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Elektroauto zuhause laden: Brandschutz und Sicherheit

ca. 5 Leseminuten in Zusammenarbeit mit Stefan Arnaldi, Gebäudeversicherung Bern GVB
Wallbox zum Laden eines Elektroautos in einer Tiefgarage.

Bei Heimladestationen für Elektroautos ist dem Brandschutz höchste Bedeutung beizumessen. Dies gilt – wenn auch in verringertem Masse – ebenfalls für das Laden von E-Bikes. Unsere Tipps helfen dir, das Laden des Akkus für dein E-Fahrzeug sicher und zuverlässig zu machen.

Experte in diesem Artikel

Stefan Arnaldi, Gebäudeversicherung Bern(GVB)

Stefan Arnaldi
Gebäudeversicherung Bern GVB

Stefan Arnaldi ist Teamleiter der Fachstelle Brandschutz bei der Gebäudeversicherung Bern (GVB). Er verfügt über langjährige Erfahrung in den Bereichen Brandschutz, Heizungs- und Lüftungstechnik.

Das Wichtigste in Kürze

  • Für das Laden von Elektroautos zuhause sind fest installierte Wallboxen die sicherste Lösung. Das Laden über die normale Haushaltssteckdose sollte möglichst vermieden werden, da die Brandgefahr durch die hohe Dauerbelastung deutlich steigt.
  • Elektroautos sind bei Bränden gemäss aktuellen Erkenntnissen nicht gefährlicher als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Herausforderungen bestehen vor allem beim Löschen der Batterie, nicht bei einer höheren Brandwahrscheinlichkeit.
  • Beim Brandschutz in Garagen und Tiefgaragen gelten für Elektrofahrzeuge grundsätzlich dieselben Vorschriften wie für konventionelle Fahrzeuge. Wichtig sind ausreichend Belüftung, freie Fluchtwege und das Vermeiden brennbarer Materialien im Bereich der Ladestation.
  • Wer ein E-Bike oder einen anderen akkubetriebenen Kleinwagenersatz lädt, sollte ausschliesslich zugelassene Ladegeräte verwenden, Akkus nicht auf brennbaren Materialien lagern und den Ladevorgang möglichst nicht unbeaufsichtigt durchführen.
  • Die Installation einer Ladestation muss immer durch qualifizierte Fachpersonen erfolgen. So ist sichergestellt, dass Montage, Stromversorgung und Absicherung den technischen und sicherheitsrelevanten Anforderungen entsprechen.

Laden von Elektroautos zuhause: Das Wichtigste vorab

Der weitaus grösste Teil der Ladevorgänge von E-Autos findet zuhause statt. Das Netz öffentlicher Ladestationen wächst zwar kontinuierlich, doch kommt ihnen je länger je mehr einfach die Funktion zu, bei längeren Fahrten einen Ladezwischenstopp einzulegen

Elektroautos sind nicht gefährlicher als Verbrennerfahrzeuge

E-Autos stellen im Fall eines Brandes gemäss der EMPA, dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft GDV sowie der Beratungsstelle für Brandverhütung BFB keine grössere Gefahr dar als konventionelle Verbrennerfahrzeuge.

Beim Löschen stellen E-Autos wegen der versiegelten Batterie aber eine neue Herausforderung dar (hier muss lange gekühlt werden), mit einer Freisetzung hochgiftiger Gase beim Brand ist jedoch bei allen Fahrzeugbränden zu rechnen. Unabhängig von der Art des Antriebs sollte man sich nie in der Nähe eines Fahrzeugbrandes aufhalten.

Wesentlich für die Wärmeentwicklung bei brennenden E-Autos ist nicht die Batteriespannung, sondern deren Kapazität: Die Energiefreisetzung und die damit verbundene Wärmeentwicklung sind bei Bränden aber vergleichbar mit derjenigen von Verbrennerfahrzeugen oder sogar tiefer.

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Tipps zum Brandschutz von Heimladenstationen

Grundsätzlich sollte das Laden von E-Autos über die Haushaltssteckdose vermieden werden. Einerseits dauert der Ladevorgang sehr lange, andererseits besteht eine markant erhöhte Brandgefahr, weil während sehr langer Zeit eine grosse Menge Strom fliesst.

Generell gilt beim Laden von Elektrofahrzeugen zu beachten:

  • Um möglichen Gefahren vorzubeugen, sollten E-Fahrzeuge grundsätzlich nur über sichere und hochwertige Ladestationen – sogenannte Wallboxen – aufgeladen werden. 
  • Lässt sich im Ausnahmefall ein (Nach-)Laden über die Haushaltssteckdose nicht verhindern, sollte dies nur unter permanenter Aufsicht erfolgen. Das schwache Glied ist die haushaltübliche T12/T13-Steckdose, welche nicht für Dauerbelastungen mit 10 Ampere ausgelegt ist. Die meisten heute mitgelieferten ICCBs (In-Cable Control Box) sind heute in der Schweiz auf 1.8 kW limitiert (8 Ampere) und haben eine Temperatursonde im Stecker. Deshalb ist bei deren ausnahmsweiser Nutzung besonders wichtig, dass kein Verlängerungskabel verwendet wird, ansonsten geht der Brandschutz durch die Temperatursonde verloren.
  • Für das Parkieren und Laden von Elektrofahrzeugen in Tiefgaragen gelten dieselben Brandschutzvorschriften wie für das Abstellen konventioneller Fahrzeuge (Benzin, Diesel). Demnach gilt die Bestimmung, wonach in einer Tiefgarage keine leicht entzündlichen Materialien geladen werden dürfen, auch für den Bereich von Ladestationen. 
  • Wo sich die Wärme des Ladevorgangs übermässig staut, muss für eine ausreichende Belüftung gesorgt werden. In Tiefgaragen ist eine ausreichende natürliche oder mechanische Belüftung zudem gesetzlich vorgeschrieben.
  • Um bei gesteckten Ladestationen den Ladevorgang zu beenden, muss die Verbindung immer zuerst fahrzeugseitig getrennt werden. Keinesfalls darf einfach der Netzstecker der Ladestation gezogen werden. Hier könnten – wenn auch in seltenen Fällen – Lichtbögen entstehen.
  • Ladeleitungen und Steckvorrichtungen sind bei Nichtgebrauch in die dafür vorgesehenen Ablagevorrichtungen abzulegen oder im E-Fahrzeug zu verstauen.
  • Bei Ladestationen innerhalb von Einstellräumen mit einer Fläche von über 1'200 m2 sind Feuerlöscher in greifbarer Nähe Pflicht (ausschliesslich Pulverlöscher (!), da flüssige Löschmittel zu elektrischen Schlägen führen können). In kleineren Einstellräumen werden Feuerlöscher empfohlen.
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Tipps zum Brandschutz von Ladegeräten für E-Bikes

Im Gegensatz zu Elektro-Autos können E-Bikes, E-Roller etc. problemlos an der Haushaltssteckdose geladen werden. Gleichwohl gilt es für den sicheren Ladebetrieb einige Punkte zu beachten:

  • Nur vom Akku-Hersteller zugelassenen Ladegeräte verwenden.
  • Akkus nicht unbeaufsichtigt (z.B. in der Nacht) laden und wenn doch, dann nur in brandgeschützter bzw. in einer rauchmelderüberwachten Umgebung.
  • Akkus nur in dem vom Hersteller festgelegten Temperaturbereich aufladen.
  • Wärmestaus durch das Laden von Akkus in zu kleinen Behältern bzw. durch abgedeckte Akkus und Ladegeräte vermeiden.
  • Ladegeräte und Akkus nicht in der Nähe oder auf brennbaren Materialien betreiben.
  • Akkus auch nicht in der Nähe von brennbaren Materialien lagern.
  • Nicht in Fluchtwegen (wie Korridoren oder Treppenhäusern) laden oder aufstellen.

Installation von Ladestationen nur durch Fachleute

Unabhängig von der Art der Ladestation, die du in deinem Heim für E-Autos verwenden möchtest, muss die Installation zwingend durch eine Fachperson vorgenommen werden. Die Fachpersonen besorgen nicht nur eine tadellose Montage, sondern gewährleisten auch, dass die Stromversorgung für den erhöhten Elektrizitätsbedarf ausreichend und genügend abgesichert ist.

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