myky

Herbstbepflanzung: Garten im Herbst

ca. 7 Leseminuten
herbstbepflanzung garten

Es ist Herbst im Garten. Das farbenfrohe Herbslaub schmückt den Garten und bunte Herbstpflanzen hüpfen ins Gartenbeet. Die Vielfalt an Farben, Formen und Strukturen für die Herbstbepflanzung ist wohl so gross wie nie im Gartenjahr. Nun ist es an der Zeit Laubblätter zu kompostieren und das Winterlager für Igel vorzubereiten. Lass dich jetzt inspirieren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Herbstblüher wie Chrysanthemen, Fetthenne oder Astern sorgen bis spät in die Saison für Farbe und bieten Nahrung für Insekten.
  • Pflanzen mit Beeren und Fruchtständen setzen dekorative Akzente und sind oft wichtige Nahrungsquellen für Tiere.
  • Herbstlaub ist wertvoll: Es kann kompostiert, als Mulch genutzt oder als Frostschutz eingesetzt werden.
  • Gräser und Samenstände strukturieren den Garten im Winter und bieten Schutz für Kleintiere.
  • Mit gezielten Massnahmen wird der Garten optimal auf den Winter vorbereitet und bleibt ökologisch wertvoll.

Die Blütenstars unter den Herbstpflanzen

Jetzt wird’s bunt und der Herbst zieht mit blühenden Herbstpflanzen in den Garten ein. Die kleinen Blüten der Hornveilchen (Viola cornuta) und prächtigen Stiefmütterchen (Viola wittrockiana) dürfen in einer Herbstbepflanzung auf keinen Fall fehlen. Gartenchrysanthemen (Chrysanthemum indicum) erinnern mit ihrer Leuchtkraft an die warmen Sommertage. Das unermüdlich blühende violette Patagonische Eisenkraut (Verbena bonariensis) und die grossen Blütenteller der Fetthenne (Sedum telephium) locken jetzt die nach Nektar suchenden Schmetterlinge magisch an.

Der grösste Teil der einheimischen Wildstauden blüht vom Frühling bis zum Sommer. Die Natur überrascht uns aber immer wieder mit Ausnahmen – auch in der Schweizer Flora sind Dutzende bis in den Herbst blühende Arten zu finden. Alle noch aktiven Bienen und Hummeln schätzen dieses Angebot sehr. Der Teufelsabbiss (Succisa pratensis) zeigt seine kugelförmigen blauen Blüten oft bis in den Oktober hinein. Er bevorzugt eher feuchte Standorte, gedeiht aber auch problemlos in jedem normalen Gartenboden an halbschattiger Lage. Für den sonnigen, eher trockenen Standort ist die einheimische Goldhaar-Aster (Aster linosyris) vom Spät­sommer bis zum Herbst ein Farbgarant am Ruderalstandort. Einige dauerblühende Arten wie die Grossblütige Braunelle (Prunella grandiflora) oder die Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria) entzücken uns bis in den November hinein mit einer reichen Nachblüte. Später kommen Christrosen (Helleborus niger) mit ihren wunderschönen weissen Blüten dazu. Etwas dezenter, aber nicht minder attraktiv blüht die winterharte Schneeheide (Erica carnea) in den Farben Rot, Rosa und Weiss.

Garten im Herbst: Schirmblatt (Diphylleia cymosa)
Die blau-schwarzen Beeren des Schirmblatts (Diphylleia cymosa) präsentieren sich wunderbar auf ihren hohen, rot gefärbten Stielen.

Herbstpflanzen mit leuchtenden Beeren und Früchten

Es gibt eine Vielzahl an herbstlichen Stauden, die sich derzeit mit leuchtenden Beeren und Fruchtständen schmücken. Die Pflanzenschätze mit Fruchtschmuck waren einst in Wäldern, Schluchten oder an beschatteten Abhängen beheimatet, wo das Licht für eine späte Blüte fehlt. Deshalb sind diese Stauden bis zum Herbst mit auffallend zierendem Fruchtschmuck bestückt. Der Fruchtstand enthält meist einen bitteren oder gar giftigen Stoff in seinem bunt gefärbten Fruchtfleisch, das den Samen umgibt. Gerade diese Samenhüllen sind es, die nach der Blüte, umgeben vom herbstlich gefärbten Laub, für einen attraktiven Blickfang im Garten sorgen.

Aufrecht aus den Blättern erheben sich die Fruchtperlen der Christophskräuter, etwa der leuchtend rote Schmuck von Actaea rubra an filigran verzweigten Trieben. Die blau-schwarzen Beeren des Schirmblatts (Diphylleia cymosa) präsentieren sich wunderbar auf ihren hohen, rot gefärbten Stielen. Einige dieser Stauden mit Fruchtschmuck kommen am besten als Solitär in Einzelstellung zur Geltung, andere sind gute Bodendecker und lassen sich ideal in Gruppen vergesellschaften. Die Lampionblume (Physalis alkekengi var. franchetii) neigt gar zum Wuchern. Man pflanzt sie am besten im Wurzelbereich von Sträuchern, damit der Wurzeldruck sie in Schach hält. Die leuchtenden Beeren der niederen Scheinbeere (Gaultheria procumbens) sind im Herbstgarten eine besonders schöne Augenweide. Die Beeren des beliebten Bodendeckers sind jedoch nicht essbar.

Trockenblumen, Zierkürbisse und Maiskolben schmücken die bunte Herbstbepflanzung

Was wäre der Herbst ohne kunterbunte Zierkürbisse? Sie dürfen als Dekoelement in einer Herbstbepflanzung nicht fehlen. Dazu gesellen sich je nach Lust und Laune Maiskolben oder Trockenblumen. Eine Vielzahl von Fruchtständen lassen sich trocknen und beflügeln die Fantasie. Wer den Fruchtstand der Skabiosen-Flockenblume (Centaurea scabiosa) aus der Nähe betrachtet, entdeckt nach dem Herausfallen der Samen eine hellbraune Korbblüte mit leicht gekrausten, wunderbar schimmernden «Zungenblüten».

Ebenso zauberhaft ist der Samenstand von Hauswurz (Sempervivum Hybriden): ein Mini-Kandelaber, besetzt mit perfekt geformten Fruchtsternchen. Die Fruchtstände kann man entweder im Garten stehen lassen und sich darauf freuen, dass sie bald mit Raureifkristallen und Schneehäubchen geschmückt werden. Oder man holt die fantasievollen Formen ins Haus und verarbeitet sie nach dem Trocknen zu individuellen Gestecken oder Sträussen. Wer es bunter mag, fügt einzelne getrocknete Blüten hinzu.

Blattschönheiten mit buntem Herbstlaub

Im Herbstgarten begeistern nun der Amberbaum (Liquidambar styraciflua), der Fächerblattbaum (Ginkgo biloba) oder Fächerahorn (Acer palmatum) mit einer wunderschönen Herbstfärbung ihrer Laubblätter. Wenn man sich erst einmal auf das Thema «Spätherbstgarten» einlässt, stellt man schnell fest, dass es keinen Grund für Trübsal gibt.

So zeigen sich nun der Kanadische Judasbaum (Cercis canadensis ‘Forest Pansy’), Flügel-Spindelstrauch (Euonymus alatus) und der Lebkuchenbaum (Cercidiphyllum japonicum) zusehends im herbstlichen Gewand und setzen im richtigen Licht das Beet in Flammen. Die Sorte ‘Rotfuchs’ wächst kompakt und bleibt schmal und klein. Die Blätter dieses Lebkuchenbaums sind zudem dunkler gefärbt und kräftiger. Ein weiterer Strauch mit herrlich roter Herbstfärbung ist die Zaubernuss (Hamamelis x intermedia ‘Diane’). Es sind die Blattschmuckstauden wie das Purpurglöckchen (Heuchera Hybriden), der Gewürzsalbie (Salvia officinalis), Bergenien (Bergenia cordifiolia) und der Storchenschnabel (Geranium pratense) die sich mit faszinierenden Blattstrukturen und buntem Herbstlaub zu Amberbaum und Co. gesellen.

Service Teaser Wartungs Assistent

Vergisst du manchmal wichtige Wartungen an deinem Zuhause?

Mit dem myky-Wartungs-Assistent behältst du alle Aufgaben im Blick und wirst automatisch rechtzeitig erinnert.

Wertvolles Gold für den Garten – Herbstlaub richtig nutzen

Das bunte Herbstlaub kann im naturnahen Garten zahlreiche ökologische Aufgaben erfüllen und wird so zum wertvollen Gold für das Gartenparadies. Das Laub lässt sich mit einem Laubrechen sehr einfach zusammennehmen. Hier findest du unsere besten Tipps für den Umgang mit Herbstlaub im Garten:

  • Kompostieren: Das Herbstlaub eignet sich wunderbar zur Kompostierung. So bekommst du eine nährstoffreiche Kompostmischung.
  • Mulchen: Die zerkleinerten Laubblätter können als Mulchmaterial in den Beeten und unter Sträuchern verwendet werden. Dies schützt den Boden vor Erosion und Austrocknen. Zudem verbessert es die Bodenstruktur.
  • Frostschutz: Verteile das Herbstlaub grosszügig im Wurzelbereich von Pflanzen. Dies schützt die Wurzeln vor strengen Frösten und austrocknenden Winden.
  • Laubhaufen für die Gartentiere: Ein Laubhaufen bietet Igeln und vielen anderen Gartentieren einen willkommenen Ort, um zu überwintern.
  • Herbstlaub liegenlassen: Das Laub kann unter Bäumen und Sträuchern einfach liegengelassen werden. Dies ist der direkteste Weg, um dem Garten die Nährstoffes des Laubes zurückzugeben. Das Laub auf dem Rasen sollte jedoch dringend entfernt werden, da die Gräser ansonsten zu wenig Licht erhalten und vergilben. Kranke Blätter, die von Mehltau oder Sternrusstau befallen sind, stets im Hausabfall entsorgen damit sich Krankheiten nicht ausbreiten können.
Garten im Herbst: Lampenputzergras
Gräser wie das Lampenputzergras sind bezaubernd im Herbst.

Wunderschöne Gräserskulpturen im Herbstgarten

Ganz verrückt sind wir nach Gräsern, bezaubernd ist derzeit vor allem das Orientalische Lampenputzergras (Pennisetum orientale ‘Tall Tails’). Es bringt über Monate rosa Blüten hervor und benötigt einen langen, warmen Sommer, um seine ganze Schönheit zu entfalten. Filigrane Gräser wie das einheimische Rohrpfeifengras (Molinia arundinacea) mit seiner goldgelben Herbstfärbung oder das immergrüne Waldschmielen-Gras (Deschampsia) wiegen ihre Halme im Glanz der abendlichen Sonnenstrahlen, umgarnt von Spinnennetzen, die am nächsten Morgen mit Hunderten Tautropfen besetzt sind.

Hochwachsende, standfeste Gräser wie Rispenhirse (Panicum) oder Chinaschilf (Miscanthus) können wir jetzt mit einer starken Hanfschnur fest zu Büscheln zusammenbinden. So sind sie im Winter vor zu starken Frösten geschützt. Einfach bis dreifach zusammengebunden oder sogar gezöpfelt: Solche Gräserskulpturen verzaubern den Garten mit einem Quäntchen Humor und sorgen in den leer wirkenden Beeten für Struktur. Die Gräserhorste bieten zudem Unterschlupf für Kleintiere. Sobald im Frühling der neue Austrieb sichtbar wird, bleibt noch genügend Zeit, um die Gräser zurückzuschneiden. Heimische Gräser sind ausserdem Futterpflanzen für die Raupen einiger Falterarten.

Natürliches Vogelfutter aus Samenständen

Sobald die Stängel der Samenstände am Ansatz trocken sind, können wir die reifen Samen ernten. Um das Volumen zu reduzieren, werden die Samen mit einem Sieb oder durch vorsichtiges Reiben oder Ausblasen von der Spreu getrennt. Dies hilft auch, allfällige Pilzsporen und Krankheitskeime weitestgehend zu reduzieren. Die Samen werden in einem lufttrockenen, eher kühlen und vor allem mäusesicheren Raum aufbewahrt, bis wir sie im Frühling wieder aussäen. Für eine längerfristige Lagerung ist es wichtig, das Saatgut vor Licht, Luft, Wärme und Feuchtigkeit zu schützen – gut trockenes Saatgut kann sogar eingefroren werden.

Die mit Samen gefüllten Samenstände vieler Blütenstauden, wie die von Wegwarte (Cichorium intybus), Distel (Carduus), Wilder Möhre (Daucus carota subsp. carota) oder Wiesenknopf (Sanguisorba) sind aber auch eine willkommene Nahrungsquelle für Meisen und Finken. Es ist immer eine grosse Freude, zu beobachten, wie der bunte Distelfink (Stieglitz) mit grosser akrobatischer Leistung kopfüber an den Samenständen herumturnt, um an die natürliche Nahrung heranzukommen. Distelfinken ziehen meist ab Herbst in kleinen Schwärmen durch die hiesige Landschaft und gehören zu den traditionellen «Körnlipickern» unserer heimischen Vogelarten.

Der Herbst ist Erntezeit für Mensch und Tier. Ob die Samenstände der Blumen, Wildobst wie Aroniabeeren und Hagebutten oder Früchte aus dem Hausgarten: Sie stellen eine wertvolle Winternahrung für Tiere dar, weshalb eine umsichtige Ernte besonders wichtig ist.

Service Teaser Experten

Suchst du die richtigen Expertinnen oder Experten für dein Projekt?

Finde geprüfte Fachpersonen in deiner Nähe und erhalte Unterstützung für deine Sanierung oder Modernisierung.

Häufige Fragen

Newsletter V2 500x500px Pos

Tipps für dein Zuhause

Abonniere unseren Newsletter und erhalte regelmässig Tipps rund um dein Zuhause.