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Sparen, investieren, freier leben: Frugalismus erklärt

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Frugalismus: Finanzielle Unabhängigkeit

Frugalismus gewinnt auch in der Schweiz zunehmend an Bedeutung. Für Wohneigentümerinnen und Wohneigentümer ist der Ansatz besonders interessant: Wer Ausgaben rund um die Immobilie gezielt optimiert, kann Wohnkosten senken und langfristig Vermögen aufbauen – ohne dabei an Lebensqualität einzubüssen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Frugalismus bedeutet, Ausgaben bewusst zu reduzieren, einen hohen Anteil des Einkommens zu sparen und das Geld langfristig zu investieren.
  • Anders als beim Minimalismus steht nicht weniger Besitz im Mittelpunkt, sondern das Ziel, finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen.
  • Im Alltag lässt sich bei Fixkosten, Lebensmitteln, Mobilität, Kleidung und Freizeit sparen. Viele kleine Einsparungen können langfristig einen grossen Unterschied machen.
  • Für Wohneigentümerinnen und Wohneigentümer bieten vor allem ein tieferer Energieverbrauch, optimierte Versicherungen, regelmässige Wartung und eine schnellere Rückzahlung der Hypothek Sparpotenzial.
  • Entscheidend ist, realistische Budgets festzulegen und Sparen sowie Investieren konsequent in den Alltag zu integrieren.

Was bedeutet Frugalismus?

Der Begriff Frugalismus leitet sich vom lateinischen frugalis ab, was «sparsam» oder «genügsam» bedeutet. Frugalisten setzen ihr Geld bewusst ein – sie hinterfragen Ausgaben konsequent und sparen oder investieren einen grossen Teil ihres Einkommens. Ziel ist es, die Abhängigkeit von einem festen Einkommen möglichst zu verringern. Oft ist damit auch der Wunsch verbunden, bereits ab 40 Jahren in Pension zu gehen.

Frugalismus vs. Minimalismus

Frugalismus und Minimalismus werden häufig miteinander verwechselt, verfolgen jedoch unterschiedliche Ziele:

  • Minimalismus: Den eigenen Besitz bewusst reduzieren, um das Leben zu vereinfachen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.
  • Frugalismus: Bewusster Umgang mit Geld, um finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen.

Oft ergänzen sich beide Ansätze: Wer seinen Konsum reduziert, spart automatisch Geld – und kann diese Ersparnisse gezielt investieren. 

Das Kernprinzip des Frugalismus: Hohe Sparquote und Investieren

Das Kernprinzip: Einen grossen Teil des Einkommens konsequent sparen und gezielt investieren. So lässt man das eigene Geld für sich arbeiten und schafft die Grundlage für finanzielle Unabhängigkeit – anstatt es überwiegend für kurzfristigen Konsum auszugeben.

Sparen im Alltag

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, im Alltag zu sparen. Nicht die einzelne Massnahme zählt, sondern die Summe vieler kleiner Veränderungen, die langfristig den Unterschied machen. Bevor du dich ans Sparen machst, solltest du für jeden Bereich ein Budget festlegen, das du realistisch einhalten kannst. Die wichtigsten Spartipps:

Fixkosten optimieren

  • Verträge prüfen: Überprüfe regelmässig alle deine Verträge, Versicherungen und Abos und passe diese bei Bedarf an. Gibt es günstigere Alternativen? Nutzt du bestimmte Abos überhaupt oder solltest du manche besser kündigen?
  • Auto: Nutze möglichst öffentliche Verkehrsmittel. Wenn ein Auto unverzichtbar ist, überlege Carsharing zu nutzen und lege so viele Strecken wie möglich ohne Auto zurück.
  • Strom und Haushaltsgeräte: Achte auf energieeffiziente Geräte und einen bewussten Umgang mit Strom, um langfristig Kosten zu senken.

Lebensmittel clever planen

  • Grosseinkäufe statt Impulskäufe: Erstelle einen Wochenmenüplan und kaufe gezielt ein. So vermeidest du spontane Einkäufe und reduzierst unnötige Ausgaben.
  • Frisch kochen statt Fertigprodukte: Frisch zubereitete Mahlzeiten schonen das Portemonnaie und fördern die Gesundheit.
  • Saisonal einkaufen: Kaufe vorwiegend saisonale Produkte – diese sind meist günstiger und nachhaltiger.
  • Lebensmittel richtig lagern und Foodwaste reduzieren: Lerne, wie man Lebensmittel richtig lagert, iss Reste auf und vermeide unnötiges Wegwerfen. 

Kleidung und Konsumartikel

  • Second-Hand statt neu: Second-Hand-Läden und Tauschbörsen bieten hochwertige Kleidung zu guten Preisen. Setze auf Qualität statt Quantität, um langfristig weniger auszugeben.
  • Reparieren statt wegwerfen: Lass beschädigte Kleidung reparieren, anstatt sie sofort zu ersetzen. 

Freizeit und Urlaub

  • Natur statt teure Freizeitaktivitäten: Wähle öfter Ausflüge in die Natur statt kostspieliger Freizeitangebote.
  • Kurztrips statt weite Reisen: Urlaub in der Nähe spart Geld und oft auch Zeit und Nerven.
  • Saison und Angebote beachten: Ferien ausserhalb der Hochsaison, Frühbucherangebote oder Gruppenrabatte senken die Kosten zusätzlich. 

Familienhaushalt

  • Gebraucht kaufen oder tauschen: Bei Kindern lohnt es sich, Spielsachen, Kleidung und Zubehör gebraucht zu kaufen oder zu tauschen. Kinder nutzen Kleidung und Spielsachen oft nur kurz, daher ist Neuanschaffung meist unnötig.
  • Langlebige Produkte: Sparen Geld und sind nachhaltiger.

Investieren statt Ausgeben

Das gesparte Geld wird nicht einfach auf einem Konto liegen gelassen, sondern gezielt investiert – zum Beispiel in Aktien, Fonds, ETFs oder Immobilien. So arbeitet dein Geld für dich, anstatt für kurzfristigen Konsum ausgegeben zu werden, und du profitierst langfristig von Zinseszinsen und Wertsteigerungen. 
 
So kannst du starten:

  • Grundlagen lernen: Bücher oder Online-Kurse zu Geldanlage, ETFs, Dividendenstrategien und Immobilieninvestments bieten einen guten Einstieg.
  • Finanzblogs und Podcasts: Viele Expertinnen und Experten teilen praxisnahe Tipps, Anlagestrategien und aktuelle Marktanalysen.
  • Simulations-Tools nutzen: Mit Depot-Simulationen oder Budget-Apps kannst du üben, ohne echtes Geld zu riskieren.
  • Beratung in Anspruch nehmen: Bei komplexeren Anlagen kann eine Finanzberaterin oder ein Finanzberater helfen, passende Strategien zu entwickeln.
  • Kontinuierlich weiterbilden: Die Finanzwelt verändert sich stetig. Regelmässiges Lesen, Kurse oder Webinare halten dich auf dem neuesten Stand. 

Tipp: Starte klein, automatisiere Spar- und Investmentpläne und steigere deine Beiträge mit zunehmendem Wissen und Sicherheit. So wächst dein Vermögen langfristig – ohne dass du auf Lebensqualität verzichten musst. 

Frugalismus mit Wohneigentum

Für Wohneigentümerinnen und Wohneigentümer bietet Frugalismus viele Möglichkeiten, Wohnkosten zu senken und das Budget effizienter zu nutzen.

  • Energieverbrauch optimieren: Effiziente Heizsysteme, gute Dämmung und stromsparende Geräte helfen, die laufenden Kosten deutlich zu reduzieren.
  • Versicherungen überprüfen: Regelmässig Verträge prüfen, überhöhte Prämien oder unnötige Zusatzleistungen erkennen und anpassen – spart Geld, ohne den Versicherungsschutz zu verlieren.
  • Hypothek schneller tilgen: Wer seine Hypothek zügiger abbezahlt, kann Zinskosten senken und die finanzielle Sicherheit erhöhen.
  • Immobilie warten: Regelmässige Wartung und frühzeitige Reparaturen verhindern teure Schäden und sichern langfristig den Wert des Hauses.
  • Praktische Alltagstipps: Gartenpflege selbst übernehmen, Baumaterial oder Möbel gezielt im Angebot kaufen, Geräte und Werkzeuge mit Nachbarn teilen. So lassen sich laufende Kosten reduzieren, der Immobilienwert erhalten und Mittel für Investitionen freisetzen. 

Fazit

Frugalismus ist mehr als Sparen – es ist ein bewusster Lebensstil, der finanzielle Unabhängigkeit ermöglicht. Durch gezieltes Reduzieren von Konsum, optimiertes Haushaltsbudget und intelligente Investitionen kannst du langfristig Vermögen aufbauen, ohne auf Lebensqualität verzichten zu müssen.  

Besonders für Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, Wohnkosten zu senken, Energie effizient zu nutzen und den Wert der Immobilie zu erhalten.

Kleine Veränderungen im Alltag summieren sich, und wer frühzeitig mit Sparen und Investieren beginnt, schafft sich eine solide Basis für ein selbstbestimmtes Leben. 

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