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Neue Heizung: Kosten, Fördermittel und Abzüge Schweiz

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Eigentümer prüft die Finanzierung einer neuen Heizung und informiert sich über Kosten, Fördergelder und Steuerabzüge.

Eine neue Heizung ist in der Anschaffung teuer. Sie kann aber im Betrieb viel Energie und Geld sparen. Was wichtig zu wissen ist, damit die Neuinstallation respektive die Erneuerung einer Heizung finanzierbar wird.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine neue Heizung verursacht hohe Anfangskosten, senkt aber langfristig Energie- und Betriebskosten.
  • Wärmepumpen sind effizient und klimafreundlich, kosten jedoch mehr in der Anschaffung als Öl- oder Gasheizungen.
  • Fördergelder von Bund, Kantonen und Gemeinden können rund 10 % der Investitionskosten abdecken.
  • Ein Heizungsersatz ist oft steuerlich abzugsfähig und kann über mehrere Jahre verteilt werden.
  • Die Finanzierung ist über Eigenmittel, Hypothek, Vorsorgegelder oder Contracting möglich.
  • Vor dem Ersatz lohnt sich eine Analyse der Gebäudehülle, da bessere Dämmung die Heizkosten zusätzlich reduziert.

Neue Heizung: die wichtigsten Tipps!

Eine Heizungsanlage hat eine Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren. Vor Ablauf dieser Frist solltest du dir vertiefte Gedanken über den Ersatz machen und dich eingehend über die unterschiedlichen Systeme für eine neue Heizung informieren. Du kannst mehrfach davon profitieren und langfristig Geld einsparen. Zum einen lässt sich der CO2-Ausstoss mindern oder vollständig eliminieren, wenn eine bestehende fossile Heizung ersetzt wird. Zum anderen arbeiten neue Heizungen, wie zum Beispiel eine Erdsonden-Wärmepumpe, energieeffizienter, so dass die Energie- und Betriebskosten sinken. Regional unterschiedlich ist das Angebot zum Anschluss an einen Fernwärmeverbund.

Zu beachten ist beim Heizungsersatz ebenfalls: Eine vorgängige Analyse der Dämmqualität hilft, das optimale Heizsystem auszuwählen: Lässt sich die energetische Qualität der Gebäudehülle nämlich verbessern, können die Dimensionierung und die Leistung der neuen Heizung sogar reduziert werden.

Was kostet eine neue Heizung in der Schweiz?

 Für ein neues Heizsystem, mit dem ein durchschnittliches Einfamilienhaus beheizt werden kann, sind folgende Anschaffungskosten (ohne Installation) in Betracht zu ziehen: Eine Luft-Luft-Wärmepumpe kostet 30'000 bis 60'000 Franken inklusive Installation. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, die ebenfalls Wärme aus der Umgebungsluft bezieht und an einen Wasserkreislauf abgibt, ist mit 40’000 bis 60'000 Franken zu veranschlagen, ebenfalls inklusive Installation. Die Sole-Wasser-Wärmepumpe, die ihre Grundenergie über eine Erdsonde bezieht, kostet dagegen 50'000 bis 90'000 Franken. Auch hier ist die Tiefenbohrung inbegriffen. Im Vergleich dazu ist eine Gasheizung, mit rund 25'000 Franken, günstiger, genauso wie eine neue Ölheizung, die ihrerseits etwa 27'500 Franken kostet. 

Ölheizung Schweiz: Was kostet das Ersetzen?

Ein 1:1-Ersatz von fossilen Heizungsanlagen (Ölheizung, Gasheizung) ist in den meisten Kantonen nur unter strengen gesetzlichen Auflagen erlaubt. Bisweilen ist eine Neuinstallation von fossilen Heizungsanlagen nur mehr möglich, wenn sie erheblich preisgünstiger sind als alternative Energiesysteme. In der Regel jedoch sind die Betriebskosten und Wartungskosten für Heizsysteme, die erneuerbare Energieträger nutzen, deutlich niedriger als für eine fossile Heizung. Die Gesamtkosten einer Wärmepumpe lassen sich zum Beispiel nach rund zehn Jahren amortisieren. Zudem werden CO2-freie oder -neutrale Heizsysteme, beim Ersatz von fossilen Heizungsanlagen, finanziell gefördert. Es empfiehlt sich, die Optionen, deren Machbarkeit und die ungefähren Kosten mit Fachleuten zu analysieren.

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Neue Heizung: Wie lässt sie sich finanzieren?

Besitzt du ein Einfamilienhaus und hast keine finanziellen Reserven für die neue Heizung? Je nach Energieträger kostet der Heizungsersatz eine tiefe bis mittlere fünfstellige Summe. Diese Kosten lassen sich beispielsweise über Vorsorgegelder finanzieren, mit einem Vorbezug aus der Säule 3a. Einzelne Banken bieten Hypo-Kontokorrenten oder Hypolimiten mit variablen Zinssätzen an, woraus Mittel für ein Erneuerungsvorhaben bezogen werden können.

Alternativ können wertvermehrende Investition (Kosten minus Förderbeitrag bei einem Heizungsersatz) mit einem Baukredit oder einer Erhöhung der Hypothek finanziert werden. Für die Erhöhung der Hypothek gelten die Richtlinien für die Belehnung und Tragbarkeit jedoch weiterhin:

  • Banken belehnen selbstbewohntes Wohneigentum bis zu 80 Prozent seines Verkehrswerts.
  • Die Wohnkosten dürfen 35 Prozent des Brutto-Haushalteinkommens nicht übersteigen.

Finanzierung im Stockwerkeigentum

Die Heizung gehört im Stockwerkeigentum zu den gemeinschaftlichen Teilen und ist Sache der Stockwerkeigentümergemeinschaft. Die Miteigentümerinnen und Miteigentümer haben drei Optionen, um die neue Heizung zu finanzieren:

  • Die Stockwerkeigentümergemeinschaft bezahlt die Heizung aus ihrem Erneuerungsfonds.
  • Die Stockwerkeigentümergemeinschaft nimmt ein Darlehen auf. Die Gemeinschaft haftet mit ihrem Vermögen, die einzelnen Stockwerkeigentümerinnen und -eigentümer mit ihren jährlichen Beiträgen.
  • Jedes Mitglied der Stockwerkeigentümergemeinschaft übernimmt seinen Kostenanteil im Verhältnis zu seiner Wertquote aus der eigenen Tasche oder durch die Erhöhung seiner Hypothek.

Die Einzahlungen in den Erneuerungsfonds oder deinen Anteil am Darlehen der Stockwerkeigentümergemeinschaft kannst du von deinem steuerbaren Einkommen abziehen. Falls du deine Hypothek erhöhen willst, kannst du mehr Schuldzinsen vom Einkommen und mehr Schulden vom Vermögen abziehen.

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Heizung mieten statt kaufen?

Energiedienstleister planen, installieren und finanzieren neue Heizungen und bieten den Betrieb in einem Contracting-Modell an. Die monatliche Miete hängt unter anderem von der Heizung und der Laufzeit ab. Ein Contracting respektive die Miete kostet unter dem Strich mehr, als wenn du den Heizungsersatz mit einer vergleichsweise günstigen Hypothek finanzierst. Als Finanzierungsvariante ist daran sinnvoll, dass Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer budgetsicher planen können und keine finanziellen Risiken eingehen müssen. Allerdings solltest du, wie bei jedem anderen Vertrag, das Kleingedruckte gründlich lesen, bevor du unterschreibst. 

Gibt es Fördergelder für den Heizungsersatz?

Energetische Sanierungen und ein Heizungsersatz werden in der Schweiz unter gewissen Bedingungen gefördert. Kantone und Gemeinden, die Förderbeiträge leisten, setzen bei der Neuinstallation einer Heizung allerdings voraus, dass eine fossile Heizungsanlage ersetzt wird. In der Regel werden Wärmepumpen, Stückholz- und Pelletheizungen sowie thermische Solaranlagen gefördert. Informiere dich auf folgenden Webseiten: EnergieSchweiz,  dasgebaeudeprogramm.ch oder energiefranken.ch über die Förderprogramme in deinem Kanton und reiche das Gesuch ein, bevor du die neue Heizung installieren lässt. Teilweise sind die Energieförderbudgets vor Ablauf des Jahres vergeben. Sobald du die Förderzusage erhalten hast, kannst du den Auftrag vergeben. Die Förderbeiträge variieren von Kanton zu Kanton, du darfst aber mit einer Abgeltung von rund 10 % der Anschaffungskosten rechnen.

Ist der Heizungsersatz steuerlich absetzbar?

Werterhaltende Ausgaben, etwa für den Gebäudeunterhalt oder energetische Ertüchtigungen, können steuerlich in Abzug gebracht werden. Ein Heizungsersatz gehört meistens dazu, selbst wenn die Heizleistung erhöht wird. Steuerlich voll abzugsberechtigt sind zusätzliche Investitionen, wodurch die Energieeffizienz bei der Gebäudenutzung gesteigert wird respektive CO2-Emissionen reduziert werden. Zu den abzugsfähigen Kosten zählt auch der Rückbau, etwa das Entfernen eines Öltanks. 

Bei grösseren Vorhaben lohnt sich, die Arbeiten für den Heizungsersatz zeitlich so zu programmieren, dass die Investitionen über mehrere Steuerperioden abzugsberechtigt sind. Ausserdem können Ausgaben für die neue Heizung vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden, was die Steuerbelastung reduziert. Bei Erhöhung der Hypothek sind die Schuldzinsen ebenfalls abzugsberechtigt.

Diese Abzugsregeln setzen alle Kantone um; sie gelten auch für die direkte Bundessteuer. Merkblätter der Steuerämter listen die Abzugsmöglichkeiten bei energetischen Gebäudesanierungen auf; die meisten sind auf den Webseiten der Kantone abrufbar.

Eine Versicherung für die neue Heizung?

Nach einem Heizungsersatz ist die Liegenschaft mit neuen, kostbaren Geräten versehen. Müssen sie versichert werden? Letztlich liegt das im Ermessen der Besitzerin oder des Besitzers. Die obligatorische Gebäudeversicherung deckt Schäden, die vom Feuer oder von Elementarereignissen verursacht werden. Zusatzversicherungen können für haustechnische Anlagen abgeschlossen werden. Sie kommen für Schäden auf, die bei der Heizung, der Photovoltaikanlage oder der Wasseraufbereitung etwa wegen Über- oder Unterspannung, inneren Schäden oder einer Fehlbedienung entstehen.

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