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US-Zollpolitik: Mögliche Folgen für Schweizer Wohneigentümer

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Container mit Schweizer Flagge als Symbol für die Auswirkungen der US-Zölle auf die Schweiz.

US-Präsident Trump hält mit Zöllen die Welt in Atem. Zwar wurden die ursprünglich angekündigten drastischen Massnahmen teilweise zurückgenommen. Das senkt die Gefahr einer deutlichen Konjunkturabkühlung in der Schweiz. Dennoch bleibt ungewiss, welche Branchen langfristig besonders betroffen sein werden. Klar ist: Trumps protektionistischer Kurs zur Stärkung der US-Wirtschaft bleibt indirekt auch für Wohneigentümerinnen und Wohneigentümer in der Schweiz nicht folgenlos. Ein Überblick.

Das Wichtigste in Kürze

  • US Zollpolitik wirkt sich auch indirekt auf Schweizer Wohneigentümer aus. Trotz der Reduktion der US Zölle auf maximal 12,5 Prozent bleibt die wirtschaftliche Unsicherheit bestehen und kann Investitionsentscheide beeinflussen.
  • Hypothekarzinsen könnten durch das tiefere Zinsniveau attraktiv bleiben. Der auf 0 Prozent gesenkte Leitzins begünstigt insbesondere SARON Hypotheken, während Festhypotheken zeitversetzt reagieren.
  • Baustoffpreise und Wechselkurse entwickeln sich gegenläufig. Höhere Preise für global gehandelte Rohstoffe können Bau und Renovationen verteuern, während der starke Franken Importkosten für Geräte und Materialien dämpfen kann.
  • Planungsunsicherheit nimmt für Bau und Renovationsprojekte zu. Schwankungen bei Lieferketten, Aktienmärkten und Finanzierungskosten erschweren verlässliche Budget und Investitionsplanungen.
  • Immobilienpreise dürften von den tiefen Zinsen gestützt werden. Gleichzeitig könnten Banken bei einer schwächeren Wirtschaft ihre Kreditvergabe verschärfen und Haushalte bei fallenden Vermögenswerten grössere Investitionen aufschieben.

US-Zollpolitik von Donald Trump

Am 24. Juli 2026 kündigte US-Präsident Donald Trump für 60 internationale Handelspartner einen Mindestzollsatz von 10 oder wie für die Schweiz 12,5 Prozent an, um inländische Industrien zu schützen und Druck auf Handelspartner auszuüben. Es war das nächste Kapitel der endlosen Zoll-Saga von Trump. Sie begann mit dem Entscheid, dass die Schweiz ab 7. August 2025 39 Prozent Zoll bezahlen musste. Diese Zölle blieben in dieser Höhe bis Mitte November 2025 in Kraft. Am 14. November einigten sich die Schweiz und die USA auf eine Vereinbarung, die den Zusatzzollsatz auf maximal 15 Prozent begrenzte.

Globale Wachstumsbremse

Was genau bedeuten nun die Zölle im Sinne Trumps? Ein fiktives Beispiel: Liefert ein Schweizer Industrieunternehmen ein Maschinengehäuse im Wert von 30'000 Dollar in die USA, wird dieses mit 12,5 Prozent Importzoll belegt. Der US‑Kunde muss also zusätzlich 3750 Dollar für das Gehäuse an den US‑Zoll entrichten. Kommt ihm das Schweizer Unternehmen beim Preis nicht entgegen, sieht sich das US-Unternehmen möglicherweise nach Alternativen in den USA um.

Auch andere Möglichkeiten sind denkbar, allesamt sind sie der Auftakt zu einer Kaskade negativer Effekte. Zusammengenommen erhöhen diese Faktoren die Unsicherheit für Unternehmen und Volkswirtschaften – und dürften das globale Wirtschaftswachstum in den kommenden Jahren bremsen.

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Positive wie auch negative Effekte für Wohneigentümerinnen und Wohneigentümer

Vor diesem Hintergrund stellt sich auch für Wohneigentümerinnen und Wohneigentümer in der Schweiz die Frage, wie sie indirekt von der neuen US-Zollpolitik betroffen sind. Die Auswirkungen sind vielschichtig:

Baustoffpreise

Viele Baustoffe werden global gehandelt. Durch höhere Zölle auf Stahl‑ und Aluminiumimporte erhöhen sich die entsprechenden Preise. Sie könnten deshalb auch Bau‑ und Renovationsprojekte in der Schweiz verteuern.

Wechselkurse

Die handelspolitischen Spannungen haben den US-Dollar deutlich geschwächt. Die Stärke des Frankens senkt die Importkosten für Geräte, Maschinen und Materialien – was dämpfend auf Renovationsausgaben wirken kann.

Geldpolitik

Gleichzeitig belastet die Frankenstärke die Exportwirtschaft der Schweiz. Im Juni 2025 senkte die Nationalbank ihren Leitzins auf  0 Prozent. Sinkende Leitzinsen wiederum haben in der Regel je nach Finanzierungsart kurz-, mittel- oder langfristig tiefere Hypothekarzinsen zur Folge. Am schnellsten reagiert bei sinkenden Leitzinsen der variable SARON. Festhypotheken sinken in der Regel ebenfalls, jedoch verzögert und abhängig von Swap‑Sätzen, Risikoprämien und Markterwartungen. Weitere Leitzinssenkungen sind aktuell kein Thema. Durch die auf 12,5 Prozent reduzierte Zollbelastung wird das Risiko einer deutlichen Konjunkturabkühlung gemindert und damit die Wahrscheinlichkeit negativer Leitzinsen verringert.

Immobilienpreise

Sinkende resp. tiefe Leit- und Hypothekarzinsen stimulieren die Nachfrage nach Wohnimmobilien, was wiederum die Immobilienpreise tendenziell nach oben treibt.

Planungsunsicherheit

Wer sich den Traum vom Eigenheim verwirklichen will, muss sich darauf einstellen, dass die Planungssicherheit auf die Probe gestellt wird. Denn Lieferketten können sich durch die von Donald Trump ausgelösten Handelskonflikte abrupt verschieben. Ausschreibungen werden risikoreicher und Kostenschätzungen bleiben zwar Schätzungen, sind aber mit mehr Unsicherheit behaftet.

Vermögenseffekte

Nicht ausser Acht gelassen werden sollte, dass viele Privathaushalte neben ihrem Wohneigentum auch Aktien oder Aktienfonds halten. Auf die hohen Zolldrohungen von 39 Prozent reagierte der Schweizer Aktienmarkt deutlich negativ. Spätestens ab der formellen Absichtserklärung hinsichtlich einer Reduktion der Zölle erholte sich der Markt. Bei wieder stark fallenden Kursen würde sich eine Konsum‑ und Investitionszurückhaltung einstellen, was wiederum zur Folge hätte, dass teure Anschaffungen wie Eigenheime oder grössere Renovationen auf die «lange Bank» geschoben würden.

Bankenverhalten

Ausserdem ist zu beachten, dass Banken bei schrumpfendem Eigenkapital ihre Margen auf Hypotheken steigern und die Kreditstandards verschärfen könnten.

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Die Unsicherheit bleibt hoch

Unter dem Strich gilt: Auch bei US-Zöllen von 12,5 Prozent ist die wirtschaftliche Unsicherheit erhöht, auch angesichts der geopolitischen Lage. Mögliche Schwankungen bei Baustoffpreisen, Zinsen, Wechselkursen und Aktienmärkten sollten bei Budget- und Investitionsentscheidungen rund um bestehendes oder künftiges Wohneigentum stärker berücksichtigt werden.

Häufige Fragen

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