Mieteinnahmen oder Eigenmietwert abzüglich anrechenbare Unterhaltskosten und in gewisser Weise Hypothekarzinsen) beeinflussen die Höhe des Steuersatzes für die Einkommenssteuer. In den kommenden Jahren fällt der Eigenmietwert für selbstbewohntes Wohneigentum weg. Noch ist noch nicht abschliessend geklärt, ob und wie ausländische selbstgenutzte Immobilien weiterhin satzbestimmend berücksichtigt werden.

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Gründe für eine höhere Steuerrechnung

Nehmen wir an, du besitzt ein Haus in der Provence, das 400’000 Franken wert ist und das du für 20’000 Franken im Jahr vermietest. Die 400’000 Franken werden nicht als Vermögen und die 20’000 Franken werden nicht als Einkommen besteuert, weil du ja sonst doppelt besteuert würdest. Aber sie bestimmen den Steuersatz für dein Vermögen (600’000 Franken) und dein Einkommen (100’000 Franken) in der Schweiz. Die 600’000 Franken werden zum Steuersatz für Vermögen von 1 Millionen Franken besteuert, die 100’000 Franken zum Steuersatz für Einkommen von 120’000 Franken. Das kann vor allem beim Einkommen zu einer höheren Steuerrechnung führen.

Umgang mit Kosten und Einnahmen

Falls die von den Mieten beziehungsweise vom Eigenmietwert abzugsberechtigten Kosten für Unterhalt, Versicherungen und Verwaltung den Ertrag übersteigen, entsteht ein Gewinnungskostenüberschuss – also eigentlich ein Verlust. In einigen Kantonen wird der Gewinnungskostenüberschuss als Minuseinkommen aus dem Ausland übernommen und wirkt sich steuermindernd aus. Die meisten Kantone und der Bund übernehmen ein Minus aus dem Ausland allerdings nur satzbestimmend.

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So beeinflussen Schulden und Schuldzinsen das steuerbare Einkommen

Schliesslich entstehen bei Immobiliengeschäften auch Schulden und Schuldzinsen. Das weltweite Vermögen und die weltweiten Schulden werden nach Lage und Wert sämtlicher Aktiven auf die Steuerdomizile verteilt. Das führt beispielsweise dazu, dass ein Teil der Hypothekarschulden und Hypothekarzinsen auf deiner Eigentumswohnung in der Schweiz auf dein schuldenfreies Haus in der Provence umverteilt wird. Durch die Steuerausscheidung steigen das steuerbare Vermögen und das steuerbare Einkommen in der Schweiz, weil du hier weniger Schulden und weniger Schuldzinsen abziehen kannst. 

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Andere Länder, andere Sitten

Bei Ferienhäusern oder Zweitwohnsitzen im Ausland musst du noch mehr beachten. Zum Beispiel haftet in vielen Ländern die Liegenschaft für die Grundstückgewinnsteuern der verkaufenden Person. Diese sollten deshalb, um kein Risiko einzugehen, vor dem Kauf auf die Seite gelegt werden. Und bei der Versteuerung des Ertrags aus einer Liegenschaft gibt es zwischen den einzelnen Ländern sehr grosse Unterschiede.

Nicht deklarieren: Warum das nicht ratsam ist

Die gesetzlichen Grundlagen für den automatischen Informationsaustausch traten in der Schweiz per 1. Januar 2017 in Kraft, so dass ab 2017 Daten gesammelt werden müssen und ab 1. Januar 2018 mit den AIA-Partnerstaaten der Schweiz ausgetauscht werden. Seither liefern die Banken die Daten von ausländischer Kundschaft an die nationalen Steuerverwaltungen. Aktuell machen mehr als 100 Länder mit, darunter alle EU-Staaten. Eigentlich werden nur Informationen über Konten und Wertschriftendepots ausgetauscht. Aber mit diesen Informationen können die Steuerämter auf Hinweise auf nicht deklarierte Immobilien stossen. Wer ertappt wird, muss sein Vermögen und Einkommen zehn Jahre rückwirkend zum höheren Satz versteuern sowie Verzugszinsen und eine Busse bezahlen. Erbberechtigte Personen nicht deklarierter Immobilien kommen mit drei Jahren rückwirkender Bezahlung davon.

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