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Sparplan fürs Eigenheim: So sparst du richtig

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Junge Frau legt Geld in ein Sparschwein und plant, Eigenkapital für den Hausbau oder den Kauf von Wohneigentum anzusparen.

Viele Schweizerinnen und Schweizer träumen von den eigenen vier Wänden. Wenn du Wohneigentum kaufen willst, solltest du früh anfangen zu sparen. Das vergrössert deinen finanziellen Spielraum und verkürzt die Zeit, bis du dir deinen Traum erfüllen kannst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Für den Kauf von Wohneigentum brauchst du in der Regel mindestens 20 Prozent Eigenkapital, da Banken bis zu 80 Prozent des Kaufpreises finanzieren. Je früher du mit dem Sparen beginnst, desto schneller erreichst du dein Ziel und desto grösser ist dein finanzieller Spielraum.
  • Fehlt dir Eigenkapital, hilft ein klarer Sparplan mit definiertem Zeithorizont und fixer monatlicher Sparrate. Mit 600 Franken pro Monat brauchst du für 60'000 Franken rund acht Jahre, mit 1'000 Franken erreichst du das Ziel in fünf Jahren.
  • Zum Eigenkapital zählen neben Spargeldern auch Wertschriften, Gelder aus der 2. Säule und Säule 3a, Erbvorbezüge oder Schenkungen sowie Darlehen von Familie oder Freundinnen und Freunden. Jede Variante hat rechtliche, steuerliche und persönliche Konsequenzen, die du sorgfältig prüfen solltest.
  • Besonders für junge Menschen ist der Weg zum Eigenheim anspruchsvoll, da oft noch wenig Vermögen vorhanden ist. Konsequentes Sparen, ein realistisches Budget und allenfalls Unterstützung aus dem familiären Umfeld können die Finanzierung trotzdem möglich machen.
  • Ein detailliertes Budget zeigt dir, wo Sparpotenzial liegt und wie viel du monatlich zurücklegen kannst. Mit einem Dauerauftrag auf dein Sparkonto schaffst du Verbindlichkeit und kommst deinem Traum vom eigenen Haus oder der Eigentumswohnung Schritt für Schritt näher.

Der Traum vom Eigenheim

Gemäss einer Studie von Raiffeisen Schweiz aus dem Jahr 2025 würden drei von fünf Mieterinnen und Mieter lieber in ihrem Eigenheim leben. Noch ausgeprägter ist der Wunsch bei jüngeren Menschen: Drei Viertel der 18- bis 30-Jährigen, die kein Wohneigentum besitzen, träumen von einem eigenen Haus oder einer Eigentumswohnung. Wenn auch du ein Eigenheim kaufen oder bauen willst, brauchst du Geld. Die meisten finanzieren ihr Haus oder ihre Eigentumswohnung mit einem Mix aus Fremd- und Eigenkapital. Banken, Pensionskassen, Versicherungsgesellschaften und andere Finanzierungspartner belehnen Wohneigentum in der Regel bis zu 80 Prozent. Das heisst, du musst mindestens 20 Prozent Eigenkapital aufbringen.

Wie viel Eigenkapital brauchst du?

Nehmen wir an, du willst ein Reiheneinfamilienhaus kaufen, das 900'000 Franken kostet. Deine Hausbank finanziert den Kauf mit 720'000 Franken (80 Prozent von 900'000 Franken). Du brauchst 180'000 Franken Eigenkapital:

Kaufpreis 900'000 Franken
1. Hypothek (65%) -585'000 Franken
2. Hypothek (bis 15%, rückzahlbar in höchstens 20 Jahren) -135'000 Franken
Benötigtes Eigenkapital (20%) 180'000 Franken

Als Eigenkapital für selbstbewohntes Wohneigentum zählen zum Beispiel Spargelder, Wertschriften, Gelder aus der 2. Säule (bis 10 Prozent des Kaufpreises) und aus der Säule 3a, Erbvorbezüge oder Schenkungen sowie Darlehen von Freundinnen, Freunden oder Verwandten.

  Beispiel Deine Zahlen
Spargelder 25'000 Franken  
Wertschriften    
Geld aus der 2. Säule 50'000 Franken  
Geld aus der Säule 3a 25'000 Franken  
Erbvorbezug oder Schenkung    
Darlehen 20'000 Franken  
Andere Eigenmittel    
Verfügbares Eigenkapital 120'000 Franken  

Es fehlen 60'000 Franken Eigenkapital. 

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Wie schliesst du die Finanzierungslücke?

Wenn du das fehlende Eigenkapital nicht auftreiben kannst, musst du 60'000 Franken sparen. Wie lange du dafür brauchst, hängt von deinen Einnahmen und Ausgaben ab. Weisst du, wie viel du jeden Monat für deinen Wohntraum auf die Seite legen kannst? Falls nicht, ist es sinnvoll, ein detailliertes Budget zu erstellen. Kostenlose Onlinevorlagen findest du beispielsweise auf der Website der Dachorganisation von 34 Budgetberatungsstellen.

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Nutze unsere praktische Checkliste (PDF), um dich für dein Finanzierungsgespräch vorzubereiten.

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Wie viel Geld musst du jeden Monat sparen?

Wenn du weisst, wie viel Geld du auf die Seite legen kannst, kannst du einfach ausrechnen, wie lange du brauchst, um dein Ziel zu erreichen. Mit 600 Franken monatlich bräuchtest du in unserem Beispiel etwas länger als acht Jahre: 60'000 Franken : 600 Franken = 100 Monate.

Falls du dein Ziel in einer bestimmten Zeit erreichen willst, brauchst du einen Sparplan, Disziplin und den Willen, allenfalls dein Budget anzupassen und einige Ausgaben zu streichen. 

  Beispiel 5 Jahre Beispiel 10 Jahre Deine Zahlen
Sparziel 60'000 Franken 60'000 Franken  
Zeithorizont 60 Monate 120 Monate  
Zinssatz 0 Prozent 0 Prozent  
Monatliche Sparrate 1'000 Franken 500 Franken  

In diesem Beispiel rechnen wir ohne Zinsen, weil Sparkonten ohne Sonderkonditionen aktuell mit höchstens 0,1 Prozent «verzinst» werden. Natürlich könntest du dein Sparziel schneller erreichen, wenn du dein Geld höherverzinslich anlegst. Denk aber daran: Je höher die Rendite, desto höher das Risiko.

Wohneigentum unter 30 finanzieren

Eigentlich ist es paradox. Die Menschen, die am längsten in den eigenen vier Wänden wohnen könnten, haben in der Regel kein Geld, um diesen Traum zu verwirklichen. Wie können junge Menschen Wohneigentum finanzieren, wenn sie noch zu wenig gespart und vorgesorgt haben?

Alternative 1: Sparen, sparen, sparen

Wenn du keine Aussicht auf einen Erbvorbezug, eine Schenkung oder ein Darlehen hast oder das Geld trotzdem nicht ausreicht, musst du sparen. Spartipps finden sich im Internet wie Sand am Meer. Wir haben einige zusammengestellt, die helfen, das Ziel zu erreichen, ohne auf etwas zu verzichten:

  • Mieten statt kaufen, leihen statt besitzen oder tauschen statt kaufen.
  • Verkaufe, was du nicht brauchst, und kaufe nur, was du wirklich brauchst.
  • Kaufe im Brockenhaus, in Second-Hand-Shops, im Ausverkauf oder in Outlets ein.
  • Überdenke teure Abhängigkeiten, zum Beispiel Zigaretten.
    Überdenke deine Feriengewohnheiten, zum Beispiel Wohnungstausch statt Hotel.
  • Senke die Zimmertemperatur um 1 Grad und spare 6 Prozent Energiekosten.
  • Wasche oder trockne deine Wäsche in der Nacht, wenn der Strom günstiger ist.

Am einfachsten entdeckt man das Sparpotenzial, wenn man ein Budget mit allen Einnahmen und Ausgaben erstellt. Auf budgetberatung.ch finden sich viele Vorlagen, zum Beispiel für Paare. Fülle das Budget aus, suche die grössten Ausgabenposten heraus und überlege dir, wie sich die Ausgaben senken (oder die Einnahmen steigern) lassen. Dann stelle einen Plan auf und überweise jeden Monat den Sparbetrag mit einem Dauerauftrag auf dein Sparkonto.

Alternative 2: Erbvorbezug oder Schenkung

Wenn deine Eltern vermögend sind, können sie dir das Eigenkapital ganz oder teilweise als Erbvorbezug oder Schenkung überlassen. Bei dieser sinnvollen Alternative sind einige wichtige Punkte unbedingt zu berücksichtigen:

  • Erbvorbezug und Schenkung müssen ausgeglichen werden, damit keine Erbinnen und Erben benachteiligt werden. Ausser, die Eltern schliessen diese Ausgleichspflicht schriftlich aus.
    Erbvorbezug und Schenkung sind steuerpflichtig. Allerdings verzichten fast alle Kantone auf die Erbschafts- oder Schenkungssteuer, wenn direkte Nachkommen begünstigt sind.
  • Die anderen Erbinnen und Erben können eine Schenkung bis zu fünf Jahre nach Abschluss anfechten, einen Erbvorbezug aber nicht.
  • Geraten die Eltern nach dem Erbvorbezug oder der Schenkung in eine finanzielle Notlage, kann sich das Sozialamt auf die Verwandtenunterstützungspflicht berufen und beispielsweise einen monatlichen Beitrag an die Kosten für das Pflegeheim verlangen.
  • Erbvorbezug oder Schenkung werden bei der Erbteilung zum Gegenwert (ohne Zinsen und Teuerung) angerechnet und dürfen die Pflichtteile anderer Erbinnen und Erben nicht verletzen.
  • Verletzt ein Erbvorbezug oder eine Schenkung Pflichtteile, können die benachteiligten Erbinnen und Erben ihren Pflichtteil verlangen beziehungsweise einklagen.

Alternative 3: Darlehen von Verwandten oder Freundinnen und Freunden

Falls deine Eltern dir das Eigenkapital weder als Erbvorbezug noch als Schenkung überlassen können oder wollen, kannst du ein Darlehen von jemandem aus deiner Familie oder aus deinem Freundeskreis aufnehmen. In der Regel sind die Zinsen vergleichsweise tief, manchmal werden Darlehen in der Familie oder unter Freundinnen und Freunden sogar zinsfrei vergeben. Auch hier sind einige Punkte zu beachten:

  • Setze einen Darlehensvertrag auf, der mindestens Betrag, Laufzeit, Zins und Fälligkeit festhält. Sinnvoll ist es, einen Notar oder eine Anwältin beziehungsweise einen Anwalt den Vertrag prüfen zu lassen.
  • Wenn es um viel Geld geht, lohnt es sich, das Darlehen als Grundpfandverschreibung im Grundbuch an zweiter oder dritter Stelle eintragen zu lassen. Sollte das Wohneigentum verkauft oder versteigert werden müssen, weil du zahlungsunfähig bist, kann die Darlehensgeberin oder der Darlehensgeber die Forderung gleich nach der Bank geltend machen.
  • Du als Schuldnerin oder Schuldner kannst Darlehen und Zinsen in deiner Steuererklärung abziehen, deine Gläubigerin oder dein Gläubiger muss das Darlehen als Vermögen und die Zinsen als Einkommen versteuern.
  • Geld kann eine Beziehung oder Freundschaft belasten, wenn du zum Beispiel die Zinsen nicht zahlst oder das Kapital nicht wie vereinbart amortisieren kannst.
  • Im Extremfall finanzierst du Haus oder Wohnung mit 100 % Fremdkapital. Dadurch steigt die finanzielle Belastung durch Zinsen und Amortisation. Das muss die Bank, die ja bis zu 80 % finanzieren soll, in ihrer Tragbarkeitsrechnung berücksichtigen.
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