myky

Kontrollierte Wohnraumlüftung: Vorteile, Kosten und Systeme

ca. 8 Leseminuten
Modernes Einfamilienhaus mit grossen Fenstern – Symbolbild für eine kontrollierte Wohnraumlüftung und energieeffizientes Wohnen.

Eine kontrollierte Wohnraumlüftung erfüllt mehrere Aufgaben: Sie versorgt alle Räume automatisch und energieeffizient mit frischer Luft. Gleichzeitig wird Feuchtigkeit trotz dichter Gebäudehülle kontinuierlich abgeführt. Dadurch schützt eine Lüftungsanlage die Bausubstanz, erhöht den Wohnkomfort und verbessert die Energieeffizienz. Wenn du einen Neubau planst, dein Haus energetisch sanierst oder in einem gut gedämmten Gebäude wohnst, kann sich eine kontrollierte Wohnraumlüftung besonders lohnen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine kontrollierte Wohnraumlüftung sorgt automatisch für frische Luft, führt Feuchtigkeit kontinuierlich ab und trägt so zu einem höheren Wohnkomfort sowie zum Schutz der Bausubstanz bei.
  • Dank Wärmerückgewinnung lässt sich Heizenergie sparen, da die Wärme aus der Abluft genutzt wird. Fenster können bei Bedarf trotzdem geöffnet werden, etwa zur Nachtauskühlung im Sommer.
  • Je nach Gebäude eignen sich zentrale und dezentrale Lüftungssysteme. Bei der Auswahl sollten neben den Kosten auch Platzbedarf, Schallschutz, Wartung, Filterwechsel und der Installationsaufwand berücksichtigt werden.
  • Eine gute Raumluftqualität wird durch den regelmässigen Luftaustausch und Filter gegen Staub und Pollen verbessert. Für einen leisen und effizienten Betrieb sind eine fachgerechte Planung und passende Komponenten entscheidend.

Warum lohnt sich eine kontrollierte Wohnraumlüftung?

Bei Minergie-zertifizierten Wohnhäusern ist eine kontrollierte Wohnraumlüftung vorgeschrieben. Sie lohnt sich aber auch, wenn du bei deinem Zuhause auf eine hohe Energieeffizienz setzt. Da eine dichte Gebäudehülle den unkontrollierten Luftaustausch verhindert, sorgt die Lüftungsanlage für einen kontinuierlichen und kontrollierten Luftwechsel. Dadurch wird feuchte Luft laufend abgeführt, das Risiko von Schimmel deutlich reduziert und die Raumluftqualität dauerhaft verbessert.

Auch die Energieeffizienz profitiert: Die Wärme aus der Abluft wird bei einer kontrollierten Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung genutzt, um die einströmende Frischluft vorzuwärmen. Dadurch musst du weniger von Hand lüften und vermeidest unnötige Wärmeverluste. Eine Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung kann deshalb helfen, Heizenergie zu sparen, ohne dass die Raumluftqualität darunter leidet.

Wie nutzt du Fenster und Wohnraumlüftung richtig?

Ein weitverbreitetes Vorurteil lässt sich leicht entkräften: Auch mit einer kontrollierten Wohnraumlüftung kannst du die Fenster jederzeit öffnen. Der kontinuierliche Luftaustausch funktioniert jedoch auch dann zuverlässig, wenn du tagsüber nicht zu Hause bist. In kalten Nächten musst du die Schlafzimmerfenster deshalb nicht offen lassen. Im Sommer kannst du die Wohnraumlüftung bei Bedarf ausschalten und stattdessen die Fenster öffnen, um die nächtliche Abkühlung des Gebäudes zu unterstützen. Eine Komfortlüftung ersetzt das regelmässige Lüften, schränkt das Öffnen der Fenster aber nicht ein.

Der Einbau einer Lüftungsanlage lohnt sich sowohl für Neubauten als auch im Rahmen einer energetischen Sanierung von Ein- oder Mehrfamilienhäusern. In einigen Kantonen werden solche Massnahmen finanziell gefördert. Bei der Auswahl des passenden Systems solltest du unter anderem auf die Luftfilter, den Schallschutz, die Wärmerückgewinnung sowie den Installationsaufwand achten.

Service Teaser sanierung de

Du willst wissen, wann und wie du dein Zuhause sanieren sollst?

Der myky-Sanierungsrechner zeigt dir Schritt für Schritt, welche Massnahmen sinnvoll sind, was sie kosten und wann du sie umsetzen solltest.

Wie aufwendig ist der Einbau einer Wohnraumlüftung?

Für jede Wohnung gilt: Aus hygienischen Gründen – zur Entfeuchtung und zum Abzug von Gerüchen – werden Nasszellen entlüftet. WC und Badezimmer sind dementsprechend mit einer Abluftanlage ausgerüstet. Die Wohnungslüftung ergänzt dieses Prinzip mit einer Frischluftzufuhr, die in der Regel über die Schlafzimmer und den offenen Wohnraum erfolgt. Je nach Grundriss lässt sich hierzu ein kombiniertes Verbundsystem einbauen. Wichtig ist dabei: Es strömt genau so viel frische Luft hinein wie hinaus. Die Lüftungsraten sind üblicherweise derart gering, dass die Strömung nicht wahrnehmbar ist.

Zwischen Zu- und Abluft befinden sich meistens der Korridor inklusive des angrenzenden offenen Wohnraums. Dieser Durchströmbereich kommt ohne zusätzliche Lufteinlässe aus; als interner Luftdurchlass genügt der Spalt unter der Tür oder ein kleiner Überströmventilator, der in die Zwischenwand oder ins Türblatt eingelassen ist. Solche Kaskadenlüftungen machen je nach Grundriss weniger Lüftungskanäle und -leitungen in der Wohnung nötig.

Welche Lüftungssysteme und Optionen gibt es?

Zur kontrollierten Wohnungslüftung lassen sich unterschiedliche Systeme einsetzen; das Spektrum umfasst zentrale und dezentrale Anlagen sowie Einzelraumlüftungsanlagen. Die Auswahl ist unter anderem vom Wohnungsgrundriss oder von der Bauaufgabe – Neubau oder Gebäudeerneuerung – abhängig. Gemeinsam ist den Varianten, dass sie über Zu- und Abluftfassungen verfügen; die Luftströmung wird dabei über einen Monobloc mit Ventilator organisiert. Über die Vor- und Nachteile lässt du dich am besten von einer Fachperson beraten. Im Folgenden werden die wichtigsten Systeme kurz erklärt:

  • Zentrale Lüftungsanlagen eignen sich vor allem für Neubauten mit mehreren Wohnungen oder mehrgeschossigen Wohneinheiten. Bereits in der Planungsphase ist dafür ein umfassendes und verzweigtes Luftverteilsystem zu berücksichtigen. Die gemeinsame Frischluftfassung ist so an der Aussenwand zu platzieren, dass hygienisch einwandfreie Aussenluft angesogen wird. Die Abluft wird ebenfalls zentral abgeführt.
  • Dezentrale Wohnraumlüftungssysteme eignen sich besonders bei der Sanierung von Gebäuden, weil sie kein Luftverteilsystem benötigen und platzsparend installiert werden können. Pro Wohnung sind jedoch mehrere Frischluftfassungen erforderlich.
  • Einzelraumlüftungsanlagen eignen sich für periphere Räume, die mit Zu- und Abluftfassung auszurüsten sind. Die Ventilatoren sind meistens in eine Fensterbank integriert.

Unabhängig vom Lüftungssystem lässt sich die Wärme in der Abluft zurückgewinnen. Die meisten Lüftungsgeräte sind mit einem Wärmetauscher zur Wärmerückgewinnung ausgerüstet. Damit wird die Zuluft vortemperiert und der Heizwärmebedarf sinkt.

Für Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer ist deshalb wichtig, zentrale und dezentrale Lüftung nicht nur nach dem Preis, sondern auch nach Platzbedarf, Schallschutz, Wartung, Filterwechsel und Sanierungsaufwand zu vergleichen.

Service Teaser Experten

Suchst du die richtigen Expertinnen oder Experten für dein Projekt?

Finde geprüfte Fachpersonen in deiner Nähe und erhalte Unterstützung für deine Sanierung oder Modernisierung.

Wie verbessert eine Wohnraumlüftung die Raumluftqualität?

Gute Raumluft ist eine qualitative Angelegenheit. Im Normalfall reichern sich darin das CO₂ aus der Atemluft, Gerüche und weitere Schadstoffe an. Der automatische Luftwechsel ermöglicht neben dem regelmässigen Austausch «abgestandener» Luft noch eine weitere Qualitätsverbesserung: die Filterung der Aussenluft. Zum Herzstück einer kontrollierten Lüftungsanlage gehört deshalb ein Staub- und Pollenfilter, der jeweils in der Zuluftfassung – zentral oder dezentral – eingebaut ist. Diese müssen für den regelmässigen Austausch, je nach Standort und Belastung auch mehrmals pro Jahr, zugänglich sein.

Eine häufige Ursache für Reklamationen sind Schallprobleme und wahrnehmbare Strömungsgeräusche. Solche Mängel treten auf, wenn minderwertige Ventilatoren eingebaut oder Durchlässe zu gering dimensioniert sind. Und was tut man gegen trockene Luft? Bei geringer Personenbelegung sinkt im Winter der Feuchtegehalt der Raumluft. Lüftungsanlagen können deshalb mit einem sogenannten Enthalpietauscher ausgerüstet werden. Dieser gewinnt analog zur Wärmerückgewinnung die Feuchtigkeit aus der Abluft zurück.

Wie viel kostet eine kontrollierte Wohnraumlüftung?

Bei den Kosten für eine kontrollierte Wohnraumlüftung sind die Lüftungsanlage an sich sowie Planungskosten, elektrische Anschlüsse und die Montage zu berücksichtigen. Für ein neues Einfamilienhaus betragen die Investitionskosten je nach System, Gebäudegrösse und Einbauaufwand ungefähr 12’000 bis 20’000 Franken. Bei Mehrfamilienhäusern liegen die Kosten zwischen 11’000 und 18’000 Franken pro Wohnung. Im Sanierungsbereich werden in der Regel einfachere Systeme wie eine erweiterte Abluftanlage eingesetzt. Solche Anlagen kosten zwischen 4’000 und 8’000 Franken. Bei den Betriebskosten ist der Stromverbrauch einzukalkulieren. Diese betragen jedoch höchstens 10 Prozent des Strombezugs in einem Haushalt.

Häufige Fragen

Newsletter V2 500x500px Pos

Bleibe zum Thema Bauen & Sanieren informiert

Abonniere unseren themenspezifischen Newsletter und erhalte regelmässig relevante Informationen rund um das Thema Bauen & Sanieren.