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Steinschlag: Gefahr für Gebäude in Bergregionen

ca. 3 Leseminuten in Zusammenarbeit mit Hannes Suter, Gebäudeversicherung Bern (GVB)
Steile Felswand über einer Berglandschaft mit Häusern und Wiesen – eine typische Gefahrenzone für Steinschlag in den Schweizer Alpen.

Steinschläge und Blockschläge verursachen Schäden von kleinen Dellen bis hin zur kompletten Verschüttung oder Zerstörung von Gebäuden. Wir sagen dir, welche Schutzmassnahmen du für deine möglicherweise gefährdete Immobilie treffen kannst.

Experte in diesem Artikel

Hannes Suter, Gebäudeversicherung Bern (GVB)

Hannes Suter
Gebäudeversicherung Bern (GVB)

Hannes Suter ist Fachspezialist Naturgefahren der Gebäudeversicherung Bern (GVB). Der Geograf verfügt über langjährige Erfahrung im Schutz vor Naturgefahren und begleitet Projekte in den Bereichen Prävention, Risikobeurteilung und Gebäudeschutz.

Das Wichtigste in Kürze

  • Steinschlag und Felsstürze nehmen in gewissen Regionen zu, insbesondere in Gebieten mit Gletscherrückzug und warmem Permafrost, was Gebäude in Bergregionen stärker gefährden kann.
  • Das Risiko durch Stein- und Blockschlag hängt von der Grösse der herabfallenden Steine und ihren Fallbahnen ab, Gefahrenkarten und Intensitätskarten helfen bei der Einschätzung.
  • Mit gezielten Schutzmassnahmen wie verstärkten Aussenwänden, Schutznetzen, Dämmen oder einer angepassten Innenraumnutzung kannst du bestehende Gebäude besser vor Schäden schützen.

Warum Steinschläge und Felsstürze zunehmen

Veränderungen durch den Klimawandel für Sturzprozesse sind vor allem im Bereich des Permafrosts und in von Gletscherrückzug betroffenen Gebieten zu erwarten. In Gebieten mit Gletscherrückzug und im warmen Permafrost ist tendenziell eher von einer Zunahme der Sturzaktivität auszugehen. In den anderen Gebieten ist langfristig tendenziell eher mit einer Abnahme der Sturzaktivität zu rechnen. 

Sturzprozesse umfassen das Herabfallen von Steinen, Felsblöcken oder Eismassen an steilen Hängen. Diese können im freien Fall, springend, gleitend oder rollend nach unten stürzen. Wenn von Stein- und Blockschlag die Rede ist, sind damit Gesteinsbrocken gemeint, die zwischen einigen Zentimetern und wenigen Metern gross sind und mehr oder weniger einzeln ins Tal fallen. Diese herabstürzenden Steine und Blöcke können dabei Menschen oder Gebäude gefährden (siehe auch: Gefahr durch Erdrutsch).

Wie Stein- und Blockschlag Gebäude gefährden

Das Risiko für Stein- und Blockschläge lässt sich besser einschätzen, wenn Informationen über die Grösse der fallenden Steine und die möglichen Fallbahnen vorliegen. Diese Informationen findet man in den Intensitätskarten und im technischen Bericht zur Gefahrenkarte.

Stark gefährdete und weniger gefährdete Bereiche liegen oft dicht beieinander. Daher ist es wichtig, gefährdete Gebiete möglichst zu meiden. Wälder bieten an vielen Orten den besten Schutz vor herabfallenden Steinen und Lawinen. Zusätzlich können bauliche Massnahmen wie Auffangdämme oder Schutznetze weite Flächen und Verkehrswege schützen. Für einzelne Gebäude kann das Risiko durch verstärkte Betonwände, Schutzvorrichtungen an Öffnungen und Eingängen sowie durch eine Anpassung der Nutzung reduziert werden.

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Steinschlagschutz - die wichtigsten Massnahmen

  • Gefährdungsabklärung durch Geologinnen und Geologen und Beizug einer Fachperson für den Schutz vor Naturgefahren des Gebäudes
  • Definition der Schutzziele gemäss SIA 261/1
  • Gebäude optimal geschützt in das Gelände einpassen
  • Angepasste Innenraumplanung in möglichem Gefährdungsbereich
  • Ort von Öffnungen (Fenster/Türen) und Nutzungskonzept des Aussenraumes sorgfältig planen
  • Verschalungs- und Verstärkungsmassnahmen an Aussenwänden/Dach vorsehen
  • Damm-, Mauer-, Netzkonstruktionen in der Umgebung anbringen
  • Stabilisierungsmassnahmen an Abbruchstellen (Verkleidung/Begrünung)
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Bestehende Gebäude nachträglich vor Steinschlag schützen

  • Verschalungs- und Verstärkungsmassnahmen an Fassaden, Türen und Fenstern sowie dem Dach
  • Innenraumnutzung im Gefährdungsbereich anpassen
  • Verlagerung intensiv genutzter Aussenräume
  • Damm-, Mauer-, Netzkonstruktionen zur Abschirmung bauen
  • Stabilisierungsmassnahmen an Abbruchstellen (Verkleidung/Begrünung)

Checkliste: Notfallplan

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