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Ölheizung ersetzen: Kosten, Alternativen und Planung

ca. 6 Leseminuten in Zusammenarbeit mit Martin Ménard, Low-Tech Lab GmbH
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Die Installation einer Ölheizung bei Neubauten ist in der Schweiz unter besonderen Auflagen erlaubt. Demgegenüber ist der Ersatz bestehender Ölheizungen in vielen Kantonen faktisch ausgeschlossen. Weshalb es sich lohnt, die Alternativen frühzeitig zu evaluieren und eine sorgfältige Bestandsaufnahme durchzuführen, erfährst du hier.

Experte in diesem Artikel

Martin Ménard
Low-Tech Lab GmbH

Martin Ménard ist dipl. Maschinenbauingenieur ETH/SIA sowie Energie- und Bauherrenberater. Er ist Impulsberater, GEAK-Experte und Geschäftsführer der Low-Tech Lab GmbH.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Ölheizung kann bei fachgerechter Wartung über 20 Jahre betrieben werden.  

  • Ein 1:1-Ersatz ist in den meisten Kantonen nur im Ausnahmefall oder unter zusätzlichen Auflagen gestattet. 

  • Die Wärmepumpe ist ein umweltschonender Ersatz für die Ölheizung. 

  • Eine unabhängige Energieberatung ist zu empfehlen, um einen bevorstehenden Heizungsersatz zu planen. 

In der Schweiz wird eine Heizung oft das ganze Jahr betrieben: In der kalten Jahreszeit sorgt sie für warme Räume und in den übrigen Monaten versorgt sie in der Regel das Brauchwarmwasser. Doch bewohnst du eine ältere Liegenschaft, kommt eventuell folgendes Problem auf Dich zu: Die Ölheizung muss immer öfter gewartet werden. Oder bei älteren Anlagen verlangt die Behörde eine Sanierungspflicht wegen zu hoher Abgaswerte. Dann ist es an der Zeit, sich mit einem Wechsel des Heizsystems auseinanderzusetzen.  

Lebensdauer Ölheizung

Eine Ölheizung besteht aus mehreren Komponenten mit unterschiedlicher Lebensdauer. Der Ölbrenner lässt sich 15 bis 20 Jahre nutzen. Der Ölheizkessel funktioniert etwa 25 Jahre. Ein Öltank aus Stahl kann bei gutem Unterhalt dagegen 40 Jahre seinen Dienst versehen. Ein Heizöltank aus Kunststoff ist auf eine Nutzungsdauer von 30 Jahren ausgelegt. Der Heizkreislauf und das Wärmeabgabesystem, beispielsweise mit Radiator oder Bodenheizung, funktionieren dagegen unabhängig von der Wärmeerzeugung und können nach dem Heizungsersatz häufig weiterbetrieben werden. Die Ölheizung zu ersetzen, ist nicht nur vorbildlich, sondern wird auch vermehrt zur Pflicht. Die meisten Kantonen haben den 1:1-Ersatz von fossilen Heizungsanlagen gesetzlich eingeschränkt. 

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Ölheizung sanieren – weshalb?

Die Frist für eine Abgassanierung beträgt in der Regel 5 Jahre. Für die Umsetzung ist Folgendes zu beachten:

  • Normalerweise werden der alte Heizkessel, der Brenner, die Steuerung und Regelung durch eine Kompaktwärmezentrale mit Kondensationstechnik ersetzt.
  • Die Installation von Anlagen mit Kondensationstechnik erfordert, dass der Kamin mit einem Einbaurohr versehen wird, so dass die Abgase rasch aus dem Kamin austreten können.
  • Die Warmwasseraufbereitung muss überprüft werden (Boilerersatz, Kombination von Heizung und Warmwasser).
  • Der Tank muss nicht zwingend ersetzt werden. Allenfalls ist zu prüfen, ob die Tankanlage weiterhin den Vorschriften des Gewässerschutzes genügt.
  • Zu überprüfen ist die Umwälzpumpe, die bei der Erstinstallation oft mit zu hoher Leistung dimensioniert sind.
  • Als Brennstoff darf nur noch «Öko-Heizöl» mit stark reduziertem Schadstoffgehalt verwendet werden. 

Ersatz von Ölheizungen mit Auflagen

Der 1:1-Ersatz einer Ölheizung ist nicht immer gestattet. Mehrere Kantone verlangen dafür sogar spezielle Auflagen. Gemäss den Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn) muss etwa die Energieeffizienz des Gebäudes verbessert werden, wenn abermals eine Ölheizung installiert werden soll. Eine weitere Bedingung ist, dass mindestens 10 % des Wärmebedarfs mit erneuerbarer Energie zu decken sind. Wird dein Gebäude beim GEAK-Check beispielsweise mit der Energieklasse E bewertet, hast du folgende Wahl: Entweder du verbesserst das Gebäude um mindestens eine GEAK-Klasse. Oder Du ersetzt die Ölheizung durch ein erneuerbares Heizsystem.

Als klimafreundliche, CO2-arme Alternative bieten sich an: eine Wärmeerzeugung mit Holz, Pellets, Solarthermie, Wärmepumpe oder ein Anschluss an das Fernwärmenetz. Informiere dich bei der kantonalen Energiefachstelle oder dem lokalen Bauamt, was für den Ersatz einer Ölheizung verlangt wird. 

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Was ist die beste Alternative zur Ölheizung?

In den meisten Neubauten wird eine Wärmepumpe als Standardlösung installiert. Für den Ersatz einer Heizung im Altbau sind jedoch weitere Vorabklärungen zu treffen. Für die Wahl der optimalen Ersatzvariante sind der energetische Zustand deines Hauses, das vorhandene Wärmeverteilsystem, die gesetzliche Vorschriften, die Installations- und Betriebskosten sowie persönliche Präferenzen relevant. Unter anderem ist zu prüfen, ob die Gebäudehülle vor dem Heizungsersatz energetisch saniert werden soll. Kann der Wärmebedarf dadurch erheblich reduziert werden, muss die neue Heizungsanlage weniger leisten, respektive eine kleinere Anlage genügt.  

«Das nationale Impulsprogramm «erneuerbar heizen» bietet eine kompetente und kostenfreie Beratung an.»

In jedem Fall lohnt es sich, die Varianten für den Heizungsersatz professionell und unabhängig prüfen zu lassen. Die öffentliche Hand bietet dazu substanzielle Hilfe an. Martin Ménard, GEAK-Experte und erfahrener Energieberater, ergänzt: «Das nationale Impulsprogramm «erneuerbar heizen» bietet eine kompetente und kostenfreie Beratung für alle Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer an.»  

Unbhängige Beratung wird empfohlen 

Eine vertiefte Bestandesaufnahme der energetischen Gebäudequalität führt insbesondere die GEAK-Beraterin oder der GEAK-Berater durch. Das Ergebnis ist ein Gebäudeenergieausweis der Kantone (GEAK) Plus mit Beratungsbericht, der einen Überblick verschafft, zum einen über die Wirkung unterschiedlicher Verbesserungsmassnahmen und zum anderen über die Förderangebote der Standortkantone.

Tatsächlich ist es sinnvoll, den Heizungsersatz mit einer energetischen Sanierung der Gebäudehülle zu kombinieren. Meistens lässt sich dadurch der Heizwärmebedarf senken, sodass eine kleinere Heizung installiert werden kann. Zudem profitierst du von zusätzlichen Fördergeldern, wenn ein umfassendes Sanierungsvorhaben umgesetzt wird. So lassen sich der Energieverbrauch, die Betriebskosten sowie die CO2-Emissionen in einem Schritt erheblich senken. 

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Was kostet der Ersatz einer Ölheizung?

Zur Kostenplanung einer Heizungssanierung ist primär die Wahl des neuen Systems erforderlich. Wird die Ölheizung beispielsweise mit einer Erdwärmepumpe ersetzt, sind 50'000 Franken zu investieren. Die Aussenluftwärmepumpe oder eine Pelletheizung kostet weniger. Ebenso wichtig wie der Vergleich von Investitionskosten ist eine Berechnung des Gesamtaufwands über die Nutzungsdauer von 25 Jahren. Werden die Ausgaben für Anschaffung, Betrieb und Amortisation des neuen Heizsystems berücksichtigt, sind fast alle Ersatzvarianten günstiger als fossile Heizungen. Darin eingerechnet ist, dass du beim Wechsel von fossilen Heizungen mit Förderbeiträgen durch den Standortkanton rechnen kannst.

Bern unterstützt wie die übrigen Kantone jede Hauseigentümerin und jeden Hauseigentümer, der eine fossile Heizung durch ein erneuerbares Wärmesystem ersetzen will. Das Förderangebot gilt aktuell für die Ersatzvarianten Wärmepumpe, Holzheizung und Fernwärmeanschluss. Änderungen werden jeweils auf der Webseite des Kantons Bern publiziert.

Heizungsersatz planen: Was du beachten sollst?

Der Ersatz einer Ölheizung wird in der Regel von einer Installationsfirma ausgeführt. Sie trägt die Verantwortung für die fachgerechte Demontage und Neuinstallation. Die Offerte soll neben den Kosten und Leistungen auch eine Evaluation der Ersatzoptionen umfassen. Die Suche nach einer passenden Installationsfirma wird vereinfacht, wenn die Bauherrschaft eigene Vorstellungen besitzt, ob ein Wechsel zu erneuerbarer Energie umgesetzt werden soll.  

Das Erstellen einer verbindlichen Offerte ist mit erheblichem Aufwand verbunden. Firmen sollen deshalb frühzeitig angefragt werden. Einzuplanen ist eine Besichtigung vor Ort, um weitere Details vorab zu klären. Denn für die Offerte ist relevant, wieviel Platz für den Heizungsersatz zur Verfügung steht, oder ob zusätzliche Anschlüsse an das Wärmeverteilsystem erforderlich sind.  

Häufige Fragen

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