Wie wichtig ist eine gute Planung bei der Gartengestaltung und womit sollte man beginnen?
Planung ist wichtig – aber mit Bedacht und Zeit. Zuerst gibt es einige Grundgedanken zu machen: Es ist gut die Familie oder alle, die im Haushalt leben, mit einzubeziehen. So können alle einbringen, was sie gerne im Garten hätten. Das stärkt die Beziehung zum entstehenden Garten – und z.B. wiederkehrende Pflegearbeiten werden besser mitgetragen, wenn zuvor mitentschieden wurde.
Für den naturnahen Garten ist es natürlich selbstverständlich zum grössten Teil einheimische Pflanzen zu verwenden.
Praktisch gedacht: Alles, was viel Pflege oder Zeit braucht, gehört nahe ans Haus. Man muss herauslaufen und direkt im Gemüsegarten arbeiten oder Kräuter holen können. Die Wege müssen genügend breit sein und vielleicht auch der Belag so gewählt, dass man auch mit den Finken hinaus kann. Alles, was man weniger nutzt oder weniger Pflege braucht, kann dann weiter aussen sein: Heuwiese, Beerengarten, Obstbäume oder sogar der Kompost – falls man diesen nicht täglich nutzt.
Fürs Gemüt finde ich wichtig, dass man den Garten entstehen lässt. Also nicht gleich Sitzplätze planen, sondern einfach mal einen Stuhl auf den Rasen stellen und schauen, ob man gerne dort sitzt und einen guten Ausblick hat. Aus meiner Erfahrung lohnt sich ein windgeschützter Platz an der Morgensonne vor allem im Frühling, dann sehnt man sich danach draussen zu sein und in Ruhe einen Kaffee zu trinken. Und ganz wichtig: das Feierabendbänkli, auf dem man bei der Abendsonne sitzen und sich austauschen kann. Es soll nicht direkt einsehbar sein, sondern an einem Ort stehen, an dem einem wohl ist – dann lässt es sich auch besser reden. Ein Garten soll nicht auf den ersten Blick alles preisgeben. Er darf spannend sein, zum Entdecken einladen, mit Orten, die etwas versteckter liegen. Es geht darum, Räume zu schaffen, an denen man gerne verweilt – sei das ein Sitzplatz, ein Spielbereich oder auch eine Schaukel.