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Obstbäume pflanzen und pflegen: Tipps für gesunde Bäume

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Zwei Personen pflanzen gemeinsam einen jungen Obstbaum in einem sonnigen Garten und füllen die Pflanzgrube mit Erde.

Damit sich junge Obstbäume gut entwickeln und eine Vielzahl von Früchten tragen benötigen sie übers Jahr eine gute Baumpflege. Hier findest du unsere besten Tipps wie man Obstbäume richtig pflanzt, schneidet und pflegt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die richtige Pflanzung legt den Grundstein für gesunde Obstbäume. Wichtig sind ein sonniger Standort, ausreichend Platz für die Wurzeln und die richtige Position der Veredelungsstelle.
  • Ein regelmässiger Pflegeschnitt fördert eine stabile Baumkrone und die Entwicklung von kräftigem Fruchtholz. Konkurrenztriebe, Steiltriebe und nach innen wachsende Äste sollten entfernt werden.
  • Der Baumschutz hilft, Krankheiten und Schädlinge natürlich einzudämmen. Befallene Triebe, Früchte und Blätter sollten frühzeitig entfernt werden.
  • Die saisonale Obstbaumpflege umfasst Düngen und Kontrollen im Frühling, gezieltes Giessen und Auslichten im Sommer sowie Reinigungsarbeiten im Herbst und Formschnitte im Winter.
  • Häufige Krankheiten wie Mehltau, Schorf, Monilia oder Kräuselkrankheit lassen sich durch regelmässige Pflege, saubere Gartenhygiene und das Entfernen befallener Pflanzenteile begrenzen.

Obstbäume pflanzen

Hier findest du unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  • Obstbäume werden am besten im Frühjahr ab März bis Ende Mai oder im Herbst ab Mitte Oktober gepflanzt.
  • Dank einer abgestimmte Sorten- und Standortwahl können Schädlinge und Krankheiten reduziert werden. Gut zu wissen: Pfirsich- und Apfelbäume sowie Kirsch- und Pflaumenbäume sollten nicht nebeneinander gepflanzt werden. Die Baumarten haben unterschiedliche Nährstoffansprüche und behindern sich dadurch gegenseitig im Wachstum.
  • Obstbäume bevorzugen einen sonnigen, windgeschützten und nicht zu trockenen Standort.
  • Pflanzgrube ausheben. Breit genug öffnen, damit alle Wurzeln Platz finden.
  • Erdschicht rund 30 cm tief ausheben und neben der Pflanzgrube deponieren.
  • Untergrund spatentief auflockern und eventuell mit etwas Kompost anreichern, damit sich die Wurzeln sofort weiterentwickeln können.
  • Stützpfahl in die offene Pflanzgrube einschlagen.
  • Baum in der Grube richtig platzieren und eventuell Mäusegitter anbringen. Baum am besten auf der vom Westwind geschützten Pfahlseite platzieren und anbinden. Vorzugsweise mit einem Kokosstrick.
  • Die Veredelungsstelle muss rund 8 bis 10 cm (Handbreite) über dem bewachsenen Boden zu stehen kommen.
    Wurzeln leicht anschneiden und sorgfältig in gute Erde einbetten.
  • Gut einschwemmen, damit die Wurzeln der jungen Obstbäume vollständig mit Erde umgeben sind.
  • Flache Giessmulde formen. Dies erleichtert das später notwendige Giessen.
  • Boden mit einer dünnen Schicht Kompost oder mit Mulch abdecken. Damit wird eine langsame Düngung erreicht. Zudem bleibt so die Feuchtigkeit im Boden.

Obstbäume schneiden

Frisch gepflanzte Obstbäume müssen regelmässig mit einem fachgerechten Schnitt in Form gebracht werden. Wir empfehlen einen jährlichen Pflegeschnitt. Der richtige Baumschnitt hilft, die Baumkrone zu formen und auszubauen. Dabei kann sich das Fruchtholz gezielt und kräftig entwickeln:

  • Der Mitteltrieb, also die Stammverlängerung, wird zuerst geschnitten. Er darf nach dem Schnitt die anderen Äste leicht überragen.
  • Konkurrenztriebe werden weggeschnitten oder auf ein Aussenauge abgelenkt.
  • Leitäste ebenfalls auf ein nach aussen wachsendes Auge (Knospe) zurück schneiden. Ideal ist es, wenn diese in einem Winkel von 45 Grad zum Mitteltrieb stehen.
  • Schwache Steiltriebe sowie nach innen wachsende Äste entfernen.
  • Triebe unmittelbar über einem nach aussen weisenden Auge schneiden.

Schnittkalender

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Schnittkalender

Unser Schnittkalender (PDF) zeigt dir das ganze Jahr hindurch, wann Obstgehölze, Beeren, Hecken, Ziergehölze und Rosen geschnitten werden sollten.

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Ein natürlicher Schutz für den Obstbaum

Wichtig für das Gedeihen des Obstbaumes ist der Baumschutz. So können zum Beispiel Blutlauskolonien auftreten. Sie sind im Frühjahr dank ihrer weissen Schutzhülle gut erkennbar und lassen sich mit Hilfe einer kräftigen Bürste und Seifenwasser entfernen. Eine Barriere mit einem speziellen Insektenleim, welche um den Stamm angelegt wird, schützt vor lästigen Ameisen und vor Frostspannern. Damit werden allerdings auch Nützlinge abgehalten. Das rechtzeitige Entfernen von mit Mehltau befallenen Triebspitzen macht einen Einsatz von Pflanzenbehandlungsmittel ebenfalls überflüssig.

Die richtige Pflege von Obstbäumen im Frühling

  • Für den Start ins Frühjahr ist für junge Obstbäume eine Düngung sinnvoll. Ideal ist ein organischer Volldünger. Dies kann zum Beispiel Kompost sein, der grossflächig rund um den Stamm ausgebracht wird. Eine Schicht von knapp 10 cm reicht.
  • Pflanzenschutzmassnahmen sind im Frühjahr ebenso ein Thema. Waren die jungen Bäume im Vorjahr von Pilzinfektionen wie Schorf oder Monilia oder anderen Infektionen befallen, sollte unbedingt das Herbstlaub beseitigt werden.
  • Leimringe an den Stämmen anbringen. Dadurch wird der Ameisenzulauf im Sommer verhindert und der Lausbefall eingeschränkt. Damit werden allerdings auch Nützlinge abgehalten.
  • Stammschutz und Anbindschnur kontrollieren und lockern.

Die richtige Pflege von Obstbäumen im Sommer

  • Junge Obstbäume brauchen im Sommer nur bedingt einen Schnitt. Der Sommerschnitt reguliert das Treibwachstum. Fortsetzungstriebe werden nicht geschnitten. Konkurrenztriebe auf zwei Blätter einkürzen. Fortsetzungstriebe mit ungünstiger Stellung in die richtige Lage binden. Der Sommerschnitt führt dazu, dass der Baum eine lockere Krone hat und die wachsenden Früchte so mehr Sonne erhalten. Kranke Blätter und Triebe abschneiden und entfernen.
  • Giessen nur bei anhaltender Trockenheit. Besser einmal intensiv als mehrmals wöchentlich.

Die richtige Pflege von Obstbäumen im Herbst

  • Kranke Blätter und Triebe abschneiden und entfernen. Hängengelassene Früchte, die krank oder schimmlig sind, entfernen. Laub und Fallobst zusammennehmen und nicht liegenlassen.
  • Junge Obstbäume nicht mehr düngen. Im Herbst in der Regel nicht mehr giessen.

Die richtige Pflege von Obstbäumen im Winter

  • Mit einem fachgerechten Schnitt werden junge Obstbäume in Form gebracht. Der Mitteltrieb wird zuerst geschnitten. Er darf nach dem Schnitt die anderen Äste leicht überragen. Konkurrenztriebe kommen weg oder werden auf ein Aussenauge abgelenkt. Leitäste ebenfalls auf ein nach aussen wachsendes Auge zurückschneiden. Schwache Steiltriebe sowie nach innen wachsende Äste entfernen. Triebe unmittelbar über einem nach aussen weisenden Auge (Knospe) schneiden.
  • Ob ein Winterschutz angebracht werden muss, hängt von der Obstsorte ab.
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Die häufigsten Krankheiten bei Obstbäumen

  • Echter Mehltau: Weiss überpuderte Triebspitzen von Apfel und Quitte weisen auf den Befall mit echtem Mehltau hin. Später rollen sich die Blätter ein und verdorren. Befallene Triebe regelmässig wegschneiden.
  • Birnengitterrost: Diese Pilzkrankheit wechselt zwischen den Wirtspflanzen Birnbaum und bestimmten Wachholderarten. Im Frühjahr werden die Pilzsporen mit dem Wind verbreitet. Auf den Birnbaumblättern entstehen dann kleine, orangerote Pusteln, die sich an der Blattunterseite warzenartig vergrössern. Gefährlich wird der Gitterrost für den Birnbaum, wenn ein befallener Wacholder in der Nähe steht. Einzelne Pusteln schädigen den Baum nur wenig. Befallene Blätter können im Herbst auch ohne weiteres kompostiert werden.
  • Kräuselkrankheit: An Pfirsich und Nektarine weit verbreitete Pilzkrankheit. Die Blätter kräuseln sich während des Austriebes. Die gekräuselten Partien verfärben sich rot, die Blätter fallen sehr früh ab. Fruchtmumien bereits im Herbst entfernen. Befallene Blätter umgehend entfernen.
  • Monilia/ Spitzendürre: Die Spitzendürre ist weit verbreitet und kommt sowohl auf Kernobst, auf Steinobst aber ebenso auch an Ziergehölzen vor. Der Pilz überwintert meist in abgestorbenen Früchten, die am Baum hängen bleiben. Von dort aus werden die Triebspitzen und später auch die neuen Früchte infiziert. Eindämmen durch regelmässiges Entfernen der abgestorbenen Früchte vor dem Winter. Befallene Triebe rechtzeitig bis ins gesunde Holz zurückschneiden.
  • Schorf: Der Pilz kommt insbesondere an Apfel und Birne vor. An den Früchten und Blättern bilden sich zunächst dunkelgrüne, später graue bis schwarzbraune Flecken, die kleine, rissige Höcker bilden. Schorf überwintert an jungen Trieben oder auf Laub, das am Boden liegt. Übermässige Stickstoffdüngung vermeiden.
  • Schrotschuss-Krankheit: Auf Blättern von Kirschen (seltener am Pfirsich) bilden sich runde, rotbraune Flecken. Diese fallen nach dem Austrocknen heraus. Die Blätter sehen dann aus, als ob man mit einer Schrotflinte hindurch geschossen hätte. Sie fallen schon während des Sommers ab. Abgefallene Blätter aufnehmen und entsorgen.
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