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Interview Putzen: Ordnung und Sauberkeit im Alltag

Interview ca. 9 Leseminuten in Zusammenarbeit mit Dagmar Schäfer, Ordnungswunder
Junge Frau putzt ihre Wohnung

Jeder wünscht sich ein gemütliches Zuhause, einen Ort zum Entspannen und Wohlfühlen. Ordnung hat dabei einen entscheidenden Einfluss. Doch wo fängt man an und worauf muss man achten? Dagmar Schäfer, Ordnungs- und Stilcoach aus Zürich und Gründerin von ordnungswunder.ch, stellt sich im Interview Fragen rund um Putzen, Reinigen und Aufräumen in den eigenen vier Wänden.

Expertin in diesem Interview

Dagmach Schaefer

Dagmar Schäfer
Ordnungswunder

Dagmar Schäfer ist zertifizierter Aufräumcoach und Gründerin von Ordnungswunder. Sie unterstützt Menschen dabei, mit nachhaltigen Ordnungssystemen ihren Alltag zu vereinfachen. Zu ihren Schwerpunkten gehören Kleiderschrank-Detox und die Planung von Capsule Wardrobes.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ordnung und Sauberkeit wirken sich direkt auf dein Wohlbefinden aus. Wenn Dinge ihren festen Platz haben und dein Zuhause gepflegt ist, entsteht innere Klarheit und ein Gefühl von Leichtigkeit, ganz ohne Perfektionsdruck.
  • Ein realistischer Putzplan mit kleinen, machbaren Einheiten funktioniert besser als ambitionierte Grossaktionen. Tägliche und wöchentliche Mini-Routinen mit Timer helfen dir, dranzubleiben und Stress zu vermeiden.
  • Beim Frühjahrsputz gilt, in Zonen und Zeiteinheiten zu denken. Ein Raum, ein Ziel, eine Stunde, so bleibst du fokussiert und schiebst grosse Aufgaben nicht endlos vor dir her.
  • Die richtige Parkettpflege schützt empfindliche Böden langfristig. Nebelfeucht wischen, sanfte Reiniger verwenden und Filzgleiter unter Möbeln anbringen, so vermeidest du Schäden und Kratzer.
  • Dauerhafte Ordnungssysteme setzen auf klare Strukturen, weniger Besitz und feste Plätze für alles. Kleine Ausmist-Einheiten, sichtbare Aufbewahrungslösungen und einfache Routinen sorgen dafür, dass Chaos gar nicht erst entsteht.

Warum sehnen wir uns nach Sauberkeit und Ordnung?

Ich beobachte das immer wieder bei meinen Kundinnen und Kunden – und auch bei mir selbst: Wenn alle Dinge ihren Platz haben, wenn es angenehm riecht und nichts mehr klebt oder staubt, dann verändert sich sofort die Energie im Raum. Man fühlt sich freier, klarer, aufgeräumter – innerlich wie äusserlich. Ordnung im Schrank schafft Klarheit im Kopf, sage ich immer.

Erst das Zusammenspiel aus Ordnung und Sauberkeit bringt dieses herrlich leichte Gefühl, wenn man nach Hause kommt und denkt: „Ahhh, hier bin ich richtig.“

Was dabei wichtig ist: Es geht nicht um Perfektion. Ich bin keine Freundin von steril aufgeräumten Musterräumen, in denen kein Kissen schief liegen darf. Es geht darum, dass dein Zuhause zu dir passt und dir den Rücken freihält.

Wie sieht ein gut funktionierender Putzplan aus – und wie schafft man es, ihn langfristig im Alltag zu integrieren, auch wenn man wenig Zeit hat?

Ein guter Putzplan muss zum Leben passen – nicht umgekehrt.

Der grösste Fehler, den ich bei Putzplänen sehe? Sie sind zu ambitioniert. Wenn da jeden Dienstag «Kühlschrank auswischen» steht, aber man das in der Realität maximal einmal pro Monat schafft, dann fliegt der ganze Plan bald in die Tonne. Was wirklich funktioniert – und was ich auch in meinem Buch «Ordnungs-Quickies» immer wieder betone – ist das Prinzip der kleinen, machbaren und «leicht verdaulichen» Häppchen. Denn die sind nicht nur alltagstauglich, sondern nehmen auch dem inneren Schweinehund den Wind aus den Segeln. Auch eine Putz-App (wie z.B. die BeTidy-App) kann dabei sehr motivieren und helfen, gerade wenn die Aufgaben auf mehrere Personen verteilt werden sollen.

Statt also alle paar Wochen stundenlang durchzupowern (und am Ende womöglich erschöpft vorzeitig aufzugeben oder gar nicht erst anzufangen), lieber täglich oder wöchentlich kleine Einheiten planen:

  • Tagesaufgaben (z. B. Spülmaschine ausräumen, Oberflächen abwischen)
  • Wochenaufgaben (z. B. Böden saugen, Bad gründlich reinigen)
  • Monats- oder Quartalsaufgaben (z. B. Fenster, Dunstabzugshaube)

Ein Trick für alle, die leicht abschweifen oder sich ablenken lassen: Timer stellen! Täglich 10 Minuten Power-Putzen oder Power-Aufräumen mit Lieblingsmusik – das motiviert mehr, als man denkt. Und das Beste: Wer in kleinen Portionen reinigt und aufräumt, spart sich die grossen Katastrophenaktionen. Regelmässigkeit ist der Schlüssel – und ein cleverer Plan macht den Einstieg leicht.

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Viele Menschen scheuen sich vor einem Grossputz, zum Beispiel vor dem typischen Frühjahrsputz – wie kann man diesen effizient und stressfrei angehen, ohne gleich das ganze Haus auf den Kopf zu stellen?

Mein Motto: Frühjahrsputz ja – aber ohne Drama, bitte!

Man muss nicht gleich sämtliche Schränke und Regale bis in den hintersten Winkel auswischen und das Sofa mit der Zahnbürste schrubben, um frischen Wind ins Zuhause zu bringen.

Stattdessen empfehle ich: Denk in Zonen und Zeiteinheiten – oder, wie ich gerne sage: mach sinnvolle Putz-Häppchen daraus, die auch an einem vollen Alltagstag noch Platz finden. Mach dir dafür am besten schriftlich einen verbindlichen Plan, den du z.B. am Kühlschrank aufhängst und wo du erledigte Aufgaben zufrieden abhaken kannst. Denn genau darin liegt auch hier wieder die Magie: grosse Aufgaben in kleine Portionen aufteilen, sodass der innere Schweinehund gar nicht erst mitbekommt, was los ist.

Also lieber „Heute Küche, maximal eine Stunde“ statt „Ich muss heute und morgen ALLES putzen“. Denn was überfordert, wird gerne verschoben – auf übermorgen oder gleich auf nächsten Frühling.

Ein cleverer Einstieg:

  1. Fenster öffnen – frische Luft = frischer Kopf
  2. Musik an – am besten was mit Schwung
  3. Timer stellen – das hilft beim Fokussieren
  4. Ein Raum, ein Ziel, eine Stunde (oder eine halbe) – mehr nicht, dafür öfter
  5. Belohnung einplanen – Kaffee, Schokolade, Serienfolge, egal was. Hauptsache: Freudiger Anreiz statt Pflichtgefühl

Und noch ein Tipp, der vielen hilft: Mach vorher ein „Vorher-Foto“ vom Raum, dem Schrank, der Schublade oder was auch immer gerade ansteht. Dann siehst du hinterher, was du geschafft hast – das motiviert enorm und zeigt: Es hat sich gelohnt

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Parkett ist ein beliebter Bodenbelag, aber auch empfindlich – was sind die wichtigsten Tipps zur Pflege und Reinigung von Parkettböden?

Parkett ist ein Sensibelchen – schön, warm, charmant, aber auch schnell beleidigt, wenn man nicht gut aufpasst.

Mein wichtigster Tipp: Weniger ist mehr. Kein Wassersee, keine scharfen Reiniger, keine Experimente. Stattdessen: nebelfeucht wischen mit einem sanften Holzreiniger. «Nebelfeucht» heisst übrigens wirklich nur: leicht feuchtes Tuch, kein Tropfen darf auswringbar sein. Wenn man sich unsicher ist – der Wischmopp sollte eher an ein leicht angefeuchtetes Küchenpapier erinnern als an einen tropfenden Lappen. Statt Mikrofasertücher empfehle ich für geölte oder gewachste Böden lieber Baumwolle – Mikrofasern können die Oberfläche angreifen.

Und ganz wichtig: Filzgleiter unter Möbeln, vor allem unter Stühlen, die oft bewegt werden.

Thema Saugroboter – können diese klassische Putzroutinen sinnvoll unterstützen oder fördern sie eher eine gewisse Trägheit?

Ich sage mal so: Ein Saugroboter ist wie ein fleissiger Mitbewohner, der nie jammert – aber auch nie unter die Kommode schaut!

Er kann eine grosse Hilfe sein, vor allem im Alltag mit Kindern, Tieren oder einfach viel Trubel. Ich selbst nutze auch schon lange einen Saugroboter und möchte ihn nicht mehr missen. Ich sehe ihn aber als Ergänzung, nicht als Ersatz. Wer ihn richtig einsetzt – also viel freie Bodenfläche hat und ihn nicht durch Kabel, Spielzeug oder Ähnliches blockieren lässt – kann damit wirklich viel Entlastung schaffen.

Aber: Der Saugroboter ersetzt weder das gelegentliche Wischen noch das gezielte Putzen in den Ecken, auf Sockelleisten oder unter Möbeln, unter die der Roboter nicht drunter kommt. Er motiviert allerdings viele Menschen, die Böden möglichst freizuhalten – was ganz nebenbei mehr Ordnung schafft. Und das ist ja schon ein schöner Nebeneffekt.

Was tun bei hartnäckigen Flecken auf Möbeln oder Teppichen? Gibt es Hausmittel, die wirklich helfen – oder haben professionelle Reinigungsmittel die Nase vorn?

Ich bin ein Fan von beidem – solange es wirksam, sanft und unkompliziert ist. Mein Grundsatz lautet: Erst das Hausmittel, dann die Chemiekeule (wenn überhaupt). Viele hartnäckige Flecken lassen sich tatsächlich mit einfachen Mitteln aus dem Küchenschrank lösen – Essig, Natron, Zitronensäure, Gallseife und ein bisschen Geduld sind oft die wahren Heldinnen und Helden im Kampf gegen Rotwein, Ketchup, Kaffee, Kugelschreiber & Co.

Zum Beispiel:

  • Teppich und Polster: Bei frischen Flecken hilft oft schon Mineralwasser mit Kohlensäure – aufsprühen, vorsichtig tupfen, fertig. Bei älteren Verfärbungen wirkt eine Paste aus Natron und Wasser erstaunlich gut.
  • Fettflecken auf Textilien: Erst mit Spülmittel (nicht rubbeln, nur tupfen), dann warm auswaschen.
  • Kaffeeflecken: Mit Essigwasser behandeln – oder bei hellen Stoffen mit etwas Zitronensaft nachhelfen.

Wichtig: Immer zuerst an unauffälliger Stelle testen – und nie wild drauflos schrubben. Für empfindliche Materialien wie Samt oder Leder greife ich aber durchaus zu speziellen Reinigungsprodukten – oder lasse Profis ran, wenn ich das gute Stück wirklich retten will. Man muss nicht alles selbst machen, schon gar nicht bei antiken Erbstücken oder Designerstücken.

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Viele Familien kämpfen mit der täglichen Unordnung in Küche, Bad und Kinderzimmer – was sind die Tipps der Expertin? halten?

Das ist ein echter Klassiker – und ganz ehrlich: Auch bei mir ist nicht immer alles pikfein.

Aber es gibt ein paar Tricks, die wirklich helfen:

1. Alles braucht ein Zuhause.

Was keinen festen, eindeutigen und im Idealfall leicht zu erreichenden Platz hat, wird herumliegen. Klingt simpel – ist aber die goldene Regel. Vor allem in der Küche und im Kinderzimmer: Eine klare Struktur in den Schränken und Regalen spart nicht nur Nerven, sondern auch Zeit.

2. Weniger ist mehr.

  • In der Küche: Brauchst du wirklich sechs Schneidebretter, drei Pfannen mit wackeligem Griff und 15 verschiedene Kaffeetassen, obwohl du immer dieselben zwei benutzt? Weniger Geschirr = weniger Spülaufwand, besserer Überblick, mehr freie Lagerfläche.
  • Im Bad: Alte Tuben, halbvolle Proben, acht angebrochene Bodylotions – vieles davon nimmt nur Platz weg und wird nie benutzt. Mein Tipp: Ein Fach nur mit den Produkten, die du täglich nutzt (oder ein Körbchen pro Person). Alles andere darf in eine Box mit Ablaufdatum – was in drei Monaten nicht vermisst wurde, darf gehen.
  • Im Kinderzimmer: Kinder spielen meistens mit denselben fünf bis sieben Sachen. Alles andere kann in eine «Spielrotation»: in Kisten sortiert und beschriftet in den Keller oder in einen anderen Raum. Alle paar Wochen wird getauscht – das bringt frischen Wind, reduziert das tägliche Chaos und die Kinder freuen sich über «neue» alte Sachen.

Und ganz wichtig: Kinder (und auch Erwachsene) sind überfordert, wenn sie zu viele Optionen sehen. Weniger Auswahl = schnellere Entscheidungen = weniger Streit, weniger Kopfzerbrechen.

3. Ordnung sichtbar machen.

Gerade Kinder brauchen optische Orientierung: Boxen mit Bildern oder Symbolen, farbige Kisten, klare Zonen. Auch Erwachsene profitieren davon – weil das «Wohin damit?» wegfällt.

4. Mini-Routinen statt Chaos-Feuerwehr.

Einmal täglich zu einer festen Zeit (z.B. vor dem Abendessen) 5 bis 15 Minuten Aufräumrunde (am besten mit Musik) bringt mehr als ein wöchentlicher Aufräum-Marathon. Ich nenne das den «Zähneputz-Effekt»: Es geht nicht um Perfektion, sondern um Gewohnheit durch Regelmässigkeit. Wichtig: Timer stellen, damit man nicht abschweift. Man kann dadurch in nur 10 Minuten unglaublich viel schaffen!

Was sind die häufigsten Fehler beim Ausmisten – und wie kann man das Aussortieren vielleicht sogar in den Alltag integrieren?

Einer der grössten Fehler ist: Zu viel auf einmal wollen.

Da wird die ganze Wohnung in Angriff genommen – und nach drei Stunden sitzt man zwischen Bergen von Zeug, ist völlig überfordert und fragt sich, wie das passieren konnte.

Darum mein Zauberwort: Ordnungs-Quickies.

Also kleine, klar abgegrenzte Ausmist-Einheiten, die man in 10 bis 20 Minuten schafft – z. B. nur die Tupper-Schublade, nur die Unterwäsche- und Sockenschublade oder nur das oberste Regal im Keller. So kommt man in den Flow, sieht schnell Erfolge – und das motiviert enorm, dranzubleiben.

Ein weiterer häufiger Fehler: Emotionaler Ballast wird ignoriert.

Viele behalten Dinge, „weil sie mal teuer waren“, „weil man sie irgendwann einmal gebrauchen könnte“, „weil sie ein Geschenk waren“ usw., auch wenn man sie nicht nutzt oder nicht mag. Diese Gedanken blockieren und führen zu Wohnräumen voller Ballast und zu wenig Platz zum Leben. Wenn man etwas nicht nutzt, sollte man es weitergeben. Man darf sich gerne bei einer Sache für ihre Dienste bedanken, bevor man sie loslässt, wie auch Marie Kondo es empfiehlt. Klingt esoterisch? Vielleicht. Funktioniert aber.

Das Ausmisten in den Alltag zu integrieren, schafft man am besten mit fest eingeplanten Ordnungszeiten: z. B. jeden Sonntag eine kleine Ecke, eine Schublade oder ein Schrankfach. Oder immer dann, wenn man auf etwas wartet – Tee zieht, Kind spielt, Wäsche läuft.

Und ganz wichtig: Alles, was man aussortiert hat, sollte man so schnell wie möglich aus dem Haus schaffen und nicht noch lange irgendwo zwischenlagern. Erst dann ist der Ballast wirklich weg, auch emotional. Also am besten auf direktem Weg in den Kofferraum damit.

Noch mehr Tipps und Tricks zum Thema Ausmisten gibt es in meinem kostenfreien Ausmist-Guide.

Wie lautet der Rat an Menschen, die ihren Keller oder Estrich entrümpeln wollen, aber emotional stark an den Dingen hängen? Gibt es spezielle Strategien, wie man sich von Erinnerungsstücken trennen kann?

Oh ja, das Thema kennt jede Frau und jeder Mann von uns. Ich sage immer: Nicht das Loslassen ist schwer – sondern vor allem der Gedanke daran.

Besonders in Keller oder Estrich lagern eigentlich keine Dinge – da lagern ganze Lebensabschnitte. Die Kinderspielsachen, das Hochzeitskleid, Mamas altes Porzellan ... All das erzählt Geschichten. Und genau deshalb plädiere ich bei Erinnerungsstücken für achtsames Aussortieren statt radikales Wegwerfen.

Meine liebsten Strategien:

  • Fotografieren statt Aufbewahren: Viele Dinge reichen als Bild völlig aus. Die Gitarre vom Ex, der Kinderwagen, die alten Kuscheltiere, die ersten Pumps – einmal schön fotografiert, bleibt die Erinnerung dazu erhalten, ohne dass sie kostbaren Platz wegnimmt.
  • «Lieblinge retten» statt alles behalten: Ich frage gern: «Wenn du nur drei Stücke behalten dürftest – welche wären das?» Das hilft, Prioritäten zu erkennen. Und meistens merkt man: Die wirklich wertvollen Erinnerungen passen in eine kleine Kiste.
  • Den Dingen durch Weitergabe einen echten Sinn und Nutzen zu geben und dabei jemand anderem eine Freude zu machen, statt sie bei sich zuhause nutzlos im Regal „vergammeln“ zu lassen.
  • Übergangsboxen nutzen: Für alle, die noch nicht ganz loslassen können. Eine Kiste, beschriftet mit Datum. Was nach einem Jahr nicht vermisst wurde, darf endgültig gehen.
  • Erinnerungen sind keine Verpflichtung: Nur weil etwas einmal wichtig war, muss es nicht ewig bei dir wohnen. Die Liebe, die Erinnerung, der Mensch – das bleibt auch ohne das Objekt.

Und zum Schluss: Du darfst traurig sein, wenn du Dinge loslässt. Aber du darfst auch erleichtert sein. Beides ist okay.

Gib es Präferenzen bei Ordnungssystemen oder Aufbewahrungslösungen aus Sicht der Expertin – und worauf sollte man bei der Auswahl achten?

Ich liebe Ordnungssysteme. Nicht, weil ich aus Prinzip so perfekt organisiert bin oder gar ein zwanghafter „Ordnungsboxen-Nerd“ bin – sondern weil sie mir den Alltag einfach unglaublich erleichtern. Wenn ich nicht jeden Tag aufs Neue überlegen muss, wo die Schere, das Ladegerät, die Schlüssel oder die Ersatzbatterien sind – dann ist das für mich gelebte Selbstfürsorge.

Meine Favoriten:

  • Kisten mit klaren Kategorien – am liebsten durchsichtig oder klar beschriftet. Ich will auf einen Blick sehen, was drin ist, und meine Mitbewohner sollen das auch.
  • Schubladeneinsätze – vor allem in Bad und Küche Gold wert! Nichts fliegt herum, alles hat seinen Platz.
  • Systeme mit vertikaler Struktur, die den vorhandenen Platz nach oben und unten voll ausnutzen – vor allem in kleinen Abstellkammern oder im Keller. Unten die schweren Sachen (z. B. Getränkekisten, Vorräte …), in Griffhöhe Alltagsdinge (Trockenvorräte, Putzmittel …), weiter oben seltener Benutztes (Backformen, Weihnachtsdeko …).
  • Kleinere Dinge nicht einfach lose ins Regal stellen, sondern immer in Boxen einsortieren. So kann man Dinge blitzschnell einräumen oder herausholen und auch den Platz ganz hinten im Regal voll zugänglich machen. Was ich sehe, nutze ich. Was hinten verschwindet, vergesse ich.
  • Hängesysteme und Türlösungen – perfekte Platzsparer, z. B. für Accessoires, Putzutensilien oder Taschen.

Worauf du dabei achten solltest?

  • Dass das System zu deinem Alltag passt – und nicht andersrum. Wenn du Dinge schnell greifen und wieder zurücklegen willst, nützt dir ein kleinteiliges, umständliches Sortiersystem nichts.
  • Dass es leicht zu pflegen ist – alles, was kompliziert ist, wird nicht dauerhaft genutzt.
  • Und: Mach es dir schön. Wenn du dich über deine Boxen, Etiketten oder Farben freust, bleibst du eher dran. Ordnung darf Freude machen – ja, sie darf sogar ein bisschen Stil haben.
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