Positive wie auch negative Effekte für Wohneigentümerinnen und Wohneigentümer
Vor diesem Hintergrund stellt sich auch für Wohneigentümerinnen und Wohneigentümer in der Schweiz die Frage, wie sie indirekt von der neuen US-Zollpolitik betroffen sind. Die Auswirkungen sind vielschichtig:
Baustoffpreise
Viele Baustoffe werden global gehandelt. Durch höhere Zölle auf Stahl‑ und Aluminiumimporte erhöhen sich die entsprechenden Preise. Sie könnten deshalb auch Bau‑ und Renovationsprojekte in der Schweiz verteuern.
Wechselkurse
Die handelspolitischen Spannungen haben den US-Dollar deutlich geschwächt. Die Stärke des Frankens senkt die Importkosten für Geräte, Maschinen und Materialien – was dämpfend auf Renovationsausgaben wirken kann.
Geldpolitik
Gleichzeitig belastet die Frankenstärke die Exportwirtschaft der Schweiz. Im Juni 2025 senkte die Nationalbank ihren Leitzins auf 0 Prozent. Sinkende Leitzinsen wiederum haben in der Regel je nach Finanzierungsart kurz-, mittel- oder langfristig tiefere Hypothekarzinsen zur Folge. Am schnellsten reagiert bei sinkenden Leitzinsen der variable SARON. Festhypotheken sinken in der Regel ebenfalls, jedoch verzögert und abhängig von Swap‑Sätzen, Risikoprämien und Markterwartungen. Weitere Leitzinssenkungen sind aktuell kein Thema. Durch die auf 12,5 Prozent reduzierte Zollbelastung wird das Risiko einer deutlichen Konjunkturabkühlung gemindert und damit die Wahrscheinlichkeit negativer Leitzinsen verringert.
Immobilienpreise
Sinkende resp. tiefe Leit- und Hypothekarzinsen stimulieren die Nachfrage nach Wohnimmobilien, was wiederum die Immobilienpreise tendenziell nach oben treibt.
Planungsunsicherheit
Wer sich den Traum vom Eigenheim verwirklichen will, muss sich darauf einstellen, dass die Planungssicherheit auf die Probe gestellt wird. Denn Lieferketten können sich durch die von Donald Trump ausgelösten Handelskonflikte abrupt verschieben. Ausschreibungen werden risikoreicher und Kostenschätzungen bleiben zwar Schätzungen, sind aber mit mehr Unsicherheit behaftet.
Vermögenseffekte
Nicht ausser Acht gelassen werden sollte, dass viele Privathaushalte neben ihrem Wohneigentum auch Aktien oder Aktienfonds halten. Auf die hohen Zolldrohungen von 39 Prozent reagierte der Schweizer Aktienmarkt deutlich negativ. Spätestens ab der formellen Absichtserklärung hinsichtlich einer Reduktion der Zölle erholte sich der Markt. Bei wieder stark fallenden Kursen würde sich eine Konsum‑ und Investitionszurückhaltung einstellen, was wiederum zur Folge hätte, dass teure Anschaffungen wie Eigenheime oder grössere Renovationen auf die «lange Bank» geschoben würden.
Bankenverhalten
Ausserdem ist zu beachten, dass Banken bei schrumpfendem Eigenkapital ihre Margen auf Hypotheken steigern und die Kreditstandards verschärfen könnten.