Mehr Grün, mehr Blau, weniger Grau
Um der Bildung von Wärmeinseln entgegenzuwirken, gibt es bei der Gestaltung des Aussenraums eine wirksame Formel: mehr Grün, mehr Blau, weniger Grau. Das heisst, wer baut, sollte die Umgebung so gestalten, dass möglichst viele Pflanzen, idealerweise ein alter Baumbestand, vorhanden sind. Denn grosskronige, trockenheits- und hitzeresistente Bäume spenden Schatten und kühlen durch die Verdunstung von Wasser die Luft im Umkreis von mehreren Metern. Da in Städten der Platz begrenzt ist, lohnt es sich auch, Dächer und Fassaden zu begrünen.
Kühlend wirken sich auch Wasserflächen aus. Bewegtes Wasser erzielt eine grössere kühlende Wirkung als stehendes, da es eine grössere Oberfläche hat. Begrünte und mit Wasserflächen versehene Plätze, Parks oder Gärten erhöhen zudem rund ums Jahr die Aufenthaltsqualität und dienen als Begegnungs- und Erholungsräume.
Versiegelungen vermeiden
Ebenso hilfreich ist es, Oberflächen zu schaffen, die durchlässig sind. Potenzial bietet auch die Entsiegelung von Parkplätzen oder Innenhöfen. Entsiegelte und begrünte Oberflächen erwärmen sich tagsüber weniger stark, speichern weniger Wärme und kühlen daher nachts rasch ab. Verdunstet die Feuchtigkeit im Boden, kühlt dies die Luft ebenso.
Entsiegelte Flächen statt Steingärten im Aussenbereich
Auf mit Beton, Steinplatten oder Pflastersteinen versiegelten Flächen und Wegen findet keine kühlende Verdunstung statt. Zudem heizen sich versiegelte Flächen stark auf. Durch die Entsiegelung solcher Flächen können die natürlichen Bodenfunktionen wiederhergestellt werden.
Zu den versiegelten Flächen zählen auch Steingärten, die in den vergangenen Jahrzehnten sowohl im öffentlichen als auch im privaten Raum stark zugenommen haben und inzwischen zunehmend in die Kritik geraten. Zum einen bieten sie nur begrenzten Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Zum anderen heizen sich die Steine stark auf, speichern die Wärme und geben sie wieder ab, wenn es eigentlich kühl sein sollte. Verschiedene Gemeinden haben Steingärten mittlerweile verboten. Auch ein nationales Verbot für die Anlage von Steingärten wird diskutiert.