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Schädlingsbefall in Mietwohnung oder Eigenheim: Wer zahlt?

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Wespennest: Insekten verursachen oft Schäden an Immobilien.

Wespennest im Rollladen, Schaben in der Küche, Holzwürmer im Dachstuhl oder Silberfischchen hinter der Tapete: Schädlingsbefall ist unangenehm, kann teuer werden – und löst fast immer die gleiche Frage aus: Wer kommt für die Kosten auf?

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer für Schädlingsbefall zahlt, hängt von Ursache, Wohnform und Schadenhöhe ab.
  • In Mietwohnungen tragen Mietende kleinere Fälle oft selbst, etwa bei Motten, Schaben oder Ameisen.
  • Stammt der Befall aus Gemeinschaftsbereichen oder betrifft mehrere Parteien, ist meist die Verwaltung zuständig.
  • Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer tragen Schädlingsschäden in der Regel selbst.
  • Gebäude- und Hausratversicherungen decken Schädlingsschäden meist nicht oder nur teilweise über Zusatzversicherungen.
  • Vorbeugung und schnelles Handeln helfen, hohe Kosten und Folgeschäden zu vermeiden.

Die Antwort ist nicht so einfach wie erhofft. Sie hängt davon ab, welcher Schädling befallen hat, wo der Befall herkommt und in welchem Wohnverhältnis du dich befindest. Nicht jede lästige Tierart ist automatisch ein «Schädling» im versicherungsrechtlichen Sinn. Relevant sind Tiere, die Gebäude, Einrichtung oder Vorräte nachweislich beschädigen: 

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Wer haftet: Mietende, Vermietende oder Eigentümergemeinschaft?

Als Mieterin oder Mieter

Grundsätzlich bist du als Mieterin oder Mieter für die Bekämpfung von Schädlingen selbst verantwortlich – und trägst die Kosten – wenn der Befall durch dein Verhalten begünstigt wurde. Typische Fälle:

  • Motten oder Schaben durch schlecht gelagerte Lebensmittel oder mangelnde Hygiene in der Küche
  • Flöhe, weil Haustiere nicht regelmässig behandelt wurden
  • Ameisen, die durch offengelassene Lebensmittel auf dem Balkon angelockt werden
  • Bettwanzen 

Wann wechselt die Haftung zu den Vermietenden? Wenn der Befall die Grenze von rund 150 Franken für den kleinen Unterhalt übersteigt, wenn er nachweislich von ausserhalb der Wohnung stammt (z. B. aus der Kanalisation, dem Gemeinschaftskeller oder einem Nachbarsgebäude), oder wenn mehrere Parteien im gleichen Haus betroffen sind – dann ist die Hausverwaltung zuständig und muss handeln. Informiere diese in jedem Fall schriftlich, auch wenn du zunächst selbst handelst. Damit sicherst du dich für spätere Kostenstreitigkeiten ab. 
 
Als Stockwerkeigentümerin oder Stockwerkeigentümer

Der Grundsatz gilt sinngemäss: Schädlinge in deiner eigenen Wohnung (Sonderrecht) gehen auf deine Rechnung. Lässt sich nachweisen, dass der Befall aus dem Gemeinschaftsbereich stammt – etwa aus dem gemeinsamen Keller, dem Treppenhaus oder der Fassade –, ist die Stockwerkeigentümergemeinschaft zuständig.

Als Hauseigentümerin oder Hauseigentümer

Du trägst die volle Verantwortung für dein Gebäude – damit auch die Kosten für Schädlingsbekämpfung und allfällige Reparaturen. Das gilt für Wespennester im Dachboden ebenso wie für Holzbockbefall im Tragwerk oder Ameisen im Fundament. Umso wichtiger ist eine geeignete Versicherungslösung.

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Zahlt die Versicherung bei Schädlingsschäden?

Selten direkt – aber manchmal indirekt. Hier der Überblick: 

Versicherung  Schädlingsschäden gedeckt?  Einschränkungen 
Gebäudeversicherung  Nein  Deckt nur Feuer- und Elementarschäden 
Hausratversicherung  Nein  Möbel- oder Kleiderschäden durch Schädlinge in der Regel ausgeschlossen 
Gebäudetechnik/Ergänzungsversicherung  Teilweise Schäden durch Wespen, Nager etc. könne je nach Anbieter und Police eingeschlossen sein 
Privathaftpflicht (Mieter)  Nein  Schädlingsschäden gelten nicht als Haftpflichtschäden gegenüber den Vermietenden
Spezielle Ergänzungsversicherung (z. B. GVB Top)  Ja, für bestimmte Schäden  Deckt z. B. Schäden durch Wespennester im Gebäude; genaue Bedingungen prüfen 

Als Hauseigentümerin oder Hauseigentümer lohnt sich der Blick auf Ergänzungsversicherungen zur Gebäudeversicherung. Als Mieterin oder Mieter schützt dich die Privathaftpflicht nicht vor Schädlingskosten – du trägst sie im Zuständigkeitsbereich deiner Wohnung selbst. 

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Wann Versicherungen trotzdem leisten können

Auch wenn die Grundregel klar ist, gibt es Graubereiche. Einige Versicherer bieten Zusatzdeckungen oder Assistance-Leistungen an, die über den klassischen Schutz hinausgehen. In solchen Fällen kann es sein, dass zumindest ein Teil der Kosten übernommen oder eine Schädlingsbekämpfung organisiert wird. Diese Leistungen sind jedoch nicht standardisiert und unterscheiden sich stark von Anbieter zu Anbieter. Ein Blick in die individuellen Vertragsbedingungen lohnt sich deshalb in jedem Fall, insbesondere wenn du unsicher bist, ob dein Versicherungsschutz solche Situationen abdeckt. 

Prävention: Der beste Schutz

Da Versicherungen nur selten greifen, ist Vorbeugung umso wichtiger. Viele Schädlingsprobleme lassen sich durch einfache Massnahmen verhindern oder zumindest deutlich reduzieren. Sauberkeit, das konsequente Verschliessen von Lebensmitteln und das Abdichten von potenziellen Eintrittsstellen spielen dabei eine zentrale Rolle. 
 
Ebenso entscheidend ist der Zeitpunkt, zu dem du reagierst. Ein früh erkannter Befall lässt sich meist schnell und vergleichsweise günstig beheben. Wartest du hingegen zu lange, können sich die Schädlinge ausbreiten und erheblichen Schaden anrichten – mit entsprechend höheren Kosten. 

Häufige Fragen

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