Neophyten vermehren sich schnell
Einige Beispiele: Die amerikanische Riesen-Goldrute (Solidago gigantea) und die Kanadische Goldrute (S. canadensis) sind sehr anpassungsfähige Pionierpflanzen. Sie bevorzugen vegetationsfreie Ruderalflächen, etwa auf Baustellen oder Industriebrachen, wo sie durch Lichtentzug und Wurzelkonkurrenz die Keimung anderer Pflanzenarten verhindern.
Eine der grössten Problempflanzen in der Schweiz ist der Japanische Staudenknöterich (Fallopia japonica). Er bildet rasch grosse Bestände, denen fast nur mit der chemischen Keule beizukommen ist. Seine unterirdischen Ausläufer erreichen eine Länge von 20 m. Schon ein kleines Rhizomstück vermag einen neuen Bestand zu gründen.
Oder das Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera), das sich in Uferzonen und Auenwäldern verbreitet und pro Pflanze über 4000 Samen produziert. Die reifen Früchte springen bei der geringsten Berührung auf und schleudern die Samen bis zu 7 m weit.
Es gibt aber auch Neophyten, welche unsere Gesundheit gefährden, etwa Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum) oder Aufrechte Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia). Ersterer gibt bei Berührung einen Saft ab, der zusammen mit Sonnenlicht zu Hautverbrennungen führt. Und Letztere kann mit ihrer grossen Anzahl Pollen Allergien auslösen.