myky

Haustiere und Nachbarrecht: Das gilt

ca. 4 Leseminuten
Katzen streifen durch die Nachbarschaft, jagen, markieren, raufen sich lautstark mit anderen Katzen.

In der Schweiz lebt in jedem dritten Haushalt ein Haustier. Sie erfreuen ihre Besitzerinnen und Besitzer, stellen aber manchmal das Verhältnis zu den Nachbarinnen und Nachbarn auf die Probe. In diesem Fall gilt es, kühlen Kopf zu bewahren und eine einvernehmliche Lösung zu finden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Haustiere sorgen in der Schweiz häufig für Konflikte im Nachbarrecht, etwa durch Hundekot im Garten, Katzenurin oder Lärm. Entscheidend ist, ob eine übermässige Einwirkung im Sinn von Artikel 684 ZGB vorliegt.
  • Bei Hundekot im Garten ist die Lage klar, die Halterin oder der Halter muss den Kot entfernen und haftet in der Regel für Schäden. Meist übernimmt die Privathaftpflichtversicherung die Kosten.
  • Bei Katzen ist die rechtliche Situation anders, da sie nicht beaufsichtigt werden können und frei umherstreifen. Verunreinigungen oder kleinere Schäden lassen sich oft keiner bestimmten Katze zuordnen, weshalb eine Haftung meist entfällt.
  • Bevor es zum Gang vors Gericht kommt, solltest du das Gespräch suchen. Rücksichtnahme und Toleranz auf beiden Seiten führen meist schneller und nachhaltiger zu einer Lösung als ein Rechtsstreit.
  • Wenn dich fremde Katzen stören, kannst du deinen Garten mit Schutzmassnahmen wie Gittern, Kaffeesatz oder Ultraschallgeräten sichern. Auf verletzende Mittel wie Elektro- oder unsichtbare Zäune solltest du unbedingt verzichten.

Konfliktpotenzial: Haustiere und Nachbarschaft

Katzen (rund 1,6 Millionen) und Hunde (rund 500'000) sind die mit Abstand beliebtesten Haustiere in der Schweiz. Sie sind treue Begleiterinnen und Begleiter, trösten einsame oder kranke Menschen und ersetzen der einen oder dem anderen sogar die Partnerin oder den Partner beziehungsweise die Kinder. Doch nicht alle sind glücklich über die vielen Haustiere: Zahlreich sind die Klagen über Hundekot im Garten, Katzenurin auf der Terrasse oder krächzende Papageien.

Service Teaser Dateien de

Hast du alle wichtigen Unterlagen zu deinem Zuhause griffbereit?

Speichere Verträge, Rechnungen und Pläne sicher an einem Ort und finde alles in Sekunden wieder.

Rücksichtnahme und Toleranz

Wer sich durch Lärm oder Gestank von Haustieren gestört fühlt, sollte erst das Gespräch mit den Tierbesitzenden suchen. Diesen ist das Problem oft gar nicht bekannt oder bewusst. Verrichtet ein Hund seine Notdurft in deinem Garten, räumt die Hundebesitzerin oder der Hundebesitzer den Kot weg. Kräht der Papagei den ganzen Tag, hält man die Fenster geschlossen. Selbstverständlich darf von einer Haustierbesitzerin oder einem Haustierbesitzer Rücksichtnahme erwartet werden, genauso wie Toleranz von den Nachbarinnen und Nachbarn. Wenn anzunehmen ist, dass ein Haustier einen Schaden verursacht hat, sollte die Tierhalterin oder der Tierhalter dafür aufkommen. Die meisten Privathaftpflichtversicherungen kommen für solche Schäden auf.

Gang vors Gericht als letzte Option

Wenn Tierbesitzerinnen und Tierbesitzer und Nachbarinnen und Nachbarn keine Lösung finden, bleibt nur der Weg vors Gericht. Dieses muss feststellen, ob die nachbarschaftliche Rücksichtnahmepflicht (Artikel 684 ZGB) verletzt worden ist. Das Nachbarrecht verpflichtet alle, übermässige Einwirkungen auf das Eigentum der Nachbarschaft zu vermeiden, dazu zählen auch übler Geruch oder Lärm. Es gibt klare Fälle, die nicht hingenommen werden müssen. Der Hahn, der im Sommer um 5 Uhr früh laut kräht, zum Beispiel. Je nach Wohnlage kann durchaus verlangt werden, dass der Hahn in der Nacht nicht im Freien sein darf. Selten ist die Ausgangslage so klar. Dann stellt sich die Frage, wann eine Einwirkung noch zu dulden und wann sie übermässig ist. Viele Menschen fühlen sich durch Hundegebell gestört, andere sind toleranter. Besonders schwierig ist es mit Katzen.

Merkliste Grenzabstände

myky Projektvorlagen Illu  ScaleWidthWzkwMF0

Merkliste Grenzabstände

Nutze unsere praktische Merkliste (Word), um die Regeln zu den Grenzabständen im Garten im Blick zu behalten.

Mehr zum Thema

Merkliste herunterladen

Nutze unsere praktische Merkliste (Word), um die Regeln zu den Grenzabständen im Garten im Blick zu behalten.

Katzen sind anders als Hunde

Katzen streifen durch die Nachbarschaft, jagen, markieren, raufen sich lautstark mit anderen Katzen. Nicht selten führt dieses für sie völlig natürliche Verhalten zu Streit zwischen Nachbarinnen und Nachbarn. Beispielsweise, wenn die Katze ihr Geschäft im fremden Garten verrichtet, eine tote Maus auf der Terrasse hinterlässt oder durch ein offenes Fenster ins Haus schleicht und dort einen Schaden anrichtet. Da stellt sich die Frage, ob die Katzenbesitzerin oder der Katzenbesitzer für den Schaden haftbar gemacht werden kann.

Die Antwort lautet in den meisten Fällen nein. Das Nachbarrecht besagt zwar, dass alle ihr Eigentum so nutzen dürfen, dass daraus keine übermässigen Einwirkungen für die Nachbarschaft entsteht. Trotzdem ist die Situation mit Katzen anders als mit Hunden, weil sie weder beaufsichtigt noch domestiziert werden können. Verrichtet ein Hund seine Notdurft in einem fremden Garten, muss seine Besitzerin oder sein Besitzer den Kot wegräumen. Nicht mit Katzen. Ausserdem ist es in Quartieren mit vielen Katzen unmöglich, Verunreinigungen einer bestimmten Katze zuzuordnen. Immerhin wohnt in jedem fünften Haushalt eine Katze.

Service Teaser Experten

Suchst du die richtigen Expertinnen oder Experten für dein Projekt?

Finde geprüfte Fachpersonen in deiner Nähe und erhalte Unterstützung für deine Sanierung oder Modernisierung.

Wie kannst du dich schützen?

Wenn du nicht willst, dass Katzen dich regelmässig besuchen, darfst du sie nicht füttern. Katzen erinnern sich gut und tauchen immer wieder auf, in der Hoffnung gefüttert zu werden. Den Garten oder die Terrasse kannst du mit verschiedenen Massnahmen vor unerwünschtem Besuch schützen. Beispielsweise mit Gittern oder Kaffeesatz im Gartenbeet, sogenannten Verpiss-dich-Pflanzen aus der Harfensträucher-Familie, die Katzen im wahrsten Sinn des Wortes nicht riechen können, oder mit Ultraschallgeräten, die für empfindliche Katzenohren unangenehm sind. Verzichte unbedingt auf unsichtbare Zäune oder Elektrozäune, die Katzen verletzen können. Sonst ist der nächste Streit mit deinen Nachbarinnen und Nachbarn nur eine Frage der Zeit.

Häufige Fragen

Newsletter V2 500x500px Pos

Tipps für dein Zuhause

Abonniere unsere Newsletter und erhalte regelmässig Tipps rund um dein Zuhause.