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Tiny House in der Schweiz: Kosten, Regeln und Standorte

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Frau sitzt vor einem Tiny House mit Laptop und arbeitet im Eingangsbereich der kompakten Wohnlösung.

Wohnen auf engstem Raum, Reduzierung auf das Wesentliche und doch elegant und wohnlich: Ganz nach dem Motto «weniger ist manchmal mehr» erfreuen sich Tiny Houses in der Schweiz immer grösserer Beliebtheit. Hier findest du Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um das Thema.

Das Wichtigste in Kürze

  • Tiny Houses sind in der Schweiz erlaubt, doch es gibt keine einheitliche nationale Regelung. Ob fest installiert oder mobil, entscheidend sind die kantonalen Bauvorschriften und die Bewilligung der jeweiligen Gemeinde.
  • Ein festes Tiny House benötigt in der Regel eine Baugenehmigung und unterliegt den gleichen Vorschriften wie ein klassisches Wohnhaus. Mobile Varianten dürfen oft auf Campingplätzen oder speziellen Parzellen stehen, müssen jedoch Verkehrs und Sicherheitsvorgaben erfüllen.
  • Die Kosten für ein Tiny House liegen meist zwischen 50’000 und 150’000 Franken oder mehr, abhängig von Grösse und Ausstattung. Zusätzlich fallen Ausgaben für Planung, Bewilligungen, Erschliessung sowie Anschlüsse für Strom, Wasser und Abwasser an.
  • Die Wohnfläche eines Tiny Houses beträgt meist 15 bis 45 Quadratmeter. Durch clevere Raumlösungen und einen gut genutzten Aussenbereich lässt sich auch auf kleiner Fläche komfortabel wohnen.
  • Eine sorgfältige Planung ist entscheidend, von der Standortwahl über das Budget bis zu rechtlichen Abklärungen bei der Gemeinde. Wer frühzeitig alle Rahmenbedingungen prüft, vermeidet Überraschungen und kommt dem Traum vom Tiny House näher.

Warum Tiny Houses immer beliebter werden

Ursprünglich kam der Trend aus den USA, doch auch in der Schweiz finden Tiny Houses (kompakte, oft mobile und nachhaltige Wohnformen) mittlerweile eine grosse Anhängerschaft. Gemäss einer Studie der Hochschule Luzern Ende 2023 haben rund die Hälfte der Befragten bereits Erfahrungen mit dieser Wohnform gemacht oder können sich vorstellen, in einer solchen zu wohnen.

Die Gründe für den Trend sind in einer Kombination aus gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Faktoren zu suchen. Bei stark gestiegenen Immobilienpreisen ist ein Tiny House im Vergleich zu herkömmlichen Immobilien deutlich günstiger. Auch passt für viele Menschen ein grosses Haus nicht mehr zu ihrem Lebensstil und der Wunsch nach umweltfreundlicherem und nachhaltigerem Wohnen spielt ebenfalls eine Rolle. Ausserdem entscheiden sich immer mehr Menschen, Ballast abzuwerfen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Tiny Häuser mit allem Lebensnotwendigen

Und dieses Wesentliche findet sich denn auch in jedem Tiny House: Küche, Bad sowie Wohn- und Schlafmöglichkeiten. Für die beschränkten Platzverhältnisse ist denn auch Ideenreichtum gefragt. Ob herunterklappbare Tische, Bettsofas, spezielle Einbauschränke, Stauraum unter den Treppenabsätzen oder im Couchtisch und LED-Panels in den Wänden statt Hängelampen – alles ist möglich.

Tiny Houses in der Schweiz: Mehr als nur ein Trend
Weniger ist manchmal mehr.

Wo können Tiny Houses in der Schweiz gestellt werden? 

Der Bau oder die Einrichtung eines Tiny Houses ist per se also möglich und die Minihäuser sind in der Schweiz auch erlaubt. Das «Aber» folgt jedoch auf dem Fusse, denn eine nationale gesetzliche Regelung gibt es nicht. Stattdessen hängen die rechtlichen Voraussetzungen stark von der jeweiligen Gemeinde und den kantonalen Bauvorschriften ab. Ein Unterschied besteht zum Beispiel, ob das Tiny House als fixes, permanentes Gebäude geplant ist, oder ob es als mobile Einheit betrachtet wird:

  • Fest: Ein Tiny House, das dauerhaft auf einem Grundstück stehen soll, unterliegt den gleichen Vorschriften wie der Bau herkömmlicher Wohnhäuser und benötigt eine Baugenehmigung. Als Standort kommt zum Beispiel das eigene Privatgrundstück in Frage, vorausgesetzt die Bauvorschriften werden eingehalten. Es gibt aber auch Gemeinden, die spezielle Parzellen für Tiny Houses zur Miete oder Pacht zur Verfügung stellen. 
  • Mobil: Mobile Tiny Houses sind in der Regel auf einem Anhänger gebaut und so konstruiert, dass sie auf der Strasse bewegt werden können. Als mobile Unterkünfte können sie auf Campingplätzen oder speziellen Parzellen aufgestellt werden. Auch hier sind lokale Bestimmungen zu beachten. Ausserdem gelten spezielle Anforderungen an Masse und Gewicht, um den Verkehrs- und Sicherheitsvorschriften zu entsprechen.

Es empfiehlt sich, vor dem Kauf oder dem Bau eines Tiny Houses bei der zuständigen Gemeindeverwaltung nachzufragen, welche Genehmigungen notwendig sind. Ausserdem sollte bereits im Vorfeld geklärt werden, ob das gewählte Grundstück mit Strom, Wasser und Abwasseranschlüssen erschlossen ist.

Tiny Houses in der Schweiz: Mehr als nur ein Trend
Für ein Tiny House, welches dauerhaft auf dem Grundstück stehen soll benötigt man eine Baugenehmigung.
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Wie tiny soll das Tiny House denn sein?

Die Grösse eines Tiny Houses richtet sich einerseits nach den Wünschen der Käuferinnen und Käufer oder Erstellerinnen und Ersteller, andererseits aber auch nach den lokalen Bauvorschriften. Die Wohnfläche eines Tiny Houses liegt meist zwischen 15 und 45 Quadratmetern. Bei mehr als 50 Quadratmetern spricht man eher von Small Houses. Während kleinere Modelle für Singles oder Paare geeignet sind, finden in grösseren auch vier Personen Platz und beinhalten zum Beispiel zwei Schlafzimmer. Da der Innenraum eines Tiny Houses begrenzt ist und das kleine Haus in der Regel in naturnahen Orten aufgestellt wird, kommt dem Aussenbereich eine besondere Bedeutung zu. Terrassen, Veranden oder Gartenflächen schaffen zusätzliche Zonen für Aktivitäten wie Essen, Entspannen oder Arbeiten.

Tiny Houses sind günstig, aber nicht billig

Die Kosten für ein Tiny House variieren naturgemäss je nach Grösse, Ausstattung Bauweise. Standardmodelle sind günstiger als massgeschneiderte Modelle und wer handwerklich geschickt ist und sich selbst ein Tiny House baut, fährt natürlich günstiger. Ausserdem unterscheiden sich die Preise danach, ob das Tiny House selbst eingerichtet oder voll möbiliert und ausgestattet geliefert wird.

Während Standardmodelle ab etwa 50’000 Franken bis 100’000 Franken erhältlich sind, kosten luxuriösere Varianten 150’000 Franken oder mehr. Ausserdem sind immer Kosten für die Beratung, allfällige Architekturleistungen sowie für Gebühren, Bewilligungen oder Steuern und Versicherungen einzuplanen. Nicht zu vergessen: Die Installation von Strom-, Wasser- und Abwassersystemen sowie für die Anbindung an andere Infrastrukturen wie Strassen und Internet.

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Gute Planung und Budgetierung auf dem Weg zum Tiny House

Ein Tiny House bietet also viele Vorteile: Von geringen Lebenshaltungskosten über Umweltfreundlichkeit bis hin zur Flexibilität. Mit der richtigen Planung hinsichtlich Modell, Kosten, Standortwahl und den rechtlichen Rahmenbedingungen kommt man dem Traum vom Tiny House näher.

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