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Neue Ölheizung: Ist sie noch sinnvoll und erlaubt?

ca. 5 Leseminuten in Zusammenarbeit mit Martin Ménard, Low-Tech Lab GmbH
Mutter mit Kind in einem energieeffizienten Zuhause.

Trotz stetig steigender Ölpreise ist die Ölheizung nach wie vor das am weitesten verbreitete Heizsystem in der Schweiz. Doch nicht nur die Kosten für Erdöl, sondern auch Aspekte bezüglich Nachhaltigkeit machen Öl als Wärmespender immer mehr zum Auslaufmodell.

Experte in diesem Artikel

Martin Ménard
Low-Tech Lab GmbH

Martin Ménard ist dipl. Maschinenbauingenieur ETH/SIA sowie Energie- und Bauherrenberater. Er ist Impulsberater, GEAK-Experte und Geschäftsführer der Low-Tech Lab GmbH.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ölheizungen sind in der Schweiz noch weit verbreitet, gelten aber zunehmend als Auslaufmodell. Gründe dafür sind steigende Ölpreise, hohe CO2-Emissionen und strengere kantonale Vorgaben.
  • Eine neue Ölheizung lohnt sich heute nur noch in wenigen Fällen. Zwar sind die Anschaffungskosten vergleichsweise tief und die Lebensdauer beträgt rund 20 Jahre, doch Nachhaltigkeit, Unterhaltskosten und Zukunftssicherheit sprechen dagegen.
  • Wer seine Ölheizung ersetzen muss, sollte erneuerbare Alternativen prüfen. Dazu gehören Wärmepumpen, Holz- oder Pelletheizungen, Solarthermie oder ein Anschluss ans Fernwärmenetz.
  • Beim Ersatz einer Öl- oder Gasheizung sind die MuKEn und kantonale Regeln wichtig. In vielen Fällen muss ein Teil des Energiebedarfs durch erneuerbare Energien oder Effizienzmassnahmen gedeckt werden.
  • Die Zukunft der fossilen Heizungen ist unsicher. Laut Experte Martin Ménard müssen Öl- und Gasheizungen aus Klimaschutzgründen rasch ersetzt werden, zudem dürften CO2-Abgaben und Energiepolitik die Kosten weiter hoch halten.

Wie sinnvoll ist es, eine neue Ölheizung einzubauen?

In vielen Schweizer Haushalten sorgen während der kalten Jahreszeit noch immer Ölheizungen für angenehme Temperaturen in den Stuben. Obwohl die Kosten für Öl Jahr für Jahr steigen, setzen viele Hauseigentümerinnen und -eigentümer nach wie vor auf Ölheizungen, statt auf neue und erneuerbare Heiztechnologien umzurüsten. 

Bei Neubauten zeigt sich allerdings ein Trend weg von fossilen und hin zu erneuerbaren Brennstoffen. Doch bei bestehenden Gebäuden ist dies noch nicht der Fall, auch wenn für den Einbau von neuen Ölheizungen eigentlich wenige Gründe sprechen.

Vor- und Nachteile einer Ölheizung in der Übersicht

Die Vorteile einer Ölheizung sind schnell aufgezählt. So sind einerseits die Kosten für eine neue Heizung im Vergleich zu anderen Heiztechnologien relativ niedrig und andererseits ist die Lebensdauer mit bis zu 20 Jahren eher hoch.

Trotz dieser Vorteile solltest du nicht über die Nachteile einer Ölheizung hinwegsehen, denn diese sind im Gegensatz dazu zahlreich und gewichten um ein Vielfaches. Die Ressource Öl schneidet als Wärmespender schlecht ab: Sowohl bei der Verbrennung wie auch bei der Gewinnung von Erdöl wird sehr viel CO2 produziert. Im Hinblick auf Nachhaltigkeit und das Ziel, im Jahr 2050 in der Schweiz klimaneutral zu sein, ist eine Installation also nicht sinnvoll. Dazu kommt, dass die Preise für Heizöl stark schwanken und sinkende Preise eher nicht in Sicht sind. Zu guter Letzt brauchen Ölheizungen viel Platz, der bei einer kleineren Heizung besser genutzt werden kann.

Wann muss ich die Ölheizung austauschen?

Eine Ölheizung hat eine durchschnittliche Lebensdauer von rund 20 Jahren und kann somit in der Regel länger genutzt werden als andere Heizungssysteme. Ist deine Ölheizung defekt, solltest du dich auch über erneuerbare Heizsysteme informieren, da diese umweltfreundlicher und vor allem in den Unterhaltskosten günstiger sind. Ein Wechsel zu einem Heizsystem mit erneuerbaren Energien kann aber aus Gründen der Nachhaltigkeit auch vorher sinnvoll sein und laufende Energiekosten einsparen.

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Ölheizung ersetzen: Das solltest du beachten

Bedarf deine Ölheizung einer Sanierung und du möchtest dein Eigenheim aus umwelttechnischen Gründen nicht mehr mit fossilen Brennstoffen beheizen und die Ölheizung ersetzen? Dann hast du verschiedene Möglichkeiten dies zu tun. Dir stehen beispielsweise Wärmepumpen, Biomasseheizungen mit Pellets oder Holz, Solarthermie oder ein Anschluss ans Fernwärmenetz zur Verfügung. Um die passende Heiztechnologie für deine vier Wände zu finden, lohnt es sich eine Fachperson zu kontaktieren, beispielsweise Heizungsinstallateurinnen und Heizungsinstallateure.

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Rechtliche Fragen und Gesetze zu Ölheizungen

2014 wurden die «Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich» (MuKEn) ins Leben gerufen. Diese regeln den Einsatz von Ölheizungen in Neubauten in allen Kantonen. Beim Ersatz einer Öl- oder Gasheizung sehen die MuKEn vor, dass mindestens 10 Prozent des bisherigen Energiebedarfs durch erneuerbare Energien wie etwa eine Solaranlage sowie durch Effizienzmassnahmen gedeckt werden. 

Im Kanton Zürich ist es zudem nicht mehr erlaubt, Ölheizungen in bereits bestehende Gebäude einzubauen. Stattdessen sollen alle mit Öl betriebenen Heizungen nach der Lebensdauer durch nachhaltige Alternativen ersetzt werden.

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Wie zukunftssicher sind Ölheizungen?

Öl ist eine immer knapper werdende Ressource und bei der Nutzung einer Ölheizung entstehen grosse Mengen CO2. Mit der Zustimmung zum «Pariser Klimaabkommen» hat die Schweiz sich dazu verpflichtet, einen maximalen globalen Temperaturanstieg von 1.5 Grad Celsius anzustreben und zu diesem Zweck die Treibhausgasemissionen zu minimieren. Wird Erdöl weiter in dem Masse verbraucht wie bis anhin, ist dieses Ziel wohl kaum zu erreichen. Martin Ménard, langjähriger Energieberater und GEAK-Experte, bestätigt: «Öl- und Gasheizungen müssen aus Klimaschutzgründen rasch und flächendeckend ersetzt werden.» Laut dem Experten nimmt die Zahl der Kantone, die fossile Heizungen generell verbieten, aus diesem Grund laufend zu.

«Öl- und Gasheizungen müssen aus Klimaschutzgründen rasch und flächendeckend ersetzt werden.»

Überdies seien die Zeiten tiefer Öl- und Gaspreise vorbei. «Selbst wenn sich die Versorgungslage wieder normalisiert, wird die Energiepolitik durch steigende CO2-Abgaben weiterhin für hohe Öl- und Gaspreise sorgen», so der Experte.

Häufige Fragen

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