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SNB hält Leitzins bei 0 Prozent: Was bedeutet das für Hypotheken?

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Gestapelte Münzen mit rotem Pfeil nach unten als Symbol für sinkende Zinsen und den SNB-Leitzins.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hält ihren Leitzins weiterhin bei 0 Prozent. Auf den ersten Blick scheint die Lage klar: Die Inflation in der Schweiz bleibt tief und die Preisstabilität ist weitgehend gewährleistet. Doch hinter den Kulissen ist die Situation deutlich komplexer.

Das Wichtigste in Kürze

  • SNB-Leitzins bleibt bei 0 Prozent. Die Nationalbank sieht die Preisstabilität derzeit als gewährleistet, muss aber internationale Risiken wie Handelskonflikte und steigende Energiepreise laufend neu beurteilen.
  • SARON-Hypotheken reagieren direkt auf den Leitzins und bleiben deshalb für viele Kreditnehmende günstig. Wie stark die Finanzierungskosten sinken, hängt jedoch auch von der Marge der Bank und den Vertragsbedingungen ab.
  • Festhypotheken orientieren sich vor allem an den Erwartungen der Finanzmärkte. Steigende Inflationserwartungen oder geopolitische Unsicherheiten können deshalb zu höheren langfristigen Hypothekarzinsen führen, auch wenn der Leitzins unverändert bleibt.

Welthandel belastet

Die verschärfte Zollpolitik der USA unter Präsident Donald Trump belastet den Welthandel, während der Krieg zwischen den USA und dem Iran die Energiepreise in die Höhe treibt. Beide Entwicklungen beeinflussen Inflation, Wirtschaft und Finanzmärkte – und damit auch die Geldpolitik der SNB. Für Eigenheimbesitzer und Kaufinteressierte stellt sich deshalb vor allem eine Frage: Bleiben Hypotheken günstig oder droht schon bald die nächste Zinswende? (Siehe auch: Interview zu Hypotheken).

Zwischen Konjunktur und Inflation

Mit ihrem Entscheid vom Juni 2026 hat die Nationalbank den Leitzins unverändert bei 0 Prozent belassen. Sie begründete dies mit der weiterhin tiefen Inflation und einer moderaten Wirtschaftsentwicklung in der Schweiz. Gleichzeitig betont sie aber, dass die Unsicherheit im internationalen Umfeld deutlich zugenommen hat.

Vor allem die neue US-Zollpolitik sorgt weltweit für Verunsicherung. Höhere Importzölle verteuern den internationalen Handel und belasten exportorientierte Volkswirtschaften wie die Schweiz. Gleichzeitig verschärft der Krieg zwischen den USA und dem Iran die Lage an den Rohstoffmärkten. Steigende Öl- und Energiepreise erhöhen weltweit den Inflationsdruck und bremsen das Wirtschaftswachstum. Genau diese gegenläufigen Entwicklungen machen die Geldpolitik anspruchsvoll.

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Die schwierige Aufgabe der SNB

Die Schweizerische Nationalbank verfolgt ein klares Ziel: Sie soll die Preisstabilität gewährleisten und gleichzeitig die wirtschaftliche Entwicklung unterstützen. Normalerweise ist die Richtung eindeutig. Sinkt die Inflation und schwächelt die Konjunktur, werden die Zinsen gesenkt. Steigt dagegen die Teuerung, erhöht die Nationalbank den Leitzins.

Zurzeit wirken jedoch mehrere Faktoren gleichzeitig in unterschiedliche Richtungen. Die weltweiten Handelskonflikte und die wirtschaftliche Unsicherheit sprechen eher für eine lockere Geldpolitik. Gleichzeitig treiben höhere Energiepreise die Inflation an und sprechen gegen weitere Zinssenkungen. Hinzu kommt der Schweizer Franken. In unsicheren Zeiten gilt er als sicherer Hafen und wertet häufig auf. Das hilft zwar, die Inflation tief zu halten, belastet aber gleichzeitig die Exportwirtschaft.

Die SNB muss deshalb bei jedem Zinsentscheid sorgfältig zwischen Inflation, Wirtschaftswachstum, Wechselkurs und internationalen Risiken abwägen.

Ein zu starker Franken schwächt die Exportwirtschaft der Schweiz.
Ein zu starker Franken schwächt die Exportwirtschaft der Schweiz.

SARON-Hypotheken profitieren direkt

Ob sich der Leitzins auf deine Hypothek auswirkt, hängt von der gewählten Finanzierungsform ab. SARON-Hypotheken orientieren sich am Schweizer Geldmarkt und reagieren relativ schnell auf Veränderungen des SNB-Leitzinses. Seit der Leitzins auf 0 Prozent gesunken ist, profitieren viele Kreditnehmer von tieferen Finanzierungskosten. Wie stark sich die Belastung reduziert, hängt allerdings auch von der Marge der Bank und den vertraglichen Vereinbarungen ab.

Festhypotheken folgen dem Kapitalmarkt

Anders sieht es bei Festhypotheken aus. Sie richten sich weniger nach dem aktuellen Leitzins als nach den Erwartungen der Finanzmärkte. Banken berücksichtigen dabei unter anderem die langfristige Inflationsentwicklung, die Konjunkturaussichten und die Entwicklung der Kapitalmarktzinsen. Deshalb können Festhypotheken steigen, obwohl die SNB den Leitzins unverändert lässt.

Gerade die aktuelle geopolitische Lage zeigt diesen Zusammenhang deutlich. Erwarten die Finanzmärkte wegen steigender Energiepreise oder neuer Handelsbarrieren dauerhaft höhere Inflationsraten, können die langfristigen Zinsen anziehen – auch ohne einen Entscheid der Nationalbank.

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Drohen wieder Negativzinsen?

Eine Rückkehr zu Negativzinsen ist derzeit nicht das wahrscheinlichste Szenario. Die SNB hat jedoch mehrfach betont, dass sie grundsätzlich alle geldpolitischen Instrumente einsetzen würde, falls dies zur Sicherung der Preisstabilität notwendig wäre.

Sollte sich die Weltwirtschaft deutlich abschwächen oder der Franken stark aufwerten, könnten weitere Zinssenkungen wieder zum Thema werden. Umgekehrt könnten dauerhaft hohe Energiepreise oder eine überraschend steigende Inflation eine erneute Straffung der Geldpolitik erforderlich machen.

Die weitere Entwicklung hängt deshalb weniger von der Schweiz selbst als von den internationalen Ereignissen ab – insbesondere von der Handelspolitik der USA, den geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und deren Auswirkungen auf Inflation und Wirtschaft.

Wer in den kommenden Monaten eine Hypothek abschliessen oder verlängern möchte, sollte deshalb die Entwicklung an den Finanzmärkten ebenso im Auge behalten wie die Entscheide der Nationalbank.

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