myky

Einblasdämmung: Vorteile, Kosten & Materialien

ca. 4 Leseminuten in Zusammenarbeit mit Barbara Jehle, JUH ecoconsulting GmbH
Fachperson bringt Einblasdämmung in die Hohlräume eines Dachstuhls ein, um die Wärmedämmung eines Gebäudes zu verbessern.

Die Einblasdämmung ist eine kostengünstige und schnelle Methode zur Dämmung von Fassaden, Dächern, Decken und Böden. Das Dämmmaterial wird dabei durch kleine Öffnungen in bestehende Hohlräume eingelassen und verdichtet. Deshalb eignet sich die Methode optimal für die energetische Sanierung.

Expertin in diesem Artikel

Barbara Jehle
JUH ecoconsulting GmbH

Barbara Jehle ist Baubiologin, Dozentin für Bauökologie und Geschäftsführerin der JUH ecoconsulting GmbH. Sie verfügt über langjährige Erfahrung in nachhaltigen Materialkonzepten, Bauökologie und der Analyse der Raumluftqualität.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Einblasdämmung nutzt bestehende Hohlräume in Fassaden, Dächern, Decken oder Böden und ist dadurch eine schnelle und kostengünstige Lösung für energetische Sanierungen. Der Einbau erfolgt über kleine Öffnungen, ohne aufwändige bauliche Eingriffe.
  • Für eine wirksame Dämmung müssen ausreichend grosse Hohlräume vorhanden sein. Bereits ab einer Breite von etwa 3,5 bis 4 Zentimetern kann sich die Methode lohnen, wobei eine grössere Dämmschicht die Energieeinsparung zusätzlich erhöht.
  • Als Dämmmaterial kommen organische, mineralische oder synthetische Stoffe infrage. Zellulose ist besonders beliebt, während Steinwolle und Glaswolle mit gutem Brand und Schallschutz überzeugen und Aerogel eine sehr hohe Dämmleistung bietet.
  • Eine fachgerecht ausgeführte Einblasdämmung hält mehrere Jahrzehnte. Entscheidend ist die sorgfältige Verdichtung des Materials, damit keine Wärmebrücken entstehen und die gewünschte Energieeffizienz erreicht wird.
  • Dank vergleichsweise tiefen Kosten und möglicher Förderbeiträge vieler Kantone amortisiert sich die Investition oft bereits nach wenigen Jahren durch geringere Heizkosten und einen höheren Wohnkomfort.

Wo macht Einblasdämmung Sinn?

Die wichtigste Voraussetzung für eine effektive Einblasdämmung sind ausreichend grosse Hohlräume im Gebäude. Diese findet man beispielsweise in Steildächern oder zwischen den Wänden eines zweischaligen Mauerwerks. Bei einer Einblasdämmung wird loses Dämmmaterial mit hohem Druck durch kleine Öffnungen in die Hohlräume geblasen und verdichtet. So passt sich das Material genau in die Form – und sorgt dadurch für eine effektive Dämmung.

Die Öffnungen werden nach Beendigung der Arbeiten wieder verschlossen. Eine Einblasdämmung lässt sich also ohne aufwändige bauliche Massnahmen umsetzen. Das spart Zeit und Kosten und macht die Methode beliebt für energetische Sanierungen.

Service Teaser sanierung de

Du willst wissen, wann und wie du dein Zuhause sanieren sollst?

Der myky-Sanierungsrechner zeigt dir Schritt für Schritt, welche Massnahmen sinnvoll sind, was sie kosten und wann du sie umsetzen solltest.

Welches ist das beste Material für eine Einblasdämmung?

Bei der Materialwahl stehen dir viele Möglichkeiten offen. Organische Einblasdämmstoffe sind beispielsweise aus Altpapier gewonnene Zelluloseflocken oder Holzfasern. Barbara Jehle, Baubiologin und Geschäftsführerin JUH ecoconsulting GmbH, weiss: «Zellulose erfreut sich grosser Beliebtheit und eignet sich bestens als Einblasdämmung.» Die Verarbeitung soll gemäss der Expertin aber durch Fachfirmen und mit grosser Sorgfalt ausgeführt werden. «Dabei ist insbesondere auf einen wärmebrückenfreien Einbau zu achten», erklärt die Expertin. Zu den mineralischen Dämmstoffen zählen unter anderem Granulate aus Stein- oder Glaswolle, Perlite oder Aerogel. Zu guter Letzt eignen sich auch synthetische Materialien wie Polyurethan-Granulat (PUR-Granulat) oder EPS-Granulat (Styropor) für die Einblasdämmung.

Die verschiedenen Stoffe verfügen alle über unterschiedliche Eigenschaften bezüglich Dämmleistung, Brandschutz, Kosten und Nachhaltigkeit. So leitet Aerogel beispielsweise Wärme nur sehr schlecht, weshalb es eine hervorragende Dämmleistung bietet. Mit Stein- oder Glaswolle hingegen profitierst du von einem sehr guten Brand- und Lärmschutz sowie tiefen Kosten, während organische Dämmstoffe besonders nachhaltig sind.

«Zellulose erfreut sich grosser Beliebtheit und eignet sich bestens als Einblasdämmung.»

Wann lohnt sich eine Einblas­dämmung?

Damit die Einblasdämmung eine ausreichende Dämmwirkung erreicht, müssen die Hohlräume in der Gebäudehülle genügend breit sein. Als Faustregel gilt, dass sich eine Einblasdämmung ab einer Breite von 3,5 bis 4 Zentimetern lohnt. Und je breiter die Dämmschicht ist, desto mehr lohnt sich eine Einblasdämmung aufgrund der geringen Materialkosten.

Wie lange hält eine Einblas­dämmung?

Richtig durchgeführt, kann eine Einblasdämmung mehrere Jahrzehnte lang wertvolle Dienste leisten. Die Umsetzung solltest du dabei unbedingt einer spezialisierten Bautechnik-Firma überlassen. Das Einfüllen des Dämmmaterials in die nicht einsehbaren Hohlräume erfordert viel Erfahrung und Geschick. Bei einer nicht fachgerechten Durchführung besteht das Risiko, dass das Material nicht optimal verdichtet. In diesem Fall können Wärmebrücken entstehen, welche den Verlust von Heizwärme oder gar Schimmelbildung verursachen können.

Service Teaser Experten

Suchst du die richtigen Expertinnen oder Experten für dein Projekt?

Finde geprüfte Fachpersonen in deiner Nähe und erhalte Unterstützung für deine Sanierung oder Modernisierung.

Wie viel kostet eine Einblasdämmung?

Neben der Wahl des Materials beeinflusst auch die Komplexität des Gebäudes die Kosten für eine Einblasdämmung stark. Hat dein Haus beispielsweise eine besonders verwinkelte Fassade oder muss im Vorfeld Dämmmaterial entfernt werden, steigen die Kosten an. Dennoch kostet die Einblasdämmung im Normalfall deutlich weniger als andere Dämmungen.

In vielen Kantonen werden Einblasdämmungen zudem finanziell gefördert. Wenn du Fördermassnahmen nutzen kannst, ist die Investition in eine Einblasdämmung durch die tieferen Heizkosten in der Regel bereits nach wenigen Jahren amortisiert.

Was sind die Vor- und Nachteile einer Einblasdämmung?

Vorteile Nachteile
effektive Wärmedämmung Wärmebrücken können nachträglich nicht mehr saniert werden
geringere Heizkosten und höherer Wohnkomfort  
kostengünstig Dämmung kann nur so breit sein wie der bestehende Hohlraum
in der Regel in 1-2 Arbeitstagen umgesetzt  

Häufige Fragen

Newsletter V2 500x500px Pos

Tipps für dein Zuhause

Abonniere unseren Newsletter und erhalte regelmässig Tipps rund um dein Zuhause.