Baubestand beeinflusst die Umnutzung
Die Umnutzung bestehender Räumlichkeiten ist auf jeden Fall ein spannendes Abenteuer. Denn sie bedingt eine Auseinandersetzung mit einem Baubestand, der in einer anderen Zeitepoche für einen anderen Zweck geplant und realisiert wurde. Häufig ergibt sich aus der Geschichte der Räumlichkeiten eine ganz besondere Stimmung. Manchmal lohnt es sich, diese zu bewahren und der neuen Wohnstätte so ein ganz besonderes Ambiente zu geben. Spuren der Vergangenheit können reizvoll sein, sowohl im Inneren der Räume als auch in der unmittelbaren Umgebung der Immobilie. Die grosse Herausforderung bei der Umnutzung besteht darin, diese Spuren mit den Komfortansprüchen und den gesetzlichen Vorgaben der Gegenwart in Einklang zu bringen. Dies betrifft sowohl die Aktualisierung der Haustechnik wie auch der Umgang mit den Raumoberflächen vom Boden über die Wände bis zur Decke. Nicht zu unterschätzen sind ausserdem der Aufwand, den die Gebäudehülle und Aspekte der Hygiene verursachen können. Gerade bei der Umnutzung von Gewerbeliegenschaften kann es sein, dass künftig viel höhere winterliche Innenraumtemperaturen erforderlich sind. Dies kann zu verstärkten Dämmungen und einer höheren Dichtigkeit der Gebäudehülle führen. Die bestehende, ursprünglich nicht für solche Innenraumbedingungen vorgesehene Struktur muss auf die Tauglichkeit für diesen Wandel untersucht werden. Deshalb ist es sinnvoll, zuerst den Baubestand gründlich kennen zu lernen, sich ein konkretes räumliches und ästhetisches Ziel zu setzen und anschliessend zu prüfen, auf welchem Weg diese Ziele erreicht werden können. Eine mit Fantasie geplante und ausgeführte Umnutzung kann sich zu einem begehrten Liebhaberobjekt entwickeln.