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Mineralische Dämmstoffe: Interview zu Vorteilen und Einsatz

Interview ca. 5 Leseminuten in Zusammenarbeit mit Barbara Jehle, JUH ecoconsulting GmbH
Handwerker verlegt mineralische Dämmstoffe aus Glas- oder Steinwolle zur Wärmedämmung eines Hauses.

Mineralische Dämmstoffe wie Glas- und Steinwolle sind bewährt und sorgen neben einer guten Isolation auch für optimalen Brandschutz. In welchen Gebäudebereichen du mineralische Dämmungen einsetzen kannst und weitere Informationen rund um Kosten, Entsorgung und Recycling der Materialien.

Expertin in diesem Interview

Barbara Jehle
JUH ecoconsulting GmbH

Barbara Jehle ist Baubiologin, Dozentin für Bauökologie und Geschäftsführerin der JUH ecoconsulting GmbH. Sie verfügt über langjährige Erfahrung in nachhaltigen Materialkonzepten, Bauökologie und der Analyse der Raumluftqualität.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mineralische Dämmstoffe eignen sich für praktisch alle Gebäudebereiche und werden in der Schweiz häufig als Glas oder Steinwolle, Schaumglas, Kalziumsilikat oder Perlite eingesetzt.
  • Brandschutz zählt zu den grössten Vorteilen mineralischer Dämmungen. Sie sind langlebig, nicht brennbar und schimmelresistent. Feuchtigkeit kann ihre Dämmwirkung jedoch deutlich verschlechtern.
  • Recycling verbessert die Ökobilanz vieler Mineralwollen zusätzlich. Glas und Steinwolle lassen sich häufig wiederverwerten und mineralische Dämmstoffe sind meist vergleichsweise kostengünstig.

Sind mineralische Dämmungen vielseitig einsetzbar?

Mineralische Dämmstoffe werden in der Regel aus natürlichen, anorganischen Materialien hergestellt. Barbara Jehle, Baubiologin und Geschäftsführerin JUH ecoconsulting, weiss mehr: «Dazu gehören Perlite, Naturbims oder Blähton, die diffusionsfähig sind und sich durch ihr Brandverhalten positiv auszeichnen.» Laut Expertin wird für die Blähton-Herstellung Ton in Kugeln geformt und bei ca. 1200°C gebrannt. Das Material überzeugt durch weitere Vorteile: «Blähton ist ungeziefer- und verrottungssicher, frostbeständig und nicht brennbar», erzählt die Expertin. Zu den mineralischen Dämmstoffen gehören darüber hinaus auch Kalk, Sand oder verschiedene Gesteinsarten. Mineralische Dämmungen sieht man in der Schweiz meistens in Form von Matten aus Steinwolle oder Glaswolle.

Aber auch Platten aus Schaumglas und Kalziumsilikat werden oft zur Dämmung von Gebäuden eingesetzt. Dies trifft auch auf Perlite zu. Laut Barbara Jehle bestehen diese aus Silikatgestein und zeichnen sich durch diverse vorteilhafte Eigenschaften aus: «Sie sind nicht brennbar sowie insektenresistent und besitzen ausserdem gute Schallschutz-Eigenschaften.» In Form von Granulat oder Fasern kommen mineralische Dämmstoffe bei der Kerndämmung zum Einsatz.

Mineralische Dämmungen sind echte Allrounder und eignen sich in allen Gebäudebereichen. Sie finden sowohl bei der Dämmung des Dachs und der Kellerdecke als auch bei der Aussenisolation Verwendung.

«Perlite, Naturbims oder Blähton sind diffusionsfähig und zeichnen sich durch ihr Brandverhalten positiv aus.»

JUH ecoconsulting GmbH
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Was sind die Vor- und Nachteile von mineralischen Dämmungen?

Ein grosser Vorteil von mineralischen Dämmstoffen ist, dass sie langlebig und vergleichsweise günstig und nicht brennbar sind. Darüber hinaus haben sie oftmals eine gute Ökobilanz. Dies gilt insbesondere für Glas- oder Steinwollplatten, die hierzulande hergestellt werden, und die entsprechend kurze Transportwege benötigen. Zudem kann sich in mineralischen Dämmungen kein Schimmel bilden.

Allerdings können mineralische Dämmstoffe auch gewisse Nachteile im Vergleich mit organischen und synthetischen Materialien mit sich bringen. Zum einen haben die meisten eine hohe Wärmeleitfähigkeit (U-Wert) und eine niedrige Wärmekapazität.

Das bedeutet, dass die gedämmten Räume sich zwar schnell aufheizen, es nach Abschalten der Heizung aber auch schnell wieder kalt wird. Zum anderen schneiden insbesondere Stein- und Glaswolle schlecht ab, wenn es um die Feuchtigkeitsregulierung geht. Zudem nimmt die Dämmwirkung von Glas- und Steinwolle massiv ab, sobald sie feucht oder gar nass werden.

Wie wird die Wärmedurchlässigkeit gemessen?

Die Wärmedurchlässigkeit eines Materials, auch U-Wert genannt, gibt an, wie gut ein Material Wärme leitet. Je schlechter ein Material Wärme leitet, desto besser ist es für die Wärmedämmung geeignet. Es gilt also: Je tiefer der U-Wert, desto besser der Wärmeschutz. 

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Was sind die Kosten von mineralischen Dämmstoffen?

Mineralische Dämmstoffe sind in der Regel vergleichsweise günstig. Für eine Dämmung nach Minergie-Standard mit Glas- oder Steinwolle sind beispielsweise 22 Zentimeter starke Dämmplatten notwendig. Diese sind bereits ab rund 50 Franken pro Quadratmeter erhältlich. Mineralschaum, Perlite und insbesondere Kalziumsilikat verursachen deutlich höhere Kosten.

Wie werden mineralische Baustoffe entsorgt und recycelt?

Die Entsorgung von alten mineralischen Dämmungen ist in der Regel unproblematisch. Die Meistverbreiteten, Glas- und Steinwolle, kannst du auf einer Baustoff-Deponie entsorgen. Nicht ausser Acht lassen solltest du auch das Thema Recycling. Alte Steinwolle-Produkte können etwa zu neuen Dämmungen verarbeitet werden und in der Glaswolle-Produkten wird oft Altglas wiederverwendet. Dieser Recycling-Aspekt verbessert die Ökobilanz von Mineralwollen noch weiter.

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