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Abfluss verstopft: Wer zahlt den Schaden?

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Abfluss verstopft: Wer zahlt bei einem Schaden?

Das Wasser läuft nur noch zögerlich ab, aus dem Siphon steigt ein unangenehmer Geruch auf – oder im schlimmsten Fall drückt das Schmutzwasser zurück. Verstopfte Abflüsse und Rohre gehören zu den häufigsten Problemen in Schweizer Haushalten. Wer für die Reinigungskosten aufkommt, hängt von der Ursache, der Lage der Verstopfung und dem Vertragsverhältnis ab.

Das Wichtigste in Kürze

  • Verstopfte Abflüsse entstehen meist durch Haare, Fett, Kalk oder Hygieneartikel, die sich über längere Zeit in den Leitungen ablagern.
  • Leichte Verstopfungen lassen sich oft selbst beheben – etwa mit heissem Wasser, einer Saugglocke oder durch die Reinigung des Siphons.
  • Bleibt das Problem bestehen oder drückt Wasser zurück, braucht es eine professionelle Rohrreinigung mit Hochdruckspülung, Rohrkamera oder Spirale.
  • Die Kosten für die Rohrreinigung gelten normalerweise als Unterhalt und müssen vom Verursacher oder der Eigentümerschaft bezahlt werden.
  • Wer regelmässig wartet und früh reagiert, kann teure Schäden und Notfalleinsätze vermeiden.

Verstopfungen sind meistens das Ergebnis von schrittweisen Ablagerungen über Wochen oder Monate. Die häufigsten Verursacher sind Haare, Seifenreste und Kalkablagerungen in Bad und Dusche, Feuchttücher, Wattestäbchen, Hygieneartikel in der Toilette oder Speisereste, Fette und Öle in der Küche. 

Leichte Verstopfungen: Was du selbst tun kannst

Nicht jede Verstopfung erfordert sofort fachliche Unterstützung. Bevor du die Profis rufst, lohnt sich ein Eigenversuch:

  • Heisswasserspülung: koche Wasser auf und giesse es langsam in den Abfluss.
  • Saugglocke: mehrfach kräftig pumpen – der Druckstoss löst viele Verstopfungen im Siphonbereich.
  • Siphon reinigen: Wenn die Verstopfung oberhalb oder direkt im Siphon sitzt, kannst du diesen abschrauben, reinigen und wieder montieren.  
  • Abflussreiniger: Chemische Mittel helfen bei organischen Ablagerungen. Aber Vorsicht: Nicht bei PVC-Rohren oder regelmässig anwenden – sie greifen Dichtungen an.
  • Spirale / Abflussspirale: Ein mechanisches Werkzeug, das tiefer in die Leitung geführt werden kann.  

Wenn das Problem nach diesen Schritten bestehen bleibt, die Verstopfung sich in der Hauptleitung befindet oder bereits Wasser zurückdrückt, ist es Zeit für eine professionelle Rohrreinigung. 

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Methoden der professionellen Rohrreinigung

Professionelle Rohrreinigungsbetriebe setzen als gängigste Methoden ein:  

  • Hochdruckspülung: Mit bis zu 200 Bar Wasserdruck werden Ablagerungen, Fettschichten und selbst Wurzelansätze aus den Rohren gespült.
  • Rohrkamera-Inspektion: Eine kleine Kamera wird in die Leitung eingeführt und lokalisiert die genaue Lage und Ursache der Verstopfung. Besonders sinnvoll bei wiederkehrenden Problemen oder wenn Wurzeleinwuchs vermutet wird. Die Inspektion liefert auch Informationen über den Zustand der Rohre generell.
  • Mechanische Rohrspirale: Für Verstopfungen, die sich durch Spülung allein nicht lösen lassen. Die motorisierte Spirale zerbricht Ablagerungen und transportiert sie ab. 
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Wer zahlt die Rohrreinigung?

Eine professionelle Rohrreinigung kann dich schnell mehrere hundert Franken kosten. Wer die Kosten tragen muss, hängt von der Ursache der Verstopfung, Lage der betroffenen Leitung und Wohnform ab. 
 
Grundsätzlich ist eine Verstopfung durch Haare, Fette oder Fremdkörper kein Schadensfall im versicherungsrechtlichen Sinn, sondern das Ergebnis von mangelndem Unterhalt oder unsachgemässem Gebrauch. Die Kosten für die Beseitigung einer Rohrverstopfung trägt in der Regel der Auftraggeber selbst. 

Wer zahlt als Mieterin oder Mieter?

Als Mieterin oder Mieter trägst du die Kosten für die Entstopfung, wenn die Ursache in deiner eigenen Wohnung liegt und durch deinen Gebrauch entstanden. Das gilt als Kleinunterhalt, der üblicherweise dem Mieter obliegt. Wenn die Verstopfung in der Hauptleitung oder ausserhalb deiner Wohnung liegt, ist die Hauseigentümerschaft zuständig. So oder so: Als Mieterin oder Mieter solltest du vor dem Aufbieten eines Notfall-Sanitärs die Hausverwaltung informieren. 

Wann bezahlt die Hauseigentümerin oder der Hauseigentümer?

Als Hauseigentümerin oder Hauseigentümer trägst du die Unterhaltsverantwortung für die gesamte Liegenschaft – damit auch die Kosten für Rohrreinigungen. Das gilt sowohl für Leitungen innerhalb des Gebäudes als auch für den Anschluss an die öffentliche Kanalisation, sofern dieser auf deinem Grundstück liegt.

Die Ausnahmen, bei denen die Versicherung bezahlt

Entsteht durch eine Verstopfung ein Folgeschaden, zum Beispiel weil ein Rückstau einen Wassereinbruch im Keller verursacht, kann die Gebäudewasserversicherung für den Wasserschaden einspringen. Sie zahlt aber nur die Schäden, die durch das zurückgedrückte Wasser entstanden sind. 
 
Ausnahme Rohrbruch: Platzt eine Leitung infolge der Verstopfung oder eines damit verbundenen Druckaufbaus, kann die Gebäudewasserversicherung für den Rohrbruch und dessen Folgekosten aufkommen. Entscheidend ist dann die genaue Schadensursache.

Fazit: Unterhalt bleibt Unterhalt – aber Folgeschäden können versichert sein

Einen verstopften Abfluss zahlt in aller Regel niemand ausser dir selbst – weder als Mieterin oder Mieter noch als Eigentümerin oder Eigentümer besteht Anspruch auf Versicherungsleistungen für die Rohrreinigung als solche. Wer jedoch weiss, wo die Grenze zwischen Unterhaltskosten und Versicherungsschäden liegt, ist im Ernstfall besser aufgestellt.

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