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Algen auf der Fassade: Ursachen, Vorbeugung und Reinigung

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Algenbewachsene Hausfassade mit grünlichen Verfärbungen durch Feuchtigkeit und Algenwachstum.
Quelle: Jürgen Blaich / Faktor Verlag AG

Selbst die schönste Fassade wird plötzlich von Algen und Pilzen befallen. Die feuchte Luft fördert deren Wachstum und sorgt für Verfärbungen an den Wänden. Diese baulichen Massnahmen und Anstriche sorgen aber vor.

Das Wichtigste in Kürze

  • Algen und Pilze können selbst auf modernen Fassaden wachsen. Besonders gefährdet sind feuchte Standorte, Nordfassaden und Gebiete mit häufiger Nebelbildung.
  • Gut gedämmte Gebäude mit Kompaktfassaden begünstigen die Bildung von Tauwasser. Dadurch entstehen feuchte Oberflächen, die ideale Bedingungen für Algen und Pilze schaffen.
  • Gegen den Bewuchs helfen hydroaktive Fassadenbeschichtungen, die Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben. Sie gelten als umweltfreundlichere Alternative zu biozidhaltigen Farben und Putzen.
  • Bauliche Schutzmassnahmen wie Vordächer, Fensterbänke, Spritzwasserschutz und eine durchdachte Entwässerung reduzieren die Feuchtigkeit an der Fassade und senken das Befallsrisiko.

Ursachen für Algen- und Pilzbewuchs an Fassaden

Algen und Pilze lieben folgende Bedingungen: feuchtes Klima und organisches Material als Nahrung für das eigene Wachstum. Selbst Gebäudefassaden aus Glas oder mineralischem Putz sind deshalb nicht vor deren Befall gefeit. So findet sich zum Beispiel organischer Kohlenstoff selbst in einer Dispersionsfarbe. An hochgelegenen Standorten dämpft die trockene Luft das Wachstum; derweil nimmt das Befallsrisiko in Nebelzonen zu. Der Sonne abgewandte Fassaden mit Nord- und Nordostausrichtung sind ebenfalls anfälliger für den Bewuchs. Entgegen vieler Annahmen sorgt jedoch Tauwasser und nicht Regenwasser für feuchte Fassaden.

Warum gedämmte Fassaden anfälliger sein können

Energetisch hochwertige Gebäude bergen auch das Risiko, ein Algenwachstum zu begünstigen. Denn eine gut gedämmte Aussenhülle wird für den Wärmestrom von innen nach aussen undurchdringbar. Das verbessert zwar den Wärmeschutz wie erhofft. Doch gleichzeitig sinkt die Oberflächentemperatur aussen an einer Fassade. Der Nebeneffekt: An solchen Oberflächen kann sich schneller Tauwasser bilden, etwa in der Nacht oder in Übergangszeiten. Dabei kann die Wandoberfläche bis 3° C kälter sein als die Aussenluft. Besonders anfällig für diesen Feuchteeffekt sind Kompaktfassen mit aussen verputzter Wärmedämmschicht.

Wärmegedämmte Fassade mit punktförmig algenfreien Stellen durch Wärmebrücken an den Dübeln der Dämmung.
Wärmebrücken im Bereich der Dübel zur Befestigung der Wärmedämmung verhindern Algenwachstum. (Quelle: Jürgen Blaich / Faktor Verlag AG)

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Was gegen das Wachstum getan werden kann

Massnahmen gegen den Algenbewuchs von energieeffizienten Gebäudehüllen gibt es aber auch. So verhindern Biozide in Putz und Farbe den Bewuchs. Allerdings werden die Chemikalien vom Regen ausgewaschen und bieten deshalb nur kurzzeitigen Schutz. Zudem gelangen die schädlichen Substanzen so in die Umwelt und gefährden Pflanzen und Tiere. Als Alternative bieten sich hydroaktive, zweilagige Fassadenbeschichtungen an: Auf einer Biozid freien, kapillaraktiven Putzschicht wird ein hydrophiler mineralischer Anstrich aufgetragen. Diese Schicht ist diffusionsoffen und nimmt deshalb Feuchtigkeit kurzzeitig auf und gibt sie später wieder ab, ohne Tautropfen zu bilden.

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Konstruktive Schutzmassnahmen

Eine kanalisierte Balkonentwässerung und ein Spritzwasserschutz gehören zum Repertoire baulicher Schutzmassnahmen. Erfahrungen zeigen: Ein Vordach schützt etwa das Dreifache seines Überstands gegenüber der Fassade. Auch Fensterbänke erhöhen den Schutz. Gleichzeitig verhindern Vordächer, dass Wärme abstrahlt, wodurch sich der Taupunkt an der Fassade ebenfalls erhöht. Deshalb solltest du bei energetischen Sanierungen darauf achten, den Dachüberstand ebenso zu vergrössern wie die zusätzlich aufgebrachte Wärmedämmschicht.

Auch du kannst vorbeugende Massnahmen treffen: Längere Kippstellungen der Fenster im Winter können dazu führen, dass die ausströmende Luft an der Fassade kondensiert. Typisch sind verfärbte Zonen unter den Fensterstürzen, die auf Algen- oder Pilzbewuchs hinweisen. Generell empfiehlt es sich, die Fassade in regelmässigen Abständen zu reinigen und neu zu streichen.

Sanierung von Fassaden mit Algen und Pilzbefall

Ist die Fassade bereits grossflächig befallen, lässt sich die Verunreinigung laut einem Merkblatt der Empa durch Experten entfernen. Dieser analysiert die Art des Bewuchses, bevor eine Nassreinigung mit Dampf oder Hochdruckwasserstrahl den losen Schmutz entfernen kann. Gut getrocknete Fassaden werden anschliessend mit handelsüblichen Algiziden gegen Algen und Fungiziden gegen Pilze entkeimt. Allenfalls ist eine harte Bürste für die Trockenreinigung zu Hilfe zu nehmen. Auf jeden Fall aber ist das unkontrollierte Abfliessen des Reinigungsmittels in den Boden zu vermeiden. Auch die anschliessend aufzutragende Grundierung sollte algen- und pilzwidrig sowie mit dem Untergrund verträglich sein. Ein dampfdiffusionsoffener Deckanstrich mit hydrophoben Eigenschaften verbessert die Langzeitwirkung des Algenschutzes.

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