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Imkern im Garten: Bienen halten für Honig und Bestäubung

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Bienenkästen in einem Garten für die Hobbyimkerei.

Als Bestäuber sind Bienen in erheblichem Masse für den Erhalt und die Fortpflanzung der Pflanzenwelt verantwortlich. Angesichts eines immer kleiner werdenden Lebensraums ist es zu begrüssen, dass sich immer mehr Menschen für die Bienenhaltung interessieren und in ihren eigenen Gärten zu Hobby-Imkerinnen und -Imkern werden. Wir sagen dir, worauf du dabei achten solltest.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bienenhaltung im eigenen Garten unterstützt aktiv das Ökosystem, denn rund 80 Prozent der hiesigen Nutz- und Wildpflanzen sind auf die Bestäubung durch Honigbienen angewiesen. Mit einem Bienenstock leistest du einen konkreten Beitrag gegen das Bienensterben.
  • Das Bienensterben hat mehrere Ursachen wie Pestizide, Monokulturen, die Varroamilbe, den Klimawandel und fehlende Nistplätze. Wer imkert oder seinen Garten bienenfreundlich gestaltet, hilft mit, Lebensräume zu sichern.
  • Imkern ist ein anspruchsvolles Hobby mit viel Lern- und Zeitaufwand, im ersten Jahr fallen bei mehreren Völkern rund 200 Stunden an. Eine fundierte Ausbildung, etwa über einen Imkerverein, ist dringend zu empfehlen.
  • Für die Bienenhaltung im Garten brauchst du ausreichend Platz, einen geeigneten Standort für Bienenbeuten und die richtige Ausrüstung wie Imkeroverall, Handschuhe und Rauchmaschine. Auch die Information der Nachbarschaft gehört dazu.
  • Wer keine Honigernte anstrebt, kann auf naturnahe Varianten der Bienenhaltung ohne Honigernte setzen oder eine Bienenpatenschaft übernehmen. So unterstützt du Bienen, auch ohne selbst intensiv zu imkern.

Warum Bienen unsere Unterstützung brauchen

Nur wenig geht über ein mit Bienenhonig bestrichenes Stück Brot. Doch seit der Begriff «Bienensterben» Schlagzeilen macht, ist uns bewusst, dass diese Leckerei dereinst keine Selbstverständlichkeit mehr sein könnte.

Die Gründe für das Bienensterben

Das seit der Jahrtausendwende zu beobachtende Bienensterben hat verschiedene Ursachen. Dazu gehören:

  • die intensive Landwirtschaft mit zunehmenden Monokulturen und dem Einsatz von Pestiziden.
  • Parasiten, wobei hier die Varroamilbe im Fokus steht. Sie kommt ursprünglich aus Asien, klammert sich sowohl an Bienenlarven als auch an Honigbienen, ernährt sich von deren Körperflüssigkeit und infiziert sie mit Krankheiten.
  • der Klimawandel mit längeren Wärmeperioden im Winter oder starken Temperaturschwankungen. Er macht Bienen noch anfälliger für die Varroamilbe.
  • der Mangel an Nistplätzen

Die Bedeutung der Bienen für unser Ökosystem

Es gibt über das selbstgemachte Honigbrot hinaus viele gute Gründe, dass immer mehr Privatpersonen versuchen, mit eigenen Bienenstöcken der Bienenpopulation zu Hilfe zu kommen. Denn für unser Ökosystem ist die Bedeutung von Honig- und Wildbienen essenziell. Als Bestäuber sind sie in erheblichem Masse für den Erhalt und die Fortpflanzung der Pflanzenwelt verantwortlich. Man schätzt, dass etwa 80 Prozent der hiesigen Nutz- und Wildpflanzen, vor allem im Pflanzen- und Obstbau, auf die Honigbiene angewiesen sind, wenn es um die Verteilung von Blütenstaub geht.

Albert Einstein soll dazu einst gesagt haben: «Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, keine Menschen mehr.»

Um den Bienen zu Hilfe zu kommen, legen deshalb heute viele Menschen ihren Garten wildbienenfreundlich an, andere steigen in die Imkerei ein und halten eigene Bienen in ihrem Garten.

Bienenzucht will gelernt sein

Dabei ist es sinnvoll, sich zuerst alles Wissenswerte über die Bienenhaltung und die Imkerei anzueignen. Empfehlenswert ist auf jeden Fall eine Einführung durch eine Imkerin, einen Imker oder einen Imkerverein. Im Idealfall beziehst du dort auch gleich die ersten Völker. BienenSchweiz, der Imkerverband der deutschen und rätoromanischen Schweiz, bietet in seinen lokalen Sektionen auch einen Grundkurs für Neuimkerinnen und Neuimker an, der 18 Halbtage, verteilt auf zwei Jahre, umfasst. Wissen aus Büchern und dem Internet schadet als Ergänzung ebenfalls nicht.

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Imkerei: Ein Hobby mit grossem Zeitaufwand

Überlege, wie viel Zeit du ins neue Hobby investieren kannst. BienenSchweiz berechnet bei sechs Völkern einschliesslich des Grundkurses für das erste Jahr einen Stundenaufwand von rund 200 Stunden, wobei der grösste Teil davon auf die Monate April bis August fällt. Zu den wichtigsten Aufgaben gehören:

  • Wintermonate: Beobachtungen, Reinigungsarbeiten und Vorbereitung für den Frühling (Materialbeschaffung, Rahmen drahten, Waben vorbereiten etc.). Bekämpfung der Varroamilbe bei möglichst tiefen Temperaturen. Ausserdem ist der Winter die Zeit für die Weiterbildung und dafür, Neues über die Bienenforschung zu lernen.
  • März: Prüfung der Bienenvölker, Reinigung des Bodenbretts der Bienenstöcke, Beurteilung der Königinnensituation (Weiselrichtigkeit).
  • April: Aufbau der Völker und verstärkter Kampf gegen die Bildung und Vermehrung der Varroamilbe.
  • Mai/Juni/Juli: Weiterer Aufbau der Bienenvölker, Bildung von Jungvölkern und Schleudern des Nektarhonigs sowie später im Sommer des Honigtauhonigs. Förderung der Bildung von Bienenharz als Schutz vor Bakterien, Pilzen und Milben.
  • August/September: Erneute Beurteilung der Königinnensituation. Königinnenlosen Völkern können neue Königinnen zugesetzt werden. Prüfung der Futtervorräte.
  • Oktober bis zu den Wintermonaten: Herbstrevision, Überprüfung der Futtermengen, Vorbereitungsarbeiten für den Winter sowie Bekämpfung der noch verbliebenen Varroamilben.

Bienenhäuser und Bienenkästen

Wenn du bei dir zu Hause Bienen halten willst, empfehlen wir dir folgendes Vorgehen:

  • Schau zuerst, ob du wirklich genug Platz hast. Angebracht ist eine Mindestgrösse des Gartens von 200 m², damit die Bienen sich nicht gestört fühlen – beziehungsweise sich Mensch und Biene nicht ins Gehege kommen.
  • Informiere die Nachbarschaft über deine Pläne. Es existieren keine baurechtlichen Vorgaben, aber durch die Bienenhaltung darf keine übermässige Beeinträchtigung der Nachbarschaft entstehen.
  • Spricht alles für die Bienenhaltung, musst du den Insekten auch ein Zuhause bieten. Bienenhäuser oder Bienenkästen – Profis sprechen von Bienenbeuten – können als Fertigbau erworben werden. Im Internet sind interessante Bausätze erhältlich, aber selbstverständlich kannst du mit ausreichend handwerklichem Geschick auch selbst ein Bienenhaus bauen.
  • Der Standort sollte sich idealerweise etwa zu 50 Prozent im Schatten und zu 50 Prozent an der Sonne befinden. Ist die «Unterkunft» bereit und es ist idealerweise Frühsommer, können die summenden Gäste einziehen.
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Die passende Ausrüstung für Bienenhalterinnen und Bienenhalter

Bevor man sich an die Bienen heranwagt, benötigt man die passende Ausrüstung. Dazu gehören:

  • Imkeroverall
  • Imkerhandschuhe
  • Imkerhut mit Schleier
  • Stockmeissel
  • Rauchmaschine
  • Abkehrbesen

Bienenhaltung ohne Honigernte

Die natürlichste Variante der Bienenhaltung ist übrigens viel weniger aufwändig. Man baut den Bienen eine einer Baumhöhle nachempfundene Behausung, lässt sie ausschwärmen und verzichtet auf die Honigernte. Dieser ist schliesslich die Nahrung der Bienen, enthält Vitamine, Proteine, Aminosäuren und Mineralstoffe und wirkt antibakteriell und antimykotisch.

In diese Richtung zielen auch einfache Möglichkeiten der Bienenhaltung wie BienenBox oder BeeHome, die ebenso für Menschen in der Stadt ein Thema sein können, naturnah sind und sich gerade für Einsteigerinnen und Einsteiger gut eignen.

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