Bauherrenhaftpflichtversicherung bei Sanierungen: Schutz vor Haftungsansprüchen Dritter
Die Bauherrenhaftpflichtversicherung ist eine zentrale Absicherung für Wohneigentümerinnen und Wohneigentümer in der Schweiz, die ein Sanierungsprojekt durchführen. Sie schützt vor Haftungsansprüchen Dritter, wenn Personen oder Sachen im Zusammenhang mit den Bauarbeiten zu Schaden kommen.
Kommt es während einer Sanierung zu einem Unfall – etwa durch herabfallendes Baumaterial oder unzureichend abgesicherte Baustellenbereiche – können Geschädigte Schadenersatzansprüche geltend machen. Die Bauherrenhaftpflichtversicherung übernimmt diese Kosten und schützt Bauherrinnen und Bauherren vor erheblichen finanziellen Belastungen.
Warum ist eine Bauherrenhaftpflichtversicherung bei einer Sanierung wichtig?
Auch bei sorgfältig geplanten und fachgerecht ausgeführten Sanierungsarbeiten lassen sich Risiken nicht vollständig ausschliessen. Unfälle können selbst dann passieren, wenn alle Sicherheitsvorschriften eingehalten werden.
Die Bauherrenhaftpflichtversicherung übernimmt dabei nicht nur berechtigte Forderungen, sondern wehrt auch unberechtigte Haftungsansprüche ab – inklusive der Kosten für die rechtliche Abklärung.
Was deckt eine Bauherrenhaftpflichtversicherung ab? Ein Praxisbeispiel
Ein Bauunternehmen führt Sanierungsarbeiten an einem bestehenden Gebäude durch. In der Nähe der Baustelle wird eine Passantin durch herabfallendes Baumaterial verletzt. Sie muss medizinisch behandelt werden und reicht anschliessend eine Haftungsklage ein. Sie wirft dem Bauunternehmen mangelnde Sicherheitsmassnahmen vor – ein Vorwurf, der sich später als unbegründet herausstellt.
Die Bauherrenhaftpflichtversicherung übernimmt in diesem Fall die medizinischen Kosten der verletzten Passantin sowie ein allfälliges Schmerzensgeld. Zusätzlich deckt sie die Kosten für die Abwehr der unberechtigten Haftungsansprüche.
«In vielen Fällen besteht durch eine Privathaftpflichtversicherung automatisch auch eine Bauherrenhaftpflichtversicherung bis zu einer Bausumme von 100'000 Franken oder sogar höher», erklärt Silvan Bittel. Es sei ausserdem wichtig zu beachten, dass die genauen Leistungen und Bedingungen je nach Versicherungspolice variieren können, so der Experte weiter: «Daher ist es ratsam, die Bedingungen sorgfältig zu prüfen und gegebenenfalls mit einer Versicherungsberaterin oder einem Versicherungsberater zu sprechen, um sicherzustellen, dass du den richtigen Schutz für dein spezifisches Bauprojekt erhältst.»
Kurz erklärt: Was ist eine Bauherrenhaftpflichtversicherung?
Die Bauherrenhaftpflichtversicherung schützt Bauherrinnen und Bauherren vor finanziellen Folgen von Personen- oder Sachschäden, die Dritten während Bau- oder Sanierungsarbeiten entstehen. Sie ergänzt andere Bauversicherungen und ist besonders bei Sanierungen mit erhöhtem Risiko empfehlenswert.
Wann lohnt sich eine Bauherrenhaftpflichtversicherung – und wann eher nicht?
«Bei grösseren oder komplexeren Sanierungsprojekten ist der Abschluss einer Bauherrenhaftpflichtversicherung in der Regel sinnvoll. Unvorhergesehene Ereignisse können hohe Kosten verursachen, die ohne Versicherung selbst getragen werden müssten.», hält Silvan Bittel fest.
Bei kleineren Projekten mit überschaubarem Risiko – etwa einfachen Malerarbeiten im Haus – kann es hingegen angemessen sein, auf zusätzliche Versicherungen zu verzichten. Entscheidend ist stets eine realistische Einschätzung des individuellen Risikos.