Natürliches Vogelfutter aus Samenständen
Sobald die Stängel der Samenstände am Ansatz trocken sind, können wir die reifen Samen ernten. Um das Volumen zu reduzieren, werden die Samen mit einem Sieb oder durch vorsichtiges Reiben oder Ausblasen von der Spreu getrennt. Dies hilft auch, allfällige Pilzsporen und Krankheitskeime weitestgehend zu reduzieren. Die Samen werden in einem lufttrockenen, eher kühlen und vor allem mäusesicheren Raum aufbewahrt, bis wir sie im Frühling wieder aussäen. Für eine längerfristige Lagerung ist es wichtig, das Saatgut vor Licht, Luft, Wärme und Feuchtigkeit zu schützen – gut trockenes Saatgut kann sogar eingefroren werden.
Die mit Samen gefüllten Samenstände vieler Blütenstauden, wie die von Wegwarte (Cichorium intybus), Distel (Carduus), Wilder Möhre (Daucus carota subsp. carota) oder Wiesenknopf (Sanguisorba) sind aber auch eine willkommene Nahrungsquelle für Meisen und Finken. Es ist immer eine grosse Freude, zu beobachten, wie der bunte Distelfink (Stieglitz) mit grosser akrobatischer Leistung kopfüber an den Samenständen herumturnt, um an die natürliche Nahrung heranzukommen. Distelfinken ziehen meist ab Herbst in kleinen Schwärmen durch die hiesige Landschaft und gehören zu den traditionellen «Körnlipickern» unserer heimischen Vogelarten.
Der Herbst ist Erntezeit für Mensch und Tier. Ob die Samenstände der Blumen, Wildobst wie Aroniabeeren und Hagebutten oder Früchte aus dem Hausgarten: Sie stellen eine wertvolle Winternahrung für Tiere dar, weshalb eine umsichtige Ernte besonders wichtig ist.