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Dämmstoffe: Das Wichtigste zu Dämmmaterialien

ca. 4 Leseminuten in Zusammenarbeit mit Barbara Jehle, JUH ecoconsulting GmbH
Zwei Kinder unter einer Decke – Symbolbild für ein gut gedämmtes Zuhause.

Zu einer energetischen Sanierung gehören Dämmstoffe unweigerlich dazu. Sie schützen vor Hitze und Kälte. Doch die Auswahl ist riesig. Welcher Dämmstoff ist wann geeignet? Ein Überblick über Dämmstoffe von Glaswolle bis Styropor.

Expertin in diesem Artikel

Barbara Jehle
JUH ecoconsulting GmbH

Barbara Jehle ist Baubiologin, Dozentin für Bauökologie und Geschäftsführerin der JUH ecoconsulting GmbH. Sie verfügt über langjährige Erfahrung in nachhaltigen Materialkonzepten, Bauökologie und der Analyse der Raumluftqualität.

Das Wichtigste in Kürze

  • Dämmstoffe schützen Gebäude vor Wärmeverlust im Winter, Hitze im Sommer und reduzieren zusätzlich Lärm. Eine gute Dämmung verbessert den Wohnkomfort und senkt den Energieverbrauch.
  • Die Auswahl an Dämmmaterialien ist gross. Grundsätzlich wird zwischen organischen und anorganischen Dämmstoffen sowie natürlichen und synthetischen Varianten unterschieden. Jedes Material bringt unterschiedliche Eigenschaften und Einsatzbereiche mit.
  • Das beste Dämmmaterial gibt es nicht. Die Wahl hängt von Dämmwirkung, Feuchteschutz, Nachhaltigkeit, Kosten und dem geplanten Einsatz ab. Auch der gesamte Lebenszyklus von der Herstellung bis zur Entsorgung sollte berücksichtigt werden.
  • Der Dämmwert beziehungsweise U Wert zeigt, wie gut ein Bauteil gegen Wärmeverluste schützt. Je kleiner der U-Wert ist, desto besser ist die Wärmedämmung.
  • Für eine erfolgreiche energetische Sanierung ist nicht nur die Wahl des Dämmstoffs entscheidend. Ebenso wichtig sind eine sorgfältige Planung, die fachgerechte Verarbeitung und die Unterstützung durch qualifizierte Fachpersonen.

Schutz gegen Lärm und Temperaturschwankungen

Dämmstoffe sind Baustoffe, welche Wärme und Schall besonders schlecht leiten. Dadurch eignen sie sich als Schutz gegen Lärm und Temperaturschwankungen. Für die energetische Sanierung eines Gebäudes kommen Dämmstoffe mit niedriger Wärmeleitfähigkeit infrage. Im Winter sorgen sie dafür, dass die Wärme nicht schnell entweicht und sparen damit Kosten. Im Sommer bleibt die Wohnung dank einer guten Dämmung schön kühl.

Welche Dämmstoffe gibt es?

Die Auswahl an Dämmstoffen ist riesig. Zur besseren Orientierung werden sie in unterschiedliche Kategorien eingeteilt. Auswahlkriterien können dabei sein: Dämmwirkung, Form und Verarbeitung. Aber auch die Eigenschaften der Rohstoffe, aus denen sie bestehen, kann zur Unterscheidung zwischen den einzelnen Materialien dienen.

Organische Dämmstoffe

Hierzu gehören alle Dämmstoffe aus Pflanzen und solche auf Basis von Stoffwechselprodukten von Lebewesen. Auch fossile Stoffe gehören dazu. Diese müssen aber erst noch chemisch umgewandelt werden. Organische Dämmstoffe bestehen daher aus synthetischen oder natürlichen Rohstoffen. Um natürliche, organische Dämmstoffe handelt es sich etwa bei Hanf, Holzfasern, Flachs, Kork, Schafwolle, Stroh und Schilfrohr. Synthetische, organische Dämmstoffe sind erdölbasierte Kunststoffe wie Polystyrole und Kunstharze.

Anorganische Dämmstoffe

Rohstoffe sind dann anorganisch, wenn sie nicht aus dem belebten Teil der Natur stammen. Auch bei anorganischen Dämmstoffen wird zusätzlich die Unterscheidung in synthetische und natürliche Varianten gemacht. Anorganisch und synthetisch sind diverse Wollen aus mineralischen Fasern wie Glaswollen, Steinwollen oder Schlackenwollen. Aber auch Mineraldämmplatten sowie Mineralschaum gehören in diese Kategorie.

Um anorganische, natürliche Dämmstoffe handelt es sich etwa bei Perliten bzw. Blähperliten, Blähton oder Naturbims. Bestehen anorganische Dämmstoffe nicht aus Metall, dann werden sie oft auch als mineralische Dämmstoffe bezeichnet.

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Welches Dämmmaterial ist das beste?

Barbara Jehle, Baubiologin und Geschäftsführerin der JUH ecoconsulting GmbH, stellt fest: «Den idealen Dämmstoff, der jedwede Aufgabe erfüllt, preiswert, ressourcenschonend, nachwachsend ist und gleichzeitig technische sowie gesetzliche Anforderungen erfüllt, gibt es nicht.» Laut der Expertin zeichnen sich Naturdämmstoffe wie z. B. Holzfaserplatten durch eine hohe Speicherfähigkeit aus. Die positiven Eigenschaften zeigen sich auch in Form eines Feuchteschutzes. «Naturdämmstoffe sind in der Lage, kurzzeitige Feuchteschwankungen während der Bauphase oder im Gebrauch auszugleichen, ohne dass sich die Materialfeuchte merklich erhöht», so die Baubiologin.

Welchen Dämmstoff du nun für die Sanierung deines Eigenheims verwenden solltest, hängt aber nicht nur von dessen Zusammensetzung ab. Barbara Jehle stellt fest: «Die Auswahl des Dämmstoffes umfasst den ganzen Weg.» Dazu gehören gemäss der Expertin auch die Menge an Energie, die für die Herstellung bis zur Entsorgung gebraucht wird, und wie sich der Dämmstoff in den ökologischen Kreislauf einfügt. «Bau- und Dämmstoffe berücksichtigen möglichst Ökologie, Ökonomie und Soziales, gemäss den Kriterien der SDGs», bekräftigt die Expertin.

Der Dämmwert und die Kosten für das Material – auch diejenigen für dessen Einsatz – spielen eine grosse Rolle. Ebenso wichtig ist die Frage, wie nachhaltig der Dämmstoff in der Produktion sein soll. Ein Beispiel: Polyurethan (PIR) eignet sich zwar sehr gut für die Dämmung des Dachs im Vergleich zu Holz, jedoch ist es weniger umweltfreundlich in der Herstellung. Die Wahl von Holz könnte damit bei einer guten Verarbeitung ebenfalls eine gute Option als Isolationsmaterial darstellen.

«Naturdämmstoffe sind in der Lage, kurzzeitige Feuchteschwankungen auszugleichen.»

Barbara Jehle, Baubiologin

Was ist der Dämmwert?

Der Dämmwert ist ein Mass für die Wärmedurchlässigkeit eines Materials. Dieser wird auch U-Wert genannt und in Watt pro Quadratmeter und Kelvin [U = W/(m²·K)] angegeben. Je kleiner dieser Wert ist, umso besser ist der Wärmeschutz.

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Fazit zu den Dämmstoffen

Ob organisch, mineralisch oder nachhaltig – Dämmstoffe kommen in vielen Varianten daher. Welchen du verwendest, macht zwar viel aus, doch noch wichtiger ist die richtige Handhabung. Es empfiehlt sich, früh genug zu planen und Fachleute dafür an Bord zu holen.

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