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Pfropfen: Obstbäume richtig veredeln

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Reife Äpfel an einem Obstbaum vor dem Pfropfen und Veredeln.

Zum Vermehren oder zum Erhalt einer Sorte lassen sich Obstbäume pfropfen. Die einfachste Methode ist das Pfropfen hinter der Rinde. Dabei wird ein geeigneter Zweig in einen eingeschnittenen Ast eingesetzt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit dem Pfropfen kannst du Obstbäume vermehren oder eine bestehende Sorte gezielt veredeln, etwa bei Krankheitsanfälligkeit, schlechter Fruchtqualität oder ungenügender Reifezeit. Wichtig ist, dass nur artverwandte Bäume kombiniert werden, zum Beispiel Birne auf Quitte.
  • Die gängigste Methode im Hobbyobstbau ist das Pfropfen hinter der Rinde, ideal bei jüngeren Bäumen mit Astdurchmessern von 4 bis 7 cm. Der beste Zeitpunkt liegt zu Beginn des Austriebs zwischen April und Mai.
  • Für das Gelingen sind geeignete Reiser entscheidend, also einjährige, bleistiftstarke Triebe von ertragreichen Bäumen. Sie werden im Winter geschnitten, kühl und feucht gelagert und beim Pfropfen mit einem sauberen Kopulationsschnitt hinter die geöffnete Rinde eingesetzt.
  • Nach dem Einsetzen wird die Pfropfstelle fest verbunden und mit Veredelungswachs geschützt. Nach fünf bis sechs Wochen zeigt sich der Austrieb, überschüssige Triebe und Austriebe unterhalb der Pfropfstelle werden entfernt.

Obstbäume durch Pfropfen veredeln

Das Pfropfen ist eine natürliche Methode zur Veredelung einer Sorte und kann bei verschiedenen Obstbäumen angewendet werden. Krankheitsanfälligkeit, mangelnde Fruchtqualität oder eine ungenügende Reifezeit sind Gründe, um Obstbäume durch Pfropfen zu veredeln. Allerdings funktioniert dies nur zwischen artverwandten Obstgehölzen, zum Beispiel Birne auf Quitte. Apfel auf Birne oder Kirsche auf Apfel und umgekehrt funktioniert hingegen nicht. Die Standardmethode im Hobbyobstbau ist das Pfropfen hinter der Rinde.

Geeignet sind Bäume, die noch nicht zu alt sind und deren Äste einen Durchmesser von 4 bis 7 cm haben. Stärkere Äste sind weniger geeignet. Der beste Zeitpunkt zum Pfropfen ist zu Beginn des Austriebs, je nach Witterung zwischen April und Mai.

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Reiser zum Pfropfen schneiden

Zuvor werden die zum Pfropfen nötigen Reiser geschnitten. Reiser sind einjährige Triebe, die man zum Aufpfropfen verwendet. Sie sollten von einem gut im Ertrag stehenden Baum stammen und werden am besten während der vollständigen Vegetationsruhe von Dezember bis Januar an einem frostfreien Tag geschnitten. Ideal sind bleistiftstarke, rund 30 bis 40 cm lange Triebe. Bis zum Verwenden werden die Reiser kühl, feucht und dunkel gelagert. Bewährt haben sich dazu perforierte Plastikbeutel. Bei niedrigen Temperaturen zwischen +5 °C und −10 °C kann die Lagerung an einem schattigen Platz im Freien erfolgen.

Zum Pfropfen hinter der Rinde wird am Obstbaum zuerst die Krone auf längere Aststummel zurückgeschnitten. Allerdings werden nicht alle Äste auf Stummel geschnitten. Im unteren Bereich verbleiben einige Äste, die die Assimilation für den sonst kahlen Baum sicherstellen.

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Kopulationsschnitt durchführen

Nun wird am einjährigen Reis der Kopulationsschnitt durchgeführt. Dabei werden die Reiser längs und schräg in einem Zug angeschnitten. Die Schnittfläche sollte 3 bis 4 cm lang sein. Zudem muss das Pfropfreis über 4 bis 5 Knospen (Augen) verfügen.

An den Aststummeln, die als Unterlage dienen, wird mit einem Längsschnitt die Rinde geöffnet. Das mit dem Kopulationsschnitt versehene Pfropfreis wird so hinter die geöffnete Rinde geschoben, dass von der Schnittfläche des Reises oben rund 5 mm sichtbar bleiben. Das Reis sollte von selbst fest sitzen. Bei dickeren Ästen können ohne Weiteres zwei bis drei Reiser eingesetzt werden. Anschliessend wird die Pfropfstelle straff mit Bast verbunden und mit Veredelungswachs verstrichen.

Nach etwa fünf bis sechs Wochen erfolgt der Austrieb. Löst sich der Bast nach einigen weiteren Wochen nicht von selbst, wird er angeschnitten. Triebe unterhalb der Pfropfstelle werden vollständig entfernt. Wachsen mehrere Reiser aus der Pfropfstelle, sollte nur ein Trieb die Fortsetzung übernehmen. Die anderen Triebe werden eingekürzt.

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