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Wärmepumpe: Kosten für Anschaffung, Betrieb und Förderung

ca. 4 Leseminuten in Zusammenarbeit mit Roman Walt, Helion Energy AG
Älteres Paar vergleicht am Laptop die Anschaffungs- und Betriebskosten einer Wärmepumpe.

Wärmepumpen werden mit Strom angetrieben und erzeugen aus Umgebungsenergie zum Heizen nutzbare Wärme. Im Vergleich zu fossilen Heizsystemen besticht ihr beinahe CO2-freier Betrieb und der hohe Nutzungsgrad. Ein Systemwechsel ist ökologisch und ökonomisch attraktiv.

Experte in diesem Artikel

Roman Walt
Helion Energy AG

Roman Walt ist als Digital Solutions Manager Heating beim Energielösungsunternehmen Helion Energy AG tätig. Sein Schwerpunkt liegt auf digitalen Lösungen im Bereich moderner Heizsysteme.

Das Wichtigste in Kürze

  • Wärmepumpen verursachen über ihre gesamte Lebensdauer oft tiefere Jahreskosten als Öl oder Gas, obwohl die Anschaffungskosten höher sind. Ausschlaggebend sind die tieferen Energie und Betriebskosten.
  • Die Anschaffungskosten unterscheiden sich je nach System deutlich. Wärmepumpen mit Erdsonde sind in der Regel rund 50 Prozent teurer als Luft Wasser Wärmepumpen, vor allem wegen der Bohrarbeiten.
  • Die Umweltbilanz von Wärmepumpen ist deutlich besser als bei fossilen Heizungen. Mit Strom aus erneuerbaren Quellen und einer eigenen Solaranlage lässt sich die Klimawirkung zusätzlich verbessern.
  • Die Kosten einer Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus liegen je nach System und baulichen Voraussetzungen zwischen rund 30’000 und 60’000 CHF – Luft-Wasser-Wärmepumpen sind deutlich günstiger als Erdwärmepumpen mit Tiefenbohrung.

  • Die Betriebskosten hängen von Energiebedarf, Strompreis und Jahresarbeitszahl (JAZ) ab: Mit einer JAZ von 4 und 20’000 kWh Wärmebedarf entstehen etwa 1’600 CHF pro Jahr – meist weniger als bei Öl- oder Gasheizungen.

  • Für die Wirtschaftlichkeit entscheidend ist die Jahresarbeitszahl (JAZ), nicht der COP-Laborwert – und dank Gebäudeprogramm sowie kantonaler und kommunaler Fördergelder kannst du die Investitionskosten deutlich senken.

Heizsysteme vergleichen und den Heizungsersatz planen

Die Erneuerung einer Heizanlage lohnt sich frühzeitig vorauszudenken und gründlich vorzubereiten: Welches Heizsystem eignet sich für den Ersatz am besten? Welche Optionen erlaubt das Baugesetz überhaupt? Und wie können ökologische und ökonomische Kriterien optimal berücksichtigt werden? Das nationale Programm EnergieSchweiz bietet seinerseits wertvolle Inputs zum Start einer Heizungsplanung. Mit dem Onlineportal erneuerbarheizen.ch lassen sich unterschiedliche Varianten bezüglich den jährlichen Vollkosten und den CO2-Emissionen vergleichen.

Das Resultat bei diesem Schnellcheck mag überraschen: Eine Wärmepumpe verursacht geringere Jahreskosten als Erdöl- oder Erdgasheizungen. Bevor die Gründe dafür nachvollziehbar erläutert werden, ein wichtiger Hinweis zu den berechneten Jahreskosten: Der Heizungsvergleich rechnet die Investitionskosten und die laufenden Betriebskosten zusammen und verteilt sie über die Lebensdauer der Anlage. So fällt unmittelbar die unterschiedliche Kostenstruktur der einzelnen Heizsysteme auf. Eine Wärmepumpe mit Erdsonde ist teurer in der Anschaffung als eine Luft-Wasser-Wärmepumpe oder ein fossiles Heizsystem. Im Gegenzug sind die Betriebskosten und Energiepreise für beide Wärmepumpenvarianten niedriger als für Öl, Brennholz oder Gas. Der Online-Heizkostenvergleich kann erste Anhaltspunkte liefern. Unerlässlich ist jedoch, die eigene Zukunftsplanung anhand einer von Fachleuten betreuten Evaluation der Gesamtkosten zu vorzunehmen. Aber auch dafür ist zu empfehlen, die Bereiche Investition, Betrieb und Unterhalt über die gesamte Lebensdauer zu betrachten.

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Vollkosten von Wärmepumpen im Vergleich

Ein aussagekräftiger Grobvergleich der jährlichen Heizungskosten muss den aktuellen Durchschnitt für die Energiepreise berücksichtigen. Derzeit ist mit folgenden Variablen zu rechnen:

Bei einem Einkaufspreis für Heizöl ab 100 Franken pro 100 Liter schneiden beide Wärmepumpen-Variante deutlich besser ab. Auch Gas- und Holzheizungen verursachen höhere Jahreskosten. Die Aussenluft-Wärmepumpe hat gegenüber einer mit Erdwärmesonde ausgerüsteten Variante sogar die Nase vorn, aufgrund der geringeren Anschaffungskosten. Für detailliertere Langzeitbetrachtung gilt zudem: Die Beträge für die CO2-Abgabe werden eher steigen, was sich in zusätzlichen Kosten für fossile Heizungsanlagen wiederspiegeln wird. Bei einem Wechsel der Heizung von fossil zur Wärmepumpe dürfen allfällige Fördergelder und Steuerabzüge beantragt werden, was das Kostenniveau ebenfalls senkt.

Anschaffungskosten von Wärmepumpen

Über die letzten Jahre vergleichsweise stabil geblieben sind die Kosten für Anschaffung und Installation von Heizsystemen. Wärmepumpen sind deutlich teurer als eine neue Ölheizung. Und zwischen einer Aussenluft-Wärmepumpe und einer Wärmepumpe, die ihre Grundenergie mithilfe einer Erdwärmesonde aus dem Erdreich bezieht, beträgt der Mehraufwand in der Regel plus 50 Prozent. Die Bohrarbeiten im Vorgarten treiben die Kostentreiber für Letzteres nach oben.

Wie viel kostet eine Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus?

Es gibt keinen festen Preis für Wärmepumpen, da die Kosten stark variieren. Faktoren wie Modell, Installationsort, Tiefenbohrungen und die Demontage der alten Heizung beeinflussen den Endpreis erheblich. Neben den Anschaffungskosten sollten auch Nebenkosten und Betriebskosten berücksichtigt werden. Die Kosten einer Wärmepumpe setzen sich somit aus mehreren Komponenten zusammen:

  • Anschaffungskosten der Wärmepumpe
  • Installationskosten
  • laufende Betriebskosten für Strom und Wartung

Im Folgenden zeigen wir, mit welchen Kosten du bei Luft-Wasser-Wärmepumpen und bei Erdwärmepumpen rechnen musst.

Luft-Wasser-Wärmepumpe

Luft-Wasser-Wärmepumpen sind die günstigste Variante:

  • Gesamtpreis: 30’000–40’000 CHF
  • Etwa ein Drittel der Kosten entfällt auf die Installation
  • Installation möglich im Haus oder ausserhalb

Erdwärmepumpe

Erdwärmepumpen sind teurer, da Tiefenbohrungen notwendig sind:

  • Gesamtpreis: ca. 60’000 CHF inklusive Anschaffung, Installation, Bohrungen und Bewilligungen. Die Preise variieren jedoch stark, je nach Installationsort.
  • Erdwärmebohrungen (150 m Sondenlänge) kosten in der Regel 15’000–20’000 CHF
  • Zusätzliche Kosten für Grabungen, Kernbohrungen, Abdichtungen und Verbindungsleitungen ins Haus
  • Schlammentsorgung je nach Wassergehalt im Erdreich: 2’000–3’000 CHF bei normalem Wassergehalt, 6’000–9’000 CHF bei sehr hohem Wassergehalt

Formel zur Berechnung der Betriebskosten von Wärmepumpen

Die jährlichen Betriebskosten einer Wärmepumpe lassen sich einfach mit einer Grundformel berechnen. Entscheidend sind drei Faktoren:

  • jährlicher Energiebedarf (kWh)
  • Strompreis pro kWh
  • Jahresarbeitszahl (JAZ)

Berechnungsformel

Kosten Wärmepumpe pro Jahr = (Energiebedarf × Stromkosten pro kWh) ÷ Jahresarbeitszahl + Wartungskosten

Der jährliche Wartungsaufwand liegt durchschnittlich bei ca. 300 CHF und wird zur errechneten Summe addiert. Das Ergebnis zeigt, welche Jahreskosten die Wärmepumpe im Betrieb tatsächlich verursacht.

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Effizienz von Wärmepumpen: Jahresarbeitszahl (JAZ) und COP (Coefficient of Performance)

Wer sich mit einer Wärmepumpe beschäftigt, stösst schnell auf zwei Kennzahlen: COP und JAZ. Beide beschreiben die Effizienz der Anlage – aber auf unterschiedliche Weise.

COP – der Laborwert

Der COP (Coefficient of Performance) gibt an, wie effizient eine Wärmepumpe unter fest definierten Bedingungen arbeitet.

Er wird im Labor gemessen – zum Beispiel bei einer bestimmten Aussentemperatur und einer festgelegten Vorlauftemperatur. Ein COP von 4 bedeutet: Aus 1 kWh Strom werden 4 kWh Wärme erzeugt.

Wichtig: Der COP ist ein Idealwert unter Prüfbedingungen. In der Realität – bei wechselnden Aussentemperaturen, unterschiedlichen Heizgewohnheiten und individuellen Gebäudeanforderungen – kann dieser Wert deutlich abweichen.

JAZ – der Praxiswert

Die Jahresarbeitszahl (JAZ) zeigt, wie effizient die Wärmepumpe tatsächlich im Alltag arbeitet. Sie berücksichtigt:

  • alle Betriebszustände über ein ganzes Jahr
  • reale Aussentemperaturen
  • Warmwasserbereitung
  • Abtauvorgänge
  • individuelle Einstellungen und Nutzerverhalten

Die JAZ gibt also an, wie viel Wärme die Anlage im Laufe eines Jahres im Verhältnis zum eingesetzten Strom tatsächlich erzeugt:

  • Die JAZ gibt das Verhältnis der abgegebenen Wärmeenergie zur aufgenommenen elektrischen Energie an.
  • Typische Werte liegen zwischen 3 und 5.
  • Ein JAZ von 3 bedeutet: Die Wärmepumpe erzeugt dreimal so viel Wärmeenergie, wie sie Strom verbraucht.

Je höher die Jahresarbeitszahl, desto niedriger sind die Stromkosten und desto geringer sind die CO₂-Emissionen.

Jahresarbeitszahlen für verschiedene Wärmepumpen-Arten

Art der Wärmepumpe Ungefähre Jahresarbeitszahl
Luft-Wasser-Wärmepumpe 4
Erdwärmepumpe 5

Warum sind JAZ und COP für Wohneigentümerinnen und Wohneigentümer wichtig?

Der COP hilft beim Vergleich verschiedener Modelle. Die JAZ zeigt, wie wirtschaftlich die Anlage in deinem Haus wirklich arbeitet. Für die tatsächlichen Stromkosten und die Förderfähigkeit ist die JAZ entscheidend – nicht der COP.

Kurz gesagt

  • COP = theoretischer Idealwert unter Laborbedingungen
  • JAZ = reale Effizienz der Wärmepumpe im Alltag

Für eine fundierte Entscheidung solltest du daher immer beide Werte betrachten – und dir zusätzlich die zu erwartende JAZ für dein Gebäude berechnen lassen.

Beispielrechnung: Was kostet der Betrieb einer Luft-Wasser-Wärmepumpe pro Jahr?

In unserem Beispiel rechnen wir mit einem jährlichen Wärmebedarf von 20'000 kWh. Dafür nehmen wir eine JAZ von 4 für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe:

Berechnungsgrundlage Wert
Jährlicher Wärmebedarf

20’000 kWh

Strompreis pro kWh

0.26 CHF

Jahresarbeitszahl (JAZ)

4.0

Wartungskosten pro Jahr

ca. 300 CHF

Schritt-für-Schritt Berechnung

  • Energiebedarf × Strompreis → 20’000 kWh × 0.26 CHF = 5’200 CHF
  • Durch die Jahresarbeitszahl teilen → 5’200 CHF : 4.0 = 1’300 CHF
  • Wartungskosten addieren → 1’300 CHF + 300 CHF = 1’600 CHF Gesamtbetriebskosten pro Jahr

Ergebnis: Die Wärmepumpe verursacht in diesem Beispiel rund 1’600 CHF Betriebskosten jährlich. Damit liegt sie deutlich unter den jährlichen Kosten einer Öl- oder Gasheizung — ein zentraler Vorteil aus wirtschaftlicher und ökologischer Sicht.

Vergleich: Betriebskosten pro Jahr für verschiedene Wärmepumpen

Art der Wärmepumpe Kosten pro Jahr
Luft-Wasser-Wärmepumpe ca. 1'600 CHF
Erdwärmepumpe ca. 1'340 CHF

Info: Um gänzlich von fossilen Heizsystemen loszukommen, eignet sich eine Kombination von einer Wärmepumpe mit einer Photovoltaikanlage. Dabei produziert die Anlage den Strom für den Betrieb der Wärmepumpe und du bist nicht von schwankenden Strompreisen betroffen.

Betriebskosten und Umweltbilanz von Wärmepumpen

Nicht nur der Ölpreis kann beträchtlich schwanken. Auch die Energiekosten für die übrigen Heizsysteme wie der Strom sind für eine individuelle Kostenbetrachtung schwer einzuschätzen. Die Preisschwankungen haben sich vor allem bei Gas und Strom in den letzten Monaten bemerkbar gemacht. Für Wärmepumpen gilt jedoch: Viele Stromversorger bieten einen Spezialtarif für Wärmepumpenstrom an. Im Gegenzug beharren die Versorger auf Sperrzeiten für den Strombezug.

Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer mit eigener Solaranlage können derweil einen oft bedeutenden Anteil des Strombedarfs selbst erzeugen und somit auch wirtschaftlich davon profitieren.

Ökologisch bewusste Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer ziehen zusätzlich zu den effektiv zu bezahlenden Energiekosten auch externe Heizkosten in Betracht. Darin sind «theoretische» Umweltkosten enthalten, die als Umweltschäden bei Beheizung und Warmwasserbereitstellung – wie etwa die Luftbelastung – anfallen und monetarisiert werden könnten. Diese Umweltkosten fallen bei fossilen Heizanlagen wesentlich höher aus als bei emissionsfreien Wärmepumpenanlagen. Um diese zu senken, ist folgender Tipp hilfreich: Mit der Wahl von Herkunft und Qualität des konsumierten Stroms lässt sich die Klimawirkung einer Wärmepumpe zusätzlich verbessern. Stammt die elektrische Energie ihrerseits aus erneuerbaren Quellen, verbessert sich die Bilanz der grauen Treibhaugasemissionen, die entlang der Lieferketten mitverursacht werden.

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Fördergelder erhalten für die Wärmepumpe

Die Schweiz verfolgt seit einigen Jahren das Ziel, bestehende Technologien mit umweltfreundlicheren Alternativen zu ersetzen. Das trifft besonders auf Heizgeräte zu. In immer mehr Kantonen herrschen damit strengere Gesetzesauflagen, was etwa bestehende Erdölheizungen betrifft. Damit überrascht es nicht, dass Wohneigentümerinnen und -eigentümer für den Einsatz von Wärmepumpen bei der energetischen Sanierung ihres Eigenheims Fördergelder erhalten.

Im Rahmen des Gebäudeprogramms erhältst du dafür je nach Kanton unterschiedlich hohe Fördergelder. Kontaktiere noch vor Beginn des Bauvorhabens die kantonale Energieberatungsstelle, um die Höhe der Fördergelder in deinem Kanton zu erfahren.

Was ist das Gebäudeprogramm?

Das Gebäudeprogramm von Bund und Kantonen wurde ins Leben gerufen, um den Energieverbrauch und damit den CO2-Ausstoss von Gebäuden in der Schweiz zu reduzieren. Es ermöglicht Hauseigentümerinnen und -eigentümern, Fördergelder für wirksame energetische Sanierungen zu erhalten.

Es gibt auch Gemeinden, welche eine energetische Sanierung und damit den Einbau einer Wärmepumpe finanziell unterstützen. Dadurch ist auch eine Doppelförderung durch Kanton und Gemeinde möglich. Auf dem nationalen Infoportal «Energie Franken» kannst du durch die Eingabe deiner Postleitzahl erfahren, welche Förderungen in deiner Gemeinde möglich sind und wo du eine Beratung einholen kannst.

Häufige Fragen

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