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GEAK: Gebäudeenergieausweis einfach erklärt

ca. 5 Leseminuten in Zusammenarbeit mit Andreas Meyer Primavesi, Verein Minergie & Verein GEAK
Modell eines Hauses mit Energieeffizienzskala auf einem Tisch – Symbolbild für den Gebäudeenergieausweis der Kantone (GEAK).

Der Gebäudeenergieausweis der Kantone (GEAK) ermittelt den energetischen Zustand und den Sanierungsbedarf einer Immobilie. Wie energieeffizient ist dein Eigenheim? Wie lässt es sich am wirkungsvollsten sanieren? Möchtest du Antworten auf diese Fragen erhalten, empfiehlt sich ein Gebäudeenergieausweis der Kantone (GEAK). Von GEAK-Kosten über Fördermöglichkeiten bis hin zu GEAK Expertinnen und Experten – erfahre hier mehr.

Experte in diesem Artikel

Andreas Meyer Primavesi
Verein Minergie & Verein GEAK

Andreas Meyer Primavesi ist Geschäftsführer des Vereins Minergie und des Vereins GEAK. Der dipl. Forstingenieur ETH verfügt über langjährige Erfahrung in der Energiepolitik und Gebäudeeffizienz und war am Aufbau des nationalen Gebäudeprogramms beteiligt.

Das Wichtigste in Kürze

  • GEAK steht für Gebäudeenergieausweis der Kantone.
  • Ein GEAK ermittelt den aktuellen energetischen Zustand eines Gebäudes. Der GEAK Plus schlägt darauf aufbauend Sanierungsvarianten vor.
  • Die Energieklassen in einem GEAK-Bericht reichen von A für sehr gut bis zu G für mangelhaft und berücksichtigen die Effizienz der Gebäudehülle, die Gesamtenergieeffizienz sowie die direkten CO₂-Emissionen.
  • Einen GEAK dürfen nur zertifizierte GEAK-Expertinnen und -Experten ausstellen.
  • Fördergesuche für bauliche Verbesserungen an einer Gebäudehülle werden in vielen Kantonen nur bei Vorlage eines GEAK oder GEAK Plus entgegengenommen.

Was sagt die GEAK-Etikette aus?

Der Gebäudeenergieausweis der Kantone (GEAK) wurde von der Konferenz Kantonaler Energiedirektorinnen und Energiedirektoren (EnDK) lanciert. Inzwischen ist der nationale Verein GEAK für die Verbreitung und die Weiterentwicklung zuständig. 

Das schweizweit einheitliche System zur Gebäudeenergiebewertung ist in seiner Logik mit der Energieetikette von Haushalts- und Elektrogeräten oder Autos vergleichbar. Ein GEAK bewertet die energetische Qualität in mehreren Kategorien von A (sehr effizient) bis G (wenig effizient). Jedes Gebäude erhält Noten für drei Kategorien: die Effizienz der Gebäudehülle respektive der Heizwärmebedarf, die Gesamtenergieeffizienz, worin der Konsum von erneuerbarer Energie enthalten ist, sowie der lokale CO₂-Ausstoss. Die einzelnen Bewertungen der energetischen Qualität von Gebäudehülle und Gebäudetechnik werden begründet und qualitativ ausgeführt.

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Typische Merkmale der GEAK-Klassen, Quelle: Verein GEAK

Was bringt ein GEAK?

 «Ein GEAK gibt Auskunft über den aktuellen energetischen Zustand eines Gebäudes», präzisiert Andreas Meyer Primavesi, Geschäftsführer des Vereins GEAK. Seine wichtigste Funktion ist deshalb die Information, wie viel Energie ein Gebäude im Normalbetrieb benötigt, ob die Wärmeversorgung fossilfrei ist und ob das Gebäude selbst Strom produziert. Damit schafft der Ausweis vergleichbare Transparenz für Kauf- und Mietentscheide.

Ein weiteres Ziel des GEAK ist es zudem, mit dem Produkt GEAK Plus den Sanierungsbedarf detailliert und neutral zu ermitteln. Die GEAK-Etikette weist grundsätzlich auf energetische und bauliche Mängel an der Gebäudehülle und Gebäudetechnik hin und zeigt auch auf, wie diese behoben werden sollten. Auf strategischer Ebene analysiert der GEAK Plus das Potenzial für unterschiedliche energetische Sanierungsvarianten. Überprüft werden Massnahmen zur Reduktion des Energiebedarfs für Wärme und Strom. Hierfür werden das Heizsystem, die Warmwasserversorgung und der Strombezug von Küche bis Waschkeller analysiert. Ebenso lassen sich Aussagen dazu machen, welche Wirkung eine Verbesserung einzelner Bauteile und/oder der Heizungsersatz erzeugt.

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Ist der GEAK vorgeschrieben?

Das Erstellen eines Nachweises ist freiwillig. Kantone und Gemeinden verlangen bisweilen aber, dass Fördergesuche für energetische Massnahmen an der Gebäudehülle mit einem GEAK Plus ergänzt werden müssen. Auch bei Besitzwechsel kann ein Energieausweis bisweilen verbindlich von öffentlichen Ämtern eingefordert werden. Ebenso springt der Finanzsektor auf den Zug auf: Kantonalbanken – darunter die BEKB – und Privatbanken stellen eine Hypothek mit Vorzugskonditionen in Aussicht, wenn zur betreffenden Immobilie ein gültiges GEAK-Dokument vorliegt.

Andreas Meyer Primavesi weiss zudem: «Man kann den GEAK Plus für einen vereinfachten Zugang zum Minergie-Zertifikat für ein saniertes Gebäude nutzen, dank der sogenannten Minergie-Systemerneuerung.» Der GEAK kann auf Wohngebäude (EFH, MFH), Verwaltungs- und Schulbauten, Hotels, Verkaufsflächen, Restaurants sowie Mischnutzungen dieser Kategorien angewendet werden. 

Wer stellt einen GEAK aus?

Den GEAK dürfen vom Verein akkreditierte GEAK-Expertinnen und -Experten ausstellen. Der Verein organisiert die Zulassung und ist für die Qualitätssicherung verantwortlich. Auf der Webseite des Vereins ist eine aktuelle Liste von GEAK Expertinnen und -Experten verfügbar. 

Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümer, die einen GEAK bestellen, haben jedoch zu beachten: Sie gehen ein eigenes Auftragsverhältnis mit den auf selbständiger Basis arbeitenden GEAK-Expertinnen und -Experten ein. Pflicht ist zudem eine Besichtigung des zu untersuchenden Gebäudes sowie die Übergabe von Verbrauchsdaten. Letztere benötigen die GEAK-Expertinnen und -Experten, damit sie die Bewertung des Gebäudes plausibilisieren können. Bestandteil jedes GEAK-Auftrags ist eine halbstündige Nachbesprechung.

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Wie dient der GEAK zur Vorbereitung einer Gebäudeerneuerung?

Der GEAK beruht auf einer Standardberechnung, wieviel Energie ein Gebäude im Normbetrieb, zum Beispiel bei Raumtemperaturen von 20 °C, zum Heizen und für Warmwasser benötigt. Ebenso wird ausgewiesen, wie hoch der lokale CO₂-Ausstoss ist. Die Bewertungen basieren auf einer systematischen Beurteilung der energetischen Qualität von Bauteilen sowie der konsumierten Energieträger. Deshalb fragen die GEAK-Expertinnen und -Experten jeweils Informationen über Verbrauchsdaten wie Strom oder Brennstoffe nach. 

Ein wesentlicher Zweck der Gebäudeetikette ist: Aus der Erfassung des Ist-Zustands lässt sich ein Erneuerungsbedarf detailliert und neutral ableiten. Das GEAK-Dokument gibt auch generelle Hinweise wieder, wie die aufgedeckten energetischen und baulichen Mängel auszubessern sind. Der GEAK liefert insofern strategische Informationen und Entscheidungsgrundlagen für die Planung einer energetischen Gebäudeerneuerung.

Bei Neubauten liefert ein GEAK Neubau dagegen hilfreiche Zusatzinformationen: Die geplanten Energiekennwerte werden durch die GEAK-Expertin oder den GEAK-Experten anhand von effektiven Betriebsdaten nachträglich verifiziert. 

Berechnen von Massnahmen und Varianten für die Gebäudeerneuerung

Soll das GEAK-Basisprodukt mit Informationen für eine Gebäudesanierung ergänzt werden, kannst du einen GEAK Plus erstellen lassen. Dieser enthält zusätzlich zum GEAK-Dokument noch einen Beratungsbericht. Der Beratungsbericht enthält Massnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz sowie deren Priorisierung und mögliche Etappierung. Aufbauend auf diesen werden bis zu fünf Sanierungsvarianten vorgeschlagen.

Der GEAK Plus berechnet ausserdem auch die möglichen Förderbeiträge und gibt eine Schätzung der notwendigen Investitionen, Unterhaltskosten sowie Betriebskosteneinsparungen ab.

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Wie hoch ist der Aufwand für einen GEAK?

Der Aufwand für einen GEAK oder GEAK Plus wird mit den beauftragten GEAK-Expertinnen und -Experten ausgehandelt. Das Honorar für Besichtigung, Informationsbeschaffung, Evaluation und Erstellen des Berichts hängt wesentlich von der Komplexität des zu bewertenden Gebäudes ab. Das GEAK-Dokument enthält eine quantitative und qualitative Bewertung des Gebäudes in den drei Kategorien Effizienz Gebäudehülle, Gesamtenergieeffizienz und direkte CO₂-Emissionen. Ergänzend dazu lässt sich ein umfangreicherer und detaillierterer GEAK Plus in Auftrag geben, der von Kantonen jeweils mit 1'000 bis 1'500 Franken gefördert wird.  Deshalb ist ein GEAK Plus jeweils frühzeitig anzufordern. Diese Dokumente müssen bei Fördergesuchen für bauliche Verbesserungen ebenfalls eingereicht werden.

Häufige Fragen

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