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Wildgehölze in der Schweiz: Arten und Bedeutung

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Blühende Haselnuss (Corylus avellana) mit zahlreichen gelben Kätzchen im Frühling.

Wer über ein ausreichend grosses Grundstück verfügt, schafft mit einer Hecke aus einheimischen Gehölzen ein wertvolles Refugium für Vögel, Insekten und viele weitere Tiere.

Das Wichtigste in Kürze

  • Wildgehölze fördern die Artenvielfalt im Garten und schaffen wertvollen Lebensraum für Vögel, Insekten und andere Tiere. Eine natürliche Hecke aus einheimischen Sträuchern ist ökologisch deutlich sinnvoller als künstliche Sichtschutzelemente.
  • Eine Hecke mit einheimischen Gehölzen bietet das ganze Jahr über Mehrwert: im Frühling durch Blüten, im Spätsommer und Herbst durch farbige Blätter und Beeren. Viele Arten dienen als Nahrungsquelle und Rückzugsort für Tiere.
  • Bei der Pflanzung von Wildgehölzen sind die Standortansprüche entscheidend. Bodenbeschaffenheit, Klima und Höhenlage müssen berücksichtigt werden, damit die Pflanzen in gemischten Hecken gut gedeihen.
  • Beliebte Arten wie Haselnuss, Weissdorn oder Felsenbirne eignen sich für gemischte Hecken und liefern zahlreichen Tieren Nahrung. Einige Arten sind auch für höhere Lagen oder trockene Standorte geeignet.
  • Wildgehölze spielen auch in Renaturierungsprojekten eine wichtige Rolle. Hecken, die früher durch bauliche Eingriffe verschwunden sind, werden heute gezielt neu angepflanzt und stärken die einheimische Natur.

Wildgehölze fördern die Artenvielfalt im Garten

Zwar schützen auch Sichtschutzelemente aus Leimholz vor neugierigen Blicken, wer aber etwas für die Natur tun will und über genügend Platz im Garten verfügt, entscheidet sich für eine natürliche Hecke. Diese zeichnet sich durch einheimische Gehölze, sogenannte Wildgehölze, aus. Einheimische Gehölze schaffen Lebensraum für zahlreiche Tiere. Sie bieten vor allem Vögeln und Insekten eine Lebensgrundlage. Im Frühling erfreuen die Sträucher mit ihrer Blütenpracht, im Spätsommer mit ihren leuchtend farbigen Blättern und Beeren.

Im Rahmen von Renaturierungsprojekten werden Hecken, die vor Jahren baulichen Massnahmen und Gewässerbegradigungen zum Opfer gefallen sind, heute wieder angepflanzt. Wildgehölze wachsen denn auch in Gärten, auf grossen Grünflächen und in der freien Landschaft. Allerdings muss auch bei einheimischen Gehölzen auf die unterschiedlichen Standortansprüche geachtet werden. So versteht es sich von selbst, dass in Hecken nur Pflanzen mit ähnlichen Ansprüchen nebeneinander gedeihen. Dabei spielen Bodenbeschaffenheit, Klima und Höhenlage eine Rolle. Eine sorgfältige Pflanzenwahl und eine gute Vorbereitung des Bodens sind deshalb unumgänglich.

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Einheimische Wildgehölze im Überblick

Weisserle (Alnus incana)

Wächst an trockenen wie auch feuchten Standorten. Sie bildet eine dichte Krone, in der sich Vögel gerne niederlassen. Geeignet als Solitärbaum.

Weisserle (Alnus incana) mit frischen grünen Blättern und jungen Kätzchen.

Felsenbirne (Amelanchier rotundifolia)

Die weissen Blüten bilden essbare Früchte. Hitze und Trockenheit sind für diesen Strauch kein Problem. Gute Futterpflanze für Vögel und Insekten. Auch für Höhenlagen und als Heckenpflanze geeignet. Im Herbst leuchten die Blätter in satten gelb-roten Farbtönen.

Blühende Felsenbirne (Amelanchier rotundifolia) mit weissen Blüten im Frühling.

Buchsbaum (Buxus sempervirens)

Bekanntes immergrünes Gehölz. Vorzüglich für kleine bis mittelgrosse Hecken und als Unterholzpflanze geeignet, in der zahlreiche Tiere, zum Beispiel Igel, Unterschlupf finden.

Kugelförmig geschnittener Buchsbaum (Buxus sempervirens) in einer Gartenanlage.

Hainbuche (Carpinus betulus)

Wertvolles Gehölz für sonnige Standorte. Lässt sich vielseitig verwenden. Gilt als wichtiges Vogelschutzgehölz.

Kugelförmig geschnittene Hainbuche (Carpinus betulus) als Formgehölz im Garten.

Hartriegel (Cornus mas)

Wächst an sonnigen bis schattigen Standorten. Hübsches Heckengehölz. Die roten Früchte sind essbar. Gute Vogelpflanze.

Hartriegel (Cornus mas) mit leuchtend roten Früchten an einem belaubten Zweig.

Haselnuss (Corylus avellana)

Diese einheimische Pflanze wächst in gemischten Hecken oder als Solitärpflanze besonders gut und liefert zahlreichen Tieren willkommene Nahrung. Auch für Höhenlagen geeignet.

Blühende Haselnuss (Corylus avellana) mit zahlreichen gelben Kätzchen im Frühling.

Weissdorn (Crataegus laevigata)

Eignet sich besonders als Schutzhecke und wächst an sonnigen bis halbschattigen Standorten. Gutes Vogelschutzgehölz.

Blühender Weissdorn (Crataegus laevigata) mit zahlreichen weissen Blüten im Frühling.

Sanddorn (Hippophae rhamnoides)

Gilt als Pioniergehölz und wächst auch an trockenen Standorten. Männliche und weibliche Pflanzen sollten nebeneinander gepflanzt werden, damit die weiblichen Pflanzen vitamin-C-reiche Beeren entwickeln. Gutes Vogelschutzgehölz.

Sanddorn (Hippophae rhamnoides) mit zahlreichen leuchtend orangefarbenen Beeren an den Zweigen.

Heckenkirsche (Lonicera xylosteum)

Vielseitig einsetzbares Gehölz. Wächst an sonnigen Standorten und dient in erster Linie als Füllstrauch.

Heckenkirsche (Lonicera xylosteum) mit runden roten Beeren und grünen Blättern.

Kreuzdorn (Rhamnus cathartica)

Dieser stark wachsende Strauch ist eine gute Bienenweide und ein Vogelschutzgehölz. Er trägt schwarze, ungeniessbare Beeren und wächst an sonnigen bis halbschattigen Standorten.

Kreuzdorn (Rhamnus cathartica) mit grünen Blättern und jungen Früchten an einem Zweig.

Faulbaum (Frangula alnus)

Typisches Pioniergehölz, das auch in feuchtem Boden gedeiht. Für sonnige aber auch schattige Lagen geeignet.

Faulbaum (Frangula alnus) mit roten und schwarzen Beeren an einem belaubten Zweig.

Weide (Salix)

Rasch wachsender Strauch und vielseitig verwendbar. Wächst auch in Höhenlagen. Gute Bienenweide.

Blühende Weide (Salix) mit weissen Kätzchen an kahlen Zweigen im Frühling.

Vogelbeere (Sorbus aucuparia)

Wächst an sonnigen bis halbschattigen Lagen und entwickelt im Herbst rote Früchte. Gute Vogelpflanze. Auch für Höhenlagen geeignet.

Vogelbeere (Sorbus aucuparia) mit leuchtend orangefarbenen Beeren an den Zweigen.

Schneeball (Viburnum opulus)

Wächst am besten in frischem bis feuchtem Boden an sonniger bis halbschattiger Lage. Lässt sich gut in gemischte Hecken integrieren.

 

Blühender Schneeball (Viburnum opulus) mit kugelförmigen weissen Blüten im Frühling.
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