myky

Rebenpockenmilbe erkennen und bekämpfen

ca. 5 Leseminuten
Weinrebenblatt mit typischen pockenartigen Erhebungen durch einen Befall mit der Rebenpockenmilbe.

Die Rebenpockenmilbe ist auf der Weinrebe mit blossem Auge kaum zu sehen. Der Schädling befällt bevorzugt Weinreben und hinterlässt dabei pockenartige Beulen. So erkennst du einen Befall durch die winzige Milbe und verhinderst eine starke Ausbreitung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Rebenpockenmilbe befällt vor allem Weinreben und verursacht pockenartige Erhebungen auf den Blättern. Die winzigen Schädlinge sind mit blossem Auge kaum sichtbar und überwintern in Knospen und unter der Rinde.
  • Einen Befall erkennst du anhand der typischen Beulen auf der Blattoberseite und der weisslichen Filzgallen auf der Blattunterseite. Im Frühling sind die ersten Anzeichen besonders gut sichtbar.
  • Vorbeugung ist der beste Schutz. Kontrolliere deine Weinreben regelmässig, fördere natürliche Feinde wie Raubmilben und giesse direkt auf den Boden statt über die Blätter.
  • Eine Bekämpfung ist in einem naturnahen Garten meist nicht nötig, da der Ertrag nur wenig beeinträchtigt wird und natürliche Feinde die Milben in Schach halten. Befallene Blätter können entfernt werden, eine Behandlung ist nur zu einem frühen Zeitpunkt sinnvoll.

Die Rebenpockenmilbe im Überblick

Pockenartige Erhebungen und Beulen an den Weinreben sind ein sicheres Anzeichen für einen Befall durch Rebenpockenmilben. Nur äusserst schwer sind die winzigen Schädlinge zu erkennen. Die Milben saugen an den frisch ausgetriebenen Blättern. Doch ihre natürlichen Feinde, die Raubmilben, sind ihnen bereits auf der Spur. In einem naturnahen Garten darf somit auf eine Bekämpfung der Schädlinge verzichtet werden. 

Die Rebenpockenmilbe im Porträt

Die Rebenpockenmilbe (Eriophyes vitis) ist gerade einmal 0.15 Millimeter gross und für den Menschen nur mit der Lupe zu erkennen. Der winzige Schädling gehört zur Familie der Blattgallmilben (Colomerus vitis) und befällt bevorzugt Weinreben.

Bei einem Befall durch die Rebenpockenmilbe wird meist zuerst eine Pilzkrankheit vermutet, da der Schädling auf den Blättern nicht zu sehen ist. Doch der Schein trügt. Die Tiere überwintern in den Knospenschuppen oder unter der Rinde der Weinrebe.

Im Frühling werden sie mit dem Austrieb der Pflanze aktiv und saugen an den jungen Blättern. Rebenpockenmilben vermehren sich rasch und bilden jährlich mehrere Generationen. Die Schädlinge ziehen sich schon im September in ihr Winterversteck an der Basis der Blattstiele und in den Knospen zurück. Ein kalter Winter lässt den Bestand der kälteempfindlichen Milben jedoch stark schrumpfen.

Einen Befall durch Rebenpockenmilben erkennen

Im Frühling zeigen sich mit dem Austrieb auf den Blättern die ersten pockenartigen Erhebungen und Beulen. An den unteren Blättern des Triebes ist das Schadbild der Rebenpockenmilben am stärksten ausgeprägt. Die Pocken sind zunächst gelblich und bei roten Sorten auch rötlich. Im späteren Verlauf werden sie grün bis braun.

Auf der Blattunterseite finden sich Grübchen, die mit einem weisslichen Haarfilz ausgekleidet sind – die sogenannten Filzgallen. Die Rebenpockenmilben sitzen in dem dichten Filz. Dieser schützt die Schädlinge vor äusseren Einflüssen, so auch vor Spritzmitteln.

Service Teaser Experten

Suchst du die richtigen Expertinnen oder Experten für dein Projekt?

Finde geprüfte Fachpersonen in deiner Nähe und erhalte Unterstützung für deine Sanierung oder Modernisierung.

Einen Befall durch Rebenpockenmilben vorbeugen

  • Kontrolliere die Weinrebe kurz nach dem Austrieb im Frühling regelmässig auf einen Befall durch die Rebenpockenmilbe.
  • Fördere die natürlichen Feinde der Rebenpockenmilbe in deinem Garten. Zu ihnen zählen neben den Spinnen und Marienkäfern auch Raubmilben (Typhlodromus pyri).
  • Giesse die Pflanzen nicht über die Blätter, sondern direkt auf den Boden. Der ideale Zeitpunkt zum Wässern ist morgens. Dann kann die Pflanze den Tag hindurch gut abtrocknen und ist somit weniger anfällig für Pilzkrankheiten.
  • Zur Vorbeugung und Stärkung der Pflanzen haben sich Pflanzenjauchen wie beispielsweise eine Brühe aus Schachtelhalm (Echter Mehltau) und Brennnessel (Falscher Mehltau) bewährt.

Einen Befall durch Rebenpockenmilben bekämpfen

Im naturnahen Garten ist eine massive Bekämpfung der Rebenpockenmilben nicht notwendig – ein Befall durch den Schädling mindert den Ertrag nicht erheblich. Zudem ernähren sich die natürlichen Feinde wie beispielsweise die Raubmilben von den Rebenpockenmilben.

Entferne die befallenen Blätter, wenn möglich zu Beginn eines Befalls und entsorge diese im Hausmüll. So können sich die Milben nicht stärker auf der Pflanze ausbreiten.

Eine gute bekämpfende Wirkung auf Milben haben Präparate, die gegen Echten Mehltau zugelassen sind – Insektizide oder Akarizide dürfen im Garten gegen Rebenpockenmilben nicht eingesetzt werden. Die Schädlinge müssen jedoch direkt mit dem Fungizid in Verbindung kommen und dürfen nicht in ihren kuscheligen Filzburgen sitzen. So ist der beste Zeitpunkt für eine Behandlung, wenn sich die Blätter der Weinrebe gerade entfalten. Dann krabbeln die Milben noch auf den Blättern herum.

Service Teaser Projekt de

Unsicher, welche Schritte bei deinem Projekt wichtig sind?

Nutze strukturierte ToDo-Listen und klare Abläufe, damit du nichts vergisst und bei deinem Projekt deiner Wahl effizient vorgehst.

Häufige Fragen

Newsletter V2 500x500px Pos

Tipps für dein Zuhause

Abonniere unseren Newsletter und erhalte regelmässig Tipps rund um dein Zuhause.