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Hagelschäden an Haus und Garten vermeiden: Schutz und Tipps

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Hagelkörner in der Hand

Hagel weist je nach Grösse der Körner, der Fallgeschwindigkeit und dem Aufprall-Winkel ein grosses Schadenpotenzial auf. Wir sagen dir, warum es überhaupt hagelt. Und du erfährst, wie du dich, deine Immobilie oder deinen Garten vor Hagelschlag schützen kannst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Hagel kann in wenigen Minuten massive Schäden an Dächern, Fassaden, Fenstern, Rollläden und Solaranlagen verursachen, besonders betroffen sind exponierte Bauteile und empfindliche Materialien.
  • Typische Hagelschäden sind gebrochene Ziegel, beschädigte Abdichtungen oder eingeschlagene Scheiben, oft werden Schäden erst später durch eindringendes Wasser sichtbar.
  • In der Schweiz sind Schäden durch Elementarereignisse wie Hagel in der Regel über die Gebäudeversicherung gedeckt, entscheidend ist jedoch der Zustand und Unterhalt des Gebäudes.
  • Präventive Massnahmen wie widerstandsfähige Materialien, regelmässige Kontrollen und fachgerechte Reparaturen reduzieren das Risiko von Folgeschäden deutlich.
  • Der Hagelwiderstand (HW) zeigt, wie robust Bauteile sind, je höher die Klasse, desto grösseren Hagelkörnern halten sie stand.
  • Regelmässige Unterhaltsmassnahmen wie freie Abflüsse und das rechtzeitige Hochziehen von Storen helfen, Schäden zu vermeiden und Folgekosten zu senken.

Wie und wann entsteht Hagel?

Hagel entsteht in der Schweiz hauptsächlich im Spätfrühling und im Sommer während Gewittern. Dies deshalb, weil warme Luft nach oben steigt, wo sie auf kältere Luft trifft und kondensiert. Es entstehen Wassertröpfchen, die in den kalten Gewitterwolken gefrieren und zu kleinen Eiskörnern werden können. Diese Eiskörner werden durch die Wolken geschleudert und sammeln dabei immer mehr Wassertröpfchen auf. Schliesslich werden sie so schwer, dass sie nicht mehr von den Aufwinden getragen werden können und als Hagel auf den Boden fallen. Von Hagel spricht man aber nur, wenn die Eiskörner einen Durchmesser von 5 mm aufweisen. Sind sie kleiner, handelt es sich um Graupel.

Hagelgefährdung in der Schweiz

Die Schweiz wird in drei Hagelzonen unterteilt, welche jeweils abhängig von Auftretenswahrscheinlichkeit und Korngrösse sind. Am höchsten ist das Hagelrisiko in Gebieten, in denen trockenkalte und feuchtwarme Luftmassen aufeinanderstossen und in Gebirgsregionen, wo die Konvektion (vertikale Luftbewegung) durch Bergmassive zusätzlich verstärkt wird. Am meisten gefährdet sind entsprechend der Voralpenraum von der Region Bern bis an den Bodensee, die Region um den Genfersee sowie das Südtessin.

Risiko für grosse Hagelkörner in der Schweiz

Du möchtest dein Haus vor Hagel schützen? Im Hagelregister der Schweiz erfährst du, mit welcher Hagelkorngrösse in deiner Region gerechnet werden muss.

Woran du Hagel früh erkennst

Gewitterstürme sind oft unvorhersehbar. Dennoch gibt es verschiedene Anzeichen, die darauf hinweisen, dass es hageln könnte:

  • Besonders dunkle und sich hoch auftürmende Wolken, die sehr schnell aufziehen
  • Die Wolken können auch eine grau-grünliche Färbung annehmen
  • Der Himmel verfärbt sich gelblich, weil das Sonnenlicht in der mit Eiskörnern und Wassertropfen gefüllten Wolke bricht
  • Starke und plötzlich aufkommende Winde
  • Blitz und Donner
  • Schnelle Abkühlung der Luft im Vorfeld des sich abzeichnenden Gewitters
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Wann verursacht Hagel Schäden?

Jedes Jahr entstehen in der Schweiz aufgrund von Hagel Gebäudeschäden im dreistelligen Millionenbereich. Am häufigsten von Hagelschäden betroffen sind Lamellenstoren und andere Elemente wie Sonnenstoren. Doch auch Fenster, Fassade oder Photovoltaikanlagen können durch die Wucht von Hagelkörnern Schaden nehmen.

Hagelschäden sind abhängig von der Grösse der Hagelkörner und der Geschwindigkeit, mit der sie auf ein Objekt auftreffen. Zusätzlich spielt es eine Rolle, in welchem Winkel die Hagelkörner auftreffen. Zudem ist auch die Dichte des Hageleises massgebend. Je nach Grösse und Fallgeschwindigkeit ist von folgendem Schadenmuster an Bauteilen, Garten, Auto etc. auszugehen:

  • Hagel mit Durchmesser 0,5 cm: Keine Schäden
  • Hagel mit Durchmesser c,5-1,5 cm: Schäden an Pflanzen
  • Hagel mit Durchmesser 1.0-2.0 cm: Schäden an Pflanzen und in der Landwirtschaft
  • Hagel mit Durchmesser 2,5-4,0 cm: Einige Fensterscheiben bei Häusern und/oder Windschutzscheiben bei Fahrzeugen geborsten und/oder grosse Rissbildung. Treibhäuser weitgehend beschädigt, einige Dachpappendächer mit Löchern; Farbschäden an Wandfassaden und Fahrzeugen; weiche Karosserien mit sichtbaren Beulen; Gefahr für Vögel und Geflügel.
  • Hagel mit Durchmesser 3,0-5,0 cm: Einige Schiefer und Tonziegel zerbrochen; viele Fenster eingeschlagen; Glasziegeldächer und verstärkte Fensterscheiben zerbrochen; sichtbare Dellen an Fahrzeugen im Freien; Risiko von ernsthaften oder tödlichen Verletzungen für Kleintiere; Baumrinde in Streifen aufgerissen; Holzteile mit Dellen und Splitter; grosse Äste von Bäumen abgerissen.

Hagelschutz bei Gebäuden frühzeitig planen

Am wirksamsten werden passive Hagelschutz-Massnahmen bewertet. Man kann den Hagel zwar nicht verhindern, aber die Schäden an Landwirtschaftskulturen, Rebbergen und Gärten in der Schweiz begrenzen. Dafür werden die Fruchtflächen mit Hagelschutznetzen abgedeckt. Bei Autos können Hagelschutzmatten mit guten Dämpfungseigenschaften verwendet werden.

Bei Gebäuden beginnt der Hagelschutz vor dem Bau oder einer Sanierung der Gebäudehülle. Wer den Hagelschutz bereits zu Beginn der Planung berücksichtigt, erreicht im Idealfall ohne grosse Mehrkosten einen guten Schutz. Viele hagelgeprüfte Bauteile sind nicht oder nur unwesentlich teurer als solche ohne zuverlässigen Hagelschutz. Auch nach einem Schaden ist es möglich und sinnvoll, defekte Bauteile mit hagelgeprüften Produkten zu ersetzen.

Durch den Einsatz von hagelresistenten Materialien und Bauteilen können Gebäudeeigentümer Schäden durch Hagel verringern oder gar vermeiden. Die SIA-Norm 261/1 «Einwirkungen auf Tragwerke» verweist auf das hagelregister.ch, das Auskunft über die Widerstandsfähigkeit von über 400 hagelgeprüften Bauteilen der Gebäudehülle gibt.

Schutzvorkehrungen vor Hagelschlag

  • Schliesse Türen und Tore sowie alle weiteren gegebenenfalls vorhandenen Gebäudeöffnungen. Offene Fenster sind nicht nur ein Einfallstor für Hagelkörner, sondern sie begünstigen auch Verwüstungen durch Sturmwind im Haus.
  • Klappe die Fensterläden zu.
  • Storen sind für den grössten Teil der Millionenschäden, den Hagel jedes Jahr verursacht, verantwortlich. Dies hat auch damit zu tun, dass die Storen zum Schutz des Fensterglases bei Sturm und Hagel häufig geschlossen werden. Ziehe darum sofort sämtliche Storen, Markisen, Rollläden und Sonnenstoren hoch. Moderne Glasfenster sind äusserst widerstandsfähig und halten einem Hagelunwetter stand.
  • Bringe Fahrzeuge in der Garage oder einem Unterstand unter.
  • Stelle sicher, dass das Wasser über die Dachrinne abfliessen kann.
  • Halte dich von Öffnungen wie Dachluken fern.
  • Befreie verstopfte Abläufe von angeschwemmtem Schlamm und Laub.
  • Beobachte während und nach dem Hagelsturmzug die Wasserabläufe beim Kellereingang, auf Balkonen und Terrassen.
  • Bei sehr starken Hagelunwettern besteht die Gefahr, dass Wasser ins Untergeschoss fliesst. Halte dich besser nicht dort auf.
  • Begib dich erst wieder nach draussen, wenn der Hagel vorbei ist. Grosse Hagelkörner haben das Potenzial, Menschen lebensgefährlich zu verletzen. Deshalb gilt es in erster Linie, in einem Gebäude oder Auto Schutz zu suchen.
  • Wird die Gebäudehülle durch Hagelschlag beschädigt, müssen die beschädigten Stellen nach dem Unwetter vor Wind und Wasser provisorisch abgedeckt werden, um weitere Schäden zu verhindern.
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Hagelschaden im Garten vermeiden

  • Verankere Trampoline immer fest im Boden. Kontrolliere nach dem Hagelschlag, ob das Trampolin Schaden genommen hat.

  • Decke die Spielplatte vom Tischtennistisch immer mit einer Schutzhülle ab. Tischhälften einklappen und den Tisch an windgeschütztem Ort platzieren.

  • Sichere lose Gegenstände im Garten und decke Gartenmöbel mit Schutzfolien gegen Hagelkörner ab.
  • Stelle Topfpflanzen wenn möglich unter einen hagelsicheren Unterstand.

Während Topfpflanzen mit einigem Kraftaufwand vielleicht noch rechtzeitig in Schutz gebracht werden können, sind andere Pflanzen schutzlos dem Unwetter ausgesetzt. Folgende Massnahmen bieten ihnen Schutz:

  • Eine Möglichkeit besteht darin, bei der Gartengestaltung von vornherein auf widerstandsfähigere Pflanzen wie Stauden, Sträucher und Bäume zu setzen.

  • Decke deine Pflanzen, auch kleinere Bäume und Sträucher mit Loch- und Schlitz-Folie oder Vlies ab.

  • Kleinere Pflanzen können auch mit umgedrehten Pflanztöpfen geschützt werden.

  • Wenn du mehrere Obstbäume in deinem Garten hast, kann es sich lohnen, ein Hagelnetz zu spannen oder ein Hagelgitter anzubringen.

  • Auch bei Hochbeeten bietet der Aufbau eines Hagelnetzes oder eines Hagelgitters den besten Schutz.

Betrachte nach dem Hagelschlag deine Pflanzen genau und rette, was noch zu retten ist.

  • Schneide die vom Hagel beschädigten Teile ab, was den Heilungsverlauf unterstützt, und bringe zusätzlich Dünger aus.
  • Reisse nicht alle beschädigten Pflanzen aus. Mit einem radikalen Rückschnitt besteht die Chance, dass die Pflanzen in der nächsten Saison wieder erblühen.
  • Bei Bäumen, Büschen und Sträuchern sollten alle abgeknickten Äste weggeschnitten werden.
Hagelschaden im Garten
Während Topfpflanzen mit einigem Kraftaufwand vielleicht noch rechtzeitig in Schutz gebracht werden können, sind andere Pflanzen schutzlos dem Unwetter ausgesetzt.

Hagelschutz für das Gewächshaus

Gewächshäuser sind für Hagelkörner ein einfaches Ziel. Deshalb lohnt es sich, das Dach und die Seitenwände des Gewächshauses zu schützen. Auch hierfür gibt es spezielle Hagelschutznetze oder Matten, die den Hagelschlag abdämpfen. Auch kurzfristig montierte und gut fixierte Holzbretter oder auch Karton bieten Schutz. Achte beim Kauf oder dem Bau des Gewächshauses darauf, dass die Abdeckung nicht aus einfachem Fensterglas gefertigt ist, das leicht zu Bruch gehen kann. Sogenannte Doppelstegplatten aus Kunststoff versprechen besseren Schutz.

Hagelschutz im Smart Home

Smart Home-Systeme bieten viele Möglichkeiten, aber können empfindliche Lamellenstoren auch automatisch vor Hagelunwettern geschützt werden? Ja, mittels smarter Hagelprävention sogar höchst zuverlässig. Wenn keine Smart Home-Lösung vorhanden ist, reicht auch eine zentrale Storen-Steuerung für die Installation des präventiven Systems «Hagelschutz – einfach automatisch» aus.

So funktioniert «Hagelschutz – einfach automatisch»

In Zusammenarbeit mit SRF Meteo und NetIT-Services haben die Kantonalen Gebäudeversicherungen das System entwickelt. Sobald für ein Gebäude eine akute Gefahr durch Hagelunwetter besteht, sendet SRF Meteo ein Signal an die elektronische Gebäudesteuerung. Die elektrischen Storen werden darauf automatisch hochgezogen und so vor Hagelschäden geschützt. Sobald der Hagelzug vorbei ist, sorgt ein weiteres Signal dafür, dass die Storen wieder in ihre ursprüngliche Position gebracht werden.

Wird Hagelschutz im Smart Home gefördert?

Deine Gebäudeversicherung übernimmt, je nach Kanton, bei Bestandesbauten bis zu 100 Prozent der Kosten für die Signalbox und die Installation. Ausgenommen sind in der Regel die Installationskosten bei Neubauten. Erkundige dich bei deiner Kantonalen Gebäudeversicherung.

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