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SNB hält Leitzins bei 0 Prozent: Was bedeutet das für Hypotheken?

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Gestapelte Münzen mit rotem Pfeil nach unten als Symbol für sinkende Zinsen und den SNB-Leitzins.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hält ihren Leitzins weiterhin bei 0 Prozent. Auf den ersten Blick bleibt damit alles beim Alten. Doch seit dem letzten Zinsentscheid hat sich das Umfeld verändert: Die Inflation ist leicht gestiegen, der Franken hat an Wert verloren und Festhypotheken sind teilweise teurer geworden. Gleichzeitig präsentiert sich die Schweizer Wirtschaft robuster als noch vor wenigen Monaten erwartet. Für Eigenheimbesitzende und Kaufinteressierte stellt sich deshalb die Frage: Bleiben Hypotheken günstig oder zeichnet sich allmählich eine Zinswende ab?

Das Wichtigste in Kürze

  • Die SNB hält den Leitzins bei 0 Prozent. Trotz leicht höherer Inflation sieht sie aktuell keinen unmittelbaren Grund für eine Zinsänderung.
  • SARON-Hypotheken bleiben vorerst stabil, da sie eng auf Veränderungen des SNB-Leitzinses reagieren.
  • Festhypotheken sind bereits teurer geworden. Ihre Zinsen hängen stärker von den Kapitalmärkten und den Erwartungen zur künftigen Inflation und Zinsentwicklung ab.
  • Eine baldige Rückkehr zu Negativzinsen erscheint weniger wahrscheinlich. Gleichzeitig gibt es derzeit noch keine klaren Anzeichen für eine bevorstehende Zinserhöhung.
  • Für Wohneigentümerinnen und Wohneigentümer und Kaufinteressierte lohnt es sich deshalb, neben dem SNB-Leitzins auch die Entwicklung der langfristigen Hypothekarzinsen im Blick zu behalten.

Inflation steigt, Leitzins bleibt unverändert

An ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung vom 24. September 2026 hat die SNB den Leitzins unverändert bei 0 Prozent belassen. Sie beurteilt die aktuelle Geldpolitik weiterhin als angemessen. Die Inflation sei zwar seit Juni weiter angestiegen, der mittelfristige Inflationsdruck habe jedoch nur leicht zugenommen.

Die Jahresteuerung erhöhte sich von 0,6 Prozent im Mai auf 0,8 Prozent im August. Hauptgrund waren höhere Preise für Erdölprodukte. Die SNB rechnet im Jahresdurchschnitt nun mit einer Inflation von 0,7 Prozent für 2026 sowie jeweils 0,8 Prozent für 2027 und 2028. Damit liegt die Teuerung über den bisherigen Erwartungen, aber weiterhin deutlich im Bereich, den die Nationalbank mit Preisstabilität vereinbart sieht.

Die Nationalbank geht zudem davon aus, dass die Inflation im vierten Quartal zunächst noch etwas steigt und im Verlauf von 2027 wieder zurückgeht. Entscheidend wird sein, wie sich insbesondere die Energiepreise entwickeln.

Wirtschaft stärker als erwartet

Auch bei der Konjunktur hat sich die Ausgangslage verändert. Die Schweizer Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal aussergewöhnlich kräftig. Dazu trug vor allem die chemisch-pharmazeutische Industrie bei. Aber auch ohne diesen Sondereffekt bezeichnet die SNB das Wachstum als solide und breit abgestützt.

Für 2026 erwartet sie inzwischen ein Wirtschaftswachstum von 1,5 bis 2 Prozent. Im Juni war sie noch von rund 1 Prozent ausgegangen. Für 2027 bleibt die Prognose bei rund 1,5 Prozent. Gleichzeitig ist die Kapazitätsauslastung insbesondere in der Industrie weiterhin unterdurchschnittlich und die Arbeitslosigkeit hat etwas zugenommen.

Damit gibt es für die SNB derzeit weder einen offensichtlichen Grund für eine Zinssenkung noch einen unmittelbaren Anlass für eine Zinserhöhung.

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Der Franken verändert die Ausgangslage

Eine wichtige Rolle spielt weiterhin der Schweizer Franken. Seit der letzten geldpolitischen Lagebeurteilung im Juni hat er sich auf handelsgewichteter Basis um rund 3 Prozent abgeschwächt. SNB-Präsident Martin Schlegel führt dies unter anderem auf die grösser gewordenen Zinsunterschiede zum Ausland zurück. In der Eurozone und den USA wurden die Leitzinsen zuletzt angehoben.

Für die Schweizer Exportwirtschaft ist der schwächere Franken grundsätzlich positiv. Gleichzeitig verteuert er importierte Waren und Dienstleistungen und kann dadurch die Inflation erhöhen. Auch deshalb liegt die neue Inflationsprognose der SNB etwas höher als noch im Juni. Die Nationalbank hält sich weiterhin die Möglichkeit offen, bei Bedarf am Devisenmarkt einzugreifen.

SARON-Hypotheken: vorerst kaum Bewegung

Für Besitzerinnen und Besitzer einer SARON-Hypothek bedeutet der September-Entscheid zunächst einmal: Es ändert sich wenig. SARON-Hypotheken orientieren sich am kurzfristigen Schweizer Geldmarkt und reagieren deshalb vergleichsweise direkt auf Veränderungen des SNB-Leitzinses.

Solange dieser bei 0 Prozent bleibt, besteht von dieser Seite kein Aufwärtsdruck. Die effektiven Kosten einer SARON-Hypothek werden deshalb derzeit vor allem von der Marge des jeweiligen Hypothekenanbieters bestimmt.

Gemäss MoneyPark lag der durchschnittliche Richtzins für eine dreimonatige SARON-Hypothek Mitte September bei rund 1,04 Prozent. Günstige Angebote waren bereits ab etwa 0,75 Prozent erhältlich. Die tatsächlich angebotenen Konditionen hängen allerdings stark von Belehnung, Tragbarkeit, Hypothekarvolumen und Anbieter ab.

Festhypotheken sind bereits teurer geworden

Anders sieht es bei Festhypotheken aus. Ihre Konditionen richten sich nicht direkt nach dem aktuellen SNB-Leitzins, sondern stärker nach den langfristigen Kapitalmarktzinsen und den Erwartungen der Finanzmärkte.

Und dort hat sich in den vergangenen Monaten einiges bewegt. Internationale Zinserhöhungen, höhere Energiepreise und gestiegene Inflationserwartungen haben auch die Schweizer Kapitalmarktzinsen beeinflusst.

Das zeigt sich inzwischen bei den Hypotheken: Laut MoneyPark lag der durchschnittliche Richtzins Mitte September bei rund 1,83 Prozent für eine fünfjährige und 2,06 Prozent für eine zehnjährige Festhypothek. Gegenüber Mitte Juni waren die Richtzinsen damit um 0,14 beziehungsweise 0,08 Prozentpunkte gestiegen.

Damit zeigt sich deutlich: Auch wenn die SNB ihren Leitzins unverändert lässt, können Festhypotheken teurer werden. Entscheidend ist, welche Inflations- und Zinsentwicklung die Finanzmärkte für die kommenden Jahre erwarten.

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Kommt die nächste Zinsänderung nach oben?

Eine Rückkehr zu Negativzinsen erscheint unter den aktuellen Bedingungen weniger wahrscheinlich als noch vor einigen Monaten. Die Inflation ist gestiegen, der Franken hat sich abgeschwächt und die Schweizer Wirtschaft entwickelt sich besser als erwartet.

Gleichzeitig wäre es aber verfrüht, bereits von einer bevorstehenden Zinserhöhung der SNB auszugehen. Ihre bedingte Inflationsprognose bleibt über den gesamten Prognosezeitraum innerhalb des Bereichs der Preisstabilität und basiert sogar auf der Annahme eines konstanten Leitzinses von 0 Prozent.

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